Erfahrungsbericht
von A.

Schon bei meiner ersten Geburt 2023 hatte ich mich mit der "Friedlichen Geburt" vorbereitet. Die geplante Hausgeburt geriet aber ins Stocken und musste letztendlich verlegt werden und es musste per Saugglocke nachgeholfen werden. Die Behandlung im Krankenhaus war leider nicht sehr freundlich und ich hatte einiges aufzuarbeiten. Ich kam damals aber schon einige Zeit früher aus der Hypnose raus und habe nicht mehr so richtig rein gefunden.


Dieses Mal versuchte ich, mich nochmal intensiv vorzubereiten und auch die erste Geburt während der Schwangerschaft aufzuarbeiten. Es war wieder eine Hausgeburt geplant und im Laufe der Vorbereitung konnte ich mich tatsächlich wieder auf die Geburt freuen, ohne direkt an negative Situationen aus der ersten Geburt zu denken.
Ich hatte schon eine ganze Weile immer wieder Übungswellen, aber sehr unregelmäßig und meist nur ein paar hintereinander.


An ET-4 hatte ich kurz vor dem Einschlafen plötzlich 4-5 stärkere Wellen, aber das war es dann auch wieder. Ich hörte die Hypnose "Traumgeburt visualisieren". Wie auch schon die Wochen zuvor, da es eine meiner Lieblingshypnosen war. Und schlief dabei ein. ET-3 war ruhig, ich hatte nur durchgehend ein leichtes Druckgefühl nach unten.


An ET-2 hatte ich am späten Nachmittag ein wirklich starkes Bedürfnis im Erdgeschoss zu Saugen, was ich dann auch machte. Zwischendrin musste ich zur Toilette, wo ich beim Abwischen den ominösen Schleimpfropf am Toilettenpapier hatte. Ich wurde kurz ganz euphorisch: "Geht es jetzt los?" Rief mir aber ins Gedächtnis, dass es auch noch ein paar Tage dauern kann.

Unsere große Tochter war sehr müde und so behielt ich die Info noch für mich, bis sie im Bett war, damit sie nicht vor lauter Vorfreude nicht einschlafen kann. Nach der Einschlafbegleitung legte ich mich mit unregelmäßigen Wellen aufs Sofa und schaute eine Serie, mein Mann kümmerte sich um Küche und Haushalt. Um 22 Uhr gingen wir ins Bett.

Am nächsten Tag (ET-1) geht morgens nochmal etwas Schleimpfropf ab und ab 16:30 Uhr habe ich stärkere Wellen und beginne, die Atemtechnik anzuwenden. Nicht weil ich müsste, sondern weil ich denke: Ich nutze die "Übungswellen" zum Üben der Technik. Wir essen zu Abend und die Wellenabstände sind ziemlich groß, bestimmt alle 25-30 Minuten (ich tracke nicht).

Mein Mann bringt unsere Tochter ins Bett und ich habe das Bedürfnis, mir das Wohnzimmer gemütlich zu richten. Lichterketten an, Folie aufs Sofa, auch Gymnastikmatte und -ball liegen nun bereit. Die Wellen kommen etwas häufiger (alle 15-20 Minuten), aber immer noch ohne Schmerz. Ich mache mir die Hypnose "Eröffnungsphase" an, gehe aber irgendwie immer noch eher von Übungswellen aus, da ich keine Schmerzen habe und ich alles ganz einfach mit der Technik veratmen kann.

Dadurch, dass der Schleimpfropf aber schon abging, war mein Gedanke: das ist eventuell eine lange Latenzphase, wir üben jetzt einfach mal den Ablauf. Das war auch der Grund, weshalb ich mich für die Hypnose entschied.


Mein Mann bringt mir regelmäßig etwas zu Trinken und setzt anschließend den Geruchsanker, kümmert sich sonst um den Haushalt und richtet aber auch schon im Flur das Planschbecken, was potentiell als Geburtspool genutzt werden soll. Ich gehe ab und an selbst auf die Toilette und schlafe dann von circa 23 bis 0:15 Uhr auf dem Sofa ein.


Ich werde zunächst ohne Wellen wach und bin daher etwas genervt, da ich insgeheim doch die Hoffnung hatte, dass es losgeht. Dachte mir aber: "Wenn ich einfach so einschlafe, kann das ja nicht sein."


Mein Mann kommt rein und bietet mir Trinken an. Wir unterhalten uns kurz und ich schicke ihn ins Bett, falls es heute Nacht doch los geht, soll er noch etwas Schlaf bekommen. Ich möchte noch ein bisschen liegen bleiben und dann auf dem Sofa schlafen. Gesagt getan, ich döse mit der Hypnose auf den Ohren und minimalen Wellen wieder weg.


Es war jetzt also der Tag des errechneten Geburtstermins. Das war mir in dem Moment aber noch nicht bewusst.


Um 0:35 fühle und höre ich gleichzeitig ein Knacken und fühle anschließend wie Fruchtwasser abgeht. Ich bin direkt hellwach und beginne zu zittern. Schnell tippe ich eine Nachricht an meinen Mann: "Fruchtblase auf." Er ist zum Glück noch wach und antwortet direkt: "Komme wieder runter."

Als er da ist, will ich mich umziehen und zur Toilette. Ich zittere am ganzen Körper, meine Zähne klappern wie verrückt und mir ist kalt. Wir reden kurz und er gibt der Hebamme (B) Bescheid, aber sie meint wir sollen uns melden, sobald die Wellen häufiger und intensiver werden (bis hierhin waren die Abstände ja noch groß und die Wellen ohne Schmerzen).

Ich lege mich wieder mit Decke aufs Sofa, mein Mann bringt mir zusätzlich einen Pulli, setzt den Duftanker und setzt sich neben das Sofa. Die Wellen kommen nun circa alle 5 Minuten und nehmen auch an Intensität zu. Mein Mann merkt das nach 3 Wellen, ohne, dass wir sprechen und geht raus, um mit B zu telefonieren.


Nach 2 weiteren Wellen kann ich nicht mehr auf dem Sofa liegen bleiben. Ich knie mich auf die Gymnastikmatte und stütze den Oberkörper im Vierfüßler auf den Gymnastikball. Ganz langsam schaukele ich vor und zurück. Mein Mann bleibt nun vor der angelehnten Tür. Das hatte ich mir so gewünscht. Ich wollte diesmal mehr Raum für mich, nachdem bei der ersten Geburt so viele Menschen im KH um mich rum waren.


Die Wellen werden immer intensiver und ich muss schon etwas tönen.
Nach ein paar Minuten spüre ich auch einen deutlichen Druck, lasse ihn aber nicht zu. Schließlich ist B. noch nicht da. Kurz kommt der Gedanke auf: "Was wenn es wieder nicht hier Zuhause klappt? Was wenn wir gleich ins Krankenhaus müssen?"


Kristins Stimme holt mich aber wieder ab: "Es gibt nur diese eine Welle," und ich sage zu mir selbst und meinem Baby: "Ich schaffe das! Wir schaffen das! Du kommst genau hier zur Welt."
Die nächste Welle kommt wieder mit deutlichem Druck und ich suche mein Handy, um auf die Hypnose zur Austrittsphase zu wechseln. Soweit komme ich aber nicht, da schon die nächste Welle anrollt und ich nun deutlich Tönen muss. Ich höre nun Stimmen und weiß: B. ist da. Lasse den Druck nun zu und schiebe schon etwas mit.


Es ist 1:25 Uhr, als B. und mein Mann ins Wohnzimmer kommen. Ich setze die Kopfhörer ab, B. hört die Herztöne ab, alles in Ordnung. B. sagt: "Lass die nächste ruhig kommen, da ist schon ordentlich Druck drauf oder?" Ich nicke, lasse die Welle zu, B. hilft mir anschließend aus der Hose.


Ich versuche, in Wellen-Pause wieder normal zu atmen, B. leitet mich etwas an.
B: "Das ist gleich da" und geht hinter mich.
Mein Mann hält meine Hände.
In der nächsten Welle spüre ich das Köpfchen, aber es wird noch nicht komplett geboren und rutscht wieder zurück.


Ich bin laut.
Die Kopfhörer stören mich ich setze sie ab.
Ich sage mir selbst: "Diese Welle ist geschafft," zu meinem Baby: "Wir schaffen das."
Bei der nächster Welle wird das Köpfchen geboren und ich habe Mühe, in der Pause wieder in eine normale Atmung zu finden und das Gefühl zu Hyperventilieren.

Bei der nächste Welle ist der Druck so stark, ich bin noch lauter und sage: "Ich kann nicht mehr."
B: "Doch, du schaffst das, fast da."
Ich drücke die Hände meines Mannes sehr fest.
B: "Mach nochmal Pause."
Aber ich kann dem Druck nicht mehr standhalten
und presse weiter mit.


1:46 Uhr

Es ist da <3

B. fängt das Baby auf und legt es unter mich, es ist ganz ruhig, ich nehme es hoch und drücke sein Gesicht an meins, kann es nicht fassen, dass es geschafft ist und weine kurz vor Erleichterung. Dann öffnet es die Augen und schreit kurz.
Mein Mann & B helfen mir aufs Sofa, wir kuscheln uns ein und entdecken gemeinsam, dass du ein Junge bist.


Um circa 2:30 Uhr wird unsere große Tochter (3,5 Jahre) wach, mein Mann geht hoch, sie muss auf Toilette, aber findet danach nicht mehr in den Schlaf (vielleicht hört sie auch etwas von uns?). Also kommen sie gemeinsam runter.
Die nun "Große" ist total wach und freut sich, ihren Bruder zu begrüßen.
Gemeinsam mit meinem Mann schneidet die stolze große Schwester die Nabelschnur durch.
Gegen 4 Uhr kuscheln wir uns ins Bett und können es immer noch nicht glauben, wie schnell und komplikationslos diese wunderschöne Hausgeburt abgelaufen ist

Fazit:
Die Eröffnungswellen waren eigentlich nicht existent, da ich sie nicht als Geburtswellen wahrgenommen habe. Die Presswellen waren herausfordernd und ein starkes Körpergefühl durch den Druck, aber ohne starke Schmerzen. Letztendlich war die Geburt für uns also super schnell (ab Blasensprung habe ich ja erst realisiert, dass es wirklich losgeht) und schmerzarm und hat so viel in mir geheilt, was das Thema Geburt betrifft.


Der Ablauf war (fast) 1:1 so, wie ich es immer und immer wieder mit der Hypnose "Traumgeburt visualisieren" visualisiert oder gar manifestiert habe. Einziger Unterschied: in meiner Vorstellung habe ich mich auf dem Sofa, statt auf dem Ball abgestützt.

Liebe Kristin & Team, vielen lieben Dank für eure wundervolle Arbeit! Ohne die "Friedliche Geburt" wäre ich vermutlich niemals so positiv in diese zweite Geburtsreise gestartet und bin mir sicher, dass sie auch völlig anders verlaufen wäre.
Mit meinem Bericht möchte ich allen Schwangeren und Paaren, mit herausfordernden ersten Geburten oder Angst vor der ersten Geburt, Mut machen: "Geburt kann auch einfach nur schön sein!"

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina