Geburtsort:

Klinik

Triggerwarnung Einleitung – ich kennzeichne es aber deutlich, lesen lohnt dennoch

Geburtsbericht

M. 28.07.2021 am ET

Gewicht: 3300g Größe: 50cm 33cm Kopfumfang

Ich habe von Beginn an geübt, aber durch das Kleinkind nicht sehr regelmäßig. Gerade am Ende habe ich dann doch versucht, einmal am Tag die kurze Vorbereitung oder Selbsthypnose zu schaffen. Der Atmung habe ich zugegebenermaßen nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Nachdem mein Sohn vor 2 Jahren am ET aus Gründen per KS geholt werden musste, habe ich mich diesmal erneut mit der friedlichen Geburt vorbereitet und die Zeichen standen gut dafür, dass es diesmal eine spontane Geburt werden konnte.

Schon 2 Tage vor ET hatte ich abends und nachts regelmäßige Wellen, die ich mit der Geburtsbegleitenden Hypnose verbrachte und zwischendrin hörte ich immer wieder die mentale Geburtsbeginn-Förderung. Es kam aber immer wieder zu langen Pausen und so war ich gespannt, was die nächsten Tage bringen sollten.

Am Tag vor dem ET hatte ich dann das erste Mal einen Flüssigkeitsabgang, der zwar nicht ganz deutlich war, aber mein Gefühl sagte mir, es ist Fruchtwasser. Nach Absprache mit Hebamme und Krankenhaus machten wir uns am Nachmittag langsam auf den Weg ins Krankenhaus. Dort wurde ich untersucht und aufgenommen. Bis zum nächsten Vormittag wurde ich nur beobachtet, danach stand dann eine Einleitung auf dem Plan.

Auch an diesem Abend und in der Nacht hatte ich immer wieder regelmäßige Wellen, ich hatte die komplette Nacht die Geburtshypnose auf den Ohren und konnte damit die Wellen gut veratmen und zwischendurch immer wieder ruhen. Leider wurde aus diesen Wellen nicht mehr…

Am nächsten Morgen wurden dann die verschiedenen Möglichkeiten der Einleitung besprochen.

 

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Ab hier spreche ich eine Triggerwarnung zum Thema aus, ich werde das Ende mit * kennzeichnen, so könnt ihr einfach darüber wegscrollen. Es kann durchaus Mut machen zu lesen wie es mir trotz Einleitung erging.

Man entschied sich für eine vaginale Einleitung mit Prostaglandin. Ein kleines „Zettelchen“ mit dem Wirkstoff wurde vor den Muttermund gelegt. Nach wenigen Minuten kam es zu regelmäßigeren Wellen. Ich wurde zunächst Richtung Zimmer geschickt und sollte 2 Stunden später zu einer erneuten Kontrolle vorbeischauen. Doch schon im Zimmer überrollten mich immer wiederkehrende Wellen, eine Pause war kaum noch wahrnehmbar. Ich versuchte, sie mit Hypnose und Atemtechnik zu kontrollieren, scheiterte aber und bekam Sorge vor dem, was mich noch erwarten könnte. Ich schrieb meinem Mann eine Nachricht und bat ihn zu kommen. Schleppte mich dann zum Kreißsaal. Dort zeichnete man ein CTG auf und erkannte schnell, dass mein Gefühl der fehlenden Pausen durchaus richtig war. Nach kurzer Zeit wurde das Zettelchen wieder entfernt. Leider stellte sich keine Besserung ein. So bekam ich auch noch ein wellenstoppendes Mittel. Mein Mann war zum Glück in der Zeit eingetroffen und unterstützte mich. Eine Hypnose war für mich in der ganzen Zeit nicht möglich, es kamen und gingen die Wellen so schnell, dass ich gar keine Zeit für Visualisierung oder Atmung hatte. Nachdem es ganz langsam etwas besser wurde, fragte mich die Hebamme, ob ich zur Beruhigung in die Wanne möchte. Ich bat um eine Untersuchung, da mein Gefühl sagte, dass diese sehr anstrengenden 2 Stunden ohne großen Effekt geblieben waren… dies bestätigte sich mit einer MM Eröffnung von 2cm zu diesem Zeitpunkt. Für mich war es sehr weit weg, dies noch lange durchhalten zu können, geschweige denn stärkere Wellen zu durchstehen. Ich äußerten den Wunsch eines KS, wenn auch sicher nicht ganz bei mir, war es für mich weit weg, nun noch Stunden einer Geburt überstehen zu können.

******************** Trigger Ende

 

Die Hebamme bat mich, das Bad auszuprobieren und die Medikamente weiter wirken zu lassen. Ich nahm das Angebot an, zog mit meinem Mann zusammen in das Badezimmer um und liess ab dem Zeitpunkt die Hypnose laut über mein Handy abspielen. In dem warmen Wasser der Wanne schaffte ich es, mich zu entspannen und die Wellen nahmen eine annehmbare Regelmäßigkeit ein und gaben mir immer wieder Pausen. Die Intensität war sehr gut auszuhalten, ich würde es nicht als Schmerz bezeichnen. Die Atmung klappte gut und so verbrachte ich knapp 1 1/2 Stunden in der Wanne, in denen mein Mann ganz entspannt neben mir saß und nur ab und zu dafür sorgte, dass ich etwas trank.

Plötzlich änderte sich mein Gefühl, ich spürte einen Pressdrang und war zunächst irritiert. Wusste ich doch, dass dies durchaus für die letzte Geburtsphase sprechen könnte – aber sollte es nun wirklich so schnell gegangen sein. Ich bat meinen Mann darum, die Hebamme zu holen. Da es gerade recht rasant wurde im Kreißsaal, dauerte es einen Moment, bis sie zu uns kommen konnte. Diese Zeit fiel es mir etwas schwer, bei mir zu bleiben, weil der Drang doch deutlich war, ich mir aber nicht sicher war, ob ich ihm nachgeben sollte. Mit der Hebamme ging es zurück in den Kreißsaal und sie fragte, ob ich eine Untersuchung wünschte. Ich bat darum, um mein Gefühl einschätzen zu können und tatsächlich war der MM in der Zeit in der Wanne voll eröffnet. Das gab mir Mut und Hoffnung, nun auch den letzten Schritt schaffen zu können. Die Hypnose lies ich ausstellen und versuchte vor allem, auf meinen Körper zu hören. Ich nahm die letzte Phase als ebenfalls gut machbar wahr. Die letzten Wellen, die die Maus durchs Becken brachten, waren eher in den Pausen unangenehm aufgrund der Dehnung, aber im Gegensatz zu der Zeit der Einleitung fühlte ich eine Form von Kontrolle. Und so kam, mit etwas Hilfe, nach knapp 5 1/2 Stunden seit Einleitung unsere Tochter auf die Welt.

Ich bin im Rückblick wirklich fasziniert, mit wie viel Ruhe ich die Eröffnung nach dem Stress der Einleitung doch durchleben konnte. Auch die letzte Phase war gut machbar, wenn auch körperlich deutlich anstrengender.

Vielen Dank für den Kurs, der mir sowohl beim Kaiserschnitt, als auch bei der spontanen Geburt diese Sicherheit ermöglich hat.