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Klinik

Geburtsbericht von H. – VBAC-Erfolgsgeschichte

Liebe Bald-Mamas,

bleibt entspannt – vor, während und nach der Geburt!

Vor der Geburt:

Ich habe mich nie verrückt machen lassen, ob ich wohl genug geübt hätte, ob ich wohl tatsächlich in Hypnose bin und ob ich wohl eine schöne Geburt erleben würde.

Durch meinen 2 Jahre alten Sohn hatte ich gar nicht die Möglichkeit, so viel zu üben, wie empfohlen wird.

Ich startete circa im 7. Monat immer mal wieder mit der langen Geburtsvorbereitung. Von Anfang an habe ich die Räumlichkeiten immer mal gewechselt. Da ich bei dieser langen Meditation oft einschlief, wechselte ich recht zügig zu kürzeren Versionen. Egal welche, Hauptsache das Runterzählen kam vor und ich schlief nicht ein. Insgesamt fielen mir die Visualisierungen sehr leicht. Gegen Ende der Schwangerschaft habe ich tatsächlich täglich geübt, aber meist nur einmal. Im Anschluss an die eigentliche Hypnose habe ich immer die Affirmationen gehört. Die fand ich super gut. Währenddessen habe ich mit dem Epi-No geübt und war am Ende bei knapp 9cm. Meinen Duftanker habe ich mir bei jeder Hypnose selbst gesetzt, sobald ich an meinem Kraftort oder der Gebärmutter angekommen bin. Es war der Duft „Beschütz mich“ von Primavera, den ich bei Alnatura fand. Meinen Partner habe ich nur zwei Wochen vor der Geburt gebrieft, was seine Aufgaben während der Geburt sein sollen. Ansonsten habe ich ihn nie in die Vorbereitung mit einbezogen. Zum einen, weil er nicht der Typ für Meditationen ist und zum anderen, weil ich mich lieber auf mich selbst fokussieren wollte. Es war damals nicht klar, ob die Männer mit in den Kreißsaal dürfen.

Während der Geburt:

Circa 36 Stunden vor der Geburt bekam ich wilde Wellen. Mir war irgendwie klar, dass es noch keine Geburtswellen sind, aber dass sich etwas tut. Den gesamten Sonntag begleiteten sie mich und waren zwischendurch auch mal stärker, sodass ich sie veratmet habe. Ich bereitete die letzten Dinge vor und schonte mich ansonsten. Meine Schwiegermutter reiste bereits ein paar Tage vorher an, sodass wir entspannt ins Krankenhaus fahren konnten, während der Große betreut war. Der Plan ging auf.

In der Nacht von Sonntag auf Montag ging es dann los – noch knapp 12 Stunden. Intuitiv merkte ich, dass die Wellen nun aktiv sind und so zog ich mich aufs Sofa zurück, startete die Geburtshypnose und atmete fleißig. Meine tollen, neuen Bluetooth-Kopfhörer habe ich übrigens zu keiner Zeit genutzt, sondern ausschließlich über die Musikbox gelauscht. Auch die Augenmaske war nicht im Einsatz. Mir war das unangenehm, weil ich mich dann eingeengt fühlte. So war es auch schon beim Üben. Nach circa 2 Stunden platzte die Fruchtblase. Ich spürte ein ulkiges Ploppen im Körper. Das war ein so lustiges Gefühl, dass ich lachen musste. Langsam lief etwas Fruchtwasser in meine Vorlage und ich wusste – nun geht’s los und freute mich auf meine Tochter H.

Die Wellen wurden etwas stärker, aber sie kamen in komischen Abständen (3 Minuten) und dauerten nur ganz kurz (15-30 Sekunden). Das habe ich mit einer Tracking-App gemessen, was mich nicht aus der Hypnose brachte. Ich rief im Kreißsaal an und die liebe Hebamme sagte, dass ich zu Hause bleiben soll, solange es mir dort gut geht. Das tat ich eine weitere Stunde. Aufgrund von Schneetreiben und einem Anfahrtsweg von circa 30 Minuten wollte ich dann doch los, obwohl es mir noch gut ging – es ging mir übrigens nie schlecht! Also weckte ich meinen Mann, der alles einpackte. Die Hypnose lief über die Autolautsprecher und ich luscherte zwischendurch immer mal, wo wir waren und war überrascht, wie schnell die Zeit verging. Im Nu waren wir beim Krankenhaus in Dormagen angekommen, das übrigens sehr zu empfehlen ist! In der Notaufnahme angekommen – es war nachts um 4 Uhr – empfingen uns zwei herzliche Sanitäter, die schnell merkten, dass sie nicht mit mir direkt sprechen können. Ich hätte kommunizieren können, aber wollte nicht. Ich kam leicht aus der Trance raus, obwohl ich trotzdem noch tief war, aber nicht mehr genauso entspannt wie zu Hause. Dadurch wurden die Wellen etwas unangenehmer. Dies lies erst nach, als ich nach den ersten Untersuchungen im Kreißsaal angekommen und wieder mit meinem Mann alleine war. Das Standard-Prozedere, wie MuMu-Untersuchung (ich war bei 7cm und war total stolz auf mich), Corona-Abstrich und Zugang-Legen, habe ich gerne akzeptiert und hat mir ein sicheres Gefühl gegeben. Auch meine Kaiserschnittnarbe habe ich untersuchen lassen, um sicherzustellen, dass das Gewebe dem Druck stand hält. Alles war gut und ich weiter in Trance.

Die wunderbare Hebamme hat uns viel alleine gelassen, kam aber sofort, wenn wir sie riefen. Ich war die einzige Gebärende. Das Licht war gedimmt und die Hypnose lief auf der Box. Als einmal die Stelle kam, an der Kristin fragt: „Sind deine Schultern entspannt?“, schrie ich laut: „Nein, sind sie niiiiicht!!!“ Danach musste ich fast über mich lachen, aber ich war an dem Punkt schon echt groggy. Der Vergleich mit einem Marathon ist echt passend gewählt. Die Wellen wurden stärker, waren aber nicht effektiv genug. Also bekam ich ein Wehenmittel in der geringsten Dosierung, meine Blase wurde per Katheter entleert, weil es auf Toilette nicht klappte und schwupps ging es schneller, aber nicht schnell genug. Über mehrere Stunden war ich bei 8cm, wurde aber immer müder. Also fragte ich nach einer PDA. Die wurde mir tatsächlich noch gelegt und saß richtig super. Ich spürte die Wellen noch, aber sie waren sehr gut zu ertragen und so konnte ich noch etwas Kraft tanken und mich wieder tiefer in Trance begeben. Mein Mann dachte, ich würde schlafen! Irgendwann fragte ich die Hebamme, wie lange es wohl noch dauern würde und sie meinte, in einer Stunde ist die Kleine da. Im gleichen Zuge erkundigte ich mich, wie lange die PDA noch wirkt und sie meinte ebenfalls eine Stunde. Das war für mich das Startzeichen, um nochmal tief abzutauchen und den Prozess zu beschleunigen, um bloß nicht Gefahr zu laufen, eventuell doch noch Schmerzen zu haben. Die mentale Kraft ist einfach verrückt, so stark ist sie. Tatsächlich ging es kurz darauf los, dass ich durch meinen Körper merkte, dass ich anders atme. Während der Eröffnungsphase habe ich mich auf die Einatmung fokussiert und plötzlich stellte mein Körper das von sich aus um und ich atmete länger aus. Ich gab meinem Mann die Info, die Hebamme zu holen. Sie bestätigte, dass H.s Kopf im Kanal ist und es nicht mehr lange dauern würde. Von der Seitenlage begab ich mich auf dem Geburtsbett in den Vierfüßlerstand. Die Hebamme zog an meiner Scheide und sagte immer wieder: „Hierhin pressen.“ Ich kam mir vor wie eine Kuh – insofern ist auch hier der Vergleich sehr passend. Trotz PDA konnte ich das sehr gut spüren und konnte pressen. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Kleine ihren Kopf durchgeschoben hat. Mein Mann durfte schon ihren haarigen Schopf bestaunen. Als der Kopf da war, flutschte der Körper hinterher und schupps war H. da – am Montag, den 25.1.21 um 11:18 Uhr. Ich konnte kaum glauben, dass ich es tatsächlich nach dem ersten Kaiserschnitt dieses Mal natürlich geschafft habe und war sooo stolz auf mich! Der Kurs hat mich so gut darauf vorbereitet. Danke dir, Kristin!

Entspannt bleiben – auch nach der Geburt:

Die Kleine hatte keinerlei Probleme. Auch ich konnte direkt aufstehen und duschen. Ich war vergnügt und fit. Aber mir hat niemand erzählt, dass sich untenrum alles auf links zieht. Es fühlte sich an, als hätte ich mehr als nur ein Kind rausgepresst. Alles war geschwollen. Zwar hatte ich keine Schmerzen oder Beschwerden, aber es war schon ein komisches Gefühl untenrum. Also packt schon mal eure Vorlagen ins Gefrierfach. Die ersten Wochen waren jetzt teilweise sehr anstrengend und nicht immer die reine Glückseligkeit mit H. Es ist immer wieder eine neue Anpassung an den neuen Menschen und die neue Routine, aber auch da heißt es wieder: Atmen und entspannen.

Also bleibt entspannt und vertraut auf euch!