Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht

A.M., geb. 26.12.2020 um 10:14 Uhr, 3550 g, 53 cm, 34 cm KU an 38+1

Unser größtes Weihnachtsgeschenk

Zur Vorgeschichte:

Mein erster Sohn kam am 16.04.2019 in einer sehr traumatischen Geburt mit sekundärem Kaiserschnitt zur Welt.

Dieses Mal sollte aber alles anders werden! Mit positivem Schwangerschaftstest begab ich mich auf die Suche nach einer Beleghebamme und hatte unglaubliches Glück, eine ganz Fantastische zu finden. Mit ihr traf ich mich nun monatlich und sie erzählte mir vom Podcast der Friedlichen Geburt.

Diesen begann ich zu hören und schnell wurde klar, dass ich den Kurs machen möchte! Außerdem begab ich mich während dieser Schwangerschaft in traumatherapeutische Behandlung, um das Trauma der ersten Geburt zu verarbeiten und hinter mir zu lassen. Auch hier hatte ich Glück, mithilfe meines Frauenarztes eine wunderbare Therapeutin zu finden.

Seit der 24. SSW machte ich also den Kurs und übte die Hypnosen. Während der Schwangerschaft war ich viel entspannter als in der letzten und hätte ruhig noch länger schwanger bleiben können, da es mir wirklich bis zum Schluss sehr gut ging.

Mein ET war der 08.01.21 und eigentlich wollte ich gerne ins neue Jahr kommen. Mein großer Sohn kam schon 10 Tage zu früh und die Kleine lag nun auch schon seit der 36. SSW sehr tief, sodass mein Frauenarzt mir Ruhe verordnete. Vorwellen hatte ich schon seit der 32. SSW und zum Schluss natürlich immer mehr.

Weihnachten kam und bis auf die normalen Vorwellen war nichts außergewöhnlich. Am Abend des ersten Weihnachtstages war ich mir sicher, ich habe das erste Ziel geschafft, Weihnachten würde sie ganz sicher nicht mehr kommen.

Am zweiten Weihnachtstag wachte ich morgens gegen halb 6 Uhr von einer Welle auf. Zuerst dachte ich mir nichts dabei, denn die Vorwellen kannte ich ja schon zu genüge. Weiterschlafen konnte ich allerdings auch nicht, also stand ich auf, um meinen Mann und meinen Sohn nicht zu wecken. Ich ging also runter und frühstückte, ging zur Toilette und legte mich noch etwas auf die Couch. Die Wellen kamen immer wieder und ich wandte die geübte Bauchatmung an. Die Abstände waren da so ca. 10 Minuten. Also entschied ich mich, in die Badewanne zu gehen. Das warme Wasser war herrlich und ich merkte, die Wellen blieben, waren aber absolut gut auszuhalten. Nun da sie blieben, schrieb ich meiner Hebamme eine Nachricht, startete die Geburtshypnose und nach einer halben Stunde rief mich meine Hebamme an. Ich erklärte ihr die Lage, denn zu dem Zeitpunkt kamen die Wellen recht unregelmäßig (alle 10/8/3 Minuten) und ich konnte mich währenddessen auch noch mit ihr unterhalten. Sie sagte, das höre sich nach Geburtsbeginn an und ich könnte noch in der Wanne entspannen, solange ich mich wohl fühlte. Um ca. halb 8 Uhr weckte ich meinen Mann, der dann unseren Sohn schon fertig machen und meine Mutter anrufen konnte, die zur Betreuung kommen sollte. Als sie um 8 Uhr informiert war (mein Mann hatte ihr gesagt, sie könne sich in Ruhe fertig machen) wurde ich unruhiger und die Wellen kamen nun auch häufiger (ca. alle 3-4 Minuten). Ich stieg aus der Wanne und ich merkte schnell, meine Mutter sollte sich bitte nicht zu viel Zeit lassen, sondern JETZT losfahren. Mein Mann rief nochmal an und glücklicherweise war sie schon auf dem Weg.

Plötzlich wurden die Wellen intensiver, ich war dennoch in der Hypnose und entspannt. Wir informierten meine Hebamme, dass wir nun losfahren würden. Als ich mich anziehen wollte, konnte ich das aber nicht mehr selbst, musste vertönen und bat meinen Mann auf dem Bett liegend mich anzuziehen. Ich merkte immer mehr, dass es scheinbar nicht mehr lange dauern würde und wurde etwas nervös, denn unser Krankenhaus war noch 35 km entfernt und ich lag noch auf dem Bett. Immer wieder konnte ich aber gut in die Hypnose abtauchen und vertraute meinem Körper. Meine Mutter kam und ich bat meinen Mann, die Kindersitze auszubauen, da ich mich auf die Rücksitze legen wollte (ja, sicherlich nicht die sicherste Variante, aber an Sitzen war leider nicht zu denken). Intuitiv merkte ich noch zuhause, dass ich nun fast bei 10 cm war und die Wellen veränderten sich. Wir stiegen zu diesem Zeitpunkt (kurz nach 9 Uhr) ins Auto und fuhren los. Die Presswellen setzten im Auto ein und dann platze die Fruchtblase. In einer Wellenpause rief ich nochmal meine Hebamme an und teilte ihr mit, dass ich hoffe, das Kind kommt nicht im Auto. Während der Fahrt fragte mich mein Mann, ob wir wirklich weiterfahren oder umdrehen sollten (für eine ungeplante Hausgeburt), ich rief nur „FAHR!“. Mein armer Mann tut mir immer noch Leid, er hatte, glaube ich, mehr Stress als ich. Glücklicherweise ist er Berufsfeuerwehrmann und Einsatzfahrten gewöhnt, sodass wir schnell und sicher am Krankenhaus ankamen. Meine Hebamme wartete schon mit allem, was sie für eine Entbindung im Auto brauchte, auf dem Parkplatz. Ich schaffte es in einer Pause aber noch gut in den Rollstuhl und somit fuhren wir schnell zum Kreißsaal. Nachdem sie mir half mich auszuziehen, untersuchte sie mich und half mir in eine gute Gebärposition. Bis zu diesem Zeitpunkt hörte ich die Hypnose, dann brauchte ich sie nicht mehr. Eine Ärztin kam und wollte einen Zugang legen und mich untersuchen, was wir verneinten, denn das Baby war schließlich fast da. Währenddessen wurde bei mir und meinem Mann schnell ein Corona-Abstrich gemacht und wir waren wieder mit meiner Hebamme allein. Sie motivierte mich und ich konnte mithilfe meines Mannes zwischen den Presswellen noch entspannen und Kraft für die nächste Welle tanken. Es war ein so unglaubliches Gefühl, ich fühlte das Köpfchen und spürte mit jeder Welle, wie meine Tochter sich Richtung Ausgang schob.

Mit einer einzigen Presswelle wurde unsere kleine perfekte Tochter dann um 10:14 Uhr in die Arme meiner Hebamme geboren und kam sofort zu mir. Das Gefühl werde ich nie vergessen! Ich konnte es nicht fassen, ich war so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Ich hatte es tatsächlich geschafft, unsere kleine Tochter A.M. selbst(bestimmt) und ohne jegliche Hilfs- und Schmerzmittel auf die Welt zu bringen.

Die ganze Last der ersten Geburt, das schlechte Gewissen meinem Sohn gegenüber, die Trauer über die fehlende Geburtserfahrung und die ersten wichtigen Momente fielen mit einem Mal von mir ab. Ich weinte vor lauter Freude, Liebe, Glück, Stärke und Erleichterung. Wir kuschelten ausgiebig, ich legte A. direkt an und wir stillten schon nach ein paar Minuten. Wir durften uns ganz in Ruhe kennenlernen und konnten die erste Zeit gemeinsam in Ruhe genießen. Meine Hebamme nähte mich noch und ich bekam noch etwas zu essen, bevor wir nach Hause durften. Gegen 14 Uhr verließen wir überglücklich das Krankenhaus und waren nach ca. 5 Stunden Abwesenheit wieder zuhause, wo uns unser Sohn freudig erwartete und seine kleine Schwester total liebevoll begrüßte.

Diese Geburt war einfach ein so schönes und unglaubliches Erlebnis. Ich war tatsächlich, bis ich auf meinem Bett merkte, ich habe die 10 cm erreicht, nahezu schmerzfrei. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Ich bin einfach dankbar, das erlebt haben zu dürfen.

Ich danke Kristin von ganzem Herzen für diesen tollen Kurs, ohne den ich diese Erfahrung so nicht hätte machen dürfen. Ich werde dich und den Kurs ausnahmslos weiterempfehlen! Vielen DANK!