Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht V. 30.01.2021, 4170g, 54cm

Ich bin in meiner Schwangerschaft (die erste) erst relativ spät durch eine Freundin auf den Podcast aufmerksam geworden. Ich habe dann eine Zeit lang den Podcast gehört und mehr und mehr kam das Bedürfnis auf doch auch den Online-Kurs zu machen. Ich hatte eine absolut unkomplizierte Schwangerschaft, anfangs ein paar übliche Beschwerden, aber nichts schlimmes. Ich war von Anfang an positiv gestimmt, was die Geburt betraf. Ich dachte mir, das haben schon viele andere geschafft, das wird schon. Tut vermutlich weh, aber geht vorbei. Als Ärztin wusste ich auch, was zumindest medizinisch gesehen auf mich zukommt bzw. zukommen kann.

Aber dann gegen Ende der Schwangerschaft wollte ich doch mehr für ein schönes Geburtserlebnis tun. Da war ich dann aber schon am Ende der 38. SSW und habe lange überlegt, ob es sich noch lohnt. Schließlich habe ich mich nach Rücksprache mit Kristin doch dafür entschieden und die letzten 2 bzw. dann 3 Wochen, da sie ein bisschen auf sich warten ließ, fleißig geübt. Ich hatte ein ganz gutes Gefühl, ich war mir zwar nicht sicher, ob ich gut in die Hypnose fand, aber ich fühlte mich insgesamt gut vorbereitet.

Ab ET versuchte ich vermehrt, mit Hilfe bekannter Hausmittelchen und den Hypnosen „Traumgeburt“ und „Geburtsbeginn fördern“ die Geburt einzuleiten, v.a. weil aufgrund eines groß geschätzten Kindes eine medikamentöse Einleitung im Raum stand, die ich aber unbedingt vermeiden wollte.

An ET+4, Freitag, hatte ich nochmal einen Termin zum CTG, wo man schon Wellen sah, die ich auch spürte, jedoch noch zu den Übungs- bzw. Senkwellen zählte. Mein Baby war schon seit 1 Woche etwa mit dem Köpfchen gut im Becken, der MuMu weich und die Zervix verstrichen, also eigentlich alles bestens vorbereitet, aber so richtig wollte es noch nicht losgehen. Ich vereinbarte einen Termin im Krankenhaus für das nächste CTG am Wochenende, ggf. mit einer Eipollösung.

In der Nacht von Freitag auf Samstag merkte ich, dass sich die Wellen veränderten, sie kamen regelmäßiger, aber nur etwa alle halbe Stunde, und waren „schmerzhafter“. Ich konnte jedoch gut in Hypnose gehen und sie veratmen und schlief auch immer wieder ein. Außerdem hatte ich blutigen Ausfluss und verlor den Schleimpfropf. Im Laufe des Vormittags wurden die Wellen wieder unregelmäßiger und flacher und ich hörte erneut die Traumgeburt und Geburtsbeginn fördern. Als gegen Mittag die Wellen wieder stärker wurden, wechselte ich schließlich zur Geburtshypnose. Nach etwa 2h wollte ich jedoch lieber spazieren gehen und zusammen mit meinem Mann drehte ich eine Runde, wobei ich schon mehrmals stoppen musste, um stärkere Wellen zu veratmen. Zuhause ging ich dann in die Wanne, wobei ich mich selbst in die Tiefenentspannung brachte, ich mochte nichts auf den Ohren haben. Die Wellen wurden noch stärker und kamen schließlich alle 6-7 Minuten. Mein Mann rief das erste Mal im Kreißsaal an, es hieß, so lange es ging, sollte ich zuhause bleiben, dort würde ich mich ja am wohlsten fühlen, ich fand das super, das wollte ich sowieso.

Gegen halb 7 Uhr abends stieg ich aus der Wanne und mit einem Schlag hatte ich richtig heftige Wellen, die all meine Konzentration forderten. Mein Kreislauf war kurz sehr wackelig, mein Mann machte mir noch eine Kleinigkeit zu Essen. Kurze Zeit später spürte ich. wie etwas in mir „plopp“ machte und ich langsam auslief. Quasi sofort wurden die Wellen noch stärker und häufiger, etwa alle 3-4 Minuten und wir machten uns auf ins Krankenhaus. Zu dem Zeitpunkt fiel es mir zunehmend schwer, in der Tiefenentspannung zu bleiben und ich fing außerdem an zu tönen. Aber ich fühlte mich ganz bei mir.

Da ich mich entschieden hatte, in der Klinik zu entbinden, in der ich arbeite, kannte ich die Abläufe, den Kreißsaal und die Hebammen dort, was mir natürlich nochmal enorm half, das Ganze entspannt anzugehen. Es waren also sowieso nicht so viele Worte nötig, aber ich wollte doch lieber selbst das Organisatorische klären, was mir aber gut gelang, ich war ja sowieso nicht mehr in der richtigen Tiefenentspannung, fühlte mich aber weiter wohl und fokussiert.

Um 20 Uhr checkten wir in der Klinik ein, mussten aber im Vorraum des Kreißsaals noch fast eine Stunde warten, da gerade noch eine Sectio lief und Samstagabend nur eine Hebamme vor Ort war. Ich hatte schon ziemlich heftig Wellen in sehr kurzen Abständen, hab nochmal versucht, in die Tiefenentspannung zu kommen und in den Bauch zu atmen, aber das fiel mir enorm schwer, ich kam immer wieder raus und musste dann auch gerade in der zweiten Hälfte der Wellen tönen. Ich sehnte die Hebamme herbei, mache ihr aber keinen Vorwurf, ich war schließlich Erstgebärende und angemeldet mit Abständen von 5 Minuten, da geht man ja in der Regel davon aus, dass es noch ein bisschen dauert.

Als dann die Hebamme kam, durfte ich mir sogar einen Kreißsaal aussuchen, weil ich die einzige Gebärende war. Ich musste jetzt schon richtig laut tönen, ich war absolut nicht mehr in der Tiefenentspannung, aber ich fühlte keine richtigen Schmerzen, sondern wirklich ein unglaubliches Körpergefühl so, wie Kristin es beschreibt. Und ich fühlte mich wohl.

Die Hebamme richtete mir den Geburtshocker, einen Pezziball, eine Matte auf dem Boden her und meinte, ich solle mich ganz nach meinem Gefühl bewegen. Im Vierfüßlerstand massierte sie mir den unteren Rücken, mein Mann musste noch die ganzen Coronaauflagen erledigen. Aber ich fühlte mich super aufgehoben, sicher in dem, was ich tat, die Hebamme mich unaufdringlich unterstützend. Als sie mich das erste Mal untersuchte, war mein MM bereits bei 6-7cm und kurz darauf spürte ich langsam aber sicher einen Pressdrang, den ich aber noch veratmen konnte. Dabei musste ich aber ordentlich tönen und hatte ziemlich zu tun, das Körpergefühl zu verarbeiten. Bei einer erneuten Untersuchung, wahrscheinlich eine halbe Stunde später, war ich bereits fast vollständig.

Die Hebamme fragte mich, ob ich nochmal in die Wanne wollte, was ich freudig bejahte. Ich weiß nicht mehr, wie viel Uhr es da war, aber kaum war ich in der Wanne, konnte ich dem Pressdrang nicht mehr wirklich standhalten. Ich wurde sehr laut, aber es fühlte sich richtig an. Ich spürte, wie ich meine Tochter Stück für Stück hinaus schob, größtenteils ganz intuitiv, die Hebamme gab mir nur gegen Ende Hilfestellung, damit es noch leichter ging. Ich spürte eine enorme Dehnung und ein Brennen und fühlte genau, wo sich der Kopf gerade befand. Die Hebamme ermunterte mich auch, mich selbst zu untersuchen und so konnte ich genau erspüren, wie sich der Kopf rausschob. Um 23.15 Uhr erblickte V. nach 2 Presswellen für den Kopf und einer weiteren für den Rest das Licht der Welt. Sie hatte sich die Nabelschnur um den Hals gewickelt, was sich aber glücklicherweise nie auf die Herztöne ausgewirkt hatte. Sie wurde mir sofort auf die Brust gelegt und wir haben sie willkommen geheißen. Die Nabelschnur wurde durch meinen Mann erst getrennt, nachdem sie auspulsiert war und kurz darauf kam mit einmal Pressen meinerseits auch die Plazenta.

Trotz der stattlichen Größe und Gewicht meiner Tochter habe ich keinerlei Verletzungen davon getragen.

Am Sonntagmorgen sind wir bereits wieder nach Hause gegangen, ich war froh, dass das geklappt hat, wir wissen ja alle, wie die Coronaauflagen derzeit sind. Es ging alles so schnell, dass ich ein bisschen gebraucht habe, um zu realisieren, was für eine tolle Geburt ich hatte. Sogar ganz genau so, wie ich sie in der Hypnose „Traumgeburt“ immer visualisiert hatte. Ich war zwar nur ganz am Anfang in der Tiefenentspannung und bin im Verlauf auch sehr laut geworden, aber ich hab mich immer absolut wohl damit gefühlt, obwohl ich sonst ein stiller Mensch bin und ich ein bisschen Angst hatte, dass ich mich für sowas schämen würde, weil es ja auch mein Arbeitsplatz ist. Aber ich war die ganze Zeit ganz bei mir, intuitiv, ruhig und sicher und kann auch nicht sagen, dass ich wirklich Schmerzen hatte.

Besonders fand ich auch, dass ich von allen Seiten nur zu hören bekam, was für eine tolle Geburt es war, wie schön es war, daran beteiligt gewesen zu sein. Der Arzt, der pro forma am Ende dazu kam, hatte wohl extra in der Akte vermerkt, wie schön die Geburt war und ich habe Tage später von vielen Kollegen gehört, dass sie gehört hätten, was für eine Traumgeburt ich hatte! Und das ist wirklich wahr. Sicherlich spielt vieles mit, was zu so einer unkomplizierten Geburt führt, aber ich bin sicher, dass meine Vorbereitung mit Kristins Onlinekurs, auch wenn sie nur kurz war, einen sehr sehr großen Anteil daran hatte, dass ich mich so wohl und sicher gefühlt habe. Danke dafür!!