Geburtsort:

Klinik

Positiver Geburtsbericht

+ mit Einleitung bei SSW 39+0

+ VBAC

Ort: Krankenhaus Rüdersdorf bei Berlin

Vorgeschichte

I. ist mein zweites Kind. Meine Erstgeborene (54cm, 4260g, 37cm Kopfumfang bei ET +12), hatte ich bereits versucht, 2018 spontan mit der Friedlichen Geburt zu entbinden. Die Eröffnungsphase erlebte ich damals unglaublich positiv, war in Trance und erlebte sie lediglich als starkes Körpergefühl. Aufgrund einer Fehllage meiner Tochter (Sternengucker + Stirnlage) endete die Geburt damals nach 12 Stunden im Kaiserschnitt. Leider gelang es mir damals während der Komplikationen nicht, in der Tiefenentspannung zu bleiben. Diese Erfahrung des Scheiterns, mein Kind nicht aus eigener Kraft zur Welt gebracht zu haben, hinterließ mich tief erschüttert. Ich hatte den Glauben an meinen Körper verloren und das Gefühl, versagt zu haben. Auch war mein Vertrauen in die Geburtshilfe erschüttert, da es u.a. große zwischenmenschliche Differenzen zwischen der Hebamme und mir gegeben hatte.

Als ich erneut schwanger wurde, war ich zu Anfang überzeugt davon, dass eine primäre Sectio die sicherere Variante sein würde, weil ich nicht daran glaubte, dass es dieses Mal mit einer spontanen Entbindung funktionieren würde. In mir regierte die Angst. Ich hatte sogar den Glaubenssatz, dass es unverantwortlich und egoistisch von mir wäre, bei den großen Kindern in unserer Familie erneut eine Spontangeburt zu versuchen.

Im Laufe der Schwangerschaft stellte ich mich dann aber doch diesen Ängsten, hatte lange Gespräche mit meiner Hebamme und machte letztendlich erfolgreich eine Hypnosetherapie. Im Rahmen dieser Therapie gelang es mir, mit dem ersten Geburtserlebnis abzuschließen, mein Vertrauen in die Geburtshelfer wieder aufzubauen und an eine neue erfolgreiche natürliche Geburt zu glauben. Ich begann, mich erneut mit der Friedlichen Geburt auf eine spontane Geburt vorzubereiten.

Die Geburt

Aufgrund eines hohen Schätzgewichtes beim Ultraschall und der vorangegangenen Sectio wurde die Geburt meiner zweiten Tochter bei 39+0 eingeleitet. Hierüber war ich sehr unglücklich. Ich hatte Angst vor dem Unbekannten, Angst davor, dass es nicht klappen und am Ende doch wieder ein Kaiserschnitt stehen würde. Der Beistand meiner Hebamme, meiner Freunde und Familie und nicht zuletzt die Hypnosen und die entsprechenden Folgen des Podcasts halfen mir jedoch, am Tag der Einleitung gestärkt und vollkommen positiv denkend den Kreißsaal zu betreten.

Hier beginnt meine Glücksgeschichte. Ich hatte wundervolle, einfühlsame Hebammen, die sich zum Teil sehr gut mit der Friedlichen Geburt auskannten und diese sehr unterstützten. Es herrschte eine hoffnungsvolle, positive Atmosphäre. Aufgrund des vorangegangenen Kaiserschnittes wurde besonders sanft und vorsichtig mit Prostaglandingel eingeleitet. Am 1. und 2. Tag bekam ich vormittags jeweils eine geringe Dosis des Gels und reagierte sofort mit Wellen, welche den Muttermund weich machten. (Mein Befund war zu Beginn noch sehr unreif gewesen.)

Im Kreißsaal war ich die ganze Zeit in Tiefenentspannung. Hier waren die Wellen besonders regelmäßig, da ich mich aufgrund der tollen Atmosphäre sehr wohl fühlte. Wenn ich zwischendurch den Kreißsaal verließ, um bspw. in meinem Zimmer zu essen und dabei ausnahmsweise nicht mehr in der Entspannung war, wurden die Abstände zwischen den Wellen größer. Abends gingen die Wellen jeweils wieder weg und mir wurde keine neue Dosis verabreicht, um den Körper nicht überzustimulieren. Man passte wirklich gut auf uns auf.

Am 3. Tag war Pausentag, um den Körper nicht zu stark zu strapazieren. Abends ließ ich mir einen Ballonkathether an den Muttermund einsetzen, der zur Öffnung des Muttermundes beitragen sollte. Am nächsten Morgen (4. Tag) wurde mir um 11Uhr ein gering dosierter Oxytocintropf angehängt. Meine Lieblingshebamme, die sogar Übungsleiterin für die Übungsgruppen der Friedlichen Geburt ist, betreute mich. Wir besprachen vorher nochmal den Ablauf und alle Eventualitäten und ich sagte ihr, dass ich allen im Kreißsaal vertraue und notwendige Interventionen (bspw. Dammschnitt) einfach erfolgen sollen und ich es gar nicht wissen will, dass ich einfach Vertrauen habe. Danach begab ich mich mit einem positiven Gefühl in Tiefenentspannung, während meine Hebamme den Tropf anlegte. Die Wellen setzten sofort ein, waren aber von der Intensität wie zu Beginn meiner ersten Geburt. Perfekt. Als ich um 13 Uhr zu Mittag aß, platzte meine Fruchtblase und der Tropf wurde abgestellt. Meine Wellen blieben. Ab dem Zeitpunkt war es meine eigene, Friedliche Geburt, ohne wehenfördernde Medikamente oder Schmerzmittel.

Die Wellen steigerten sich, ich war in Trance, meine Hebamme sah regelmäßig nach mir, aber störte mich dabei nicht. Ich war viel am CTG, was mich aber überhaupt nicht störte, da es kabellos und leise gestellt war. Während der Geburt gab es zwei Trigger, die ich aber dank der Tiefenentspannung gut meisterte. Das erste Mal bewegte sich meine Tochter mit dem Kopf aus dem Becken heraus, was wir aber durch einen Toilettengang und Beckenkreisen beheben konnten, sodass mein Baby zurück ins Becken rutschte. Die Übergangsphase empfand ich als Krise. Ich kam ins Denken, weil ich wollte, dass mein Mann nun kommt. Auch stieg die Intensität der Wellen so stark an, dass ich damit zwischenzeitig nicht gut umgehen konnte. Ich war raus aus der Hypnose. Als dann auch noch der Pressdrang einsetzte, kurz nachdem ich auf 7cm getastet worden war, war ich in der Angst. Damals bei meiner ersten Tochter war es ähnlich gewesen, als sie in Fehllage an der Symphyse hängengeblieben war und es unter Pressdrang zum Geburtsstillstand gekommen war. Da meine Hebamme meine Geschichte genau kannte und ich ihr meine Sorge in dem Moment mitteilte, holte sie sofort die Ärztin, die mittels Ultraschall feststellte, dass mein Baby bereits an der Symphyse vorbei gerutscht war und ihr Köpfchen perfekt eingestellt war. Alles war gut, ich konnte nun ohne Angst pressen. Erleichtert stellte ich die Hypnose für die Austrittsphase an und begann meine Tochter Stück für Stück herunter zu schieben, kurz darauf in der Geburtswanne. Ich war wieder, mit kurzen Ausnahmen, komplett bei mir, in Trance. Es war so befreiend und ich bewegte mich komplett selbstbestimmt. Ich empfand die Phase als anstrengend, aber gar nicht als schmerzhaft. Es war einfach eine Urgewalt. Ich war einfach von Dankbarkeit erfüllt, dafür dass ich so weit gekommen war, dass ich diese Geburtsphase erleben durfte und freute mich auf mein Baby.

Im Laufe dieses Prozesses wurden die Herztöne meiner Tochter während der Presswellen leider immer schlechter, weshalb ich irgendwann aus der Wanne raus musste. Im Vierfüßlerstand waren sie leider auch nicht gut, sodass zwei Ärztinnen in den Raum kamen und besorgt aussahen. Mir wurde gesagt, dass es nun schneller gehen müsse, dass noch alles in Ordnung sei, meine Tochter während der Wellen aber wenig Sauerstoff bekomme und sie nun schnell zur Welt kommen müsse. Ich wurde in halbsitzender Position zum Powerpressen angeleitet. Obwohl das natürlich ein Szenario war, das ich mir niemals gewünscht hatte, ich die Anspannung der Ärztinnen spürte und mir kurz die Möglichkeit in den Sinn kam, dass es nicht klappen könnte und ein Notkaiserschnitt gemacht werden müsste, blieb ich ruhig, vertraute der Hebamme, die mich toll anleitete. Ich atmete, presste und hechelte, wie sie es mir sagte. Nach 7 Minuten Powerpressen war Isabel geboren. Ich nahm sie selber auf und hob sie überglücklich und voller Dankbarkeit auf meine Brust.

I. 28.02.21 – 55cm – 3830g – 38cm Kopfumfang

Ich glaube, dass es für meine zweite Geburt im Allgemeinen und gerade für die Endphase im Besonderen essentiell war, dass ich das Trauma meiner ersten Geburt aufgearbeitet habe und somit vertrauensvoll in die Geburt gehen konnte.

Ich bin so unsagbar glücklich und dankbar für diese wundervolle Geburt, die mich vollends mit der ersten versöhnt hat. Ich hatte unglaublich tolle Hebammen und Ärztinnen, die so empathisch und fürsorglich waren, dass ich mich einfach nur gut aufgehoben gefühlt habe. Meine kleine I. ist ein tiefenentspanntes, zufriedenes Baby und ich bin unfassbar glücklich, dass mir dieses Erlebnis vergönnt war.

Vielen Dank, Kristin Graf, für die tolle Begleitung auf meinem Weg der Heilung und bei meiner persönlichen Friedlichen Geburt!

Noch ein Schmankerl am Rande: Die Hebamme hat parallel zum Powerpressen einen phänomenalen Dammschutz hingelegt, sodass ich trotz des Kopfumfangs von 38cm bis auf Schürfungen keine Geburtsverletzungen hatte!! Dammmassage oder Heublumendampfbad hatte ich nicht gemacht. Nur Himbeerblättertee hatte ich getrunken und Chiasamen gegessen.