Erfahrungsbericht
von Anna

Vorweg zusammengefasst, würde ich behaupten, die Vorbereitung mit der friedlichen Geburt hat mir ein kleines bisschen gebracht, aber ich war zur Geburt nicht in Hypnose und hatte es auch beim Üben nicht oft „geschafft“.

Die Geburt hat mich ganz schön überrumpelt, aber ich hab sie als positiv in Erinnerung. Aber von vorne: Ich hatte aufgrund viel Erfahrung in der Vergangenheit mit Meditation und Hypnosen den unbedingten Wunsch, mich mit der friedlichen Geburt vorzubereiten, da ich den Ansatz so gut finde (persönlich dran glaube, aber auch die Wissenschaft dahinter verstehe) und in der Vergangenheit mit speziellen Meditationen bereits regelmäßig in einem sehr hypnotischen Zustand war.

Ich muss leider direkt sagen, dass ich mit Kristins Art, die Hypnosen zu sprechen (dieses sanfte Säuseln - wertungsfrei, viele mögen das richtig gerne!) nichts anfangen kann. Da ich aber von der Methode sehr überzeugt bin, habe ich den Kurs dennoch gebucht in der 12. Woche. Ich hatte die Theorie super schnell durch gearbeitet und die hat mir auch richtig viel gebracht. Sie hat mir geholfen, das Prinzip zu verinnerlichen.

Die Hypnosen selber sind mir aber schwer gefallen. Ich habe vor allem lange die Einschlaf-Hypnose gehört, um mich an die Stimme zu gewöhnen und war auch immer super schnell weg (das werte ich mal super positiv!!). Insgesamt hatte ich aber eindeutig zu viel Zeit, als das Üben wichtiger wurde, war die Luft raus und Motivation weg. Bei einer zweiten Geburt würde ich nicht vor der 30. Woche starten.

Weiter zur Geburt. Wir waren aufgrund eines Blasensprungs am Samstag Abend (ET +8) ab Sonntag Mittag (ET +9) in der Klinik und haben uns dort mit meiner Beleghebamme besprochen. Ich hatte bereits Samstag Nachmittag bis Sonntag morgens um 3 leichte Wehen, alle 10 Minuten über 15 Stunden hinweg. Spürbar, aber soooo harmlos.

Ich habe in der Zeit irgendwie keine der Hypnosen als so richtig „passend“ empfunden und verschiedene durchgespielt. Da die Wehen aber super lasch waren, hab ich’s wieder gelassen und versucht, zu schlafen. Sonntag Mittag stellten wir dann aber fest, dass diese super harmlosen Wehen offenbar immerhin 3 cm Öffnung gebracht haben. Hey, 3 cm nahezu schmerzfrei fand ich gut.

Wir hatten 3 Optionen, alle 3 hätte meine Hebamme mit getragen und ich konnte ganz selbstbestimmt entscheiden. 1. direkt einleiten, am Abend (also 24 nach Blasensprung) einleiten oder bis Montag früh (ET+10) warten mit einleiten. Ich habe mich entscheiden, noch ein bisschen abzuwarten, ob alleine was passiert und ansonsten am späten Nachmittag mit der Einleitung zu beginnen.

Wir waren also spazieren, ich habe versucht, Hypnosen zu hören, habe aber Podcasts und Hörbücher mehr gefühlt. So haben wir die Sonne genossen und gehofft, dass sich was tut. Ab und zu kam eine lasche Wehe vorbei... aber harmlos und unregelmäßig. Wir haben im Klinik Café etwas gegessen und uns dann um 16 Uhr mit unverändertem Muttermund für die erste Tablette entschieden. Ich wollte nicht bis Montag früh warten, da dies aufgrund des Blasensprungs mehr Antibiotika Gabe zur Folge gehabt hätte.

Ich nahm also die Tablette und es passierte - NICHTS. Ich schickte meinen Mann nochmal nach Hause, mein Stillkissen zum Schlafen zu holen und Pizza mitzubringen, weil ich offenbar noch eine Nacht schwanger im Krankenhaus verbringen würde. Als er weg war, kamen unregelmäßige diffuse Wehen. Unangenehm, aber okay. Oft lange Pausen. Manchmal kaum Pausen. Ich hab’s mit Hypnosen versucht, aber irgendwie haben mich alle genervt.

Für dieses diffuse "keine Ahnung was das soll" erschien mir keine passend, denn in meinen Augen war das noch keine Eröffnungsphase. Alles war noch viel zu entspannt und diffus. Also hab ich meine gute Laune Playlist angemacht und alleine im Zimmer zu Taylor Swift getanzt, um mich so in einen Trance Tunnel zu begeben (wie gesagt, auch wenn ich die Hypnosen nicht so mochte, das Wissen war gut zu haben!!!).

Um 20:00h kam mein Mann zurück, wir aßen Pizza und telefonierten mit der Beleghebamme, die nochmal nach Hause gefahren war. Da sich nichts elementares getan hatte, beschlossen wir gemeinsam, nicht weiter einzuleiten, sondern die Nacht nochmal zur Erholung zu nutzen und Montag früh, wie geplant ET +10 neu zu starten. In diesem Moment habe ich den Geburts-Modus innerlich beendet. Dachte, gut, morgen neuer Tag, neues Glück.

Wir aßen also weiter Pizza. Plötzlich, aus dem NICHTS überrollte mich eine Wehe in absoluter Heftigkeit. Und sofort die nächste. Und so weiter. Ich musste mal (dachte ich… musste ich faktisch nicht.. das war wohl schon der Kopf….). Ich rief meinem Mann aus dem Bad zu „ruf SOFORT die Hebamme wieder an!!!). Das war ca. 20:40h.

Wir verabredeten uns in 30 Minuten im Kreißsaal. Wie ich das eine Stockwerk nach unten kommen sollte? KEINE Ahnung. Ich versuchte es kurz mit der Hypnose, aber jetzt hat sie mich endgültig genervt. Mit diesen Wehen, die von 0 auf 100 und nahezu ohne Pause kamen, hatte ich keine Chance, den Worten zu folgen. Also wieder zurück zur Playlist. Aber auch damit war, nachdem ich den Geburtsmodus einmal mental beendet hatte, nichts mehr mit Trance.

Ich wusste nur, ab da wo die Wehen richtig doll sind, kann es schon mal noch so 6-10 Stunden dauern, so lange sind schließlich viele im Kreißsaal und ich wusste, das schaffe ich nicht. Diese Heftigkeit mehrere Stunden?! Absolut nicht, niemals. Unten angekommen, öffnete die Hebamme die Tür zum Kreißsaal ohne Badewanne. Dabei wollte ich doch MIT Badewanne?! Die einzige Chance, die Schmerzen auszuhalten?! Aber ich hatte keine Kraft mehr zu protestieren.

Was ich nicht wusste, die Hebamme ahnte da wohl schon, dass wir es niemals schaffen würden, noch Wasser in die Wanne zu kriegen… sie untersuchte mich und wir waren bei 9cm, wir konnten quasi loslegen! Sie ging sich noch schnell umziehen... Ziemlich schmerzhaft, aber unkompliziert war 30 Minuten später unser Baby auch schon da! Irgendwann während des Pressens hab ich letztlich auch die Lust auf Musik verloren, ich wollte meine Hebamme voll und ganz hören.

Letztendlich also eine super schnelle unkomplizierte Geburt. Schwierig war, dass ich das natürlich nicht vorher wusste und von mindestens 6-8stunden, nicht von 30 Minuten ausging. Und das hat es mental sehr anstrengend gemacht.

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina