Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht

  1. – *05.08.2021 – 17:07 Uhr

SW 41+3 (10 Tage nach ET), erste Geburt (14h), Entbindung im Krankenhaus

TW: Einleitung

Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass unsere Tochter sich schon früher auf den Weg machen wird. Wir hatten eine unkomplizierte Schwangerschaft, die Untersuchungen waren alle in Ordnung und mir ging es bis auf kleine Unannehmlichkeiten bis zum Ende sehr gut.

Ab der 28. Woche habe ich begonnen, mich mit der Methode der friedlichen Geburt vorzubereiten. Da mein Mann Mentalcoach für Fußballer*innen ist, war er von Beginn dem Thema sehr offen gegenüber eingestellt und hat viele der Videos mit angeschaut, Podcasts gehört, Meditationen und mentale Trainings mitgemacht.

Die letzten Wochen vor dem ET hatte ich eine richtige Routine entwickelt – Meditation am Morgen, geburtsvorbereitendes Yoga, Spaziergänge, Hypnosetraining, Podcasts hören, …

Als wir auf den errechneten Termin am 25.07.2021 zugingen, waren wir schon in freudiger Stimmung und konnten es kaum erwarten, die Kleine endlich bei uns zu haben.

Die Tage vergingen und bis auf wenige Kontraktionen, hatte ich keine Wellen, die eine Geburt andeuteten. Wir haben all die Dinge getan, die dabei unterstützen, eine Geburt natürlich einzuleiten (wellenanregender Tee, Massagen, Sex, Bäder, Nelkentampon, …). Zudem habe ich täglich mehrfach meditiert und die Hypnose trainiert – die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ habe ich bestimmt über 30 Mal gemacht.

Anfang August hat die Kleine sich immer noch nicht auf den Weg gemacht. Ich wurde zunehmend ungeduldiger, hatte etwas Angst vor einer Einleitung und wollte, dass die Geburt natürlich losgeht. Wir haben uns dann hin und wieder auch etwas unter Druck gesetzt (besonders durch die vielen Nachfragen vom Umfeld) und uns dann auch mit Kristin in Verbindung gesetzt.

Am 8. Tag nach ET haben wir uns dann mehr und mehr über die Möglichkeit einer Einleitung informiert (die Podcast-Folgen 69 & 115 sind dazu übrigens sehr gut) und „zufällig“ (mein Mann sagt immer, dass es keine Zufälle gibt) hier in der Gruppe zwei positive Geburtsberichte mit Einleitung gefunden, die uns aufgemuntert haben. Zudem habe ich die Hypnose „Angst abfließen“ gemacht.

Nun zur Geburt…

Am 10. Tag nach ET (04.08.2021) sind wir mit leichten Kontraktionen zur Einleitung ins Krankenhaus gefahren.

Dort wurden wir zunächst über die verschiedenen Einleitungsmethoden aufgeklärt. Mein Mann und ich sind dann auf unser Familienzimmer und ich habe zum Mittagessen den Wellen-Cocktail getrunken. Danach hieß es wieder abwarten.

Bei der letzten CTG Kontrolle am Abend drückte uns die Hebamme (Hebamme #1) noch einen blöden Spruch über „Hypnobirthing“. Sie hatte anscheinend die von uns geschriebene Karte nicht gelesen.

Um 3 Uhr nachts ist dann meine Fruchtbase geplatzt und die Wellen haben eingesetzt. Ich habe direkt mit der „Hypnose während der Geburt“ begonnen und bin abgetaucht.

Da mein Muttermund erst 2 cm geöffnet war, sollten wir zurück aufs Zimmer. Beim Gang aufs Klo ist mein Kreislauf dann zusammengefallen. Zum Glück war mein Mann dabei, konnte die Krankenschwester rufen und mich mit ihr zusammen zurück ins Bett bringen.

Ich musste mich anschließend mehrfach übergeben (was wohl eine Nebenwirkung des Wellen-Cocktails war).

„Das geht ja gut los“, dachten wir uns.

Nach einer Zuckerinfusion, die ich über einen Venenzugang (von Hebamme #2) erhielt, stabilisierte sich mein Zustand. Die CTG Kontrollen waren unauffällig. Die Wellen kamen nun etwas regelmäßiger. Um 11 Uhr sind wir zur erneuten Kontrolle in den Kreißsaal, wo der Muttermund nun 4 cm geöffnet war.

Die erste Frage des Oberarztes war, ob ich eine PDA möchte. Ich habe das alles nur am Rande mitbekommen und dachte mir, dass wir doch gerade erst am Anfang seien und die Schmerzen durch die Bauchatmung gut auszuhalten seien…

Mein Mann und ich haben dann einen sehr guten Rhythmus gefunden: Welle – Unterstützung im Rücken – Veratmen – Luft zu fächern – Wasser trinken – Pause/Streicheln

Die diensthabende Hebamme (Hebamme #3) ließ uns unsere Freiräume und bestärkte uns, dass wir das sehr gut machen.

Durch die Routine, den abgedunkelten Kreißsaal und die Hypnose kam ich immer mehr ins Fühlen. Mein Mann hat danach erzählt, dass er wirklich gespürt hat, als ich nicht mehr im Kopf sondern im Herzen war.

Gegen 14 Uhr war dann wieder Schichtwechsel und Hebamme #1, bei der wir vom Vorabend eigentlich kein gutes Gefühl hatten, kam wieder und sagte erstmal, dass wir nicht auf der Matte am Boden bleiben können, da sie Arthrose habe. Außerdem sagte sie zu meinem Mann, dass sie überrascht wäre, weil sie ich nicht gedacht hätte, dass wir heute schon soweit seien, als sie gestern ging.

Ich habe mich davon überhaupt nicht irritieren lassen, habe die Situation einfach angenommen und bin weiterhin in Trance geblieben.

Nach einer weiteren Stunde voller intensiver Wellen stellte die Hebamme bei der Untersuchung keinen Geburtsfortschritt fest, deutete auf einen Kaiserschnitt hin und wollte den Arzt rufen.

Mein Mann wendete die VRANN Methode an und fragte nach Alternativen. Wir probierten es also weiter und entschieden uns dann für einen Wellentropf. Da nun auch 12 Stunden vergangen waren, seit die Fruchtblase geplatzt war, musste ich zusätzlich Antibiotika bekommen. Das Problem war nur, dass der Venenzugang nicht richtig durchgelaufen war, sodass sowohl der Wellentropf als auch das Antibiotika nicht durchkamen.

Trotz intensiver Wellen, kam das Köpfchen nicht durchs Becken.

Gegen 16 Uhr sprach die Hebamme nun deutlich davon, einen Kaiserschnitt zu machen – sie glaubte nicht mehr an eine natürliche Geburt. Sie meinte zu meinem Mann, dass ich „ja schon am Ende“ sei. Ich allerdings habe mich in dem Moment immer noch in meiner Kraft gut gefühlt und habe keinerlei Schmerzmittel verlangt.

Die Hebamme rief den Arzt an, um von ihm eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zu erhalten. Der Arzt war allerdings gerade in einer Übergabe, konnte also nicht kommen und ordnete an, dass sie eine neue Venenzugang legen solle.

Mein Mann berichtete mir im Nachhinein, dass die Hebamme sehr emotional war, den Hörer einfach auflegte und ein Stück weit überfordert schien. Sie wollte sich schon über irgendetwas aufregen, als mein Mann sie unterbrach und sagt: „Alles mal beiseite, was gerade passiert ist, was ist jetzt der nächste Schritt?“

All dies ist nicht zu mir durchgedrungen.

Sie legte also den neuen Venenzugang, während mein Mann nun auch die Hebamme beruhigte und sie dabei unterstütze, den Zugang an meiner schwitzenden Hand zu befestigen. Da ich schon länger nicht auf Toilette gehen konnte, leerte die Hebamme mit einem Katheter die volle Blase.

Nach einigen weiteren Wellen und wechselnden Positionen kam das Köpfchen nun endlich durchs Becken. Sowohl die Hebamme, als auch die Frauenärztin und der Oberarzt, die zu diesem Moment alle im Kreißsaal waren, waren euphorisch und glaubten nun auch an die natürliche Geburt.

Ich war mir sicher, dass wir es schaffen und habe innerlich meiner Tochter gut zugesprochen.

Am Ende musste der Arzt noch etwas drücken und die Frauenärztin mit einem Dammschnitt nachhelfen, sodass das Köpfchen durchkommen konnte. Die Schmerzen waren auch hierbei durch meinen Trancezustand gut auszuhalten.

Nach der nächsten Welle, um 17:07 Uhr, war unsere kleine Marla auf der Welt und wurde mir auf die Brust gelegt. Sie war 49 cm groß, 3240 g schwer und gesund.

Durch die Vorbereitung mit Kristin und der Methode der friedlichen Geburt können wir trotz aller Umstände sagen, dass es für uns ein positives Geburtserlebnis war.

Nur die ersten Stunden nach dem Blasensprung waren wegen meines Kreislaufs anstrengend und unangenehm. Danach war ich in meinem Kraftort, mein Fokus lag ganz im Inneren und ich hatte kaum Schmerzempfinden.

Hätte ich mich nicht mental mit der Methode auf die Geburt vorbereitet, hätte ich diese wahrscheinlich als sehr traumatisch erlebt bzw. wäre es dann sicherlich zu einem Kaiserschnitt gekommen.

Die Investition in den Online-Kurs der friedlichen Geburt und die vielen Stunden Vorbereitung haben sich also mehr als gelohnt. Sie haben meinem Mann und mir Sicherheit und eine positiven Glauben mitgeben.

Ich bin Kristin, dem Team und auch meinem Mann unfassbar dankbar für die Unterstützung!