Geburtsort:

Klinik

Mein Geburtsbericht:
Die Entscheidung ist gefallen. Nach vielen Gesprächen mit Gynäkologen und Hebammen, meiner Osteopathin und Psychologen hatte ich mich nun entschieden, eine primäre Sectio durchführen zu lassen oder wie ich es ab sofort nennen werde: eine selbstbestimmte Bauchgeburt!
Den Termin zu den vorbereitenden Gesprächen inklusive Covid19-Abstrich sowie den Termin für die OP konnte ich zum Glück sehr dicht an den errechneten Termin legen, sodass unser 2. Kind noch möglichst lange die Vorzüge der Gebärmutter erleben konnte. 
Ich stellte mich ausführlich auf meine selbstbestimmte Bauchgeburt ein: überlegte gemeinsam mit meinem Mann, welche Hürden mir nach der ersten Kaiserschnitt-Geburt (sekundär) vor drei Jahren im Weg gestanden haben, besprach mit meiner Hebamme sinnvolle Tipps, belas mich ausführlich im Blog von @bauchgeburt und bereitete mich nun gezielt mit der Meditation als Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt aus dem Kurs von @die.Friedliche.Geburt vor. (…)
Außerdem stellte ich eine Fragenliste für den Termin zur Vorbereitung zusammen und fasste etliche Checklisten zusammen, die mir bei @tabealaue und auf dem Blog von @bauchgeburt begegnet sind.
Der Tag der Geburt kam immer näher und meine Wehmut ums Ende dieser Schwangerschaft, ums Ende der Familienzeit zu dritt wurde stärker und stärker. 

Der Tag der Vorbereitungs- und Aufklärungsgespräche zum geplanten Kaiserschnitt war gekommen.
Mein Mann fuhr mich hin und musste coronabedingt die Zeit draußen mit Lesen verbringen, während ich schon mal Kreißsaal-Luft schnuppern und mich über die Risiken aufklären lassen durfte. Ich war zuvor noch nie dort gewesendurch die Corona-Sicherheitsvorkehrungen gab es keine Infoabende oder dergleichen. Die Stimmung war entspannt und angenehm, die Gynäkologin sympathisch, der COVID19-Test harmloser als gedacht und selbst die Blutentnahme klappte problemlos.
Ich konnte alle meine Fragen los werden. Die drei für mich wichtigsten waren „Wie ist das Schmerzmittelschema?“ denn ich hatte mir geschworen, dieses Mal häufiger etwas gegen die OP-Schmerzen zu nehmen , „Darf ich während der Bauchgeburt im Flugmodus mit Kopfhörern Musik hören?“ (Meditation) und „Darf mich am Nachmittag mein Mann mit Sohn besuchen?“auf alle gab es positive Antworten, und so konnte ich die etwas unwichtigeren Fragen auch noch alle los werden.
Nach der Aufklärung über den Ablauf, all die Risiken und Gefahren eines Kaiserschnitts und aufmunternden Worten der Fachärztin wurde ich weiter zur Anästhesie-Aufklärung geschickt. (…) Danke an dieser Stelle an @laraleoleben für die Erinnerung, dieses Tool zu nutzen und an @die.friedliche.Geburt , dass ich das (Kraftort) bereits gelernt hatte!
Auch dieses Gespräch war sehr freundlich und ich verließ die Vorbereitungstermine insgesamt mit einem positiven Gefühlin dem Wissen, dass es am nächsten Tag so weit sein sollte: die selbstbestimmte Bauchgeburt unseres 2. Kindes!…
Ich hatte nur wenigen von diesem konkreten Datum erzählt und so erreichten mich abends wenige und zugleich sehr liebevolle und bekräftigende Worte. Ich war den ganzen Tag so emotionalmir ging ständig „das letzte mal xy“ durch den Kopf und so war ich froh, als ich im Bett lag und mich nun konkret mit Meditationen von @bauchgeburt und @die.friedliche.Geburt vorbereiten konnte. 
Die Nacht schlief ich normal schlecht und morgens, am Tag der Geburt unseres 2. Wunders, war ich ganz ruhig und hatte noch einige wunderschöne Momente mit unserem Großen. Wir wiederholten nochmal unsere „Vermissen-Strategien“ und freuten uns drauf, dass er mich mit Papa am Nachmittag in dem Perinatalzentrum besuchen könne. (…)  

Wir fuhren nüchtern mein Kreislauf merkte es bereitszum Perinatalzentrum und durften im Wartezimmer Platz nehmen, gemeinsam mit zwei weiteren Paaren. Wir waren beide so sehr aufgeregt. In wenigen Stunden sollten wir unser 2. Kind in den Armen halten können.
Ich wollte nur eins: mich dicht ans Fenster setzen und nochmal meditieren als Vorbereitung auf den Kaiserschnitt. Ich konnte die anderen Patienten und das Personal völlig ausblenden und bin in eine tiefe Entspannung gekommen. Die Meditation hat mich total geerdet, zu mir geholt, mir Ruhe gegeben, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. 
Wir warteten und warteten – ich blieb entspannt, sprach mit meinem Baby im Bauch und war voll bei uns, das Handy schon seit langem im Flugmodus.
Eine Ärztin rief mich auf und holte mich in ihr Büro. Irgendwas war komisch, merkte ich sofort!
„Wir können Sie heute leider nicht operieren!“… waren ihre Worte, die mir kurzzeitig den Boden unter den Füßen weg zogen. Ich fragte ungläubig nach, atmete durch, verstand… es gab heute Morgen durch Notfälle und den normalen Geburtsbetrieb keine Kapazitäten für unsere Bauchgeburt.
Ich wollte nur noch eins: endlich Frühstück essen!
Und so genossen wir ganz unverhofft einen wunderschönen „geschenkten“ weiteren Tag mit Babybauch als Paar und später als Familie und obwohl an diesem Tag noch vieles andere schief lief, war ich die Ruhe selbst. Dieser Tag tat uns allen so gut, dass ich der Überzeugung war, es sollte so sein. 
Also abends das gleiche Procedere noch einmal: meditieren, schlafen, vorbereiten…
und am nächsten Tag auf ein Neues!
Nur viel ruhiger und ohne Wehmut verlief der Morgen friedlich und harmonisch inkl. Senkwehen ab. In einer tiefen Ruhe und zuversichtlich kamen wir im Krankenhaus an, wo wir nach einer kurzen Wartezeit im Warteraum in „unseren“ Kreißsaal kamen. OP-Hemd, CTG und Zugang gab es und dann folgte erneut die Botschaft „Ein Notfall ist noch vor Ihnen dran. In ca. 2 Stunden wissen wir mehr.“ Wir übten uns in Warten. (Das gehört definitiv nicht zu meinen Stärken😉) (…) Immer wieder hörten wir die ersten Schreie der Neugeborenen in den Kreißsälen neben uns, was die Vorfreude erhöhte. Wieder halfen Meditationenuns beiden. 
Um 12 Uhr bekamen wir die Info, dass wir die nächsten auf dem Plan seien. Ich war so frohweiteres Warten wäre für mich sehr heftig geworden.
Mit meinen bunt gestreiften Hausschuhen (ich laufe zu Hause nur barfuß), dem hinten offenen OP-Kittelchen ging es am Arm der Hebamme zum OP-Saal, wo mich ein freundliches Anästhesie-Team in Empfang nahm.
Meine Frage, ob es möglich sei, über Kopfhörer was zu hören, wurde sehr engagiert bejaht und ich bekam erneut eine Aufklärung über den Ablauf.
Der Anästhesist spritzte die Spinalanästhesie, während ich „wie ein Kartoffelsack“ da saß und mich aufs Atmen konzentrierte. Immer mehr Ärzte und Pfleger kamen und stellten sich vor und bereiteten mich und die Instrumente vor. Ich durfte mich mit Hilfe der Hebamme und netten OP-Schwestern hinlegen und spürte schon warmes Kribbeln in den Beinen. Ich bekam die Kopfhörer und eine Schwester machte meine Meditation „Kaiserschnitt“ an, die mich sehr schnell von all den vielen Geräuschen und Gesprächen ablenkte und mich in Entspannung brachte. Nach einem „Gefühlstest“ durch den Anästhesisten wurde der Rest der Vorbereitungen abgeschlossen und mein Mann durfte aus der Schleuse zu mir kommen. 
Ich spürte keinerlei Schmerzen, nur Ruckeln und Drücken. Innerlich sprach ich mit dem Baby, bereitete es darauf vor, was nun passieren würde, atmete immer wieder tief ein und lauschte Kristins Stimme. Ich vertraute den Ärzten und ließ mich voll auf die Situation ein. Es war friedvoll und ich konnte bei mir und unserem Baby bleiben, war gleichzeitig bei Fragen ansprechbar. (…) Und dann kam die Erlösung: ein stärkeres Ruckeln am Bauch und ein lauter Schrei unser Schatz war geboren, ein 2. Sohn!💙💚

Leider konnte er nicht direkt zu mir, er musste den Kinderärzten vorgestellt werden. Auch hier half mir die Meditation, denn Kristin sprach davon, im Kontakt mit dem Baby zu sein. Ich ließ ihn also wissen, innerlich gesprochen, dass er ganz bald bei mir sein wird, dass Papa ihn begleitet, dass die Ärzte sich um ihn kümmern. (…)
Dann gabs endlich Entwarnung, als mein Mann, die Hebamme und mein Baby zur Tür rein kamen. „Die Sauerstoffsättigung ist ziemlich niedrig. Sie dürfen ihn jetzt 10 Minuten zum kuscheln haben, bonding hilft häufig. Danach müssen wir nochmal auf die Kinderintensiv und erneut messen!“ puh, kurzer Schreck und dann durfte ich ihn endlich im Arm halten, nackt, Körperkontakt…
Nach der nächsten Kontrolle, zu der Papa wieder mit ging, waren die Werte etwas stabiler. Wir sollten weiter bonding machen und die Kinderärztin wollte später vor der Verlegung auf Station nochmal vorbei kommen. Kaum lag unser Schatz auf mir, suchte er nach der Brustwir stillten. „Ein Kind, das selbstständig stillen möchte und so rosig aussieht, hat keine ernsthaften Probleme mit der Sauerstoffsättigung“, beruhigte mich die Hebamme und freute sich mit uns.
Danach wurde er gewogen und vermessen: stolze 58 cm und 4680 g Geburtsgewicht brachte er auf die Waage und ich war froh, dass wir eine Bauchgeburt geplant hatten.
Sie war wunderschön. Die Vorbereitungen haben sich absolut gelohnt und ich bin so stolz auf mich und meine vor allem mentale Leistung, dass ich es herausschreien mag: „Bauchgeburt ist auch Geburt!“