Geburtsort:

Klinik

Gerne möchte ich mit anderen Frauen meine Erfahrungen mit der Methode von Kristin Graf teilen. Dank der Vorbereitung und trotz der besonderen Umstände in Coronaviruszeiten durfte ich eine wunderbare Geburtserfahrung machen.  

Schon seit der 37. SSW konnte ich sehr genau fühlen, wie mein Körper sich auf die Geburt vorbereitete. Die Senk- und Übungswellen waren zum Teil schon ziemlich stark, und ich merkte schon zu diesem Zeitpunkt die wohltuende Wirkung der tiefen Bauchatmung.  

Pünktlich zum ET am 7.5. platzte dann um 22 Uhr meine Fruchtblase. Ich rief im Krankenhaus an und man riet mir, bitte sofort loszufahren. Noch im Auto merkte ich dann, dass Geburtswellen begannen und ich startete mit der Bauchatmung.  

Die Ankunft im Krankenhaus ließ mich dann ein bisschen aus dem Konzept kommen. Mir wurde gesagt, mein Mann müsste in der Eingangshalle warten, sodass auf einmal ich jede Kommunikation übernehmen musste. Da das Fruchtwasser sehr grün war und es ein Infektionsrisiko gab, wurde mir gleich ein Routinezugang gelegt, das CTG konnte man nicht stumm stellen und es wurde auch noch ein Ultraschall gemacht.  

Als ich dann im Wehenzimmer mit einer anderen Schwangeren war, die sehr litt und mir gesagt wurde, mein Mann solle nach Hause fahren, da mein Muttermund erst 1 cm geöffnet sei, war ich also erst einmal gestresst und habe auch Schmerzen empfunden. Die Hebamme war aber sehr angenehm in ihrer Kommunikation und als ich ihr sagte, dass ich jetzt in Hypnose gehen wollte, versicherte sie mir, mich nicht groß weiter anzusprechen. Sobald ich meine Kopfhörer auf hatte, konnte ich die Säulen gut anwenden. Da mein Kraftort auf einer Nordseeinsel war, half es mir insbesondere, die Wellen auch als solche zu visualisieren. Ich fühlte, wie sie schnell höher wurden und spürte die starke Dehnung, aber keinen Schmerz.  

Irgendwann merkte ich, dass ich auf die Toilette musste und, dort angekommen, tat mir die sitzende Position sehr gut. Ich blieb eine ganze Weile da und als die Hebamme irgendwann fragte, ob alles ok sei, bat ich, in die Wanne zu gehen. Sie stimmte zu, wollte mich aber gerne noch einmal untersuchen. Ich erinnere mich sehr gut an ihren erstaunten Gesichtsausdruck, denn es stellte sich heraus, dass mein Muttermund sehr weich und schon 8 cm geöffnet war. Schnell riefen wir meinen Mann an und sie organisierte in Hektik einen Kreißsaal.  In die Wanne konnte ich nicht mehr, da die Geburtswanne schon belegt war. Das machte aber auch nichts, denn die Presswehen waren schon so stark, dass ich kaum Zeit hatte, meine Position irgendwie zu verändern. Mein Mann kam zum Glück sehr schnell und war dann die letzten 20 min der Geburt da. Die Hebamme hat mir in den Presswehen gut durch ihre Anleitung geholfen, denn in dieser letzten Phase war ich nicht mehr in Hypnose und hatte das starke Bedürfnis, laut zu tönen. Um 1.49 Uhr war unsere Kleine dann auch schon da. Es fühlte sich ganz unwirklich an, dass alles so schnell ging und ich bin zutiefst dankbar für diese wunderbare Geburt.  

Leider gab es bei der Nachgeburt Komplikationen, da die Plazenta nicht intakt kam und ich sehr viel Blut verlor (2 Liter). Aus diesem Grund bin ich sehr dankbar, in einem Krankenhaus gewesen zu sein. Meinen Glücksgefühlen tat dies keinen Abbruch. Ich war einfach nur erfüllt von Glückseligkeit, unsere Kleine auf der Brust liegen zu haben. Die Hebamme, die die nächste Schicht übernahm, sagte mir, ich sei großes Gesprächsthema im Hebammenzimmer gewesen, weil sie so eine ruhige und friedliche Geburt bis zur Endphase noch kaum erlebt hätten. 

Ich möchte alle zukünftigen Mamas ermutigen, die Methode auszuprobieren. Für mich grenzt diese Erfahrung an ein kleines Wunder, vor allem auch, weil ich eine traumatische, erste Geburt hatte (Notkaiserschnitt in Vollnarkose aufgrund dramatisch niedriger Herztöne des Babys). Diese Erfahrung hatte ich vor der Geburt mit einer Traumatherapeutin aufgearbeitet, was ich auch sehr empfehlen kann.  

Außerdem möchte ich noch hinzufügen, dass mir die Hypnosen und Meditationen die gesamte Schwangerschaft sehr geholfen haben, gerade auch, wenn Ängste im Hinblick auf die Geburt in Coronaviruszeiten aufkamen. 

Liebe Kristin, vielen Dank! Janina B.