Erfahrungsbericht
von Anna

Die Podcasts von die „Friedliche Geburt“ kannte ich schon aus meiner ersten Schwangerschaft, in der ich bereits eine positive Geburtserfahrung im Krankenhaus erleben durfte. Als ich das nächste Mal schwanger war, stand für mich relativ schnell fest, dass ich zuhause mein Kind bekommen wollte. Nur mit der Entscheidung, welche Art von Geburtsvorbereitung und welcher Kurs genau für mich passt, habe ich mich schwer getan.

Nach etlichen Pro/Kontra Listen fiel die Entscheidung auf die „Friedliche Geburt“. Physiologie, Positionen und Atemtechniken waren eine Frage der Recherche. Hypnobirthing war eine Übungsfrage und etwas, was ich mir als Tool für die Geburt erlernen wollte. Ohne Anleitung und “Trainingsplan” würde ich das nicht schaffen.

Im 2. Trimester waren die Hypnosen vor allem ein leichter Weg in den Mittagsschlaf. Später wurden sie fester Bestandteil des Alltags und waren aus meinem persönlichen Geburtsvorbereitungscurriculum nicht wegzudenken. Ob Trance unter der Geburt wirklich etwas für mich sein würde, wusste ich bis zum Schluss nicht. Aber es war auf jeden Fall ein hilfreicher Weg und eine starke Vorbereitung für mein Unterbewusstsein.

Für meinen Mann war vor allem die Übung der Geburtssituation mit getauschten Rollen und auch das Video für den Partner super hilfreich! Seit Woche 28 hatte ich regelmäßige Übungswehen, die im Verlauf intensiver wurden. Hello, Braxton Hicks!

Am Samstag, 5 Tage vor ET, folgte ich dem Impuls, die Hypnose zur mentalen Geburtsvorbereitung zu machen. Am nächsten Tag verlor ich einen Teil meines Schleimpfropfes, zusammen mit einem Schwapp klarer, geruchloser Flüssigkeit, die auch Ausfluss sein konnte. Das passiert auch an den folgenden Tagen.

Am Abend vor der Geburt hatten wir einen Babysitter für die große Tochter da und gingen romantisch ins Kino. In der Kloschlange vor Filmbeginn lief es mir auf einmal so warm und so viel in die Hose, dass ich ohne Zweifel wusste: Fruchtwasser! Den Film habe ich noch durchgezogen, aber eigentlich vor allem bereits visualisiert und Wehen getrackt - alle 4 bis 12 Minuten. Nach dem Film legte ich mich zuhause schnell ins Bett und war so aufgeregt, dass es dauerte, bis ich einschlief.

Um 3 Uhr bekam ich 2 starke Wehen. Sollte ich nun wach bleiben? Den Geburtsraum vorbereiten? Also Geburtspool aufstellen, Affirmationsposter aufhängen, Kerzen anzünden etc.? Mein Mann schlief noch friedlich und ich beschloss, mich nochmal daneben zu legen, die Hypnose zum überraschenden Geburtstart zu hören und ganz entspannt zu veratmen. Ich war voller Vorfreude auf die Geburt und mein Kind!

Um 5 Uhr kamen die Wehen schnell und heftig. Alle paar Minuten schon. Ich ließ mir eine Badewanne ein und um 6.15 Uhr wachte mein Mann auf. Er kam gerade rechtzeitig, um mir die Schüssel zum Erbrechen zu halten. Wir riefen die Hebamme an und 45 Minuten später war sie da. Ich hatte bereits das Bedürfnis, zu schieben und sie bestätigte: “Du klingst so! Folge deinem Körper und vertraue dir und deinem Baby!”

Auf dem Handy lief im Hintergrund die Geburtshypnose und auch wenn ich nicht in Trance war und es auch gar nicht erst versuchte, so war die Stimme von Kristin, die mich schon so viele Wochen begleitete, mein Ruheanker. Ich war gut darauf konditioniert, dass die Hypnosen Entspannung bedeuten und wann immer mich eine Welle zu überschwappen drohte, lenkte ich meine Aufmerksamkeit zurück zum Audio und konnte viel besser loslassen.

Um 7.25 Uhr wurde meine Tochter wach und während sie im Nebenzimmer von einer Hebammenstudentin angezogen wurde, befand ich mich bereits in der Übergangsphase. Das Wohnzimmer hatten wir nicht fertig vorbereitet und im Pool war noch nicht genügend Wasser und ich entschied: ich bleibe im Badezimmer! Aber die Badewanne war zu klein. Ich bewegte mich instinktiv und konnte keine gute Position finden, in der ich mein Baby rausschieben wollte.

Seit mein erstes Kind vor 3 Jahren in der Geburtswanne zur Welt kam, stand für mich fest, dass ich wieder eine Wassergeburt erleben wollte. Doch nun folgte ich meiner Intuition und ließ den Plan ziehen. Ich kniete mich vor die Wanne und begann, kraftvoll zu pressen. Ich spürte mein Baby im Geburtskanal und meine Fruchtblase stand bereits ein Stück raus.

Mein Mann wollte meine Tochter nun zu den Nachbarn bringen, doch meine Hebamme warnte: “ Wenn du jetzt gehst, verpasst du vielleicht die Geburt deines 2. Kindes”. Ihre Worte waren wie Musik in meinen Ohren - ich war also fast am Ziel! Aber ich wollte meine große Tochter aus der Haustür wissen und so kam sie noch für einen Abschiedskuss herein und wurde dann von der Hebammenstudentin durchs Treppenhaus begleitet.

5 Minuten nachdem sie aus der Wohnung war, kam ihre Schwester um 7:48 Uhr zur Welt. Nachdem ich nach dem Köpfchen fühlte, schob ich es mit einer Wehe kraftvoll heraus und die Fruchtblase platzte endgültig mit einem Schwall. Im nächsten Moment schob ich den Babykörper kraftvoll in die liebevollen Hände meines Mannes. Wir waren so stolz! So überwältigt und glücklich. Die Plazenta gebar ich, begleitet durch die entsprechende Hypnose, 40 Minuten später und nur nach einer Stunde, kam auch unsere Große wieder dazu um bei der U1 fleißig mitzuhelfen. Außerdem hatte sie den Spaß ihres Lebens im Geburtspool, den ich ja nie benutzt hatte.

Nach einer herrlichen ersten Zeit zu 4. mussten wir am 9. Lebenstag für 5 Tage mit Stillschwierigkeiten ins Krankenhaus. Diese Zeit erinnere ich als sehr schwierig, doch auch da begleitete mich die “Friedliche Geburt” noch und war während des Abpumpens ein Stückchen Ruhe im trubeligen Krankenhausalltag. Und das ist, was diese App für mich war: ein Stein in der Brandung, ein Ruhepol und ein Begleiter für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit.

Mein Baby ist nun 3 Monate alt und wenn ich mich mit beiden Töchtern zum Mittagsschlaf hinlege und wir eine der Hypnosen als Einschlafbegleitung nutzen, bin ich jedes Mal so dankbar, dass ich mich für die “Friedliche Geburt” entschieden habe. Meine Geburt war friedlich, selbstbestimmt und ganz anders als geplant. Sie war genau das, worauf ich mich Dank der App vorbereitet habe: anders als gedacht, unplanbar, intensiv. Genauso perfekt!

Danke an Kristin und Team für die gute Begleitung!

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina