Geburtsort:

Hausgeburt

Geburtsbericht einer wundervollen, schmerzfreien Traumgeburt

Spontane Hausgeburt mit unseren wundervollen Hebammen, Badewannengeburt, selbstbestimmt, kraftvoll und ohne Komplikationen

J. 20.06.21, 39+2, 2. Kind, 51 cm, 3430 g

Geburtsvorbereitung:

*Online-Kurs der Friedlichen Geburt ab SSW 19 (Leider konnte ich in der Vorbereitung weder den Kraftort noch die Gebärmutter visualisieren und habe mich somit auf das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit, Dankbarkeit und Entspannung konzentriert.)

*Himbeerblättertee, Hebammentee Zimt, Crosstapes, Akupunktur, UT Öl

Im Nachhinein habe ich immer noch Angst, dass ich aufwache und merke, dass die Geburt nur ein Traum war, da die Geburt noch viel perfekter und schöner als in meinen Vorstellungen war. Die Geburtserfahrungen meiner ersten Geburt waren traumatisch und leider noch sehr präsent. Meine erste Geburt wurde nach 11 Tagen über ET eingeleitet und ich habe mir sehr gewünscht, dass das zweite Kind vor dem ET zur Welt kommt. Deswegen haben wir unser 1. Kind am 19.06 bei den Großeltern übernachten lassen, damit wir alle für die Geburt bereit waren. Tatsächlich bin ich nachts gegen halb 5 Uhr aufgewacht und habe die ersten Wellen gespürt. Ich war so unglaublich glücklich, dass es wirklich schon vor dem ET losgehen würde. Um 5 Uhr habe ich dann meinen Mann geweckt, weil ich unbedingt ab Geburtsbeginn in die Badewanne wollte, um die Atmung in Verbindung mit der Entspannung zu üben. Ich wusste irgendwie schon bei der Vorbereitung, dass die tiefe Bauchatmung für mich genau das Richtige ist und fand die Erklärungen von Kristin dazu sehr einleuchtend und logisch. Ich habe somit schon bei den ersten Wellen genau geschaut, wo ich hinatmen muss, damit es sich gut anfühlt. Es hat mir dabei sehr geholfen, meine Hände auf den Bauch abzulegen.

Um 6.00 Uhr hat mein Mann dann auch schon unsere Beleghebamme angerufen, um ihr zu berichten, dass es losgehen würde. Ich habe weiterhin die Atmung geübt und gemerkt, dass ich es richtig gut hinbekomme und mir die Wärme in der Badewanne sehr gut tut. Da mir das Licht zu grell war, habe ich meinen Mann gebeten, eine andere Lampe zu holen und somit konnte ich noch besser entspannen. Den Kreis konnte ich auch wie in der Vorbereitung nicht visualisieren, aber ich konnte mich auf das Gefühl eines größer werdenden Muttermunds und auf die Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit konzentrieren. Außerdem hörte ich die 4-stündige-Hypnose von Kristin mit Bluetooth-Kopfhörern. Irgendwann realisierte ich leider, dass ich so entspannt war, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass die Wellen aufgehört haben. Ich wartete noch sehnsüchtig auf weitere Wellen, aber sie waren weg. Ich war total enttäuscht und während mein Mann unsere Hebamme anrief, ging ich aus der Badewanne. Total traurig dachte ich mir, dass es zu perfekt gewesen wäre. Mein Mann, der auch ziemlich enttäuscht war, hatte nach dem Anruf wieder ein gutes Gefühl und sagte mir dass unsere Hebamme meinte, dass es normal wäre, dass der Körper nochmal eine Pause machen würde und dass es heute noch losgehen würde. Daraufhin waren wir wieder glücklich und haben gefrühstückt. Unsere Hebamme hat das Talent, dass sie einem immer ein gutes Gefühl geben kann.

Da jedoch nach dem Mittagsschlaf unseres ersten Sohnes weiterhin noch keine Wellen da waren, holten wir ihn wieder von den Großeltern ab. Ich war dann noch mit ihm in der Badewanne und wir machten einen kurzen Spaziergang. Hier merkte ich wieder regelmäßige Wellen, sodass ich danach wieder in die Badewanne ging. Mein Mann kümmerte sich darum, dass unser Sohn erneut abgeholt wurde. Als er zu mir hoch kam und mir kurz erzählte, dass alles geregelt sei, habe ich ihn gebeten, unsere Hebamme anzurufen, damit sie einmal vorbeischaut. Ich wusste nicht, ob die Geburt tatsächlich schon begonnen hatte, weil ich so entspannt war und die Wellen mit der tiefen Bauchatmung nicht als schmerzhaft empfand. Trotzdem wollte ich, dass sie einmal vorbeischaut und guckt, ob alles in Ordnung ist. Gegen halb 9 Uhr kam sie dann und fragte mich, wie es mir gehen würde. Sie sagte mir auch, dass ich sehr entspannt aussehen würde und ich, solange ich mich wohl fühlte, in der Badewanne bleiben könnte. Wir hatten dann vor, mit ihr als Beleghebamme, ins 10 Minuten entfernte Klinikum zu fahren. Sie fragte mich dann, ob sie mal schauen soll, ob sich der Muttermund bereits geöffnet hat. Da ich die Geburt aber noch nicht als schmerzhaft oder anstrengend empfunden habe, hatte ich keine großen Erwartungen. 5-6 cm und der Gebärmutterhals war komplett verstrichen. „Super!“, meinte meine Hebamme und rief die Hebammenschülerin an, damit sie auch noch zu uns nach Hause kam. Sie kam dann auch kurze Zeit später nach oben und begrüßte mich lieb und dann ließen mich wieder alle alleine und ich konnte weiterhin entspannen und die Bauchatmung anwenden. Ich hatte weiterhin keine Schmerzen und nur ein starkes Gefühl von Dehnung. Da ich mich bis 22 Uhr nicht gemeldet hatte, kam meine Hebamme erneut nach oben, kontrollierte die Herztöne und fragte mich, wie es mir gehen würde. Ich fragte dann nochmal, wann wir denn ins Klinikum losfahren müssen. Ich hatte nämlich bereits wahrgenommen, wie unangenehm die Wellen „an Land“ waren, wenn ich auf die Toilette ging und fragte mich, wie ich es ohne die Badewanne und die vertraute Umgebung ins Krankenhaus schaffen sollte. Deswegen war ich froh, dass ich weiterhin in der Badewanne sein durfte. Ich sollte mich melden, wenn sich die Wellen anders anfühlten. Meine Hebamme ging dann wieder nach unten zu meinem Mann und der Hebammenschülerin, die sich zuvor über Hausgeburten unterhielten. Mein Mann konnte aber mit seiner Einstellung „eine Hausgeburt können wir uns gar nicht vorstellen“ nicht überzeugt werden. Um fünf nach 22 Uhr bemerkte ich aber bereits, dass sich die Wellen anders anfühlten. Daraufhin kam meine Hebamme wieder hoch und tastete den Muttermund. „Vollständig eröffnet.“ Ich konnte es gar nicht glauben, weil es bei der ersten Geburt alles so schlimm und schmerzhaft war und diese Geburt bis hier hin ja einfach nur schön war. Wir entschieden uns daraufhin, dass wir nicht mehr ins Krankenhaus fahren. Da es bei meiner ersten Geburt zu einer Komplikation mit der Nachgeburt kam, sagte mir meine Hebamme, dass meine Gebärmutter diesmal ja noch gut arbeiten könne. Somit machte sie mir Mut, dass es diesmal nicht dazu kommen müsse. Letztendlich waren die Geburten bis hier hin auch nicht ansatzweise vergleichbar. Daraufhin holte sie die anderen beiden und ihre Tasche für eine Hausgeburt. „Wir bleiben hier“, hieß es und mein Mann musste sich kurz hinsetzen, um die Worte zu verarbeiten. Als wir zu viert in unserem kleinen Badezimmer saßen, überkam mich plötzlich Angst, da wir ja gar nicht auf eine Hausgeburt vorbereitet waren. Aber die beiden Hebammen lächelten mich an, ein „du schaffst das“ meines Mannes und auch Kristins Stimme gab mir wieder Vertrauen. Ich konnte also alles so weiter machen und meine Hebamme konnte mir zwischendurch mit einem „super“ oder „toll“ das Gefühl geben, dass alles so richtig sei. Ich hatte weiterhin keine Schmerzen. Da meine Hebamme bis auf eine Akupunktur Nadel, die auf den Damm gesetzt wurde, nicht eingriff und alles nur beobachtete, wusste ich nicht, ob überhaupt schon die letzte Phase begonnen hatte. Es war alles so natürlich und selbstbestimmt, das ich von meiner ersten Geburt überhaupt nicht kannte. Ich wollte es aber auch nicht nachfragen, da die beiden Hebammen mich weiterhin anlächelten und ich somit das Gefühl hatte, dass alles gut sei. Auf einmal sagte meine Hebamme: „Super, der Kopf ist geboren. Mit der nächsten Welle wird dein Baby geboren.“ Ich musste lachen, weil ich es nicht glauben konnte. Die nächste Welle kam und da lag er nun um 22:46 Uhr auf meiner Brust. Es war so ein magischer Moment. Auch die Nachgeburt war überhaupt kein Problem. Wir warteten ab und dann wurde auch die Plazenta ohne Probleme in der Badewanne geboren. Bis halb 4 waren die beiden Hebammen dann noch bei uns. Wir hatten sehr viel Zeit, um mit J. zu kuscheln und die Geburtsverletzungen wurden noch von meiner Hebamme genäht. Insgesamt hatten wir sehr viel Spaß. Zum Beispiel wurde der Geburtsbericht von der Hebammenschülerin aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auf einem Stück Klopapier geschrieben. Witzig war auch, dass mein Mann einen tiefen Teller für die Plazenta geholt hatte und sich mit der Größe etwas verschätzt hatte. Ansonsten unterhielten wir uns direkt über die wunderschöne Traumgeburt.

Ich bin so dankbar, dass ich Die Friedliche Geburt kennenlernen durfte und dabei die Unterstützung der beiden tollen Hebammen und die meines Mannes hatte. Besser hätte es nicht laufen können.