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Mein Geburtsbericht /Traumgeburt nach Versuch der äußeren Wendung und dann doch mit geplantem Kaiserschnitt.

Ab ca. der 28. SSW habe ich mich intensiv mit der Methode „Die Friedliche Geburt“ auf eine natürliche Geburt vorbereitet. Dabei geht es darum, mit Hypnose/Meditation die Geburt, statt als schmerzhafte Erfahrung, als etwas natürliches und schönes zu sehen und zu fühlen. Die Meditationen haben mich in meiner Schwangerschaft geerdet und mich noch mehr mit meinem Baby verbunden. Sie taten mir unheimlich gut.

Ich wusste in der 39. SSW, dass unser Kleiner immer noch in der Beckenendlage (mit dem Po unten und die Füße vor dem Gesicht, wie ein Klappmesser) war, doch war ich mir so sicher, dass er sich noch drehen wird. Von so vielen hatte ich gehört, dass sich die Babys am Tag der Geburt noch drehten. Somit war ich tiefenentspannt. Doch bei meinem Frauenarzttermin sagte die Ärztin, er hätte einen großen Kopf und viel Gewicht und ich solle sofort ins Krankenhaus, damit sie mit mir besprechen könnten, wie wir weiter vorgehen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich jeden Tag an meinem Online-Schwangeren-Programm gearbeitet und meine Schwangerschaft etwas außer Acht gelassen. Ich wollte unbedingt fertig werden, bevor der Kleine auf die Welt kommt. Im Nachhinein habe ich mich sehr über mich selber geärgert.

In der Sophien-Hufeland-Klinik Weimar kamen sie auf dasselbe Ergebnis wie meine Frauenärztin. Ich hatte die Wahl: Kaiserschnitt oder eine äußere Wendung. Von einer natürlichen Beckenendlagengeburt rieten sie mir sehr ab. In dem Moment war für mich nichts mehr gut. Ich wollte keinen Kaiserschnitt, also entschieden wir uns für eine äußere Wendung, damit wir eine Chance für eine natürliche Geburt bekommen würden. Sofort machte ich mein Berufshandy und Sozialmedia aus. Ich wollte nur noch für unser Baby da sein. Alles andere war mir egal.

Einen Tag später versuchten wir zweimal eine äußere Wendung, bei der die Oberärztin auf meinem Bauch drückte und versuchte, ihn nach unten zu drehen. Das erste Mal kam der Kleine bis zur Hälfte und schnipste dann jedoch immer wieder zurück. Am Ende lag er mit seinem Rücken zu meinem Rücken und wir mussten abbrechen. Währenddessen meditierte ich mit der Hypnose „Beckenendlage“ von der „Friedlichen Geburt“. Schmerzen hatte ich dabei nicht, und die Herztöne von unserem Baby waren sehr entspannt geblieben, sodass ich einem zweiten Versuch am Nachmittag zustimmte. In der Zeit legte sich der Kleine, das erste Mal in den vergangenen Monaten, mit seinem Rücken auf meine linke Seite und ich dachte „Yeah, dann wird es sicher klappen.“ Doch bei dem zweiten Versuch, kam die Ärztin mit seinem Kopf nicht über meine Rippe, die weiter rausschaut (durch meine Skoliose), nicht hinweg und brach wieder ab. Ich war nicht enttäuscht, sondern hatte immer noch die Hoffnung, dass er sich von alleine drehen wird, dass er die Beine ranziehen wird, sich ganz rund macht und zack sich drehen würde.

Ich musste 24 Stunden im Krankenhaus zur Beobachtung bleiben und fühlte mich sehr gut aufgehoben. Am nächsten Morgen fragte mich die Ärztin, was wir nun machen wollen. Der Kleine hatte sich wieder auf seine Lieblingsseite in meinem Bauch, die rechte, gedreht. Die Ärztin war damit einverstanden, dass wir den Geburtstermin abwarten, da ich noch recht viel Fruchtwasser hatte und er keine Anstalten machte, auf die Welt kommen zu wollen. So machte ich den Termin für den Kaiserschnitt am 28.05. Den Termin schrieb ich wie folgt in meinen Kalender „Kaiserschnitt, der nicht stattfinden wird.“ Ich war der Meinung, wir schaffen das noch so. Die Erfahrung von einer natürlichen Geburt wollte ich unbedingt erleben, auch wenn einem so viele unschöne Geschichten erzählt werden, war ich bereit und wollte wissen, wie es sich anfühlt und was mein Körper kann. Doch nach mir ging es nicht und das musste ich erkennen.

Zu Hause machte ich alles, damit er sich doch noch drehen würde. Moxen, Yogaübungen, 20 Minuten mit den Beinen an der Wand und Kissen unter dem Becken liegen, im Bett verkehrt herum schlafen, baden, Pfefferminzöl an die Stelle, wo sein Kopf war (soll die Stelle kühlen und das fänden die Kleinen wohl nicht so toll), Taschenlampe an dem Bauch nach unten führen, Musik und Papa´s Stimme unten am Bauch, Bilder, wie er sich dreht, gemalt, Meditation usw. Sein errechneter Geburtstermin (24.05.) verging und er bewegte sich immer noch viel in meinem Bauch, die Übungswellen waren mal stärker mal schwächer, doch drehen wollte er sich nicht. Zwei Tage vor dem Kaiserschnitt gab ich auf. Er wollte oder konnte sich nicht drehen, das war mir dann klar geworden. Ich weinte viel an diesem Tag. Ich war enttäuscht und hatte Angst, ich würde die falsche Entscheidung treffen, ihn per Kaiserschnitt zu holen. Vielleicht brauchte er noch ein paar Tage. Nach einigen Gesprächen mit meinem Mann war mir jedoch klar, dass es hier nicht um mich ging, sondern um ihn. Dass er gesund auf die Welt kommen sollte und es einen Grund gibt, warum es natürlich nicht geht. Ich machte die Meditationen „Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt“ und wurde mir immer klarer, dass das der richtige Weg war. Nun war es klar, bald liegt er in unseren Armen und alle würden sich darum kümmern, dass er gesund ist. Einen Tag vor dem Kaiserschnitt hatte ich in einer Stunde alle fünfzehn Minuten Wellen bekommen und meine Mutter und mein Mann dachten schon, es würde los gehen. Ich redete lieb auf meinen Sohn ein, dass wir uns entspannen und in ein paar Stunden alles in Ruhe machen werden. Die Wellen ließen wieder nach und an dem Abend strampelte er, wie noch nie zuvor, in meinem Bauch, sodass ich kaum schlafen konnte und froh war, als ich fünf Uhr morgens aufstehen durfte, um uns auf den Weg ins Krankenhaus zumachen.

Im Krankenhaus waren alle so liebevoll und haben sich für uns gefreut, dass wir nun unser Baby bekommen würden.

Nach dem negativen Coronatest gingen wir zum Kreißsaal. Während ich für den Kaiserschnitt vorbereitet wurde, musste mein Mann vor der Tür warten. Die Hebamme war so liebevoll und ruhig, das tat so gut. Schon auf dem Weg ins Krankenhaus machte ich wieder meine Meditation „Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt“. Während ich wartete, dass es los gehen sollte, meditierte ich. Nach einem Ultraschall, auf dem wir immer noch sahen, dass der Kleine mit dem Kopf oben lag, ging es in den OP-Saal. Ich durfte meine Ohrhörer drinnen lassen, sagte aber allen, dass ich Entspannungsmusik hören würde, um nichts erklären zu müssen. Nur die Anästhesistin war nervös. Sie dachte, ich könnte sie nicht hören, wenn sie mir Fragen stellen würde. Ich sagte ihr, dass ich sie höre und kurz und knapp antworten würde. Sie erklärte mir Schritt für Schritt, was sie macht und das fand ich sehr angenehm. Die Hebamme, die mich vorbereitet hatte, hielt mich sanft fest, als mir die PDA gesetzt wurde. Mit dieser Ruhe und meiner Meditation war es völlig in Ordnung und so fühlte sich die Betäubungsspritze und die PDA wie ein kurzer Piecks an. Als die Oberärztin, die ich von der äußeren Wendung kannte, reinkam und mich nur kurz liebevoll berührte, war für mich alles gut und ich konnte mich vollkommen entspannen. Danach durfte mein Mann reinkommen und hielt mir die Hand. Dann ging alles so schnell. Ich hörte währenddessen die Meditation „Meditation während eines Kaiserschnitts“ und verband mich mental mit meinem Baby. Ich sagte ihm, dass es gleich ganz hell und kalt werden würde, dass aber alles in Ordnung ist und er ganz laut schreien sollte. Dass dann sein Papa für ihn da ist und ich, so schnell ich kann, bei ihm sein werde. Auf meinen Wunsch nahmen sie die Tücher, die zu meinem Bauch hin aufgehängt waren, herunter und ich sah wie er hoch gehoben wurde. Er schrie und war so wunderschön. Ich war einfach nur glücklich und wusste, dass alles gut war. In einem Nachbarraum untersuchte die Kinderärztin den Kleinen und ich hörte ihn die ganze Zeit schreien. Ich merkte zwar, wie an mir rumgeruckelt wurde, jedoch war ich einfach nur so glücklich, dass er da war und schrie, dass mir alles andere egal war. Sie brachten ihn wieder in den OP-Saal und legten ihn mir auf die Brust, so konnte ich ihn begrüßen. Der schönste Moment in meinem bisherigen Leben.

Ich wurde wieder zugenäht und mein Mann ging mit dem Kleinen zurück in den Kreißsaal für das erste Kennenlernen. Währenddessen wurde ich in den Aufwachraum gebracht. Dort lag ich fünfundvierzig Minuten, ohne Meditation, da mein Mann aus Versehen mein Handy mitgenommen hatte. Die brauchte ich aber auch nicht mehr. Ich war überflutet von Glück. Danach wurde ich zum Kreißsaal gebracht und mein Mann kam mir mit dem Kleinen entgegen, der die Brust bereits suchte. Zum Glück haben wir ein Familienzimmer für alle vier Tage bekommen, so konnte mein Mann mir bei allem helfen, da ich erst am nächsten Tag aus dem Bett aufstehen durfte.

Am zweiten Tag kam abends eine Stillberaterin zu uns, die mir tolle Tipps gab und ich muss sagen, dass wir gar keine Probleme mit dem Stillen haben. Ich kann jeder Frau, die einen Kaiserschnitt bekommt, wirklich nur empfehlen, mit ihrem Baby Haut auf Haut zu kuscheln und oft anzulegen. Auf meine Kaiserschnittnarbe bin ich stolz, denn ohne sie hätte ich unseren Sohn nicht gesund auf die Welt bringen können. Ich habe alles gemacht, dass es ihm und mir gut geht und das ist die Hauptsache. Seine Maße waren wirklich so groß, dass eine natürliche Beckenendlagengeburt für uns beide gefährlich hätte werden können und dann wäre es vielleicht zu einem Notkaiserschnitt gekommen, bei dem ich in Vollnarkose gewesen wäre. Das wäre schade gewesen. Ich bin unheimlich dankbar für alle Ärzte, Hebammen, und Krankenschwestern, die uns an diesem Tag geholfen haben. Durch sie alle kann ich sagen, dass die Geburt unseres Sohnes durch den Kaiserschnitt meine Traumgeburt war.

Ich möchte den Frauen sagen, die einen geplanten oder einen Notkaiserschnitt hatten, dass ihr stolz auf euch sein könnt! Ihr habt neun Monate euer Baby in euch getragen, habt alles für seine Entwicklung gemacht und egal, wie ihr es auf die Welt gebracht habt, ihr habt es gemacht, ob mit oder ohne größere Hilfe. Ihr seid mit eurem Baby auf ewig verbunden. Ihr könnt stolz auf euch sein!

So eine Bauch-OP ist nicht ohne, das hatte ich vorher unterschätzt, aber der Körper ist ein Wunderwerk und jeder Tag wird besser. Auf den Sport freue ich mich langsam auch wieder und gucke den Joggern sehnsüchtig nach.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Bericht viele Frauen mit Kaiserschnittnarbe bestärken, stolz auf sie zu sein. Sie sind ein Teil von uns und ohne sie hätten wir unsere süßen Babys nicht.