Geburtsort:

Klinik

Liebe Kristin,

wie lange wollte ich dir schon schreiben, mich bedanken, dir von meiner schönen selbstbestimmten Geburt im Feb 2019 erzählen? Schwupp war der Alltag da und nun schreibe ich erst jetzt aus einem ganz neuen freudigen Anlass. Ich bin wieder schwanger und erwarte unser zweites Wunder.

Hier ein kleiner Geburtsbericht:

Dank dir habe ich mich am Ende der ersten Schwangerschaft so richtig auf die Geburt gefreut, ich war klar und entspannt. Zuhause konnte ich völlig in die Wellen abtauchen und auch der Weg zum Krankenhaus war voller Ruhe und Hingabe. Im KH angekommen, konnte ich zwar nicht mehr deiner Stimme lauschen und „weg“ sein, ich hatte aber zu jeder Zeit das Gefühl, bei mir zu sein und selbst zu entscheiden. Nach 12 Std entschied ich mich für eine PDA und auch, wenn das so gar nicht meinem ursprünglichen Plan entsprach, stand ich voll hinter der Entscheidung und bin ganz im Reinen damit. Die Ruhe und Kraft, diese Entscheidung zu treffen, hatte ich nur durch die Übung und das viele Meditieren. Nach einer kurzen Ruhepause wurde es dann sehr turbulent und es benötigte viel Kraft, sowohl mental als auch körperlich. 2 Ärztinnen mussten mit großem Druck auf meinem Bauch nachhelfen, da unser kleiner Spatz sich zwar immer wieder zeigte, sich dann aber doch zurückzog in die gewohnte Umgebung. Pro Welle drückten sie 3 mal mit aller Kraft auf meinen Bauch und das mindestens 10 Wellen lang. Dann kam der Moment, als die Hebamme mir sagte, sie könne noch 1x abwarten, doch dann müsse die Saugglocke ran. Schon während der ganzen letzten Phase war ich sehr fokussiert, hatte die Augen geschlossen, war bei mir und meinem Baby, außer uns und der Hebamme nahm ich niemanden im Raum mehr war. Erst später erfuhr ich von meinem Mann von der zweiten Ärztin auf meinem Bauch und dem Trubel, der mittlerweile um uns herrschte, weil Herztöne und mein Kreislauf nicht mehr so gut waren. Und genau in dem Moment, indem die Saugglocke ange“droht“ wurde, verstärkte ich nochmal die Verbindung zu meinem Sohn und sagte zu uns, wir schaffen das….und schwupp hat er sich doch entschlossen, selbst den Weg in die Welt und meine Arme zu finden. Ich war/bin immer noch sehr glücklich über diese Geburtserfahrung.

Nach der Geburt kam eine der beiden Ärztinnen zu mir und entschuldigte sich für den langanhaltenden Druck und den Schmerz, den sie mir damit zugefügt hatte. Ich war ganz erstaunt, denn so hatte ich es nicht empfunden. Ja es war schmerzhaft und ich dachte zum Ende hin, ich kann gleich nicht mehr, dennoch war mir immer klar und bewusst, dass diese Menschen hier da sind, um mir und meinem Sohn zu helfen. Ich bedankte mich für Ihre Unterstützung und beruhigte sie, dass es mir gut ginge. Auch meine Hebamme bot mir an, jederzeit nochmal über die Geburt sprechen zu können, denn es sei, so sagte sie, „keine leichte“ und für manche evtl. traumatisierende Geburt mit einigen schwereren Verletzungen gewesen.

Ich kann sagen, ich habe selbstbestimmt mit aller Kraft, die mir zur Verfügung stand, und voller Stolz unseren Sohn geboren. Ich habe ohne Selbstzweifel oder mir später Vorwürfe zu machen nach 12 Std die Entscheidung für eine PDA getroffen und flexibel einen Geburtsplan B annehmen können. Und das habe ich vor allem Dir zu verdanken!

Liebe Kristin, ich danke dir von ganzem Herzen! Du hast mich bestärkt, überhaupt mit dem Kurs zu beginnen!  Das war meine Rettung, ganz ohne Angst und Selbstzweifel, sogar mit riesiger Vorfreude und Selbstbewusstsein in meine erste Geburtserfahrung zu gehen. Ach, ich würd dich so gerne drücken! DANKE! DANKE! DANKE!

Alles Liebe und eine Umarmung aus Augsburg,

Deine Anna