Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht: T., 01.09.2021

spontane Geburt nach 6 1/2 Stunden mit Einleitung ET+10

Am 31.08. gegen 13 Uhr brachte mich meine Schwester (sie war stellvertretend für meinen Partner mein Notfallkontakt, da er noch nicht in Deutschland ist) zur Einleitung ins Krankenhaus. Ich war bereits 10 Tage über meinem Termin, hatte langsam keine Lust mehr auf das Schwangersein, aber dachte gleichzeitig bis zum letzten Moment, dass ich eine Einleitung vllt. doch umgehen könnte und der Kleine sich von selbst auf den Weg macht. Dem war nicht so und so fuhr ich aufgeregt ins Krankenhaus.

Der Kreißsaal, die Hebammen, die von Anfang bis Ende bei mir waren… Alles war großartig, liebevoll und ich hab mich super aufgehoben gefühlt.

Im Kreißsaal angekommen, wurde ich aufgenommen und eine nette Ärztin erklärte mir noch einmal so lang und so oft, wie ich das brauchte, die Wirkung der Tablette und dass wir ganz entspannt beginnen.

Ich nahm also irgendwann gegen 14.30 Uhr die erste, kleinste Dosis der Tablette und ging mit meiner Schwester, die vor dem Krankenhaus wartete, spazieren und noch etwas essen. Es passierte nichts, mir ging es gut und das CTG war unverändert, als ich wieder auf meinem Zimmer im Kreißsaal war. Ich stellte mich darauf ein, dass es eine lange Nacht werden könnte, wenn es nicht sogar über die Nacht hinauslaufen würde.

Gegen 18.30 Uhr bekam ich eine Dosis höher… Kurze Zeit später merkte ich, dass sich irgendwas anders anfühlte. Irgendwas zog… Ganz wenig und leicht, aber es tat sich was. Da mich die Aufregung und Vorfreude packte, setzte ich meine Kopfhörer auf und ging sofort in Hypnose mit Kristins Stimme. Ich schlief anscheinend noch einmal ein und wurde erst zum nächsten CTG sanft von einer Hebamme geweckt. Ich wurde angeschlossen, die Hebamme ging und ich merkte, wie das Ziehen intensiver wurde. Ich fragte mich, ob das jetzt wohl die Wellen sein sollten, da ich dachte, dass mir dann doch vllt. der gesamte Bauch ziehen musste und nicht nur der Unterleib.

Das Ziehen intensivierte sich weiter nach dem CTG, ich versuchte, in Hypnose zu bleiben, veratmete und fragte mich weiterhin, ob das jetzt die echten Wellen waren.

Gegen 22.30 Uhr hatte ich dann doch mal irgendwann erkannt, dass ich Wellen habe und konnte ab diesem Zeitpunkt durch die Intensität nicht mehr in Hypnose bleiben. Ich rief eine Hebamme, die bot mir ein Bad und Zäpfchen an, ich bejahte und fragte sie, ob sie mich untersuchen könne, da ich das Gefühl hatte, es sei schon was passiert.

Ich war bei 4cm Öffnung des Muttermundes. Ich sagte meiner Schwester Bescheid, dass sie ins KH kommen könne, wenn sie wolle und sie fuhr sofort los.

Ab diesem Zeitpunkt (gegen 23.15 Uhr) ging alles wahnsinnig schnell. Ich bekam so starke Wellen (jede Minute), konnte weder sitzen, noch stehen und lag nur noch auf meinem Bett in Seitenlage. Die Hebamme machte mit meiner Schwester draußen einen Schnelltest und währenddessen spürte ich, wie sich in mir etwas immer schneller öffnete. Als ich das Gefühl hatte, dass ich demnächst mein Kind allein bekommen würde, kamen die Hebamme und meine Schwester in den Raum, die Hebamme untersuchte mich und ich war bei 10cm (das war gegen 0:15 Uhr). Ich wurde in den Entbindungsraum mit dem Rollstuhl geschoben, denn Laufen ging nicht mehr, ich brauchte noch 4x pressen und um 0.55 Uhr war T. auf der Welt.

Das Baden und auch die Zäpfchen waren am Ende hinfällig, da alles so schnell verlief.

Alles war am Ende irgendwie anders, als ich mir das die Monate vorher vorgestellt hatte, aber es war gut, dass ich offen für andere Optionen geblieben bin. Die Hypnose konnte ich im restlichen Geburtsprozess nicht mehr anwenden aber dafür hat sie mir unglaublich viel Angst und Zweifel in der Schwangerschaft und den ersten Wellen genommen.

Tristan ist trotz dieser wirklich schnellen Geburt und seinem Turbo durch den Geburtskanal ein entspanntes Baby. Er braucht noch viel Nähe, aber welches Baby braucht das nicht. Den Papa konnte ich noch per Video aus dem Entbindungsraum anrufen und wir konnten so einen kurzen Moment zu dritt genießen.

Alles in allem war es für mich eine tolle Geburt.

Danke an Kristin und ihr Team für die tolle Arbeit und die großartige Begleitung der Frauen durch diese Zeit.