Geburtsort:

Geburtsbericht M,14.12.2020, 38+3, 3. Kind, 3240 g, 51 cm

sorry für die Länge..!

Onlinekurs ab Ende Juli 2020, Louwen ab SSW 37 sehr halbherzig, d.h. keine Süßigkeiten mehr, kein Brot zum Frühstück, ansonsten keine Einschränkungen, jedoch viele Datteln, Himbeerblättertee ab SSW 37

2 Wochen vor Geburt Einbruch, Ängste, Unruhe

Nach einer ersten traumatischen Geburt Ende 2014 (was ich erst durch Kristins Arbeit gelernt habe, dass sie für mich traumatisch war) mit den typischen unnötigen Interventionen, die in einer Saugglockengeburt mit Dammschnitt und Kristellern sowie großer Angst um mein Baby endete, brauchte ich recht lang, um an ein zweites Kind überhaupt denken zu können.

Ich hatte übrigens gedacht, ich hätte mich ausreichend auf diese Geburt vorbereitet, mit klassischem Kurs im KH, Stadelmann lesen, und wurde dann leider eines besseren belehrt.

Als ich Ende 2017 wieder schwanger wurde, wollte ich mich besser vorbereiten und ich brauchte auch einen Anker, um die Angst vor einer weiteren Geburt in den Griff zu bekommen. Mein Mann und ich meldeten uns für einen Hypnobirthing Kurs an. Das Üben fiel mir jedoch sehr schwer und ich beschränkte mich darauf, abends die Regenbogenentspannung zu hören und die Bauchatmung zu üben. Die Geburt meines zweiten Sohnes war sehr kraftvoll und interventionsfrei, jedoch habe ich mich, als die Wellen los gingen, erst viel zu spät zurückgezogen, sodass sie dann schon sehr stark waren und ich schlecht in den Flow gekommen bin. Wenn ich eine Welle erwischte und von Anfang an langsam einatmen konnte, merkte ich in der Schmerzintensität einen riesengroßen Unterschied. Insgesamt empfand ich die Eröffnungsphase als ungemein schmerzhaft und war zwischenzeitlich sehr weinerlich, weil ich so enttäuscht war, dass es mit der Schmerzfreiheit so fast gar nicht funktionierte. Dennoch konnte ich mir recht schnell nach der Geburt vorstellen, ein drittes Kind zu bekommen.

Da ich mein zweites Kind nach wie vor stillte, hatte ich Anfang 2020 noch immer meine Tage nicht, sodass ich ein Kind plante, jedoch davon ausging, dass dieses dann wohl erst 2021 oder gar 2022 entstehen könnte. Im März 2020 wurde ich schwanger! Gemerkt habe ich es Anfang Mai, der ET wurde mit 25.12. berechnet. Was für eine Freude!

Im Mai bin ich dann recht zufällig über den ELTERN Podcast auf Kristins Podcast gestoßen und habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt und ihn mit großer Freude gehört. Allein Kristins Stimme zu hören hat immer gut getan und ich empfand und empfinde, sie behandelt alle Themen mit Herz und Verstand. Als ich wieder ins Büro ging, wurde Podcastfolgen hören zu meinem festen Tagesbestandteil: eine Folge auf dem Hinweg, eine Folge auf dem Rückweg.

Ich möchte Kristin nicht nur für den Kurs danken, sondern auch für die Welt, die sie mir eröffnet hat, mit den vielen wunderbaren Frauen und Männern, mit denen sie zusammenarbeitet. (Windelfrei, Stoffwindeln, Mamafit, Meditation…)

Ende Juli habe ich mich für den Onlinekurs angemeldet. Die Hypnosen wurden zu einem festen Bestandteil meines Lebens und haben mir sehr, sehr gut getan. Es war wunderschön, regelmäßig Zeit mit meinem Baby zu verbringen. Podcast und Hypnosen hören war für mich wie nach Hause kommen. Der Kurs hat mich durch die Schwangerschaft getragen.

Dadurch und auch in meinem örtlichen Yogakurs bestärkt, entschied ich mich gemeinsam mit meinem Mann, der voll und ganz hinter der Entscheidung stand, für eine Hausgeburt. Obwohl ich sehr spät dran war, fand ich noch im Oktober eine Hausgeburtshebamme und zog auch meine Yogalehrerin, die auch Doula ist, hinzu. Ich hatte also ein tolles Team an meiner Seite und freute mich riesig. Im Mentaltraining Traumgeburt hatte ich mein Baby immer in unserem Schlafzimmer geboren. Die Hebamme war eine sehr erfahrene, tiefenentspannte Frau, die allerdings für mein Gefühl ein wenig zu wenig Fürsorge betrieb. Sie empfand weitere Vorsorgetermine in der Schwangerschaft als unnötig und ich fühlte mich ein wenig allein gelassen.

Ende November erhielt ich den Befund positiv auf StreptokokkenB getestet worden zu sein.

Bei meinem zweiten Kind hatte ich den gleichen Befund gehabt und hatte die Antibiose und auch überhaupt den Zugang erfolgreich verweigert. Ich machte mir keinerlei Sorgen, entband ambulant, meine Nachsorgehebamme legte besonderes Augenmerk auf eine mögliche Infektion und alles ging gut.

Dieses Mal warf mich die Diagnose völlig aus der Bahn, ich machte mir große Sorgen um mein Baby. Ich muss dazu sagen, dass ich in dieser dritten Schwangerschaft mir insgesamt mehr Sorgen gemacht habe, z.B. auch vor der Pränataldiagnostik.

Ich sprach mit meiner Doula, die mich beruhigte, ich belas mich intensiv und kam zu dem Schluss, dass eine Antibiose bei diesem Befund eigentlich nicht angezeigt ist, sondern man vielmehr den Säugling in den ersten Tagen beobachten sollte. Dennoch las ich auch Studien und Berichte, die für eine Antibiotikagabe und gegen eine amublante Geburt oder eine HG sprachen. Die Verunsicherung blieb, oder besser gesagt sie kam und ging.

Meine HG Hebamme und die Doula kamen nochmal beide für ein Gespräch zu dritt. Sie waren beide tiefenentspannt und die Hebamme hatte auch überhaupt kein Problem damit, die HG durchzuführen. Für ein paar Tage war ich wieder zuversichtlich. in diesen letzten zwei Wochen vor der Geburt war ich emotional sehr labil. Die Hypnosen halfen, so z.B. Geburtsbeginn mental fördern oder die neue Geburtsvorbereitung lang, zum Loslassen und Annehmen der Situation. Diese Zeit hat jedoch wiederum auch die Vorfreude auf das Baby und unser neues Familienmitglied erhöht. Ich war bereit! Und wollte meinen kleinen Jungen endlich gesund in den Armen halten!

Dennoch wusste ich nicht, ob ich nicht vielleicht durch die anstehende HG so verunsichert und labil war, und sich dies in meiner Angst bzw. der Streptokokken zeigte und ich für eine HG einfach nicht “gemacht” bin? Täglich schwankte ich mit der Entscheidung und sagte mir auch immer: du musst es nicht heute entscheiden… und schrieb auch Kristin meine Ängste.

Als Entscheidungshilfe sagte ich mir: wenn das Kind vor dem 11.12. kommt, gehe ich ins KH. und dann: wenn die Fruchtblase als erstes platzt gehe ich ins KH…

Geburt

Könnt ihr euch denken, was passierte? Ah, dazu muss ich sagen, dass mein Mann und ich am Freitag, 11.12. noch einmal in einem Gespräch alles für die Geburt durchgegangen sind und ich sagte zu ihm: für mich wäre Montag, 14.12. perfekt. Ich bin bereit. er meinte: Nein! das ist ja noch viel zu früh, ich bin noch gar nicht eingestellt..!

Am Montag, den 14.12.2020 wurde ich um 0:45 Uhr wach, da in meinem Bauch etwas geplatzt war. Es war ein richtig starkes Gefühl, wovon ich ja auch wach wurde. Ich dachte mir, dass dies die Fruchtblase war, war mir andererseits aber nicht sicher, bei den beiden vorausgegangenen Geburten war die Fruchtblase erst kurz vor der Geburt geöffnet (worden). Ich ging aufs Klo, es kam aber nichts. Ich legte mich wieder hin und merkte dann, wie Flüssigkeit austrat. Ich ging wieder ins Bad und es floss mehr. ich wurde ziemlich aufgeregt, blieb aber sonst ruhig. ich legte mir einen Waschlappen in die Unterhose und weckte meinen Mann: Die Fruchtblase ist geplatzt, ich möchte jetzt ins KH fahren. Keine Sekunde habe ich gezweifelt und einfach entschieden. Er war ziemlich perplex. Die beiden großen schliefen tief und fest bei uns im Schlafzimmer. Ich legte mich nochmal hin, während mein Mann ziemlich konfus packte, obwohl wir durchaus eine Kliniktasche bereitet hatten. Mein Schwager ging nicht ans Handy, die Schwägerin auch nicht. Also drang mein Mann bei meinen Schwiegereltern im Nachbarhaus ins Schlafzimmer und weckte meine Schwiegermutter, die zu uns kam und sich bei uns aufs Sofa legte, um für die Großen da zu sein. Gegen 2:20 Uhr fuhren wir los, die Wellen hatten schon sachte eingesetzt. Im Auto schloss ich die Augen und versuchte mich zu entspannen, den MP3 Player aus dem Rucksack zu kramen und mich dafür nach vorne zu beugen, war mir zu anstrengend. Ich atmete. Ca. um 3 Uhr waren wir nach Anmeldung und Coronaanmeldung (aber ohne Test) dann angekommen. Wir wurden in ein kleines Wehenzimmer gebracht.

Begrüßt wurden wir von zwei unglaublich netten und fürsorglichen jungen Hebammen, eine davon Schülerin/Studentin, bei denen ich mich so gut aufgehoben fühlte. Es hat perfekt gepasst. Ich machte die Geburtshypnose an. Wir alle dachten, das dauert sicher noch den ganzen Tag. CTG war prima, die Hebammenstudentin fragte mich, ob sie mich untersuchen dürfe. Ich bejahte, sagte aber dazu, dass ich den Befund nicht wissen wolle, da ich mir sicher war, dass der Muttermund noch nicht weit geöffnet sein konnte. Sie war sehr, sehr vorsichtig, es tat überhaupt nicht weh. Sie sagte: willst du es wirklich nicht wissen? Es ist nämlich echt gut! Ich sagte OK, und sie meinte: 5 cm! Ich war sehr überrascht. Die andere Hebamme kontrollierte dann noch einmal und sagte, dass sich leider noch gar nichts getan habe und das Köpfchen auch noch sehr weit hinten sei. Trotzdem verließ mich nicht der Mut, weil ich einfach damit gerechnet hatte. Sie ließ dann noch etwas Fruchtwasser ab. Dann wurde mir noch der Zugang gelegt, ich hatte kein Problem damit und konzentrierte mich auf die Hypnose und Kristins Stimme währenddessen. Ich konnte gut bei mir bleiben. Dann haben sie gesagt: wir lassen euch mal in Ruhe. Ich habe mir eine mitgebrachte Babydecke über die Augen gelegt (wir hatten die extra gekaufte Schlafmaske zu Hause vergessen..!!) und tauchte ab.

Um 3:40 Uhr schrieb ich jedoch noch meiner Nachsorgehebamme eine SMS, um Bescheid zu geben, dass wir mit Blasensprung im KH seien: “Es ist aber noch alles ruhig”. Ich dachte wirklich, wir wären noch ganz am Anfang und es sei OK, wenn ich jetzt noch organisatorische Dinge erledige..

Die Hypnose war 3 oder 4 Mal durchgelaufen und es stresste mich etwas, dass ich immer wusste, wenn Kristin wieder mit dem Runterzählen begann, dass ca. 10 Minuten vergangen waren. Außerdem zählte ich mit jeder Welle mit, was man ja nur beim Üben machen sollte, irgendwie hatte ich das so drin.

Kurz darauf kamen drei Wellen hintereinander, die ich sehr schlecht veratmen konnte und ich verkrampfte mich stark und wand mich auf dem Bett und rief meinem Mann zu: Hol wen! Hol wen! Ich halte das nicht mehr aus!

Die Hebammen kamen angeeilt und die eine fragte mich: Vanessa, soll ich dir eine Badewanne einlassen? Möchtest Du das Butzi im Wasser bekommen? Ich bejahte erfreut und freute mich auf das Wasser. Wir gingen in Richtung Kreißsaal und ich sagte ich müsse vorher noch schnell aufs Klo. Auf dem Klo sitzend verspürte ich den starken Drang zu pressen und rief: Ich habe Pressdrang! Die Hebammen kamen wieder und sagten: Komm, die zwei Schritte in den KS schaffst du, hier ist der Boden so hart! Da ich mich schon hingekniet hatte. Ich schaffte es hinüber in den KS und kniete mich mit aufrechtem Oberkörper auf das aufgestellte Bett. Mein Mann musste schnell die Badewanne ausmachen, da die Hebammen schon mit mir beschäftigt waren. Ich war so laut! Es fühlte sich so archaisch an. So laut war ich bei den anderen Geburten nicht gewesen, aber es kam einfach aus mir heraus! Die Hebammen und mein Mann bestärkten mich und sagten: Lass es raus! Du machst das super! Ich presste sehr stark. Die Pausen zwischen den Wellen waren mir immer zu lang, obwohl ich schon völlig außer Atem war, ich wollte, dass es weitergeht. Hier hätte es sicher geholfen, wenn mir jemand gesagt hätte: Du und das Baby, ihr habt Zeit! Das Bett war nicht ganz vertikal eingestellt, sodass ich ein klein wenig nach vorn gebeugt war, das hat mir nicht so getaugt, aber ich konnte es nicht ansprechen. Die Herztöne waren durchgehend gut. Ich spürte das Köpfchen beim Durchtreten, es hat gebrannt, aber ich fand es überhaupt nicht schlimm. Die Studentin leitete mich an: schieb beim nächsten Mal hierhin, etwas nach hinten, es hat noch einige Wellen gebraucht, dann war das Köpfchen da, und eine oder zwei Wellen später auch der Körper. Es war 5:36 Uhr. Die Hebammen reichten mir unser Baby von hinten zu mir durch und ich konnte ihn zu mir nehmen und merkte, dass ich ja oben noch komplett angezogen war! Ich sagte Hallo mein Schatz! Mama ist ja noch angezogen..! Unser Baby hat nur ganz am Anfang kurz gemeckert und war dann ganz ruhig und sah mich an. Ich drehte mich um, Vorsicht – Nabelschnur! – zog mich schnell aus und nahm ihn wieder zu mir. Als die Nabelschnur auspulsiert hatte, schnitt mein Mann sie durch. Ich hatte keinerlei Geburtsverletzungen.

Die Plazenta ließ etwas auf sich warten, kam dann aber letztlich und war schon etwas verkalkt. Der errechnete Geburtstermin wäre also etwas früher gewesen wahrscheinlich. Noch im Kreißsaal legte ich unser Baby an. Wir durften dann noch bis 10 Uhr in das Wehenzimmer zurück, da mein Mann nicht mit auf die Station durfte. Ein Coronatest wurde bei mir gemacht. Um 10 Uhr bin ich dann mit unserem Kind auf die Station gegangen, mein Mann fuhr nach Hause zu unseren großen Söhnen. Ich war unglaublich fit und hatte das Gefühl, ich könnte Bäume ausreißen. Noch im Wehenzimmer war die Sonne rosa aufgegangen, es war ein wunderschöner kalter, sonniger Wintertag, es war einfach so schön!! Unser Baby war gesund auf die Welt gekommen!

Ich genoss die Stunden auf dem Zimmer mit zwei Bettnachbarinnen und ihren Babys und natürlich mit meinem Baby, das Mittag- und das Abendessen und nachdem die Kinderärztin unser Kind untersucht hatte, holte mein Mann uns gegen 18 Uhr ab und wir fuhren nach Hause zu den großen Brüdern, die schon aufgeregt warteten.

Mit meiner Nachsorgehebamme und meiner Doula habe ich die Geburt nachbesprochen und habe gemerkt, dass diese Geburt wunderschön war, wie sie war, auch wenn sie nicht ruhig sondern sehr archaisch war, weil ich einfach so laut getönt und auch gepresst oder sehr stark geschoben habe und sie meine und unsere wunderschöne Geburt und unser Geburtsweg war, obwohl es keine Hausgeburt war.

Danke, liebe Kristin, für deine Arbeit.

Auch der Austausch in der FB Gruppe und in den WhatsApp-Gruppen tut so gut! Allein schon weil es Frauen sind, die ähnlich ticken, die sich mit Schwangerschaft und Geburt auseinandersetzen..

Alles Liebe für Euch alle