Geburtsort:

Hausgeburt

Es ist nun knapp zwei Monate her, dass ich mit deiner Methode am 20. Juli unseren kleinen Anton bei uns zu Hause in ganz entspannter und selbstbestimmter Atmosphäre auf die Welt gebracht habe. Die Geburt war eine tolle Erfahrung, daher möchte ich auch einen Geburtsbericht zu deiner Sammlung beisteuern.  

Die Geburt hatte auch tatsächlich das allerbeste Timing! Am Vortag der Geburt, dem ET, bin ich morgens fast schon enttäuscht aufgewacht, dass wieder alle Anzeichen für einen baldigen Geburtsbeginn verschwunden waren. (Ich bin nicht die geduldigste was Warten angeht, habe auch extra versucht, mich in den Wochen vor ET entsprechend der Louwen-Diät zu ernähren.)  

Ich ging zu meiner Gynäkologin und selbst dort wurde das ruhigste CTG der ganzen Schwangerschaft aufgezeichnet. Sonst war immer sehr viel Leben in meinem Bauch zu spüren, aber an diesem Tag schlief das Baby tief und fest. Daher sind wir spontan dann doch noch zur standesamtlichen Hochzeit meines Schwagers gefahren, die etwas über eine Stunde von zu Hause entfernt lag und haben dort einen schönen Tag verbracht. Als wir am späten Nachmittag nach Hause kamen, trafen wir unsere Nachbarn im Flur, die übers Wochenende verreisen wollten. Ich glaube, unser Baby wollte uns noch diesen schönen Tag und vor allem ein leeres Haus ohne Nachbarn für die anstehende Hausgeburt gönnen. Das hat es gut gemacht. 😊 

Denn in der Nacht gegen halb drei bin ich aufgewacht und musste ganz dringend auf Toilette. Ich hatte auch schon wieder Vorwehen, wie ich dachte, nur etwas stärker, aber die waren ja immer wieder weggegangen. Daher habe ich mir noch keine Hoffnungen gemacht und bin wieder schlafen gegangen. Nur, um eine Stunde später mit stärkeren Schmerzen und wieder deutlichem Toilettendrang aufzuwachen. Das war der Zeitpunkt, wo ich mir meine Kopfhörer geschnappt und mich gefreut habe. Mein Mann ist gleich mit wach geworden und hat angefangen, in der Wohnung alles aufzuräumen und herzurichten. Er war nicht zu bremsen. Die nächsten Stunden bis zum Morgen habe ich dann mit deiner Stimme auf dem Ohr zwischen den stärkeren und häufiger kommenden Wellen so gut entspannen können, dass ich immer wieder einschlafen konnte. Gegen sieben Uhr haben wir beschlossen, der Hebamme Bescheid zu geben, dass es heute so weit sein würde. Das erste Mal ist sie um neun Uhr vorbeigekommen. Mein Mann hat mir Frühstück ans Bett gebracht und ich habe kurz mit ihr gequatscht und sie darum gebeten, mich zu untersuchen, sobald ich wieder in Trance war. Ich wollte unbedingt wissen, ob sich überhaupt schon etwas getan hatte. Der Muttermund war bei drei bis vier cm und ich war zufrieden. Sie meinte, sie würde uns nochmal allein lassen, um in der Stadt etwas zu erledigen. Wir sollten uns aber melden, wenn ich sie wieder dabeihaben wollte. Also machte ich so weiter wie bisher. Die Wellen wurden mit der Zeit immer stärker, doch ich habe sie, obwohl ich sie als schmerzhaft empfunden habe, super gut mit deiner Methode im Griff gehabt. Die Momente, in denen ich aufs Klo gegangen bin und etwas aus der Trance herauskam, waren viel schmerzhafter.  

Um 14 Uhr kam meine Hebamme dann wieder, nachdem ich zu meinem Mann meinte, dass ich sie jetzt wirklich gerne vor Ort hätte. Ich war an dem Punkt, an dem ich keine Lust mehr hatte. Sie war ganz überrascht, dass ich bis dahin so gut allein zurechtgekommen bin und hatte schon viel eher mit meinem Anruf gerechnet. Sie schlug mir vor, die Position etwas zu verändern. Bis dahin habe ich die ganze Zeit mit den Kopfhörern auf den Ohren im Bett gelegen. Also kniete ich mich vor das Bett und stützte mich in den Wellen darauf ab, während mein Mann und die Hebamme mich immer wieder etwas massiert haben. Aber ich wollte so langsam unbedingt ins Wasser wechseln. Während sich mein Mann um den Pool gekümmert hat, ist in dieser Position ziemlich schnell die Fruchtblase geplatzt. Dabei habe ich mich total erschrocken. Ab dem Zeitpunkt wurde der Druck nach unten immer stärker und ich habe angefangen, während der Wellen eher auszuatmen als weiterhin auf die tiefe Bauchatmung zu achten. Mein Mann hat mich ganz wundervoll dabei unterstützt und mit geatmet. Ab 15 Uhr saß ich endlich im warmen Wasser im Pool. Eine absolute Wohltat! Ich habe weiterhin deiner Stimme gelauscht und konnte gut entspannen, wenn auch die tiefe Trance nicht mehr herzustellen war. Irgendwie habe ich festgestellt, dass der Text nicht mehr für mich passte. Ich hatte das Gefühl, dass ich schon ganz weit bin und hätte eher etwas zum Visualisieren des Loslassens gebraucht. Tatsächlich fühlten sich die Wellen inzwischen so an, als hätte ich die schlimmste Verstopfung, die sich einfach nicht löste.  

So verbrachte ich eine Stunde im Pool, bis ich anfing, laut zu tönen. Leise entspannt ging einfach nicht mehr. Die Kopfhörer habe ich dann auch irgendwann ausgezogen. Ich drückte immer stärker mit und merkte, dass der Kopf schon sehr tief war. Eine der beiden Hebammen (in der Zwischenzeit kam noch eine Kollegin dazu – die beiden arbeiten immer zusammen) schlug mir vor, ich könne ja nochmal zur Toilette gehen. Das kam für mich auf gar keinen Fall in Frage. Ich wollte nun endlich mein Baby entgegennehmen und das Wasser vorher nicht mehr verlassen. In der nächsten Welle konnten die Hebammen auch schon das Köpfchen sehen. Ich spürte, wie es wieder zurück glitt und drückte dann bei der folgenden Welle mit aller Kraft mit und in einem Schwung war mein Baby da.  

Ein so überwältigendes Gefühl, endlich sein kleines Baby in den Armen zu halten! Am Ende brauchte es einfach viel Kraft und Energie und, auch wenn ich mich in den letzten Minuten der Geburt total laut empfunden und die tiefe Entspannung von den Stunden zuvor vermisst habe, hatten die beiden Hebammen und mein Mann das Gefühl, dass ich bis zum Schluss in Trance war und den Kleinen fast rausgeatmet habe. Ich hatte sicherlich keine schmerzfreie Geburt, aber das war auch nicht mein Anspruch. Auch habe ich während der letzten Stunde der Geburt kurz gedacht, dass ich das nicht nochmal machen möchte. Aber sobald der Kleine da war, hatte ich das schon wieder verworfen und zu meinem Mann und den Hebammen gesagt, dass wir das nochmal machen :-D.  

Die Geburt war einfach wunderschön und man kann so verdammt stolz auf sich sein! Vielen Dank, liebe Kristin, für deine tolle Methode und deinen Online-Kurs. Es hat mir super viel Spaß gemacht, mich mit dem Thema zu beschäftigen und auch schon in der Schwangerschaft hat mir das Üben viel Entspannung gebracht. Ich bin überzeugt, dass mir diese gute Vorbereitung auch für das Wochenbett jetzt ganz viel gebracht hat und selbst mein Mann, der vorher eher skeptisch war, schwärmt jetzt total davon. Ich fand es auch super, dass man dich persönlich kontaktieren kann, wenn man mal ein Problem hat. Das Telefonat mit dir hat mir damals wieder viel Ruhe gebracht. Vielen Dank! 

(…) Nochmals vielen lieben Dank für deine tolle Arbeit. Ich freue mich schon auf meine nächste Schwangerschaft und Geburt! 

Liebe Grüße 

Franziska