Geburtsort:

Klinik

Hallo liebe Kristin,

schon lange wollte ich dir meinen Geburtsbericht schicken, meine kleine E. ist ja auch schon inzwischen 6 Monate alt ‚Äď wie schnell die Zeit vergeht ūüôā

Ich hatte das Gl√ľck, Ende letzten Jahres noch einen der begehrten Seminartermine zu¬†ergattern und mein Mann und ich haben uns bei Dir sehr wohl gef√ľhlt. Mein Mann war so auch noch mehr eingebunden (er war ja zum Gl√ľck von Anfang an total √ľberzeugt von der Methode).

F√ľr mich war eigentlich immer klar gewesen, dass, wenn ich mal ein Kind haben sollte, dann w√ľrde dieses auf jeden Fall per Kaiserschnitt geboren. Verr√ľckt, wie sich die Ansichten √§ndern ‚Äď das hatte mir schon meine Mutter vorhergesagt.

Als ich auf deinen Podcast stie√ü,¬†war f√ľr mich ziemlich schnell klar, dass ich auch den¬†Kurs von dir buchen werde. Und ich habe es nicht bereut!!

Ich hatte eine – klingt vielleicht komisch – „unspektakul√§re“ Geburt. W√§hrend Freundinnen von Zust√§nden wie bei Emergency Room berichteten, dauerte meine Geburt knappe 10 Std, wovon ich gef√ľhlt nur 1 Std die Augen offen hatte, trotz zweist√ľndiger Autofahrt (dank Berufsverkehr und Stra√üensperrung) in die Havelh√∂he. Zwischendurch w√§re eine Paracetamol schon ganz nett gewesen, aber sobald ich¬†wieder tiefenentspannt war, waren die Wellen total ertr√§glich. Die Bauchatmung hat mir so gut getan, der Trick schlechthin.

Mein Mann und ich waren den Abend vorher noch bei Freunden und erst um 24 Uhr im Bett. Um kurz nach 4 Uhr bin ich von einem Zwicken im Unterleib wach geworden und aufgestanden, um noch einmal zur Toilette zu gehen. Kaum hatte ich die Beine aus dem Bett geschwungen, lief mir das Fruchtwasser schon die Beine hinunter.

Ich war ganz ruhig und habe mir einfach einen Stapel Handt√ľcher genommen und mich damit aufs Sofa gesetzt und kurz innegehalten. Da ich irgendwie wusste, dass es gleich losgeht, habe ich im Krei√üsaal angerufen und vom Blasensprung erz√§hlt. Die Hebamme¬†meinte nur, dass ich mich mittags nochmal¬†melden solle, wenn noch keine Wellen angefangen haben. Aber ich meinte nur, dass wir uns auf jeden Fall vorher sehen werden – ich sp√ľrte, dass es gleich beginnt. Ich habe mir die Hypnosen angemacht und die heranst√ľrmenden Wellen alle toll veratmen k√∂nnen. Ich hatte √ľberhaupt kein Zeitgef√ľhl mehr, aber irgendwann¬†sp√ľrte ich, dass ich meinem Mann mal Bescheid geben m√ľsste. Daf√ľr musste ich auftauchen und habe direkt die Kraft der Wellen ohne Hypnose zu sp√ľren bekommen – w√§re ich nicht so entspannt gewesen, h√§tte ich wirklich Angst kriegen k√∂nnen.

Mein Mann ist sofort aus dem Bett geh√ľpft und war total aufgeregt, als ich meinte, dass heute unsere Tochter geboren wird. Er hat die Wellenl√§nge f√ľr mich gemessen und dann – ich habe es gar nicht mitgekriegt – in der Havelh√∂he angerufen und uns angemeldet. Da kamen die Wellen schon im Abstand von 3 Min. Er hat¬†schnell alles zusammengepackt und los ging es mit dem Auto auf den Stadtring. Normalerweise brauchen wir 30 min zur Havelh√∂he, wir haben an dem Tag aber alles mitgenommen, was ging. Mein Mann hat Blut und Wasser geschwitzt, dass wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen w√ľrden. Einige Wellen im Auto waren schon¬†schmerzhaft, ich konnte mich aber immer gut wieder reinbringen. Dass wir letzten Endes 2 Std gebraucht haben, bekam ich gar nicht mit. Ich hatte Kopfh√∂rer und eine Schlafmaske auf (was wohl die Leute im Stau neben uns gedacht haben m√ľssen?? :-))

Als wir um 10 Uhr in der Havelh√∂he ankamen, hat uns eine Hebamme gleich in Empfang genommen, mich schnell untersucht und mir anschlie√üend eine Wanne eingelassen. Das hat super gut getan und dort habe ich einfach bis 12 Uhr rumged√ľmpelt, ohne mich zu bewegen. Mein Mann hat mir alle paar Minuten etwas zu trinken angereicht und ansonsten auf dem Boden neben der Wanne gesessen. Um 12:20 Uhr war der Muttermund vollst√§ndig offen und ich konnte ihren Kopf schon f√ľhlen. Ein ganz irres Gef√ľhl.

Irgendwie ging es in der Wanne aber nicht mehr wirklich voran, sodass ich mich aufs Bett legen wollte. Da lag ich dann bis zu ihrer Geburt um 14:02 Uhr auf der Seite. Witzigerweise tat mein Oberschenkel auf einmal weh, aber ansonsten kann ich mich nicht wirklich an Schmerzen erinnern. Die Hebamme leitete mich nur noch ein bisschen beim Pressen an und schwups war unsere Tochter geboren. Sie wog 3950g (mein Mann war fast etwas entt√§uscht – er hatte sich ein Baby √ľber 4 Kilo gew√ľnscht – quasi eine Familientradition. Alle aus seiner Familie bekommen Kinder √ľber 4 Kilo, aber wir waren ja knapp dran :-))

Wir konnten es beide gar nicht glauben, dass da einfach ein Baby aus mir geschl√ľpft ist und dann auch noch alles so „glatt“ ohne jegliche Interventionen funktioniert hat. Ich war nicht eine Sekunde lang unsicher oder hatte Zweifel, dass ich es nicht schaffen k√∂nnte. Ich war einfach ganz bei mir (mit dir auf meinen Ohren). Ich konnte die kleine Maus allerdings nicht sofort¬†auf meine Brust legen, da sie eine extrem kurze Nabelschnur hatte und erstmal auf meinem Oberschenkel geparkt wurde, bis die Nabelschnur auspulsiert war.

Ein kleiner Scheidenriss wurde noch genäht und dann ging es nach ganz viel Kuscheln auf unser Zimmer. In der Havelhöhe wurden wir 3 Tage toll betreut, bevor es nach Hause ging.

Nun planen wir schon unsere sechsw√∂chige Bustour in den S√ľden.

Wir danken Dir von Herzen, mit deiner Hilfe so eine wundervolle Geburt erlebt zu haben. Ich werde wohl mein Leben lang von dieser Erfahrung zehren können.

Alles Liebe

E., S. und Manuela