Geburtsort:

Hausgeburt

Geburtsbericht – Hausgeburt

Am Morgen des 09.12.20 bin ich mit leichten unregelmäßigen Wellen und leichten Blutungen aufgewacht. Ich war mir unsicher, ob das jetzt wirklich Geburt ist.

Ich habe mich entschieden, es als Übung zu sehen und mich zurückzuziehen. Unsere Tochter war ohnehin bei ihren Großeltern und ich machte es mir in der Wanne und anschließend in unserem „Geburtszimmer“ bequem. Ich hörte die Meditationen querbeet. „Geburtsbeginn mental fördern“ und „Mentaltraining für eine Traumgeburt“ waren meine Favoriten. Ich schlief zwischendurch immer mal ein. Es kam mir vor wie Minuten, dabei waren es Stunden.

Gegen 16 Uhr ging ich noch eine kleine Runde mit meinem Mann im Nebel spazieren. Dabei habe ich ihm erklärt, dass ich mich heute auch wie im Nebel fühle. Irgendwie eingehüllt und alles andere ist irgendwie nicht greifbar und ganz weit weg. Wieder zu Hause bekam ich zunehmend Rückenschmerzen. Auch zwischen den Wellen hatte ich immer wieder starke Rückenschmerzen, vor allem wenn ich Kindsbewegungen gespürt habe. Ich habe meinen Mann gebeten, die Hebamme zu informieren und um Rat zu bitten. Die Hebamme meinte, der Kopf sucht den Weg ins Becken und wir sollen uns melden, wenn sie kommen soll.

Ich machte weiter mein Ding, pendelte zwischen den Positionen und kreiste viel mein Becken. Die Wellen wurden intensiver und kamen in kürzeren Abständen. Ich bat meinen Mann um kurz vor 19 Uhr, die Hebamme zu rufen und wollte in den Pool. Um halb 19.30 Uhr kam die Hebamme, sie drückte bei jeder Welle gegen mein Kreuz und half mir in meinem Tempo in den Pool. Die 2. Hebamme traf gegen 20.30 Uhr ein. Sie wollte gern mal tasten, um zu wissen wo wir stehen. Das brachte mich etwas raus, ich fing an zu jammern, dass ich nicht mehr kann und wir bestimmt noch nicht weit sind und es einfach nicht vorwärts geht. Ich bereitete mich ein paar Wellen auf die Untersuchung vor, gab Bescheid, dass ich bereit bin und tauchte sofort wieder ab, ohne eine cm Zahl gehört zu haben. Ich lehnte mich über den Poolrand und merkte, wie mein Unterleib bei jeder Welle bebte. Ich wusste nicht, was da passiert. Meine Hebamme sagte leise „es ist okay, du kannst jetzt loslassen“. Bei der nächsten Welle gab ich mich dem Körpergefühl hin und schob mit. Bei der nächsten wieder. Ich sagte, ich glaube, es kam was raus.

Meine Hebamme ging zur anderen Seite des Pools und meinte ja, der Kopf ist schon da. Kurz wurde es etwas unruhiger. Wir haben alle nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht. Ab jetzt war ich wieder im Außen. Und konnte unsere wunderbare Tochter M. in den Arm nehmen.

Ich habe einer Freundin von der Geburt berichtet (sie kennt den Kurs nicht), sie meinte nur, es klingt so tierisch, was ich da beschreibe und ja: ich war die Kuh. Es gibt nur wenige Bilder, die ich von der Außenwelt habe. Ich hatte kein Gefühl dafür, wer wann was getan hat oder wo genau ich war. Ich weiß nicht mal genau, wann mein Mann bei mir war (er war wohl tatsächlich auch fast nur zum Schluss da). Ich war nie in meiner Gebärmutter oder am Kraftort, ich war einfach bei mir und habe mich dem Gefühl hingegeben. Ich war in einer sehr sehr tiefen Trance, tiefer als ich es mir je hätte vorstellen können und ich kann bestätigen, dass mein Körper genau das wollte. Ich musste ihn nur lassen.

Ich bin so dankbar für diese Erfahrung und diese Geburtsreise, es ist genauso gekommen, wie ich es mir über Monate erträumt habe. Ich danke allen, die hier ihre wunderbaren Geburtsberichte geteilt haben, es tat so gut das zu lesen.

Vielen Dank, liebe Kristin und allen anderen vom Team, ihr habt mir ein neues Lebensgefühl und eine so unvergessliche Erfahrung geschenkt. ♡