Erfahrungsbericht
von Anja
Meine friedliche Geburt
Meine friedliche Geburt begann am frühen Sonntagmorgen an meinem sicheren Ort in meinem Bett. Ich realisierte schnell, dass sich diese Wellen anders anfühlten als die Übungswellen, und so startete ich die erste Hypnose. Ich war sehr froh über den natürlichen Beginn, zumal meine Gynäkologin am nächsten Tag (ET + 7) eine Einleitung geplant hatte.
Gegen 6:30 Uhr weckte ich meinen Mann. Wir lagen noch eine Weile zusammen im Bett, schliesslich konnte es ein langer Tag werden. Gegen 8:30 Uhr wurde ich unruhig und bat ihn, die Kliniktasche zu finalisieren. Das meiste war schon lange vorbereitet, musste aber noch eingepackt werden.
Danach frühstückten wir, duschten und machten uns frisch. Anschliessend legte ich mich auf die Couch und hörte weiter den Hypnosen zu. Teilweise döste ich dabei auch ein. Mein Mann war neben mir und schaute Sport.
Gegen 10:00 Uhr schrieb mir eine gute Freundin, die ich über den Beginn der Geburt informiert hatte. Sie sagte, dass sie sehr gerne bei mir sein würde, da sie die friedliche Stimmung, die ich beschrieben hatte, miterleben wollte. Mein Mann hingegen war eher unruhig, ihm war etwas langweilig, und gedanklich war er bei einem Hockeyspiel, das er gerne mit seinem Team bestritten hätte.
Dann ging alles schnell. Ich fragte meine Freundin, ob sie wirklich dabei sein wolle, und sie bejahte es. Sie machte sich auf den Weg, und so konnte mein Mann zum Hockeyspiel gehen. Als ich bereits allein war, rief mich meine Schwester an, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Ich schilderte ihr den Verlauf des Morgens, und kurz darauf, gegen 12:00 Uhr, traf meine Freundin ein. Sie bereitete mir das Mittagessen (Kraftbrühe) zu, und wir unterhielten uns.
Mir ging es zu dieser Zeit sehr gut, und es gelang mir, bei den Wellen zu entspannen, auch ohne die Hypnosen. Gegen 13:30 Uhr war mein Mann wieder zurück. Kurz darauf änderte sich die Intensität der Wellen. Ich konnte nicht mehr sprechen und musste mich während der Wellen sehr auf mich konzentrieren. Dank des Selbsthypnose-Trainings gelang mir das jedoch sehr gut.
Um 15:00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Spital. Während der Autofahrt hörte ich die Hypnose über Kopfhörer und hielt die Augen geschlossen. Das war wichtig, da die Autofahrt länger dauerte als gedacht, weil der direkte Weg aufgrund einer Sportveranstaltung gesperrt war.
Im Spital angekommen, meldete mein Mann uns an, und kurz darauf holte uns genau die Hebamme ab, die uns am Vortag bei einleitenden Massnahmen (Akupunktur, Eipollösung und Einlauf) unterstützt hatte. Sie führte uns direkt zum Kreisssaal und fragte, ob wir bleiben möchten oder uns auch vorstellen könnten, wieder nach Hause zu gehen. Ich bat sie, mich zuerst zu untersuchen.
Tatsächlich war mein Muttermund bereits mehr als 6 cm geöffnet. Das machte mich sehr emotional, und ich war froh, dass sich schon so viel getan hatte. Die Hebamme liess die Badewanne ein und wollte mir währenddessen einen Venenzugang legen. Leider war mein Mann zu dieser Zeit gerade dabei, das Auto umzuparken, und verpasste daher diesen etwas unschönen Moment.
Eigentlich wollte ich keinen Zugang und bat darum, darauf zu verzichten, doch die Hebamme überzeugte mich, dass es Standard sei und sie den Zugang so legen würde, dass ich mich noch gut bewegen könne. Irgendwann war es mir dann zu viel, und ich meinte, sie solle es halt machen. Ich war aber auch teilweise in meiner eigenen Welt. Sie hatte jedoch Mühe, den Zugang zu legen, und als die Wanne fertig war, meinte sie, wir könnten auch erst einmal ohne Zugang starten.
Das warme Wasser tat mir sehr gut, und ich konnte mich entspannen. So veratmete ich die weiteren Wellen ohne Kopfhörer. Das Körpergefühl wurde immer intensiver. In jeder Wellenpause entspannte ich mich, und bei jeder Welle visualisierte ich das „Weitwerden“ und atmete tief in den Bauch.
So liess ich es auch über mich ergehen, als die Hebamme und eine Kollegin zu zweit versuchten, den Zugang zu legen. Viel davon bekam ich nicht mit, und wenn eine Welle nahte und ich dies sagte, machten sie jeweils eine Pause. Irgendwann gelang es ihnen, und ich war froh, mich wieder ganz auf mich konzentrieren zu können.
Die Hebamme unterstützte mich sehr gut. Sie gab Tipps zu möglichen Positionen, massierte meinen Rücken und verstand meine Bedürfnisse sehr genau. Mein Mann brachte mir immer wieder Wasser. Die Anker benötigten wir nicht, da ich auch ohne sie immer wieder in Trance war. Etwas später fragte die Hebamme, ob sie vielleicht die Fruchtblase öffnen solle, damit es etwas schneller vorangehen würde. Das wollte ich jedoch nicht.
Wahrscheinlich hat mir diese Entscheidung Kraft gegeben, denn kurz darauf setzte die Austreibungsphase ein, und wir hörten die passende Hypnose über den Lautsprecher. Dies war gegen 17:30 Uhr.
Um 18:20 Uhr platzte die Fruchtblase mit einem lauten „Blub“. Auch während dieser Phase leitete mich die Hebamme sehr gut an, und so fand ich irgendwann heraus, wann ich schieben sollte und wann nicht. Plötzlich spürte ich ein Gefühl, das ich vom Training mit dem Epi-No kannte. Da wusste ich, dass meine Tochter bald bei mir sein würde.
Um 18:48 Uhr kam sie zur Welt. Erleichtert nahm ich sie entgegen und legte sie auf meine Brust. Mein Mann war uns nah und vergoss, wie auch ich, einige Tränen. Das war ein wunderschöner Moment. Die Geburt erlebte ich als kraftvoll. Das Körpergefühl war intensiv, doch ich würde nicht von Schmerzen im klassischen Sinne sprechen.
Leider verlor ich danach etwas zu viel Blut, sodass meine Tochter früher als gewünscht abgenabelt werden musste. Zum Glück war zu diesem Zeitpunkt bereits der Venenzugang gelegt, denn dieser wurde nun benötigt. Ich bekam Medikamente, die die Nachgeburt beschleunigen sollten. Da verschiedene Mobilisationsübungen und auch die Hypnose zur Nachgeburt nicht halfen, wurde die Plazenta schliesslich manuell entfernt und danach wurde der kleine vaginale Riss genäht. D
ieser Teil war für mich unangenehmer als die Geburt selbst. Ich war jedoch auch in diesem Moment bei mir, konnte die Massnahmen über mich ergehen lassen und sogar noch den ein oder anderen Witz machen. Alles in allem hat mir die Vorbereitung mit „Die friedliche Geburt“ viel Mut gemacht und schlussendlich zu einem wunderschönen Geburtserlebnis beigetragen. Dafür bin ich sehr dankbar.

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