Geburtsort:

Geburtshaus

Ich liebte jeden Tag meiner Schwangerschaft und hätte mein Baby am liebsten ewig so nah bei mir behalten. 🤰🏻Bei den Meditationen begann ich also irgendwann mich ganz bewusst von diesem schönen Lebensabschnitt zu verabschieden. Loslassen eben.

Um Mitternacht (ET-2) stellte ich ein Fotoalbum über die Schwangerschaft fertig und dachte: „So, jetzt kannst du kommen!“. Gesagt, getan! Denn um 2 Uhr wurde ich von einem Ziehen im Bauch wach. Intuitiv machte ich es mir kniend vor dem Sofa bequem – die Position, die ich fortan immer wieder völlig automatisch bei jeder Welle einnahm! Ich atmete tief in den Bauch und empfand die Wellen als einen Schleier, der sich freundlich und bestimmt über mich legte und mich zwang bei mir zu bleiben. Gegen 3 Uhr schaltete ich die Geburtshypnose ein.

Als sich um 4 Uhr der Schleimpfropf in der Badewanne löste, gab ich meinem nervösen Freund dann endlich das Okay unsere Hebamme zu kontaktieren. Das diente aber eher zu seiner Beruhigung 😉

Um 5 Uhr war mir danach, mich auf den Weg ins Geburtshaus zu machen. Welle – anziehen – Welle – in die Schuhe schlüpfen – Welle – los zum Auto – Welle vor einer Parkbank kniend – weiter zum Auto – Welle vor einem Auto kniend – Autofahrt mit Geburtshypnose auf dem Handy und vor lauter Entspannung gar nicht mitbekommen, dass sich mein Freund noch verfahren hat 😂🙈

Im Geburtshaus angekommen begann die für mich herausforderndste Phase der ganzen Geburt, die allerdings nur etwa eine Stunde dauerte. Das Ziehen im Bauch wurde durch Druck im Rücken/ Nieren abgelöst, ich vergaß eigentlich durchgängig die Visualisierung, mir war schlecht, die Bauchatmung überforderte mich, meine Arme wurden schlapp vom Aufstützen während der Wellen, ich wusste nicht so recht wohin mit mir und ich war extrem geruchsempfindlich – meinen zuvor heiß geliebten Duft Anker konnte ich auf einmal überhaupt nicht mehr riechen, genau so auch nicht mehr meinen Freund…🙊weshalb der akustische/haptische Anker auch hinfällig war (sein Atem roch meilenweit nach Müsliriegel und Banane 😂). Ich fand es mental so anstrengend, weshalb ich meine Hebamme bat den Muttermund zu tasten um zu wissen wo ich stehe: 7 cm.

Um 7 Uhr stieg ich in die Wanne und sagte mir, dass ich dann eben ohne Anker, Atmung und Visualisierung gebären werde. Die Entspannung, das Vertrauen in mich und mein Kind und die Lust auf dieses Ereignis reichten völlig aus. Um 07.30 Uhr platzte die Fruchtblase und ab da schob ich immer wieder bei den Wellen mit – ganz intuitiv, ganz ruhig, ganz friedlich. Der Druck im Rücken war weg und verlagerte sich nach unten. Ich tastete einmal selbst nach dem Köpfchen und da war es nur noch eine Fingerkuppe weit entfernt. Während die Geburtshypnose sanft im Hintergrund dudelte, schlief ich in den Wellenpausen mehrmals kurz ein. Bei manchen Wellen hatte ich keinen Pressdrang und veratmete sie einfach. Alles lief völlig automatisch, die Hebamme hielt sich komplett zurück. Ich war einerseits in Trance und anderseits total klar.

Um 09.57 Uhr wurde der Kopf geboren und ich öffnete zum ersten Mal nach Stunden die Augen und schaute mir mein bläulich zerknautschtes Baby zwischen meinen Beinen an. Ich spürte wie sich mein Sohn langsam Stück für Stück drehte und musste lachen, weil es einfach so abgefahren war 🤩🤷🏻‍♀️ Die Hebamme sagte noch „Und weißt du was ICH gerade abgefahren finde?! Dass du da JETZT drüber lachen kannst!“. Mit der nächsten Welle um 10 Uhr kam mein Sohn im Wasser zur Welt – zur großen Überraschung der anderen diensthabenden Hebammen im Geburtshaus! Es sei so leise gewesen.

In einer der letzten Wehenpausen sagte ich übrigens, dass ich gar nicht beantworten könnte, ob es weh tue. Und das kann ich bis heute nicht. Die ganze Geburt war einfach so voller Energie und wunderschön, dass ich hoffe noch einmal ein Kind gebären zu dürfen- natürlich wieder mit Kristins Hilfe!! ❤️

Ich wünsche euch allen eine magische Geburt! Mutter Natur hat uns Superkräfte gegeben 💪🏼😀✨

H.