Geburtsort:

Klinik

Während ich heute meinen mittlerweile schon 6 Monate alten Sohn M. in den Schlaf getragen habe, überkam mich plötzlich ein wohliges Glücksgefühl beim Gedanken an seine Entbindung. Dank Kristin war seine Geburt selbstbestimmt und überwältigend.

In der Nacht vom 26. auf den 27.05. bekam ich 1:45 Uhr Wellen. Im Bett liegend fing ich sofort mit der Geburtshypnose an, atmete in den Bauch und war dadurch völlig entspannt und gelassen. Gegen 4 Uhr, als die Wellen im Abstand von 15-20 Minuten kamen, ließ ich mir die Badewanne ein, um zu testen, ob es sich wirklich um geburtsfördernde Wellen handelte. Durch das Bad wurden die Wellen stärker. Als ich es dann endlich aus der Wanne geschafft hatte, weckte ich meinen Mann. Er und auch meine große Tochter (3 Jahre), hatten bis dahin nichts mitbekommen, obwohl wir gemeinsam im Familienbett schlafen. Mein Mann war völlig überrascht, dass es jetzt los ging. Meine Tochter schlief.

Meine Freunde, die mein Mann informiert hatte, weil meine Wellen alle 5 Minuten und weniger kamen, fuhren mich gegen 4:50 Uhr zum 5 Minuten entfernten Krankenhaus. Ab dem Zeitpunkt war ich aus der Hypnose raus und fand auch nicht mehr rein. Allerdings funktionierte die Bauchatmung super und half mir beim Veratmen der Wellen sehr. Mein Mann blieb zuhause bei unserer Tochter. Als ich mit meiner Freundin an der Anmeldung vom Kreißsaal ankam, wollte die Hebamme nicht recht glauben, dass meine Wellen bereits unter 3 Minuten kamen. Sie schickte, coronabedingt, meine Freundin vor den Eingang von den Kreißsälen, da zum damaligen Zeitpunkt der Geburtsbegleiter erst zur Entbindung den Kreißsaal betreten durfte.

Mich nahm man mit in einen kleinen Untersuchungsraum, in dem eine Liege und ein Ultraschallgerät standen und der treffenderweise als „blauer Salon“ bezeichnet wurde. Dort stellte die Hebamme gegen 5 Uhr einen Muttermundbefund von bereits mehr als 9cm fest, weshalb meine Freundin direkt dazu geholt wurde. Da alle Kreißsäle belegt waren und die Geburt bereits von statten ging, kam mein Sohn um 5:48 Uhr im blauen Salon zur Welt. Gut, dass ich meine Geburt in diesem Krankenhaus angemeldet hatte. So konnte ich im Vorgespräch mit einer Ärztin unvoreingenommen besprechen, wie für mich die Entbindung ablaufen soll. Denn in nur einer Dreiviertelstunde war mein wunderhübscher Junge in meinen Armen. Es wäre bestimmt kaum Zeit gewesen, auf die Fragen der Hebamme und der Ärztin einzugehen, trotzdem waren sie sehr zurückhaltend, da alles in meiner Akte vermerkt war. Ich hatte das Gefühl, sie waren genau richtig über mich und meine Wünsche informiert. Das gab mir zusätzlich Sicherheit und bestärkte mein Selbstvertrauen noch mehr, welches durch die Vorbereitung mit Kristins Methode sowieso schon weit oben war.

Zu meinen Wünschen zählte u.a., dass so wenig wie möglich eingegriffen und untersucht wird. Das war sehr hilfreich. Denn, wenn ich gewusst hätte, dass mein Baby mittlerweile stolze 4kg wog und es eine Toleranz von gut 1kg gibt, wäre ich vermutlich weniger entspannt gewesen. Ich glaube, in die Hypnose (habe es zur Geburt erneut mit Kopfhörern versucht) kam ich nicht mehr rein, weil ich so aufgeregt war, dass es endlich losging und ich meinen kleinen Jungen bald in den Armen halten würde. Dank der Bauchatmung war alles gut auszuhalten. Lediglich ein kleiner Labienriss und ein (…) Dammriss waren Folge der rasanten Niederkunft. Beides war im Anschluss schnell vernäht und überhaupt nicht beeinträchtigend oder schmerzend.

Nachdem mein Mann unsere Tochter zur Kita gebracht hatte, löste er meine Freundin ab. Wir waren mittlerweile in einen freigewordenen Kreißsaal verlegt worden. Wir hatten uns für eine ambulante Entbindung entschieden und konnten gegen 15 Uhr das Krankenhaus verlassen. Gerade rechtzeitig, um die stolze große Schwester von der Kita abzuholen.

Kristin, du schaffst es, dass die Frauen ihre Handlungsfähigkeit, welche ihnen von Natur aus gegeben ist, wiedererlangen und führst sie somit aus einer Art Aushalten und Hilflosigkeit heraus. Vielen Dank dafür und bitte führ deine Mission weiter fort! Falls es Kind 3 für mich gibt, werde ich eine Hausgeburt oder eine Entbindung im Geburtshaus anstreben.