Geburtsort:

Klinik

Ich fand es mit der Meditation schon mal super schön, direkt eine Verbindung zu meinem Baby zu haben und den Fokus bei der Geburt darauf zu legen, dass ich mein Baby auf seinem Weg unterstütze. 
Ich hatte bereits Wochen vor der Geburt Wellen. An diesem Morgen merkte ich aber – heute gehts wahrscheinlich los – die Wellen kommen regelmäßiger. Mein Mann blieb völlig entspannt. Schließlich dauerte es beim ersten Mal mehr als 16 Stunden. Er überlegte, vielleicht noch den halben Tag zu arbeiten. Er brachte unseren Großen in die Kita, und ich blieb im Bett und setzte mir die Kopfhörer auf. 
Als er wieder kam, waren die Wellen schon intensiver, sodass ich ihn bat, heute nicht noch loszufahren.
In der Wellenpause frühstückten wir noch im Bett. Plötzlich wurden die Wellen aber so stark, dass ich das Gefühl hatte, keinen Zentimeter laufen zu können, und er hat die Abstände der Wellen gemessen. Die kamen schon alle 2-3 Minuten. Ich konnte die Wellen nur noch auf allen Vieren veratmen und die Fruchtblase platzte. Mein Mann rief den Notarzt. Ich hatte plötzlich auch den Drang, laut zu sein – wahrscheinlich war das meine Übergangsphase. In Hamburg kommt beim Notruf der Rettungsdienst von der Feuerwehr. Da ich unter der Hypnose kaum etwas um mich herum mitbekam, erzählte mein Mann im Nachhinein, dass sechs Feuerwehrmänner und -frau und der Notarzt in unserem Schlafzimmer standen. Mein Mann instruierte die Rettungskräfte, nicht mit mir zu sprechen. Der Notarzt sagte zu meinem Mann, dass er nicht sicher sei, ob das Kind hier zur Welt kommt oder ob wir es noch wagen sollten, ins Krankenhaus zu fahren. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt schon komplett offen. Das faszinierende für mich ist heute, dass ich zu keiner Sekunde beunruhigt war. Ich wusste, mein Mann regelt das schon, ich bin dafür jetzt nicht verantwortlich. Ich bleibe bei meinem Baby und atme. Es tauchten bei mir keine Gedanken auf „was wäre wenn“. Da das Krankenhaus nur knapp 10 Minuten entfernt von uns ist, wurde beschlossen: wir versuchen noch, dorthin zu kommen.

Nun begann für mich der leidvolle Teil – der Transport zum Krankenhaus. Es gelang mir einfach nicht, in der Hypnose zu bleiben. Ich musste meine VierfüßlerPosition wechseln und wurde auf dem Rücken in ein Tuch gehievt. Auf dem Rücken liegend und das Gewackel waren für mich eine Qual, und die Kopfhörer verrutschten immer wieder und störten mich. Vor unserer Haustür sind die ersten Straßen aus Kopfsteinpflaster, sodass es mir auch während der Fahrt schwerfiel zu entspannen und während einer Welle hatte ich nun Schmerzen. Dennoch war es in der Situation schön, dass die Feuerwehrfrau meine Hand hielt und mir sagte, wie toll ich das mache. Es herrschte irgendwie einfach eine positive Stimmung und Vorfreude, während die Sirene heulte. Auch jetzt geriet ich nicht in Panik. Bald würde das Baby auf die Welt kommen! Und wir schafften es ins Krankenhaus.
Nach einem sehr kurzen Abstecher zum Aufnahmezimmer schickten sie uns sofort in einen kleinen abgedunkelten Kreißsaal (welch ein Glück:))!
Mein Mann machte deine Hypnose laut an. Das hatte meine Hebamme mir im Vorhinein empfohlen. Sie meinte, dass es auch schön und beruhigend auf die Hebammen wirken kann. Ich konnte wieder richtig tiefenentspannen, merkte aber auch, dass die Intensität der Wellen deutlich abnahm.
Und die liebe Hebamme im Kreißsaal übernahm sofort deine „Sprache“. Sie sagte: „Du musst mir nur einmal ganz kurz zuhören. Wir brauchen jetzt jede Welle zum Schieben. Du schaffst das!“ Ich vertraute ihr völlig. Die Herztöne wurden von ihr nur punktuell mal kurz abgehört, und sie half mir beim Positionswechsel. 
Und plötzlich konnte ich den Kopf meines Babys ertasten. Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Gefühl beschreiben kann: durch meinen Körper strömte eine Energie, ich bündelte meine Kraft und ganz ohne Schmerzen konnte ich mein Baby rausschieben. 
Ein unglaublicher Augenblick, wie er sich rausdrehte und DA WAR ER. Ich empfand unendliche Dankbarkeit und dachte, wie das war’s jetzt? So richtig glauben konnte ich es nicht. Ich bedankte mich unter Tränen bei der Hebamme und sagte zu ihr wieder und wieder: „Das war eine schöne Geburt, das war eine schöne Geburt!“
Es war diesmal einfach kein Gefühl der Erleichterung, sondern die ganze Austreibungsphase empfinde ich auch rückblickend als eine der schönsten und intensivsten Erfahrungen überhaupt. Etwas ganz Einzigartiges und Großes! Jede Frau, die gebärt, verdient dieses außergewöhnliche bedeutende Gefühl.
Die Hebamme erklärte mir später, dass der Kleine die Nabelschnur um den Hals hatte und sie mich daher bat, ordentlich mit zu schieben, da es am Anfang nur Millimeter für Millimeter voran ging.
Und so waren wir nicht einmal eine halbe Stunde im Kreißsaal, bis der Süße da war. Die Geburt an sich dauerte vielleicht nicht mal vier Stunden.
Die Hebamme fand deine Stimme übrigens sehr toll:) 

Wir hatten Glück und eine Stillberaterin in der Ausbildung war sofort zur Stelle und gab uns Tipps fürs intuitive Stillen und wir ließen den kleinen zur Brust robben. Und siehe da: Mein Kleiner konnte das, was ich erst nach 7 Wochen mit dem Großen geschafft hatte… Wow so einfach kann das sein? Nach nur einem Tag war der Milcheinschuss da!

Womit ich aber nicht gerechnet hätte, waren die starken schmerzhaften Nachwehen – auch noch zwei Wochen nach der Geburt. Vielleicht machst du dazu nochmal eine Hypnose? So als Anregung:)

Also nochmal herzlichen Dank, dass du dein Wissen teilst und mir somit eine wunderschöne Geburt und Lebenserfahrung beschert hast.
Ich liebe es, wenn mich jemand fragt, wie die Geburt war und ich sagen darf: „Es war ein schöne Geburt.“ Oft schaue ich dann in ungläubige Gesichter. Ich hoffe, dass irgendwann ein Umdenken stattfindet und Geburten per se nicht mehr länger als schrecklich wahrgenommen werden. Ich finde es auch schlimm, dass selbst Frauen manchmal untereinander konkurrieren, wer die schlimmste Geburt hatte… Es geht anders! Und ich werde jeder Mama und Schwangeren auf meinem Weg von deiner Methode berichten!

Ich schicke dir einen imaginären wunderschönen Blumenstrauß voller Dank.
Liebe Grüße aus Hamburg!
Antje (mit M.)