Geburtsort:

Hausgeburt

Geburtsbericht unserer Hausgeburt (erstes Kind)

Unsere Tochter Maya hat am 21.10.2020 um 00:31 Uhr bei einer wunderschönen Hausgeburt das Licht der Welt erblickt.

Ausgerechnet war ich für den 19.10. Ich fürchtete aber bereits deutlich über den Termin zu gehen, da ich bis zu diesem Tage noch keine Übungswellen oder Ähnliches wahrgenommen hatte… ab und zu mal ein kurzes Stechen, das war‘s. Umso überraschter war ich, als ich am späten Abend des 19. feststellte, dass sich offensichtlich der Schleimpfropf löste. Plötzlich wurde ich super unruhig und aufgeregt, fühlte mich nicht bereit. Ich konnte mich dann aber ganz gut mit dem Gedanken beruhigen, dass es selbst nach Ablösung des Schleimpfropfs noch Tage dauern könnte, bis die Geburt losginge….Tja, falsch gedacht. Trotz der Aufregung und Unruhe fand ich irgendwie in den Schlaf und wurde gegen 6 Uhr am Morgen des 20.10. wach, weil ich Fruchtwasser verlor. Ich hatte zwar noch keine Wellen, aber feststand: Lange würde es nicht mehr dauern. Die Unruhe, die ich am Abend zuvor nach Ablösung des Schleimpfropfs empfunden hatte, war plötzlich wie verflogen. Ich war völlig ruhig und ganz bei mir, stand auf und entspannte mich noch etwas auf dem Sofa.

Als mein Mann gegen halb 8 Uhr aufwachte, berichtete ich ihm ganz nüchtern, dass die Fruchtblase geplatzt sei und er gegen 9 Uhr mal der Hebamme Bescheid geben solle. Tatsächlich nahm ich in der nächsten Stunde auch die ersten Wellen wahr (die allerdings noch so sanft und unregelmäßig waren, dass ich zunächst noch unsicher war, ob es sich tatsächlich um welche handelte). Mein Mann teilte meiner Hebamme also gegen 9 Uhr mit, dass die Fruchtblase geplatzt und die ersten Wellen spürbar seien. Wir einigten uns darauf, dass die Hebamme gegen 13 Uhr vorbei schauen würde. Bis dahin organisierte mein Mann noch ein üppiges Frühstück für uns und nach der Stärkung ging ich erstmals mit der „Hypnose während der Geburt“ in die Badewanne. Zu diesem Zeitpunkt gelang es mir noch sehr gut, mich zu entspannen. Als die Hebamme um 13 Uhr erstmals nach mir schaute, waren die Wellen immer noch recht unregelmäßig. Ich wurde langsam etwas unruhig, da ich ca. 24h nach Blasensprung ins Krankenhaus hätte gehen müssen und mein Wunsch einer Hausgeburt damit nicht mehr umsetzbar gewesen wäre. Meine Hebamme und mein Mann konnten mich mit ihrem Optimismus aber wieder etwas beruhigen. Meine Hebamme bereitete alles vor und ließ uns dann erstmal wieder allein, sie würde gegen 18 Uhr wiederkommen. Sie empfahl mir dann, noch ein Ründchen spazieren zu gehen. Ich war erst unsicher, hatte Sorge, es würde mich zu sehr von mir selbst ablenken… da ich mich aber ohnehin etwas rastlos fühlte, bin ich mit meinem Mann dann doch noch gut 50 Minuten (wir waren sehr langsam^^) spazieren gewesen. Und tatsächlich: die Wellen wurden etwas regelmäßiger/intensiver – allerdings waren sie noch so wenig intensiv, dass ich mich beschwerte, die sollten mal kräftiger werden, damit unser Kind auf jeden Fall noch im 24h-Fenster auf die Welt kommen würde – zu dem Zeitpunkt hatte ich natürlich noch keine Ahnung, wie intensiv die schon noch werden würden.

Nach dem Spaziergang ging ich mit der Hypnose nochmal in die Badewanne, während mein Mann einen Geburtstagskuchen für das Kleine vorbereitete. Irgendwann hatte ich das Gefühl, nicht mehr auf dem Rücken liegen zu können (die Größe der Badewanne erlaubte nicht wirklich eine andere Position), sodass ich aufs Gästebett im Kinderzimmer wechselte (dort war auch der Geburtspool aufgebaut worden, es sollte also das „Geburtszimmer“ sein). Im Bett konnte ich mich auf die Seite legen und die Wellen, die zunehmend mehr Fokus meinerseits erforderten, mit der Hypnose auf den Ohren gut verarbeiten. Ich bekam dadurch auch nur am Rande mit, wie meine Hebamme um 18 Uhr wiederkam und nach mir schaute. Sie fragte mich noch, ob ich sie bei mir bräuchte oder ob ich lieber meine Ruhe hätte. Da ich trotz zunehmend intensiver Wellen das Gefühl hatte, gut klar zu kommen und für mich sein zu wollen, sagte ich ihr, dass ich gerne für mich bin und meine Ruhe habe. Sie blieb bis ca. 19:30 Uhr bei uns, schaute immer mal nach mir, ließ mich aber die komplette Zeit in Ruhe. Wir verblieben dann so, dass sie nochmal nach Hause gehen würde und wir uns bei ihr melden sollten, sobald wir das Gefühl hätten, nicht mehr alleine klar zu kommen. Bevor sie ging, tastete sie noch kurz nach dem Muttermund (übrigens das einzige Mal während der Geburt): Zu diesem Zeitpunkt war der erst bei 2cm… da der Tag sich schon so lange zog, war ich kurzzeitig etwas ernüchtert… ich konnte mich dann aber relativ gut auf Kristins Worte besinnen, dass die Angabe zur bisherigen Öffnung des Muttermunds nichts über den weiteren Verlauf der Geburt aussagt.

Nachdem sich die Hebamme verabschiedet hatte, hatte ich allmählich das Gefühl, „auf dem Trockenen“ nicht mehr so gut mit den Wellen klar zu kommen. Mein Mann füllte also den Geburtspool und um halb 9 Uhr saß ich im wohlig warmen Wasser und tatsächlich hatte ich auch gleich das Gefühl, mich besser entspannen zu können. Zunächst war mir dann nicht mehr nach der „Hypnose während der Geburt“ und ich ließ sie erstmal weg. Da die Wellen aber auch zeitgleich immer intensiver wurden und mir mehr und mehr abverlangten, bat ich meinen Mann, die Hypnose doch wieder über Lautsprecher laufen zu lassen. Kristins Stimme und Worte beruhigten mich sehr, allerdings hatte ich das Gefühl, nicht mehr richtig in die Tiefenentspannung zurückzufinden. Irgendwann kam dann tatsächlich auch kurzzeitig ein Tiefpunkt: Die Wellen waren irgendwann so fordernd und die Pausen dazwischen zur Erholung so kurz, dass ich zwischenzeitlich dachte, ich könne nicht mehr – das sprach ich auch so aus und fluchte noch, dass ich, wenn ich jetzt im KH wäre, eine PDA nehmen würde, um mich etwas von der Anstrengung erholen zu können – schlimmer als die Anstrengung erschien mir nur die Vorstellung, zu diesem Zeitpunkt und in diesem Zustand noch in ein Auto zu steigen und ins Krankenhaus zu fahren. Mir war zu diesem Zeitpunkt relativ klar, dass ich es, wenn es nicht medizinisch notwendig wäre, bis zur tatsächlichen Geburt unseres Kindes nicht mehr aus dem Pool herausschaffen würde. Dieses Tief zog sich vielleicht eine halbe Stunde bis Stunde (ich hatte irgendwann komplett das Zeitgefühl verloren) und war für meinen Mann der schlimmste Teil der Geburt. Wie sich im Nachhinein herausstellte, musste ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Übergangsphase befunden haben. Ich hatte meinem Mann zwar davon berichtet und ihn gebeten, nicht zu verzweifeln, sollte ich in so ein Tief kommen, in der extremen Situation konnten wir das aber nicht mehr so richtig reflektieren und sind daher nicht draufgekommen, dass das tatsächlich schon die Übergangsphase sein könnte. Für meinen Mann sah es also so aus, als wäre ich am Ende meiner Kräfte und da keiner von uns wusste, wie lange sich die Geburt noch ziehen würde, war das für ihn sehr beängstigend. Auch wenn ich mich zu diesem Zeitpunkt sehr erschöpft fühlte und mir immer wieder ein „ich kann nicht mehr“ entwich, hatte ich gleichzeitig überhaupt keine Angst… irgendwie hatte ich so ein Urvertrauen, dass das Ganze trotzdem schon klappen würde – ich denke, dass ich das insbesondere der Vorbereitung mit der „friedlichen Geburt“ zu verdanken habe. Mein Mann fragte mich während dieser kräftezehrenden Phase auch ständig, ob wir nicht doch schon unsere Hebamme kommen lassen sollen – ich verneinte dies aber immer wieder, weil mir auch zu diesem Zeitpunkt bewusst war, dass sie mir bei diesem Kampf gerade nicht wirklich helfen könnte und ich letztlich dieses Kind zur Welt bringen müsse.

Irgendwann kam dann eine Welle, die so eine Kraft auf mich auswirkte und mir so viel abverlangte, dass ich meinen Mann intuitiv sagte, er müsse jetzt sofort unsere Hebamme holen. Das war auch die erste Welle, wo ich (sehr ruhiger Mensch) mittönen musste – es kam so über mich und fühlte sich einfach richtig an… in der Pause danach wurde mir klar, dass das die erste Presswelle gewesen sein musste. Es folgte eine Presswelle nach der anderen und zwischenzeitlich stellte ich mich schon darauf ein, dass das Kind gleich ohne Hebamme zur Welt kommen würde (man weiß ja nicht, wie lange sich so eine Pressphase ziehen kann). Und auch, als mir der Gedanke kam, war ich total angstfrei und selbstsicher, dass wir das auch ohne Hebamme ohne Probleme schaffen würden – ich merkte einfach, wie diese Naturgewalt in mir wirkte und wie mein Körper auf Autopilot geschaltet hatte… alles, was ich tun musste, war, mich dem hinzugeben. Tatsächlich schaffte es unsere Hebamme aber doch noch rechtzeitig – sie hielt sich aber weiter zurück, sagte ab und zu „du machst das super“ und hörte alle drei Wellen die Herztöne unseres Kindes (das auch diese ganze Zeit über recht entspannt war) ab. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass das Kind schon tief unten sein müsste und tastete intuitiv meinen Scheideneingang ab. Und tatsächlich hatte ich gerade mal den halben Zeigefinger eingeführt, als ich auf das Köpfchen stieß. Zu diesem Zeitpunkt war es halb 12 Uhr und mein Mann und ich waren überzeugt, dass das Kleine sicherlich noch am 20.10. zur Welt kommen würde – unsere Hebamme sagte aber, dass das an diesem Tag nichts mehr werden würde und sie ganz früh am kommenden Tag käme. Und unsere Hebamme sollte recht behalten: Um kurz vor halb 1 Uhr am 21.10. war das Köpfchen draußen (die zweite Hebamme war gerade noch rechtzeitig um 00:20 Uhr dazu gekommen) und um 00:31 Uhr kam unser Kind auf die Welt. Nachdem das Köpfchen draußen war, hatte ich das Gefühl, es käme keine richtige Welle mehr und mir würde entsprechend die Kraft fehlen, den Körper rauszupressen – meine Hebamme ermutigte mich trotzdem nochmal, alles beim Pressen zu geben. Das tat ich, hatte aber das Gefühl, es hätte sich nichts getan – plötzlich waren aber alle ganz still und dann sagten mein Mann und meine Hebamme „Katharina, dein Kind ist da, nimm dein Kind“ (ich hatte vorher gesagt, dass ich mir wünsche, das Kind selber entgegen nehmen zu können). Und tatsächlich war mein Kind draußen und ich konnte es selber aus dem Wasser holen und mir auf die Brust legen – das war wohl der schönste Moment in meinem Leben. Mein Mann, der hinter mir kniete, und ich bestaunten das kleine Wunder – irgendwann fragt unsere Hebamme, welches Geschlecht es denn nun habe (im Ultraschall konnte man nur zwei Mal etwas sehen, einmal hieß es Junge und einmal Mädchen, sodass wir recht unsicher bzgl. des Geschlechts waren). Nachdem wir uns die ganze Schwangerschaft über diese Unsicherheit geärgert hatten, war die Geschlechtsfrage komplett vergessen, als das Kleine geschlüpft war und auf meiner Brust lag. Auf Nachfrage unserer Hebamme schauten wir dann doch mal nach und von diesem Augenblick an wussten wir, dass wir eine Tochter haben. Es dauerte nur 10 Minuten, dann kam auch die Plazenta wie von alleine. Die Hebammen halfen mir hoch und brachten uns ins Schlafzimmer, wo sie alles für uns vorbereitet hatten, sodass wir dort erstmal mit unserer Tochter kuscheln konnten. Die Hebammen räumten währenddessen auf und erledigten den Papierkram. Irgendwann machte meine Hebamme die U1 bei uns im Bett und abschließend gab es für uns und die Hebammen noch den Geburtstagskuchen, den mein Mann gebacken hatte.

Ich bin so dankbar, dass ich zu Beginn meiner Schwangerschaft auf Kristins Podcast und den Online-Kurs gestoßen bin. Auch wenn ich es nicht geschafft habe, gerade als es „zur Sache ging“, in Hypnose zu bleiben, verdanke ich es doch Kristin und ihrem Kurs, dass ich auch in der anstrengendsten Phase der Geburt stets ein Urvertrauen hatte und zu keinem Zeitpunkt Angst hatte. Ich hätte mir nicht mal erträumt, dass mein Mann und ich die komplette Eröffnungsphase alleine meistern. Ich habe mich noch nie so stark und im Reinen mit mir gefühlt wie nach dieser Geburt. Mit Sicherheit verdanke ich es auch Kristin, dass ich das „starke Körpergefühl“ weniger als schmerzhaft und mehr als unfassbar anstrengend wahrgenommen habe. Die Geburt lief wirklich so, wie ich sie im „Mentaltraining Traumgeburt“ immer visualisiert hatte und ich bin sehr dankbar, dass ich mich wegen dieser wunderschönen Erfahrung auf eine weitere Geburt – sollte Maya mal ein Geschwisterchen bekommen – freuen kann.