Erfahrungsbericht
von Anni

Liebe Kristin, liebes Team von „Die friedliche Geburt“,

Vor 6 Wochen ist meine Tochter M. A. im Mekong Delta in Vietnam geboren und ich möchte meinen Geburtsbericht teilen, um anderen Frauen Mut zu machen und zu zeigen, dass man in sich Ruhe bewahren kann, auch wenn im Außen der Sturm tobt. Dies bezieht sich nicht nur auf die Geburt, sondern die gesamte Schwangerschaft, die zwar komplikationslos verlief, aber mit vielen anderen Herausforderungen einherging.

Ich habe durchgehend Yoga praktiziert, im 4. Monat mit dem Kurs von Kristin angefangen und fast jeden Tag Hypnosen gehört. Somit war die Schwangerschaft sehr entspannt, obwohl ich einige Herausforderungen bewältigen musste. In Vietnam zu bleiben für die Geburt, stand jedoch trotz aller bürokratischen Hürden außer Frage, da mein Freund als Vietnamese nicht einfach so nach Deutschland reisen kann. Außerdem reise ich schon zweieinhalb Jahre durch das Land und bin aktuell dort zuhause, wo er herkommt – im Mekong Delta.

6.⁠ ⁠März 2026 – Ich hatte eine sehr erholsame Nacht, nachdem ich am Vortag ein paarmal ein leichtes Ziehen im Unterleib hatte. Es fühlte sich an wie leichte Periodenschmerzen.

Morgens um 6 Uhr wachte ich auf und hatte leichten Ausfluss, der sich warm anfühlte. Fruchtwasser? Und muss die Fruchtblase nicht eigentlich platzen? Ich war mir nicht ganz sicher, ob es wirklich Fruchtwasser war und ließ meinen Freund weiterschlafen.

Als er um 8 Uhr aufwachte, sagte ich ihm, dass er noch wie jeden Morgen Kaffee trinken und frühstücken gehen sollte. Heute würde unsere Tochter sicherlich noch nicht zur Welt kommen. Ich schrieb jedoch meiner Ärztin, ob ich vorbeikommen könnte, um zu testen, ob ich wirklich Fruchtwasser verlor. Sie sagte, dass wir um 10 Uhr ins Krankenhaus kommen sollten. Wir überlegten sogar noch, mit seinem Motorbike zu fahren und meine Kliniktasche zuhause zu lassen, weil ich mir so sicher war, dass es noch dauern würde. Es war mein erstes Kind und ich war noch 10 Tage vor ET. Als ich aus der Haustür ging, hatte ich plötzlich starke Bauchkrämpfe. Wir mussten doch ein Taxi rufen, aber ich konnte auch im Auto kaum sitzen vor Schmerz. Zum Glück hatten wir nicht das Motorbike genommen!

Angekommen im Krankenhaus (zum Glück nur 10 Minuten entfernt) platzte dann die Fruchtblase, ich wurde direkt in einen Rollstuhl gesetzt und zur Ärztin gebracht. Da verlor ich bereits etwas Blut. Sie sagte, sofort in den Kreißsaal, der Muttermund war 2 cm geöffnet und die Wellen bereits sehr stark. Von 0 auf 100 hatte ich ohne einleitende Medikamente einen „Wehensturm“ und kaum Pausen zwischen den einzelnen Wellen. Ich kam in das Zimmer – hellbeleuchtet, viele Menschen, und nur ein Bett, das dem Untersuchungsstuhl beim Frauenarzt ähnelte. Obwohl ich extra auf Vietnamesisch einen Geburtsplan geschrieben hatte, war alles genauso, wie ich es nicht wollte.

Ich bekam auch direkt einen Zugang gelegt und musste mich auf den Rücken legen. Eigentlich hatte ich extra eine Yoga-Matte mitgenommen, die auf dem Weg zum Kreißsaal aber bereits verloren gegangen war, weil alles so schnell ging. Meine anderen Tools (Kopfhörer, Musik, Düfte etc.) konnte ich auch nicht wie vorbereitet nutzen, weil ich keine Zeit hatte und in dem Moment auch auf Vietnamesisch keine Worte mehr fand (ich spreche nur Vietnamesisch mit meinem Freund, aber lerne die Sprache erst seit knapp zwei Jahren).

Ich lag also auf diesem Bett, in einem hell erleuchteten Raum voller medizinischem Personal (wie in Vietnam üblich) mit heftigen Wellen, die mich nahezu unaufhörlich durchströmten. Trotzdem blieb ich ganz ruhig. Ich konzentrierte mich auf meine Atmung, auch wenn ich keine richtigen Pausen hatte. In mir war trotz allem diese innere Ruhe, obwohl ich nicht mal wie geplant die Hypnose hören konnte. Die Schmerzen wurden noch stärker. Ich wollte eigentlich ohne Medikamente auskommen, aber mein Körper sagte mir in diesem Moment ganz deutlich, dass ich Unterstützung brauchte. Wie bereits durch die ganze, sehr unkomplizierte Schwangerschaft hindurch entschied ich alles aus meiner Intuition heraus. So fragte ich bewusst und nicht aus Panik heraus nach einer PDA. Ich dachte, dass es noch lange dauern würde bis zur vollständigen Öffnung. Ich lag auf der Seite, während die PDA gelegt wurde, konnte mich nicht bewegen und die Wellen wurden noch stärker. Nach circa 20 Minuten hatte ich relativ schnell kein Gefühl mehr. Kurze Zeit später sagte mir die Ärztin (auf Vietnamesisch), dass ich jetzt pressen musste. Das Kind war bereits im Geburtskanal. Ich wusste gar nicht wie mir geschah, hatte in dem Moment alles vergessen und wusste auch nicht, wie ich atmen sollte. Wieso ging das alles so schnell? Mein Mann übersetzte für mich mit Google Translate die Anweisungen des medizinischen Personals ins Deutsche.

Nach weniger als 20 Minuten war unsere Tochter auf der Welt. Dadurch dass alles so schnell ging, hatte ich eine kleine Geburtsverletzung, die genäht werden musste. Durch die PDA spürte ich aber auch das nicht.

Ich war nach der Geburt voller Adrenalin und freute mich, dass es so schnell gegangen war, wie ich es mir erhofft hatte.

Erst später realisierte ich, dass die Geburt eigentlich komplett anders war, als ich es mir vorgestellt hatte – ich wollte keine Medikamente, nicht in Rückenlage, kein helles Licht, wenig medizinisches Personal. Doch mein Gehirn ging trotzdem wie von selbst in einen Zustand völliger Ruhe und Frieden über, wie ich es in den Hypnosen während der Schwangerschaft erfahren hatte. Das medizinische Personal war sehr verwundert, da sie während der ganzen Geburt kein einziges Geräusch von mir hörten, außer die Frage nach der PDA. Daher waren sie wohl auch selbst verwundert, dass alles so schnell ging.

Es war ein so verrückter Moment, als meine Tochter auf mir lag, keine zwei Stunden nachdem ich noch gesagt hatte, dass sie sich heute garantiert noch nicht auf den Weg machen würde.

Und so hat meine Tochter ihrem Namen alle Ehre gemacht – denn „An“ bedeutet Frieden und ihr gesamter Name so viel wie „friedlicher Neubeginn“. Auch sie war nach der Geburt ganz entspannt und ist bisher auch ein sehr friedliches Baby. Wir sind unendlich dankbar, dass wir als Familie zusammen bleiben konnten, trotz strenger Visa-Bestimmungen und bürokratischer Hürden, die mich sogar hochschwanger noch dazu zwangen, alleine nach Taiwan zu reisen und ich bin auch bis ein paar Tage vor der Geburt noch zwölf Stunden mit dem Nachtbus gefahren.

Ich bin schon immer viel und gerne gereist, daran hat auch die Schwangerschaft nichts geändert. Sie hat mich trotzdem insgesamt ruhiger gemacht, was ich aber auch maßgeblich Kristin’s Methode zu verdanken habe. Durch die täglichen Hypnosen war ich auch trotz einiger Rückschläge, Heimweh und Sorgen tiefenentspannt.

Ich kann jedem nur von Herzen empfehlen, den Kurs zu machen und die Methoden auch nach der Geburt – am besten für den Rest des Lebens – anzuwenden. Bisher haben sie mich auch trotz eines schmerzhaften Wochenbetts in allen Momenten Ruhe bewahren und auch die Emotionen besser unter Kontrolle halten lassen, sodass es für meine kleine Familie bisher eine wunderschöne Zeit zu dritt ist.

Danke an Kristin und das „Die friedliche Geburt“-Team von ganzem Herzen für Eure Arbeit.

Liebe Grüße aus Vietnam,

Anni

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