Geburtsort:

Klinik

Liebe Kristin,

gestern vor zwei Wochen kam mein zweites Kind auf die Welt. Ich habe Deinen Online-Kurs gemacht und mich mit Deiner Hilfe sehr intensiv auf die Geburt vorbereitet.

Meine Tochter kam vor 1 1/2 Jahren in Beckenendlage spontan auf die Welt und obwohl auch die Geburt keine explizit negativen Empfindungen hinterlassen hat ( eher Stolz, denn ich hatte den Eindruck einen Überlebenskampf mit meiner Tochter gemeinsam bestritten und gewonnen zu haben), so hätte sie mit Deiner Methode vielleicht doch ein wenig einfacher ablaufen können.
Die Geburt meines Sohnes letzte Woche war nämlich tatsächlich eine irre irre tolle Erfahrung.

Gegen 5 Uhr morgens bin ich mit sehr starken Kontraktionen aufgewacht und habe mich ins Wohnzimmer verzogen. Meine Tochter lag bereits unruhig und mein Mann schnarchend neben mir, ich brauchte aber einen Raum für mich.
Die folgenden vier Stunden habe ich die Wellen, die zunächst nur meine Knöchel umspielten, jedoch sukzessiv stiegen, sehr gut und ruhig zu Hause verarbeiten können. Gegen 9 Uhr dann, stand mir das Wasser bildlich gesprochen bereits auf Hüfthohe, und ich hatte das Bedürfnis ins Krankenhaus zu fahren. Als mein Mann und ich ankamen, wurden wir direkt in einen Kreißsaal geführt. Mein Muttermund war bereits 4 cm geöffnet und ich spürte, dass jede Kontraktion mich meinem Sohn ein Stückchen näher bringt.
Im Kreißsaal angekommen, habe ich mir deine 4-stündige Geburtsbegleitung auf meine Kopfhörer gelegt und eine Schlafmaske aufgesetzt. Und das, liebe Kristin, war der beste Tipp, den Du uns geben konntest. Die Hebammen haben mich komplett in Ruhe gelassen. Sie haben meinen Mann als Ansprechpartner gewählt, und ich konnte ganz für mich sein. Ich hatte allerdings keine Noise cancelling Kopfhörer, was für mich perfekt war, denn ich habe dennoch alles mitbekommen, was im Raum passiert ist und konnte mich ganz bewusst entscheiden, ob und wie ich reagierte oder eben nicht. Als die Hebamme mir über meinem Mann zum Beispiel Schmerzmittel anbot, habe ich einfach nicht reagiert und mein Mann konnte klarstellen, dass ich mich melden würde, sollte ich welche benötigen.
Ich habe mich allerdings zu keiner Zeit in einem hypnotischen Zustand befunden, dies ist mir auch in der Vorbereitung nie geglückt (ich bin immer eingeschlafen). Was um so bemerkenswerter war, ist die Tatsache, dass man durch Deine Anleitung, tief in den Bauch zu atmen, seinem Urinstinkt, dem Schmerz auszuweichen, widersteht. Im Gegenteil, man geht ganz bewusst auf den Schmerz zu, wodurch dieser so gut zu akzeptieren bzw. anzunehmen ist.

Zu dem Zeitpunkt, an dem die Kontraktionen so stark waren, dass ich dachte, es nicht sehr lange mehr auszuhalten, bat ich schließlich um Schmerzmittel. Ich dachte, ich müsste meine Kräfte noch lange einteilen. Denn meine einzige Erfahrung war schliesslich die BEL-Geburt meiner Tochter und dies war damals der Punkt, an dem der eigentliche Kraftakt erst begann. Ich hatte da noch etliche Wehen über viele Stunden zu verarbeiten und musste meilenweit über meine Kräftekapazität hinausgehen.

Bei diesem Mal wurde mir der Zugang für die Medikation nun also noch gelegt (sie brauchten 4 Anläufe, bis die Nadel richtig saß, aber auch das hat mich, dank deiner Stimme im Ohr, kein bisschen gestört). Und hier begann für mich das kleine Wunder. Jede bereits durchlebte Kontraktion, die ich dank deiner Anleitung tief in den Bauch geatmet habe, hatte offenbar so eine große Wirkung, dass es ab hier nur noch 2 Wellen für das Köpfchen und eine weitere für den Körper brauchte. Ich war völlig perplex darüber, wie schnell und “einfach” es dieses Mal ging und fühlte mich irre stark. Zeit für Schmerzmittel ist nicht geblieben, ich habe sie auch gar nicht mehr gebraucht, der kleine Kerl war schließlich da. Ich war so fit und glücklich, dass ich direkt hätte aufstehen und los maschieren können. Ein Gefühl, das im völligen Gegensatz zu dem stand, was ich bei meiner Tochter hatte, denn hier habe ich nichts als Leere gespürt in den ersten Minuten nach der Geburt. Ich hatte die Kraft so tief aus mir heraus geschöpft, dass nicht mal Raum für Freude war, sondern nur völlige Erschöpfung sich breit gemacht hatte. Dank Deiner Vorbereitung habe ich es diesmal ganz anders erlebt.

Seither geht es uns allen wunderbar. Wir haben eine schöne und gemütliche Zeit zu Hause und genießen sehr unser neues Familienmitglied.

Also hier noch mal ganz offiziell einen großen Dank für Deine tolle Arbeit. Ich habe viele Freundinnen, die mit der Familienplanung gerade erst beginnen, und ich werde Dich aus ganzem Herzen weiterempfehlen.

Viele Grüße aus Leipzig

Fee