Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht einer wunderschönen selbstbestimmten Geburt – jedoch nicht in Hypnose

  1. – 07.06.2021 – 39+6 – Gewicht 3850g – Größe 50 cm – Kopfumfang 36 cm

Nachdem die Geburt meines Sohnes vor 2,5 Jahren zwar nicht traumatisch, aber alles andere als selbstbestimmt und schön war, wollte ich mich in meiner zweiten Schwangerschaft besser bzw. anders auf die Ankunft meiner Tochter vorbereiten.

Vorbereitung:

Bereits vor der Schwangerschaft hörte ich in den Podcast von Kristin hinein. Nachdem ich die ersten Folgen regelrecht verschlungen hatte, spielte ich bereits mit dem Gedanken, mich in der nächsten Schwangerschaft mit dem Onlinekurs vorzubereiten. Als ich dann erneut schwanger war, kaufte ich den Onlinekurs in der 18. SSW und arbeitete die Module an den kommenden zwei Wochenenden durch. Von nun an versuchte ich mir so oft es ging, Zeit für die Hypnosen zu nehmen. Beim Üben fiel es mir relativ leicht, meinen Kraftort zu besuchen – das Besuchen meines Babys in der Gebärmutter konnte ich nur schwer visualisieren – ich habe es dann einfach mit an meinen Kraftort genommen. Meistens gelang es mir sehr gut, in die Tiefenentspannung zu finden, auch wenn ich oftmals einfach eingeschlafen bin.

Ab der 34. SSW hat mein Mann mir dann alle zwei Tage den Damm massiert (ich hatte bei keiner meiner beiden Geburten eine Geburtsverletzung).

Die Geburt:

Meine Tochter kam am Montag zur Welt und bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ich um 3 Uhr durch ein Zwicken im Bauch geweckt. Das sollte es jedoch erstmal gewesen sein und der Sonntag startete wie jeder andere Tag. Am späten Nachmittag machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu meinen Eltern und bereits auf dem Weg dorthin bemerkte ich die erste Welle. Während wir im Garten saßen und Kuchen aßen, kamen die Wellen bereits alle 20 Minuten, waren jedoch noch sehr klein. Meine Mutter fragte mich, wie bereits an den vergangenen Tagen, wann es denn endlich losgehen würde und ich antwortete, dass sie sich eventuell in dieser Nacht darauf einstellen könne, auf unseren Großen aufzupassen. Gegen 18 Uhr sind wir wieder nach Hause gegangen und die Wellen blieben in ihrer Häufigkeit und Intensität gleich.

Gegen 23 Uhr habe ich mich dann ins Bett gelegt, Kerzen angezündet und die Hypnose „Während der Geburt“ über eine Lautsprecherbox gehört. Schon bald wurden die Wellenabstände kürzer und auch die Intensität nahm deutlich zu. Irgendwann habe ich dann meinen Mann, der im Wohnzimmer gewartet hatte, gebeten, sich neben mich zu legen und mir den Rücken zu streicheln. Während der Nacht wurden die Wellen immer intensiver, waren aber mit Hilfe der tiefen Bauchatmung gut zu bewältigen. Da die Abstände von Welle zu Welle nun schon über einen längeren Zeitraum bei unter 5 Minuten lagen, hatte ich gegen 5 Uhr morgens das Bedürfnis, ins Krankenhaus aufzubrechen und bat meine Mutter, sich langsam fertig zu machen, um auf unseren Sohn aufzupassen. Eine halbe Stunde später ist meine Mutter da gewesen und fragte mich, wie ich mich fühle und ob die Wellen schon intensiv waren. Meine Antwort war: „Wenn sie mir im Krankenhaus nicht sagen, dass ich bereits bei 6 cm bin, dann weiß ich auch nicht“.

Im Auto wechselte ich dann zu meinen Bluetooth-Kopfhörern. Die Fahrt ins Krankenhaus dauerte ca. 20 Minuten. Die 3 bis 4 Wellen, die ich im Sitzen veratmen musste, waren sehr intensiv und auch schmerzhaft, da es mir im Sitzen nicht gelang, tief in den Bauch einzuatmen. Da mich Kristins Stimme in den Ohren zwar entspannte, ich jedoch bis jetzt nicht in die Tiefenentspannung gefunden hatte und mein Mann nicht sofort mit in den Kreißsaal durfte, nahm ich einen Ohrstöpsel raus, um die Fragen der Hebamme beantworten zu können. Nach dem Corona-Test, der zum Glück im Rachen gemacht wurde, wurde ich vaginal untersucht. Das Ergebnis war alles andere als erhofft. Mein Muttermund war erst einen Zentimeter geöffnet. Nachdem mir die Hebamme einen Zugang gelegt hatte, wurde das erste CTG geschrieben. Da die kleine Maus jedoch die kompletten 30 Minuten geschlafen hat, musste ich nach dem anschließenden Ultraschall erneut ein CTG schreiben lassen. Da es mir leider nur in Rückenlage gelang, tief genug in den Bauch einzuatmen, waren die Wellen während des CTG in Seitenlage kaum mehr aushaltbar. Eigentlich sollte ich nach dem CTG nochmal auf die Station gehen, doch die Hebamme bemerkte, dass die Wellen nun doch stärker waren und fragte mich, ob sie mich noch einmal untersuchen sollte. Ich bejahte die Frage und nach 1,5 Stunden war mein Muttermund bereits bei vier Zentimetern. Wir beschlossen, dass ich nun doch im Kreißsaal bleibe und auch mein Mann durfte nun dazu kommen.

Ich war überglücklich, als mein Mann den Kreißsaal betrat und die Hebamme fragte mich, ob ich mich ein bisschen in die Wanne legen möchte. Ich nahm das Angebot gerne an. Als ich mich in die Wanne legte, benutzte ich wieder beide Ohrstöpsel und mein Mann machte das Licht im Badezimmer aus. Leider war es mir auch jetzt nicht möglich, in die Tiefenentspannung zu finden und nach maximal 30 Minuten in der Wanne kam der Moment, in dem die Wellen im Liegen nicht mehr auszuhalten waren und mein Körper nur noch stehen wollte. Mein Mann trocknete mich ab und ich veratmete die nächsten Wellen im Stehen am Waschbecken. Ab diesem Zeitpunkt waren die Wellen so stark, dass es mir nun gar nicht mehr möglich war, in den Bauch einzuatmen. Ab diesem Zeitpunkt hat es mir sehr geholfen, beim Ausatmen auf „A“ zu tönen und mir vorzustellen ganz weit und weich zu werden.

Nach ca. 5 Minuten vor dem Waschbecken, wechselte ich wieder in den Hauptraum und nahm meine Ohrstöpsel aus den Ohren. Ich wollte die Hypnose auf einmal nicht mehr hören. Nach weiteren 5 Minuten, die ich ebenfalls stehend verbrachte, verspürte ich bereits einen leichten Pressdrang. Da mein Mann und ich zu diesem Zeitpunkt alleine waren, bat ich ihn, die Hebamme zu holen. Nachdem ich sie fragte, ob es sein kann, dass ich schon pressen darf, sagte sie, dass es gut möglich sein kann. Das irritierte mich sehr, da ich vor einer knappen Stunde erst bei vier Zentimetern war. Ich musste mich wieder auf das Kreißbett legen und wurde untersucht. Das Ergebnis war ein voll geöffneter Muttermund und ich war überwältigt und glücklich, dass unsere Tochter bald bei uns sein wird.

Da meine Fruchtblase noch intakt war und laut der Hebamme der Weg durch den Geburtskanal mit intakter Fruchtblase schwieriger ist, fragte sie mich, ob sie diese öffnen dürfe. Nachdem ich sie fragte, ob irgendetwas dagegen sprechen würde und dieses verneint wurde, gab ich mein ok. Wir warteten auf die nächste Welle. Unmittelbar nachdem die Fruchtblase geöffnet wurde, verspürte ich einen unbeschreiblichen Druck nach unten. Mein Körper sagte mir sofort wieder, dass ich aufstehen soll. Die Hebamme meinte, ich solle mich im Kreißbett hinknien, aber ich wollte unbedingt auf den Boden. Der Boden wurde mit Matten ausgepolstert und mir wurde ein Tuch an die Decke gehängt, in das ich mich hineinhängte. Aber auch damit fühlte ich mich nicht wohl und ich bat meinen Mann sich vor mich hinzuknien. Ich hielt mich ebenfalls kniend an seinen Schultern fest und konnte nun endlich loslassen. Nach zwei weiteren Wellen, in denen ich aktiv mitpresste, erblickte meine Tochter nach nur drei Stunden im Krankenhaus das Licht der Welt. Die Austrittsphase hat nur knapp 10 Minuten gedauert. Nachdem mir meine Tochter von hinten durch die Beine gereicht wurde, nahm ich sie in meine Arme und wir hatten eine ganze Stunde Zeit, um uns aneinander zu kuscheln, bevor sie gemessen und gewogen wurde.

Fazit:

Auch wenn ich zu keinem Zeitpunkt richtig in die Tiefenentspannung gefunden habe, kann ich sagen, dass die Geburt meiner Tochter wunderschön und zu jedem Zeitpunkt selbstbestimmt war. Das habe ich unter anderem der tollen Vorbereitung durch Kristin und der unglaublich tollen Unterstützung meiner Hebamme zu verdanken, die immer zurückhaltend war und in den richtigen Momenten da war und unterstützt hat.