Geburtsort:

Klinik

Liebe Kristin,

vier Wochen nach der Geburt meiner Tochter und einer wunderbaren Weihnachtszeit zu Dritt wollte ich Dir gerne meinen Geburtsbericht schicken, auch wenn es schwierig ist einen Moment abzupassen in dem man mal beide Hände frei hat 😊

Vorab wollte ich anmerken, dass ich vor Deinem Kurs noch nie meditiert oder Mentaltraining gemacht habe. Ich bzw. wir haben Dein Wochenendseminar als sehr hilfreich und interessant empfunden und sind sehr happy aus dem Wochenende gekommen.

Die ca. drei Monate bis zur Geburt habe ich dann jeden Tag meditiert und die Atmung geübt was mir persönlich auch die Schwangerschaft an einigen Stellen erleichtert hat ,weil ich einfach entspannt war. Ich hatte durch Deinen Kurs auch keine Angst vor der Geburt obwohl ich durch Mutter und Freundinnen durchaus negativ „geprägt“ war. Aber ich habe mich einfach gut vorbereitet gefühlt. Auch mein Mann hat durch den Kurs nicht nur Einblicke in die Meditation bekommen, sondern auch in den Geburtsprozess allgemein. Es ist aus meiner Sicht sehr hilfreich, dass die Männer von einer unabhängigen Person den Ablauf erklärt bekommen, da sie da doch etwas aufmerksamer zuhören 😊.

Nun zur Geburt selbst:
Los ging es einen Tag nach errechnetem Termin beim Tatort mit einem Blasensprung. Da es meine erste Schwangerschaft war, wusste ich erst nicht genau ob es wirklich die Fruchtblase war, aber da in mir etwas „plopp“ gemacht hat, war ich mir recht sicher. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Wellen. Trotzdem haben wir uns gemütlich auf den Weg ins Krankenhaus gemacht um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist, da die Kleine noch nicht besonders tief im Becken lag wie der Frauenarzt mir am Vortag sagte. Natürlich war ich etwas nervös, weil ich wusste, dass es nun losging, aber ich war positiv gespannt.

Im Krankenhaus angekommen wurde ein CTG gemacht und wir wurden aufgrund der fehlenden Wehentätigkeit zum Übernachten auf die Station der Frauenklinik geschickt. Während der Nacht kamen dann immer noch keine richtigen Wellen und am nächsten Morgen wurde das nächste CTG gemacht und zum ersten Mal Antibiotikum verabreicht. Ansage war dann, dass wenn bis zum Nachmittag die Wellen nicht eingesetzt hätten, müsste die Geburt eingeleitet werden.

Ich habe sowohl in der Nacht als auch den gesamten Vormittag mit deiner Audiodatei meditiert und gegen Mittag setzten die Wellen dann stärker ein und wir sind auf die Geburtsstation gegangen, um ein weiteres CTG zu machen. Wir blieben dann sehr lange in dem „Wehenzimmer“ am CTG weil die Wellen noch nicht stark genug waren. Der Muttermund wurde aufgrund der geplatzten Fruchtblase und der damit verbundenen Infektionsgefahr nur einmal ertastet. Nach einer Weile war mir klar, dass ich jetzt schon etwas weiter war, obwohl die Hebamme noch meinte es würde noch dauern, da ich so ruhig war. Ich bat dann darum in die Badewanne zu können und nur deswegen kamen wir in den Kreißsaal. In der Wanne wurde der Muttermund dann noch einmal getastet und er war bereits 6cm offen, was auch die Hebamme überraschte.

Nach ca. 4 Stunden in der Wanne gab ich meinem Mann Bescheid, dass er die Hebamme holen sollte, da ich einen Pressdrang bekam und mir klar war, dass die Kleine jetzt kommen wollte. Während der gesamten Zeit hat das gesamte Klinikpersonal und insbesondere die Hebamme unseren Wunsch nach Alleinsein und Ruhe sehr unterstützt, so dass wir kaum jemanden gesehen haben. Als die Hebamme dann kam, war sie erneut überrascht, da der Muttermund bereits vollständig offen war. Ich habe während der gesamten Zeit in der Wanne die Audiodatei gehört und versucht den Muttermund bei jeder Welle zu visualisieren.

Sie ließ uns dann erneut alleine und ich verbrachte weitere 1,5 Stunden in der Badewanne mit Presswehen. Leider stellte sich heraus, dass die Kleine noch zu hoch im Becker lag und sich etwas verkeilt hatte. Aus diesem Grund musste ich dann die Wanne verlassen, weil die Hebamme nun mit Unterstützung der Schwerkraft arbeiten wollte. Jetzt begannen etwa 1,5 Stunden, in denen alles versucht wurde die Kleine ins Becken rutschen zu lassen. Trotz der vielen Turnübungen unter Anweisung der Hebamme habe ich weiterhin meditiert, was auch ganz gut funktioniert hat. Ich habe einfach alles gemacht was mir gesagt wurde. Leider rutschte die kleine durch diese Maßnahmen immer noch nicht weiter in das Becken.
Nach einer Stunde außerhalb der Wanne wurde die Hebamme dann etwas nervös, da eine solch lange Austreibungsphase in den Krankenhäusern eigentlich nicht zugelassen wird. Die Hebamme verließ dann den Raum und als mein Mann merkte, dass sie etwas unruhig wurde, ist er zu ihr vor die Tür gegangen um zu fragen was los ist. Sie sagte dann, dass die Kleine so langsam kommen müsse und man nun an einen Kaiserschnitt denken sollte, da sie selbst für Zange und Saugglocke noch zu hoch im Becken lag. Final entscheiden sollte das aber die Frauenärztin. Mein Mann überzeugte die Hebamme dann, dass ein Kaiserschnitt doch schade wäre und fragte ob man nicht noch etwas probieren könne.
Die Hebamme holte dann eine Kollegin und im Anschluss begann die anstrengendste Phase der Geburt. Auf dem Gynäkologiestuhl mit zwei Hebammen presste ich mit aller Kraft die Kleine aus mir raus, indem ich versuchte die Hebamme auf meinen Stuhl zu ziehen, die zwischen meinen Beinen stand. Tatsächlich hat diese Methode den erwünschten Erfolg gebracht und die kleine kam nach 8,5 Stunden nach Wellenbeginn endlich gesund auf die Welt mit 55cm und 3.850g.

Wir sind dem Personal sehr dankbar, dass der natürliche Weg so lange probiert wurde. Sicherlich wäre in anderen Krankenhäusern schneller ein Kaiserschnitt gemacht worden. Aber auch nur dank der Meditation hatte ich die Kraft diese anstrengende letzte Phase durchzustehen, da ich mich zuvor nicht so verausgabt hatte. Das kam sicherlich auch positiv hinzu.

Auch im Nachhinein habe ich die Geburt trotz der anstrengenden letzten Phase als positiv in Erinnerung. […]

Anbei auch noch einmal die Nachricht der Hebamme, die sehr interessiert an der Geburt in Hypnose war und in der „harten Phase“ dazugeholt wurde und den Geheimgriff parat hatte: „Ich danke dir für die Adresse über das Hypnobirthing. Es war sehr beeindruckend, dich zu erleben, wie sehr du bei dir und in dir warst und wie sehr dir diese Art der Geburt gut getan hat. Da kann sich wirklich noch etwas tun in der Geburtshilfe !!! Dankeschön, dass ich dabei sein konnte!“

Ich danke dir liebe Kristin, dass du mir diese Möglichkeit der friedlichen Geburt gezeigt und mir damit eine schöne Geburt ermöglicht hast. […]

Ich sende dir liebe Grüße aus Bremen nach Berlin und wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg der Verbreitung der „friedlichen Geburt“. Ich werde die Methode auf jeden Fall weiterempfehlen.

Deine Katherina