Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht

Für mich ist es 5 Wochen nach der Geburt  immer noch so unwirklich, dass ich so eine schmerzfreie Traumgeburt erleben durfte.

Bei jeder Gelegenheit erzähle ich stolz von dieser Erfahrung; hier ist nun mein Bericht:

Um 5 Uhr morgens ist meine Fruchtblase beim

Umdrehen im Bett gesprungen. Zu diesem Zeitpunkt war ich In der 39+1 SSW mit meinem ersten Kind.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine spürbaren Wellen. Ich freute mich so sehr, dass die Geburt endlich losging.

Mein Freund Marius wechselte die Bettwäsche und holte um 6 Uhr Brötchen vom Bäcker.

Nach dem Frühstück ging ich duschen und dann fingen die Wellen an.

Ich ging ins Bett. An dem Ort, an dem ich seit der 25.SSW die Hypnosen geübt hatte. Bei jeder Welle atmete ich tief in den Bauch und visualisierte den Gebärmuttermund.

Irgendwann wurden die Wellen höher und der Druck stärker, also bat ich Marius im Klinikum anzurufen, um Bescheid zusagen, dass wir bald kommen würden.

Die Abstände der Wellen habe ich bis dahin nicht gemessen, aber um den Hebammen eine Info geben zu können, guckte ich auf die Uhr.

Alle drei Minuten kam eine Welle.

Marius holte das Auto und ich ging nach der nächsten Welle zügig nach unten zum Auto.

Während der Fahrt hatte ich Die Augen geschlossen und auf die spätere Frage meiner Freundin, ob viel Verkehr gewesen sei, hatte ich keine Antwort.

Vor dem Eingang des Klinikums parkten wir auf dem Storchenparkplatz. Dort standen zwei „Doorwomen“ die unsere Temperatur aufgrund von COVID 19 kontrollierten.

Vor dem Kreißsaal musste Marius warten. Die Hebammen wollten bei mir erst prüfen, ob die Geburt wirklich losgeht, bevor er dazu kommen konnte.

Also wurde bei mir ein CTG gemacht und ich wurde untersucht. Mein Gebärmuttermund war zu diesem Zeitpunkt bei 5-6cm geöffnet.

Dass ich schon so weit geöffnet war, war eine richtige Motivation für mich.

Die Gynäkologin kam dazu, nahm mir Blut ab und legte mir einen Zugang. Sie fragte mich, ob ich etwas gegen die Schmerzen haben möchte. Ich verneinte.

Dann wurde ein Corona- und MRSA Test (Krankenhauskeim) gemacht.

Obwohl ich bei der Vorstellung von meiner Traumgeburt nie die Badewanne in Betracht gezogen hatte, bat ich die Hebamme, mir ein Bad einzulassen.

In der Badewanne konnte ich den Mundschutz abnehmen. Marius kam kurze Zeit später dazu, nachdem auch er einen Corona Test gemacht hatte.

Er machte mir die „Hypnose unter der Geburt“ auf meinen AirPods an. Vorher habe ich mich ohne Hypnose auf meine Atmung und die Visualisierung konzentriert und nur sehr wenig gesprochen.

Er setzte gelegentlich den Duftanker, streichelte meinen Nacken und bot mir Wasser an.

Die Hebammenschülerin kam zwischendurch in den Baderaum, setzte sich zu Marius an den Badewannenrand und lobte mich für die tiefe Bauchatmung. Ohne, dass ich ihr den Brief übergeben habe, den ich vorher für sie geschrieben hatte, wusste sie, dass sie mich in Ruhe lassen konnte und sagte uns, dass wir gute Kandidaten für eine Hausgeburt wären.

Irgendwann stellte Marius die Hypnose auf den Lautsprecher um. So hörten auch die Hebammen, was ich die ganze Zelt hörte. Sie sagten, dass auch sie dadurch entspannt wurden.

Ich war ca. 2 Stunden in der Wanne, bis ich einen stärkeren Druck spürte. Ich bat die Hebamme zu fühlen, wie weit ich geöffnet war.

Als sie sagte, dass der Gebärmuttermund seine Arbeit getan hatte, war ich so überrascht und erleichtert, nicht in die „Krise“ geraten zu sein.

Zum Pressen wollte ich in den Kreissaal. Zunächst durfte ich noch nicht mit pressen, weil noch eine kleine Lippe von meinem Gebärmuttermund überstand und ich mich durchs pressen selbst verletzt hätte.

Über den Zugang bekam ich Buscopan (ein entkrampfendes Mittel), damit sich die Lippe schneller zurück zieht.

Auf Rat der Hebammen atmete ich wie ein Pferd aus- Marius atmete mit. Durch diese Atmung wurden meine Lippen ganz trocken. Ohne etwas sagen zu müssen, organisierte Marius mir eine Fettcreme.

Dann durfte ich endlich mit pressen.

Pressewehen sind wirklich verrückt. Ohne einzugreifen, presste mein Körper. Das Stöhnen und die „Dinogeräusche“ kamen von alleine. Zwischendurch kam auch ein Schrei aus mir heraus. Ich verspürte noch immer keinen Schmerz. Dennoch war es sehr anstrengend. Bei jedem Pressen schob ich so doll mit wie ich konnte. Alle feuerten mich an.

Unter den Pressewehen wurden die Herztöne unseres Sohnes schwächer. Die Hebamme rief die Ärztin hinzu und sagte uns, dass in diesem Fall immer einen Ärztin drauf schauen muss. Wenn es drei mal passiert,  müssten sie intervenieren um das ungeborene Kind nicht zu gefährden.

Als ich das hörte, sammelte ich noch mal all meine Kräfte und presste noch doller mit. Die Hebammen konnten bereits den Kopf sehen.

Allerdings „kam er nicht ganz um die Kurve“.

Die Herztöne wurden wieder schwächer. Ich blieb ruhig.

Dann wurde der Oberarzt dazu geholt. Er holte den Kleinen mit der Saugglocke heraus.

In diesem Moment war es vollkommen in Ordnung für mich, dass dieser Eingriff vorgenommen wurde, denn wer weiß wie lange er das Pressen noch unbeschadet mitgemacht hätte…

Ich konnte unseren Sohn direkt greifen und legte ihn mir auf die Brust.