Geburtsort:

Klinik

Liebe Kristin, liebes Team von Die friedliche Geburt,

vor einem Monat ist unser Sohn geboren und wir lieben dieses kleine Wesen schon so sehr!

Ich habe mich mit eurer Methode auf die Geburt vorbereitet und muss sagen, dass ich vorher sehr unsicher war, ob ich 349 Euro für den Online-Kurs und die Hypnosen ausgeben will, weil mir das schon sehr viel vorkam. Ich habe jedoch mit meiner Krankenkasse gesprochen, die mir 99 Euro für mich und außerdem 200 Euro für die Teilnahme meines Mannes am Kurs (aus dem Bonus-Gesundheitsbudget der Krankenkasse) erstattet hat, die ich mit eurer Teilnahmebestätigung nachgewiesen habe. Es lohnt sich also, bei der Krankenkasse nachzufragen, ob Kosten für diesen Geburtsvorbereitungskurs übernommen werden.

Danke für eure Mühe und diesen tollen Kurs. Ich bin nach der Geburt nun sehr überzeugt von dieser Methode!

Ich habe ca. 6 Wochen vor der Geburt mit dem Kurs begonnen und mal mehr, mal weniger geübt. Teilweise drei Mal am Tag, manchmal aber auch 2 oder 3 Tage hintereinander gar nicht. Ich war daher nicht sicher, ob ich unter der Geburt in der Lage sein würde, in den tiefenentspannten Zustand zu finden.
Am Abend kamen bei einem Spaziergang dann die ersten Wellen, die recht schwach waren. Wie im Kurs empfohlen, habe ich mich aber sofort darauf konzentriert, die Kopfhörer geholt und die Hypnose während der Geburt eingeschaltet. Bei wenig Licht habe ich dann auf dem Sofa gelegen und tief in den Bauch geatmet.
Nach ca. 4 Stunden habe ich mit meinem Mann entschieden, ins Krankenhaus zu fahren. Im Krankenhaus musste ich zunächst durch eine Corona-Schleuse, in der ich die Kopfhörer abgenommen und mit dem Personal, das mich auch in den Kreißsaal brachte, normal kommunizierte. Nach dem Aufnahme-CTG und einer vaginalen Untersuchung, durfte mein Mann dann ebenfalls in den Kreißsaal kommen.
Mit einigen Unterbrechungen hatte ich die meiste Zeit die Hypnose auf den Ohren. Die Hebamme ließ mich weitestgehend in der gewünschten Ruhe, auch wenn es für sie ungewohnt war. Schließlich fühlte ich einen Drang, pressen zu müssen. Ab dem Zeitpunkt legte ich die Kopfhörer ab und arbeitete mit der Hebamme zusammen.
Leider wollte der Kopf des Babys nicht rauskommen, sodass nach über einer Stunde intensiven Pressens (mit 4 Hebammen, einer Hebammenschülerin und einer Ärztin um mich herum und auf mir – es war Schichtwechsel) schließlich ein Dammschnitt gemacht werden musste. Jedoch hatte keiner mir oder meinem Mann vorher gesagt, dass ein Dammschnitt nötig war. Ohne Ankündigung hatte eine Hebamme meinen Damm eingeschnitten. Ich erfuhr erst davon, als ich das Baby im Arm hatte und Beinstützen ans Kreißsaalbett angebracht wurden, damit der Schnitt genäht werden konnte. Das brachte mich vollkommen aus der Bahn. Das Gefühl, mein Baby das erste Mal im Arm zu haben, wurde getrübt vom notwendigen Nähen der Wunden.

Für mich war die Geburt wirklich gut. Sobald ich wusste, dass die Wehen losgehen, habe ich mich zurückgezogen und die Hypnose angeschaltet, um mich voll darauf zu konzentrieren. Mir gelang es sehr gut, in den Bauch zu atmen und die Wellen so zu verarbeiten. Die Wellen wurden immer stärker und ich musste mich mehr anstrengen, bis ich schließlich den Pressdrang spürte. Ich kann nicht sagen, dass ich unter den Wellen einen Schmerz verspürt habe. Eher war es ein sehr intensives Dehnen, ein extremer Druck, ein Ziehen – so wie es im Kurs beschrieben wurde. Aber nicht, dass ich es als Schmerz verorten würde. Ich bin froh, dass ich mich mit der Methode vorbereitet habe, da ich so die ganze Zeit eine Anleitung hatte, was zu tun war. Auch wenn ich irgendwann gar nicht mehr richtig zugehört habe – bis ich schließlich wusste, dass ich die Kopfhörer nicht mehr brauchte.
Die Geburt war damit so, wie ich sie mir vorgestellt hatte – mit der Ausnahme des Dammschnitts. Der Schnitt an sich ist gar nicht das schlimme – er war offensichtlich notwendig, um das Baby aus mir heraus zu bekommen. Aber die Tatsache, dass ich darüber nicht im Vorfeld informiert wurde, gibt mir zu knabbern.
Ich hatte die gesamte Geburt lang die Kontrolle. Wie ich die Wehen bearbeite, wie ich mich bewege und welche Töne ich von mir gebe. Alles lag in meiner Hand. Bis auf die Entscheidung, dass der Schnitt gemacht wird. Ich hätte mit großer Sicherheit „ja“ zu dieser Intervention gesagt, aber so hatte ich nicht mal die Möglichkeit, mich dafür zu entscheiden. Oder mein Mann. Wir wurden beide damit überrumpelt. Ich habe die Kontrolle verloren, die mir so wichtig war. Die mir Kraft gegeben hat. Ich war unter der Geburt so, so stark, aber dieser unabgesprochene Eingriff hat mich schwach werden lassen. Und hinterlässt einen weniger schönen ersten Augenblick mit meinem Baby.
Ich werde wohl noch einige Zeit zur Verarbeitung brauchen und mir wahrscheinlich auch professionelle Hilfe holen. Ich habe bereits einen Brief an das Krankenhaus geschrieben. Bisher habe ich jedoch noch keine Rückmeldung erhalten.

Danke für den Kurs, die Hypnosen und den Podcast. Das hat mir so sehr geholfen!
Bitte macht weiter so!

Liebe Grüße
Charlotte