Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht Benedict  

Liebe werdende Mamis und Papis,  

am 06.06.2019 erblickte unser zweites Wunder das Licht der Welt. Gerne möchte ich mein unvergessliches Geburtserlebnis mit euch teilen.  

Donnerstag 06. Juni 2019. Ich gehe zur Toilette und entdecke größeren Schleimabgang. Die Frage „Geht die Geburt heute los?“ geht durch meinen Kopf. Ich spüre ein Kribbeln im Bauch. Es ist eine Mischung aus Vorfreude und Aufregung. Um 10 Uhr merke ich ab und an ein Ziehen im unteren Rücken. Ich denke mir, dass ich davor die Tage auch schon so ein Ziehen gespürt habe. Diesmal ist es jedoch anders. Da ist so ein „komisches“ Gefühl. Außerdem kommt und geht das Ziehen in größeren Abständen. Mein Bauch ist an diesem Tag hart wie Stein. Die ersten Wellen – die Geburt beginnt!  

Um 11.15 Uhr erwarte ich meine begleitende Hebamme für eine geburtsvorbereitende Massage. Ich berichte ihr vom Lösen des Schleimpfropfs und dem regelmäßigen Ziehen im unteren Rücken. Nach diesen Aussagen stimuliert sie einige Akkupressurpunkte, um die Durchblutung im Becken anzuregen. Am Ende der Massage reibt sie meinen Bauch mit einem wellenfördernden Öl ein und fragt mich „Habt ihr heute noch etwas Schönes vor?“ und beantwortet die Frage dann selbst mit „Ein Kind bekommen, mmh?“. Daraufhin lachen wir sehr… Eine Stunde später sind die Wellen schon regelmäßiger und stärker. Ich schreibe meinem Mann, dass er sich langsam auf den Heimweg von der Arbeit begeben soll. Nebenbei lese ich unserem Erstgeborenen noch ein paar Bücher vor und veratme zwischendurch immer wiederkehrende Wellen.  

Gegen 15.00 Uhr wird der Große vom Opa abgeholt. Ich denke, dass es nun Zeit ist, in Hypnose zu gehen und mich „einzuschwingen“. Ich ziehe mich ins Schlafzimmer zurück, dunkle den Raum ab und mache noch einmal die mentale Geburtseinleitung, bevor ich die Geburtshypnose einschalte. Die Wellen kommen alle 10-12 Minuten. Mein Mann packt die letzten Sachen in die Kliniktasche (ich habe einen Zettel vorbereitet mit Dingen, die wir erst kurz vor der Abfahrt hineinpacken können) und versorgt mich mit Trinken. Ich spüre lediglich ein starkes Ziehen, welches mit der Atmung so gut auszuhalten ist. Schließlich habe ich das Bedürfnis nach Wärme und bitte meinen Mann, mir eine Wärmflasche zu bringen. Diese lege ich mir auf den unteren Rücken. Das tut gut! Ich kann mich nun, neben Kristins angenehmer Stimme, noch besser entspannen. 

Die Zeit vergeht wie im Flug und um 19.00 Uhr kommen plötzlich zwei Wellen kurz hintereinander. Knacks! „Was war denn das? Ich glaube meine Fruchtblase ist gerade geplatzt.“ Ich lächele. Mein Mann bringt mir ein Handtuch und ruft im Kreißsaal an, um unsere Ankunft anzumelden. Die Hebamme freut sich auf uns und verkündet „Nicht, dass Sie sich wundern: Jeden ersten Donnerstag im Monat ist Infoabend für Schwangere und ihre Geburtsbegleiter. Es sind also noch einige Leute hier. Sie werden dennoch Ihre Ruhe haben, das geht natürlich vor.“.  

Die Prüfung, unter einer solchen Bedingung in Hypnose zu bleiben, steht mir bevor. Ich blicke diesem Umstand gelassen entgegen. Was bleibt mir auch anderes übrig? Die Wellen kommen nun alle 5 Minuten. Wir laufen langsam vom Dachgeschoss hinunter zum Auto. Davor umarme ich meinen Mann und veratme nochmal eine Welle. Die Fahrt in die Klinik beginnt und ich schließe die Augen. Das Kissen im Rücken und ein leicht zurückgelehnter Sitz ermöglichen mir einen bequemen Transport. Auf dem Weg vom Auto ins Krankenhaus veratme ich immer wieder Wellen. Vor und im Kreißsaal laufen bestimmt 30 Leute vom Infoabend umher, darunter sogar eine gute Freundin mit ihrem Partner, die hier auch vor Kurzem entbunden hat und sich selbst mit dem Onlineseminar vorbereitete. 🙂 Ich nehme in diesem Moment die Menschen um mich herum jedoch gar nicht richtig wahr und bleibe im inneren Raum. Das Äußere scheint weit weg zu sein.  

Eine Ärztin fängt uns ab (ca. 20.15 Uhr) und stellt mir eine Frage. Mein Mann übernimmt sofort die Kommunikation und erklärt ihr kurz, dass ich in Hypnose bin und er sich wünscht, dass die Fragen mit ihm geklärt werden. Sie ist glücklicherweise sehr offen dafür. Die Ärztin führt einen Ultraschall durch und checkt kurz die Lage und Größe des Kindes. Ich habe die Augen weiterhin geschlossen und befinde mich wie in einer Blase. Die Atmung hilft mir weiterhin sehr gut, das Ziehen auszuhalten. Anschließend begeben wir uns in einen Vorbereitungsraum zum CTG-Schreiben. Die Hebamme betritt den Raum und mein Mann informiert auch sie über meinen hypnotischen Zustand. Sie findet es großartig, ist sehr aufgeregt und sagt „Ihr macht das so klasse, da möchte ich euch nicht stören. Ich lasse euch erstmal alleine.“. Plötzlich übermannt mich eine heftige Welle und ich töne auf. Ich muss mich nun noch mehr konzentrieren, um in der Tiefenentspannung zu bleiben. Die Anker (der Geruchsanker ist mein Liebling) helfen mir sehr dabei. Die Hebamme kehrt zurück und tastet den Muttermund ab. Ich möchte wissen, wie weit er bereits offen ist, da ich sehr neugierig bin. Sie sagt mit einem Strahlen „Nahezu vollständig!“. Ich kann es nicht fassen. Das hätte ich nicht gedacht. Ich fühle mich zwar weit, aber habe keine Schmerzen. Das Ergebnis motiviert mich und ich gehe wieder mit meinem Baby in Verbindung. Ich schicke ihm gedanklich ein paar liebevolle Worte „Wir schaffen das”. 

Die Hebamme legt einen Zugang, da ich auf B-Streptokokken positiv getestet wurde. Dies bekomme ich überhaupt nicht mit, obwohl ich das normalerweise als äußerst unangenehm empfinde.  Anschließend nutzen wir eine Wellenpause und gehen zügig in den „richtigen“ Kreißsaal. Mit jeder Welle spüre ich eine wahnsinnige Kraft, die mich so viel Energie kostet, dass ich meinen Mann in jeder Pause mit nur einem, immer wiederkehrenden Wort konfrontiere „Wasser!“. Ich befinde mich nun in einer leichteren Trance und lasse mich vollkommen von meinem Körper leiten. Dennoch höre ich weiterhin Kristins Hypnose und versuche, mich auf die Atmung zu konzentrieren. Die Austreibungsphase zieht sich ein wenig, da meine Blase sehr voll ist. Ich verspüre ein existenzielles Körpergefühl. Beim Schichtwechsel der Hebammen denke ich kurz darüber nach, wie diese ab jetzt diensthabende Hebamme wohl sein wird. Nach einigen Minuten wird mir klar, dass sie perfekt ist, um mich zu begleiten. Sie nimmt eine Beobachterrolle ein und strahlt eine wahnsinnige Ruhe aus. Ich komme wieder mehr in die Trance.  

Um 22.58 Uhr kommt unser zweiter Sohn ganz friedlich auf die Welt. Er schreit nicht, sondern „meckert“ leicht und ist von der ersten Sekunde an so ein tiefenentspanntes Baby. Mich überkommt ein Gefühl von Demut, Dankbarkeit, purem Glück und grenzenloser Liebe. So kann Geburt also auch verlaufen. Es ist unbeschreiblich und so eine wertvolle Lebenserfahrung.  

Fazit  

Gerade in der Eröffnungsphase hat mir die Hypnose ganz wundervoll geholfen. Ich hatte in dieser Phase keine Schmerzen. Das einzige Gefühl, was ich als schmerzhaft bezeichnen würde, war der spätere Dammriss. Das war jedoch so ein kurzer Augenblick und der war schnell vergessen.  

Ich blicke nun zurück auf eine Schwangerschaft, die dank Kristins Methode zu etwas ganz Besonderem wurde. Eine Zeit mit viel Entspannungsmomenten (trotz eines Kleinkinds zu Hause) und einer Gewissheit, dass die mentale Vorbereitung bei der zweiten Geburt helfen wird. Ich bin unendlich dankbar, dass du, liebe Kristin, dein Wissen mit uns teilst und hoffe, dass sich deine Methode überall verbreitet. Ich jedenfalls werde sie allen Schwangeren als Herzensempfehlung mit auf den Weg geben.  

Tausend Dank für deine wundervolle Arbeit!