Geburtsort:

Klinik

Los ging es um ca. 20h vor dem Fernseher mit einem Blasensprung […] Gegen 3h morgens begann die Hebamme bereits, alles für die Erstuntersuchung unseres Sohnes vorzubereiten. Allerdings lag er in der Sternengucker-Position, was schließlich dazu führte, dass ich eine sehr lange Austreibungsphase hatte, die den bereits vollständig geöffneten Muttermund anschwellen ließ. Zu diesem Zeitpunkt beendete ich die Dauerschleife „Trance während der Geburt“, da die gehörten Worte nicht mehr mit meinem Körperrhythmus zusammenpassten und ich blieb ohne Kopfhörer im meditativen Zustand.

Während der ganzen Geburt empfand ich die Wellen – bis auf einmal, als mein Mann kurz das Zimmer verließ, um auf die Toilette zu gehen – nicht als schmerzhaft, sondern tatsächlich als „starkes Körpergefühl“. Diesem starken Körpergefühl musste ich durch lautes Tönen Ausdruck verleihen. Die Geburt verlief also keinesfalls leise. Im Nachhinein erzählte mir mein Mann, dass man trotzdem genau gesehen hat, dass es mir gut ging, da mein Körper ganz entspannt und mein Puls in den Wehenpausen gleichmäßig und niedrig war. Dennoch stellten mich die Hebamme und Ärztin gegen 6h morgens vor die Alternative PDA oder Kaiserschnitt. Eine weiterhin natürliche Entbindung erschien damit medizinisch ausgeschlossen. Da ich jedoch keine Schmerzen empfand, betrachtete ich eine PDA als sinnlos und sogar kontraproduktiv, weshalb ich mich für einen Kaiserschnitt entschied. Diese Wahl stellte für mich kein Problem dar, weil ich mithilfe der Meditation „Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt“ bereits zuvor gelernt hatte, dass auch so eine Geburt schön werden kann. Man gab mir also Wehenhemmer, klärte mich über die Risiken eines Kaiserschnitts auf und verlagerte mich in ein anderes Bett. Mit dem Bettenwechsel muss sich der Kleine allerdings gedreht haben, so dass er schließlich wieder in einer optimalen Lage für eine natürliche Geburt lag. Wir probierten es also nochmals und ich presste, nunmehr (aufgrund des Wehenhemmers) ohne mich unterstützende Wellen und ohne lautes Tönen, unseren Sohn auf die Welt.

[…]

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich durch die intensive mentale Vorbereitung zwar keine sanfte, aber dennoch
eine schöne und gute Geburt erleben durfte.