Geburtsort:

Klinik

Trigger Warnung: Einleitung, PDA

Bericht der wunderbaren Geburt meiner Tochter A.V., 22.04.2021 (39+5), erstes Kind, 50 cm, 3008 g

Geburtsvorbereitung: Schwangerschaftsyoga, Hypnobirthing, Die Friedliche Geburt, Himbeerblättertee, Akupunktur, Osteopathie, EpiNo.

Während meiner Schwangerschaft habe ich mir schon recht viele Sorgen über die Geburt gemacht und so zahlreiche tolle und ermutigende Geburtsberichte in der Facebook Gruppe gelesen, dass ich nun auch meinen veröffentlichen möchte! Besonders, um Frauen Mut zu machen, die Angst vor einer Einleitung oder einer PDA haben, denn obwohl ich mir das alles nicht so gewünscht und es mir auch sicher nicht so vorgestellt habe, wurde es dennoch ein sehr schönes Erlebnis!

Die Schwangerschaft selbst lief komplikationslos und ist mir als sehr schöne und besondere Zeit in Erinnerung geblieben. Meine Traumvorstellung war immer schon eine Wassergeburt, und ich war mehr als glücklich, als ich vom Krankenhaus trotz Corona grünes Licht bekam. Allerdings kam es dann doch anders… Fünf Tage vor ET spürte ich lange Stunden keine Bewegungen mehr von der Kleinen, deshalb sind wir abends ins Krankenhaus gefahren. Das CTG war in Ordnung, es waren sogar schon ganz leichte Wellen zu sehen. Zufälligerweise hatte meine Frauenärztin Dienst, so dass sie noch mal eine genauere Untersuchung gemacht hat. Leider hat sie auf dem Ultraschall festgestellt, dass kaum noch Fruchtwasser übrig war und die Plazenta auch schon recht verkalkt war. Bis dahin ging auch noch jeder von einem größeren, schwereren Kind aus, sie wollte also kein Risiko eingehen und nicht bis zum ET warten und ordnete eine Einleitung an. Wir bekamen immerhin noch zwei Tage Zeit, um alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass sich die kleine Maus doch noch von alleine auf den Weg macht…

Am Tag der geplanten Einleitung löste sich mittags auch der Schleimpfropf, allerdings passierte nichts weiter, so dass uns nichts anderes übrig blieb, als ins Krankenhaus zu fahren und uns auf die Einleitung einzustellen, denn mein Mann und ich waren uns beide einig, kein Risiko eingehen zu wollen. Mir wurde abends eine Prostaglandintablette eingelegt und empfohlen, mir noch mal einen schönen gemütlichen Abend zu machen, am folgenden Morgen würde erneut der Befund überprüft werden und es dann entweder mit einer weiteren Tablette oder Wehentropf weitergehen.

Pustekuchen, dazu kam es nicht mehr! Nach etwa einer halben Stunde überkam mich ein heftiger Wellensturm, ich wusste gar nicht, wie mir geschieht. Das Veratmen fiel mir schwer, denn bei jedem Atemzug hatte ich ganz starke Schmerzen im Kreuz. Anfangs lag ich noch im Bett und habe versucht, in die Tiefenentspannung zu kommen aber das war wegen der Schmerzen kaum noch möglich. Um 3:00 Uhr nachts hat mein Mann mich runter zum Kreissaal begleitet. Befund: der Gebärmutterhals war verstrichen und bei 3 cm Öffnung. Das war erst mal ernüchternd, denn ich konnte mir nicht vorstellen, noch lange weiter durchzuhalten! Ich durfte dann in die Badewanne und freute mich sehr darauf, im Wasser zu sein. Mit der Wärme und im Vierfüßlerstand ging es tatsächlich auch eine Weile besser, aber die Wellen kamen weiterhin im Minutentakt und irgendwann fing ich an, ständig zu erbrechen… Über die Lautsprecher lief Kristins Stimme, allerdings nahm ich nur noch das Herunterzählen wahr — das hat tatsächlich immer wieder geholfen! Drei Stunden später war ich allerdings komplett am Ende meiner physischen und psychischen Kräfte angekommen, die Schmerzen waren unerträglich und durch das Erbrechen und die nicht nachlassenden Wellen konnte ich nicht mehr. Die Hebamme wusste, dass ich eine PDA auf jeden Fall vermeiden wollte, aber sowohl sie als auch mein Mann vermittelten mir sanft das Gefühl, dass ich nun genug gekämpft hätte, und es jetzt völlig in Ordnung wäre. Bei stolzen 8 cm angekommen, willigte ich schließlich ein. Der Anästhesist kam zum Glück sehr schnell, und von der Geburtswanne ging es ins Bett. Das legen der PDA empfand ich als schwierig, denn die Wellen kamen weiterhin so schnell hintereinander, dass es mir unmöglich erschien, ganz still sitzen zu bleiben. Dennoch war sie sehr schnell gelegt, und dann setzte auch schon die Linderung ein…

Und ab da war die Geburt wirklich traumhaft! Ich konnte endlich ein bisschen durchatmen, und nach so vielen Stunden im Vierfüßlerstand war es eine Wohltat, endlich ein bisschen auf dem Rücken liegen zu können. Die Wellen wurden erträglich, ich konnte wieder lachen und mich wirklich auf die letzte Phase der Geburt freuen! Da sich meine Kleine als Sternenguckerin entpuppte, musste ich nach kurzer Verschnaufpause nochmals in den Vierfüßler für eine Weile, aber nach 45 Minuten hatte sie sich in die richtige Position gedreht, ich war vollständig eröffnet und die Geburt konnte losgehen! Während der Austreibungsphase habe ich noch genug von den Wellen gespürt, um fleißig mithelfen zu können, und das gesamte Team hat mich unglaublich angespornt und motiviert. Sie haben mir einen kleinen Spiegel hingehalten, um das Köpfchen sehen zu können, was mich weiter unglaublich motiviert hat, und keine halbe Stunde später durften wir unsere kleine A. endlich das erste Mal sehen! Sie wurde mir gleich auf den Bauch gelegt, und ich habe erst mal geweint vor Glück, ich konnte es absolut gar nicht fassen, dass dieses Wesen soeben aus meinem Bauch rausgekommen war! Die Plazenta kam nach noch nicht mal 5 Minuten, aber ich war so abgelenkt, dass ich es gar nicht mitbekommen habe. Verletzungen hatte ich keine.

Meine Angst, dass es wegen der PDA zu Stillproblemen kommen könnte, hat sich auch nicht bewahrheitet, das Stillen hat von Anfang an super geklappt.

Es war sicher nicht die Geburt, die ich mir in meinen Träumen vorgestellt habe, aber ich fand die letzten 3 Stunden (ab der PDA) so derart wunderschön, dass mir das gesamte Erlebnis als extrem positiv in Erinnerung geblieben ist.

Was würde ich bei der nächsten Geburt anders machen? Ich hoffe natürlich sehr, dass es nicht mehr zu einer Einleitung kommt, aber wenn doch, würde ich definitiv nicht mehr so lange zögern, um nach einer PDA zu fragen. So sehr ich sie auch abgelehnt habe: sie hat mir geholfen, statt einer traumatischen eine traumhafte Geburt zu erleben, friedlich und vor allem selbstbestimmt!

Ein ganz ganz großes Dankeschön an Kristin und ihr Team für das Geschenk der friedlichen Geburt!