Erfahrungsbericht
von Carolin
Geburtsbericht – Die Geburt meines zweiten Kindes
Über ein Jahr nach der Geburt meines zweiten Sohnes schreibe ich nun endlich diesen Geburtsbericht und möchte Kristin und ihrem Team von Herzen für diese tolle Methode danken, die mich während meinen zwei Schwangerschaften nicht besser hätte begleiten können! Meine erste Geburt war sehr lang und im Nachhinein belastend – deshalb hatte ich großen Respekt vor der zweiten Geburt.
Mit der Methode der „Friedlichen Geburt“ durfte ich dieses Mal jedoch eine völlig andere Erfahrung machen: getragen, gestärkt und fast ohne Schmerzen, begleitet nur von intensivem Druck. Jede Geburt ist einzigartig – und meine Geschichte möchte ich teilen, um anderen werdenden Mamas Mut und Zuversicht zu schenken. Während meiner zweiten Geburt haben mir die Erfahrungsberichte anderer Frauen unglaublich geholfen – sie haben mir Mut gemacht, Vertrauen gegeben und mir gezeigt, dass jede Geburt ganz individuell verläuft.
Dies war meine zweite Geburt. Schon bei meinem ersten Kind hatte ich die Methode der „Friedlichen Geburt“ genutzt und mich sehr intensiv damit vorbereitet. Die Methode hat mich schon damals mental sehr gestärkt, da ich im Vorfeld doch großen Respekt und ein wenig Angst vor dem Geburtsprozess gehabt habe. Bereits während der Schwangerschaft hat die Friedliche Geburt mir Ruhephasen und Auszeiten ermöglicht, mentale Stärke aufgebaut und mich mit meinem Urvertrauen verbunden.
Die erste Geburt dauerte damals rund 30 Stunden und war für mich im Nachhinein leicht traumatisch. Entsprechend groß war mein Respekt vor der zweiten Geburt – die Vorfreude war da, aber auch die Sorge, dass es wieder so langwierig und kräftezehrend werden könnte. Für beide Geburten wählte ich ein Krankenhaus, welches als „babyfreundliche Geburtsklinik“ ausgezeichnet ist.
Der damalige Chefarzt dort war Dr. Wolf Lütje, den ich u.a. über Kristin und ihren Podcast kennengelernt habe, und dessen Mindset und Ansätze mich stark positiv beeinflusst haben. Daher war die Geburtshilfe des Krankenhauses auch bei beiden Geburten sehr aufgeschlossen, mich bei der Umsetzung der Methode der Friedlichen Geburt zu unterstützen.
Am siebten Tag nach dem errechneten Termin stand die Entscheidung über eine Einleitung an. Da mein Baby als recht groß geschätzt wurde und ich bereits über den Termin hinaus war, entschieden wir uns gemeinsam mit dem Ärzteteam, den Geburtsprozess zu unterstützen und in der Klinik einzuleiten. Mental war dies für mich sehr wichtig, denn ich konnte dieses Mal deutlich entspannter in den Geburtsprozess starten. Ich wusste, dass mein älteres Kind gut betreut war und ich fühlte mich gut vorbereitet.
Mit der ersten Gabe von Angusta am morgen und der Friedlichen Geburt auf den Ohren begann der Geburtsprozess. Im Verlauf des Vormittags wurden die Wellen regelmäßiger und spürbarer. Ich ging noch einmal an die frische Luft, frühstückte ausgiebig und las zur Stärkung noch einmal positive Geburtsberichte. Eine weitere Medikamentengabe folgte und ich legte mich zur Entspannung ins Bett und hörte weiterhin die Hypnosen. Die Wellen wurden zunehmend kräftiger und regelmäßiger, doch mit meiner Atmung konnte ich sie gut verarbeiten.
Als mein Mann gegen Mittag zu mir zu kam, stellte die Hebamme fest, dass sich der Muttermund bereits auf vier Zentimeter geöffnet hatte. Wir blieben im Kreißsaal. Dort probierte ich verschiedene Positionen aus. Die Hypnose begleitete mich die ganze Zeit und gab mir Sicherheit. Im Laufe der nächsten Stunden wurde meine Atmung intensiver und lauter, ich begann beim Ausatmen zu tönen. Auf meinen Wunsch hin verriet die Hebamme mir die genaue Muttermundsöffnung nicht, sagte jedoch ermutigend: „Es sieht gut aus.“
In dieser Phase wurde erstmalig der Druck sehr stark. Erinnerungen an die lange, anstrengende Geburt meines ersten Kindes kamen hoch. Diese Gedanken machten mir Angst, und ich musste mich bewusst immer wieder ins Hier und Jetzt zurückholen. Ich bat um Schmerzlinderung. Die Hebamme erklärte, dass normale Schmerzmittel nicht mehr helfen würden und jetzt nur noch eine PDA infrage käme – oder ein Positionswechsel.
Also wechselte ich in den Vierfüßlerstand, in dem ich so viel besser entspannen konnte und der tatsächlich auch den bis dahin starken Druck rausnahm. Die Wellen wurden nun jedoch so stark, dass ich meine Atmung intuitiv anpasste: schnelles Einatmen, langes Ausatmen mit Druck nach unten. Da die Fruchtblase noch prall vor dem Muttermund stand, durfte ich bereits sanft Mitdrücken. Nach zwei kräftigen Wellen sprang die Blase schließlich von selbst – und der Druck ließ sofort spürbar nach.
Kurz darauf begann die Austreibungsphase. In Rückenlage fand ich die meiste Kraft. Bis zu diesem Moment waren die Schmerzen gut auszuhalten, erst beim Durchtreten des Köpfchens wurden sie wirklich intensiv. Nach zwei bis drei kraftvollen Presswehen war es schließlich geschafft – mein gesundes Baby war geboren!
Rückblickend empfinde ich die zweite Geburt als eine unglaublich stärkende Erfahrung. Durch die Methode der „Friedlichen Geburt“ konnte ich während des gesamten Prozesses meine mentale Stärke nutzen. Ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten, dass eine Geburt auch ohne Schmerzen verlaufen kann – begleitet stattdessen von einem intensiven Druck, den ich gut annehmen konnte.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel Vertrauen und Gelassenheit in einer Geburt stecken kann. Gleichzeitig wurde mir bewusst: Jede Geburt ist anders. Auch wenn die erste für mich sehr herausfordernd war, durfte ich dieses Mal erleben, wie es sich anfühlt, getragen und gestärkt in den Geburtsprozess zu gehen. Getragen und gestärkt mit viel mentaler Stärke bin ich so nun auch in mein neues Leben als Zweifach-Mama gestartet!

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