Erfahrungsbericht
von Alisa
Was für ein perfektes Geschenk zum ersten Muttertag – die Geburt unserer Tochter.
Schon den ganzen Muttertag über hatte ich irgendwie im Gefühl, dass es losgehen könnte. So richtig sicher war ich mir aber nicht. Unser ET war Samstag, der 09.05. gewesen. An diesem Tag war ich noch bei meiner Mama, wir waren zusammen spazieren in der Sonne und hatten einfach einen richtig schönen Tag.
Abends hatten mein Mann und ich noch einen Tisch in einem tollen Restaurant bei uns in der Nähe reserviert. Für uns beide war klar: Das wird wahrscheinlich unser letztes Date zu zweit. Wir wollten den ET einfach noch einmal gemeinsam feiern. Ich hatte sogar eine Story gepostet mit den Worten: „Letztes Date zu zweit.“
Am Sonntagmorgen schrieb ich meiner Mama dann noch, dass wir wahrscheinlich nicht mehr vorbeikommen würden und dass meine Schwester ihr unser Geschenk mitbringt – und dass „noch kein Enkel in Sicht ist“. Das war gegen 11 Uhr. Ihre Antwort war: „Alles ok, das schönste Geschenk bekomme ich ja so oder so von dir, nehms auch gerne später noch.“ Irgendwie hatte ich aber schon den ganzen Vormittag das Gefühl, dass sich etwas verändert. Ich habe geduscht, noch alles fertig gemacht und die Hypnose zum Geburtsbeginn gehört.
Gegen 13 Uhr sind wir noch kurz ins Gewächshaus meines Mannes gefahren, um nach dem Rechten zu sehen und um etwas für meine Schwester zu holen. Danach waren wir noch bei meinen Schwiegereltern und haben das Muttertagsgeschenk vorbeigebracht. Ich war dabei schon etwas ruhiger und mehr in mich gekehrt.
Auf der Fahrt zu meiner Schwester kamen dann langsam Wellen im Abstand von etwa 20 Minuten. Noch ganz sanft, aber ich musste schon bewusst tiefer atmen. Mein Mann fragte immer wieder, ob es jetzt losgeht – aber ich wusste es selbst nicht so genau.
Gegen 14 Uhr waren wir bei meiner Schwester. Weil wir noch nichts gegessen hatten, holten wir uns noch einen Döner. Danach diskutierten wir sogar noch, ob wir die Oma meines Mannes im Altenheim besuchen sollen, weil wir schon länger nicht dort gewesen waren. Ich meinte nur: „Klar, wir gehen einfach kurz. Und falls es losgeht, haben wir sie vorher nochmal gesehen.“
Also besuchten wir sie noch etwa eine Stunde lang. Die Wellen kamen dort weiterhin alle 15–20 Minuten. Wir hatten eine richtig schöne Zeit und verabschiedeten uns mit den Worten, dass wir sie das nächste Mal zu dritt besuchen würden. Wieder zuhause legte ich mich aufs Sofa und hörte die Meditation zur Eröffnungsphase. Noch immer war ich unsicher, ob es wirklich losgeht oder ob alles wieder verschwindet.
Trotzdem sagte ich meinem Mann schon ein paar Dinge, an die er denken sollte. Er schrieb sich sogar einen kleinen To-do-Zettel, packte den Kindersitz ins Auto und stellte die Taschen bereit. Die nächsten Stunden verbrachte ich auf dem Sofa. Mein Mann versuchte, meine Wellen zu tracken, irgendwann kamen sie alle 8–10 Minuten. Ich konnte aber weiterhin wunderbar visualisieren und die Atemtechniken anwenden.
Gegen 18 Uhr entschied ich mich, in die Badewanne zu gehen. Dort blieb ich etwa anderthalb Stunden und hörte weiter die Meditation zur Eröffnungsphase. Die Wellen blieben – und da wusste ich: Das sind echte Wehen. Währenddessen bereitete mein Mann unser Abendessen vor.
Gegen halb acht aßen wir Pizza. Ich hatte kaum Appetit und saß mit zwei kleinen Stücken auf dem Gymnastikball, während ich zwischendurch immer wieder veratmen musste. Danach zog ich mich um und legte mich ins Bett. Ich sagte meinem Mann, er solle einfach alle 20 Minuten mal nach mir schauen.
Dort begann ich, selbst die Wehen zu tracken. Zwischen den Meditationen stoppte ich immer wieder die Zeit. Wenn etwas war, rief ich nach meinem Mann oder schrieb ihm kurz eine Nachricht. Irgendwann verlangte ich nach meinem Wärmekissen für Rücken und Bauch. Die Wärme tat unglaublich gut. Die Meditation und die Atmung funktionierten weiterhin und die Wellen waren gut aushaltbar.
Gegen 22:30 Uhr musste ich auf die Toilette – dort ging dann der Schleimpfropf mit ziemlich viel Blut ab, was mich kurz verunsicherte. Ich schrieb meiner Hebamme, die aber meinte, dass alles normal sei. Falls wir uns unsicher fühlen würden, sollten wir einfach losfahren in die Klinik.
Um 23 Uhr schrieb ich ihr erneut, dass die Abstände inzwischen bei 4–5 Minuten lagen und die Schmerzen stark in den Rücken zogen. Mein Mann machte sich langsam Sorgen um unsere Kleine, weil ich so mit den Wellen beschäftigt war und sie weniger spürte.
Also riefen wir im Krankenhaus an und meldeten uns an. Die Hebamme am Telefon meinte, wir könnten gerne kommen – müssten aber eventuell nochmal nach Hause, falls es noch zu früh wäre. Damit wären wir völlig okay gewesen. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt noch ganz gut telefonieren in den Wehenpausen. Mein Mann half mir beim Umziehen und brachte die Taschen ins Auto. Kurz davor musste ich mich zuhause einmal übergeben.
Während der Fahrt kamen die Wellen alle vier Minuten. Ab da wurden sie deutlich intensiver. Die Atmung half mir zwar noch am Anfang jeder Welle, aber der Höhepunkt war inzwischen schwer auszuhalten. Im Auto hörten wir weiter die Hypnose zur Eröffnung.
Gegen Mitternacht kamen wir im Krankenhaus an. Schon vom Auto bis zur Klinik musste ich mehrmals stehen bleiben und veratmen. Im Kreißsaal wurden wir von einer lieben Hebamme empfangen und zunächst ins Untersuchungszimmer gebracht.
Dort wurde ich ans CTG angeschlossen und hörte weiter meine Hypnose über Kopfhörer. Eigentlich wollte die Hebamme erstmal eine halbe Stunde CTG schreiben, aber die Wellen wurden für mich immer heftiger. Ich bat meinen Partner schließlich zu fragen, ob ich ein Schmerzmittel bekommen könnte. Ich hatte das Gefühl, völlig am Anfang zu stehen und war mit den starken Wellen etwas überfordert.
Die Hebamme wollte deshalb kurz den Muttermund untersuchen, um einschätzen zu können, welches Medikament möglich wäre. Ich war fest überzeugt, dass noch ein langer Weg vor mir lag – und ich glaube, sie dachte das auch. Doch nach der Untersuchung sagte sie nur: „Ich kann dir kein Schmerzmittel mehr geben – du bist bereits fast vollständig eröffnet.“ Ich habe sie zweimal gefragt, was das genau bedeutet, weil ich es überhaupt nicht glauben konnte. Niemals hätte ich gedacht, dass ich schon so weit war.
Kurz danach platzte die Fruchtblase und plötzlich ging alles sehr schnell. Die Herztöne unserer Tochter wurden schlechter. Sofort kamen eine zweite Hebamme und ein Arzt dazu. Unter einer Wehe bekam ich einen Zugang gelegt und einen Wehenhemmer gespritzt. Die Hebamme erklärte uns ruhig, dass es gerade ein Problem mit den Herztönen gebe und wir der Kleinen Zeit geben müssten, sich zu erholen. Falls die Herztöne sich nicht bessern würden, könnte ein Kaiserschnitt nötig sein. Zum Glück stabilisierte sich alles wieder.
Kurz darauf spürte ich einen enormen Druck im Becken und im unteren Rücken. Genau in dem Moment, als mein Partner kurz draußen war, merkte ich plötzlich den Pressdrang. Ich rief nach einer Hebamme – und kurz danach wurde ich in den Kreißsaal gebracht. Dort durfte ich mitschieben. Erst in Seitenlage, später im Vierfüßlerstand. Die Hebamme arbeitete mit warmem Wasser und Öl, um meinen Damm zu schützen.
Ich hatte Schmerzen im unteren Rücken und verlangte wieder nach meinem Wärmekissen. Irgendwann brachte es mir endlich jemand – und die Wärme tat so gut. Die Hebamme ließ mich immer wieder das Köpfchen unserer Tochter fühlen und wollte sogar, dass ich es während einer Welle berühre. Das habe ich mich allerdings nicht getraut. Später legte ich mich wieder auf die Seite und durfte mit meinem Fuß gegen die Schulter der Hebamme drücken. Das half unglaublich gut.
Mein Damm war allerdings sehr hartnäckig und das Köpfchen brauchte lange, um vorbeizukommen. Irgendwann kam noch ein Arzt dazu. Erst hielt er sich im Hintergrund, später half er beim CTG. Schließlich besprachen die Hebamme und der Arzt, ob ein Dammschnitt notwendig wäre. Das wollte ich unbedingt vermeiden. Ich sagte: „Ich möchte es nochmal ohne versuchen.“ Sie spritzten bereits die Betäubung – und dann schob ich in den nächsten zwei Wehen mit aller Kraft.
Und tatsächlich: Das Köpfchen kam ohne Dammschnitt zur Welt. Kurz darauf wurde unsere Tochter geboren. Da die Nabelschnur verknotet war, zog die Hebamme sie direkt ganz heraus und legte sie mir sofort auf den Bauch. Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich. Sie fing sofort an, zu schreien und kuschelte sich direkt an mich. Ich war einfach nur glücklich.
Nachdem die Plazenta geboren war, durfte mein Partner die Nabelschnur durchschneiden. Mein kleiner Dammriss wurde noch versorgt und danach durften wir einfach im Kreißsaal bleiben, kuscheln und uns kennenlernen. Und genau das war sie für mich: meine friedliche Geburt, das perfekte Geschenk zum Muttertag!

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