Erfahrungsbericht
von Amelie
ET am 27.11.2025
Geburt: 09.12.2025
ET +12 3.550g - 53cm
Ich habe mich sehr frühzeitig für die Methode der friedlichen Geburt entschieden, weil ich schon bei meiner kleinen Geburt den Podcast gehört habe. Ende des ersten Trimesters habe ich dann schon begonnen - zwar noch recht unregelmäßig, aber die Hypnosen halfen mir, das Vertrauen in die Schwangerschaft zu finden. Ich hatte eine sehr schöne Schwangerschaft und konnte diese bis zum Schluss genießen.
Die letzten Wochen vor ET habe ich die Dammmassage gemacht und mich nach der Louwen-Ernährung ernährt. Schon einen Monat vor ET hat sich mein Schleimpropf gelöst und man war das erste Mal ordentlich aufgeregt: Geht es jetzt los? Nichts passierte. Danach die Wochen waren geprägt von vielen Übungs- und Senkwellen, die ich immer präsent im Rücken spüren konnte. Unsere kleine Maus hatte sich schon tief im Becken eingestellt.
A. (Hebamme) kam nun immer häufiger zu uns, um den Rücken, Bauch oder Füße zu massieren. Der errechnete Termin verstrich und nach einer Woche sollten wir einmal zur Untersuchung zur Frauenärztin. Da hieß es: zu wenig Fruchtwasser und ab in die Klinik den nächsten Tag. Dort stellte sich dann heraus, dass die Bauchmaus noch super versorgt war und wollten dann am Montag ab ET +11 einleiten.
Wir allerdings wollten warten, weil ich so gerne eine Hausgeburt wollte und versuchten es dann am Montag mit einer Eipollösung, die überhaupt nicht schmerzhaft war. Der Muttermund war sogar schon 2 cm offen. Abends machte ich noch einen Einlauf und ließ mir ein warmes Bad ein. Zum Abend hin nahm dann das Ziehen der letzten Wochen im Rücken zu und wir gingen schlafen.
Tag der Geburt: Das Ziehen ließ dann am nächsten Morgen nicht nach und wurde regelmäßig. Um 9 Uhr bin ich aufgestanden und habe noch einen Milchreis mit Zimt gegessen, weil der ja angeblich wellenfördernd sein soll, obwohl ich gar keinen Zimt mag. :)
Um zu wissen, ob es los geht, trackte ich die Wellen und sie kamen schon alle 4 Minuten. Ich machte die Hypnose an und wartete bis 11 Uhr, weil dort A. vorbeikam und sie schrieb ein CTG und sagte, dass es nun endlich losgehe. T. kam dann auch ganz aufgeregt von der Arbeit nach Hause. Es war aber alles noch gut auszuhalten und wir ließen mir die Wanne voll laufen. Ich schätze, da war ich ungefähr eine Stunde drin.
Ich schickte T. noch einkaufen, weil wir doch so gerne einen Geburtstagskuchen backen wollten. Die nächsten 3-4 Stunden verbrachte ich auf dem Boden liegend vorm Kamin mit den Kopfhörern und Hypnose auf den Ohren. Es wurde immer intensiver und ich spürte die Wellen weiterhin nur im Rücken - was sich auch nicht ändern sollte. Hier musste ich mich auch das erste Mal übergeben.
Ab halb 6 steigerten sich die Wellen und ich bin wieder in die Wanne, wo dann die Hypnose noch im Hintergrund über den Lautsprecher lief. Wir riefen beide Hebammen an. Dorothea traf dann halb 7 ein und Anke auch kurz danach. Der Muttermund war schon bei 8 cm. Ich wurde in der Wanne auch immer lauter und musste anfangen, die Wellen zu vertönen.
Ab dann war T. auch die ganze Zeit an meiner Seite und nicht mehr wegzudenken. Ich brauchte seine Unterstützung. Zwischen 20/21 Uhr animierte mich A., aus der Wanne mal rauszugehen, um die Schwerkraft wirken zu lassen. Wir probierten viele Positionen aus: von SL, im Stand mit Tuch bis zur Toilette, wo dann auch mein Körper von alleine anfing mit Pressen. Die Presswellen fühlten sich wieder besser an, weil ich aktiv mitarbeiten konnte.
Wir wechselten nochmal in die tiefe Hocke, bei der T. mich unter den Armen hielt. Als er das nicht mehr so gut halten konnte, holte A. noch schnell den Geburtshocker, auf dem dann auch die Fruchtblase platzte und dann auch um 23:45 Uhr die kleine M. kam. Die Nabelschnur war leider recht kurz. Deswegen musste sie schnell durchgeschnitten werden und 15 Minuten später kam dann auch die Plazenta noch auf dem Hocker.
Danach wechselten wir auf die Couch und Malou lag auf meiner Brust und wir konnten uns kennenlernen. Leider blutete ich dann überdurchschnittlich doll und nach einer Stunde suchen, entschied Anke, dass wir das nochmal im Krankenhaus abklären lassen müssen. Ich hatte einen Scheidenriss und Labienriss, die dann im Krankenhaus versorgt wurden und halb 5 konnten wir uns dann endlich in unser Familienbett daheim einkuscheln und uns kennenlernen.
Auch wenn ich die letzten 4/5 Stunden keine Hypnose mehr auf den Ohren hatte, hat sie mich bis zur intensiven Übergangsphase gut begleitet und vor allem immer wieder an die Bauchatmung erinnert. Und die kleinen Auszeiten in der Schwangerschaft haben mir geholfen, das nötige Vertrauen in eine Hausgeburt aufzubauen. Ich freue mich schon, wenn ich Schwangerschaft und Geburt so noch einmal erleben darf.
-Amelie

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