Erfahrungsbericht
von Chantal
Meine Geschichte:
Am 30.07. kam der Anruf von der Frauenärztin: "Hallo Frau Cifelli, sind sie daheim? Ist ihr Mann da?" "Ja" "Sie haben sich mit CMV angesteckt!". Der Schock saß tief, da der Bruder meines Mannes schwerbehindert ist, aufgrund einer CMV-Infektion in der SS der Mutter. Wir wussten also, was auf uns zukommen kann. Es war sehr schwer und wir haben viel geweint, aber auch direkt geschaut, was heute möglich ist. Den Tag danach haben wir direkt einen Eil-Termin in der Pränataldiagnostik bekommen. Im Ultraschall war alles unauffällig, so wie bisher auch.
Ich war in der 16. SSW und laut Blutabnahme muss die Infektion zwischen der 12. und 13. SSW stattgefunden haben. Aufgrund dieser Schwelle, vom 1./2. Trimester, wurde mir Valaciclovir hochdosiert verschrieben. Ich nahm es 2 Wochen, bis zur Amniozentese. Wir haben viel geweint, meditiert und auch gegoogelt. Die Chancen auf ein gesundes Kind standen im Allgemeinen gar nicht so schlecht und ein bisschen Glück darf man ja auch mal haben. Die Fruchtwasserpunktion war negativ, was für ein Segen.
Ab da an kamen nur ab und zu ein paar Zweifel und der Ultraschall war immer unauffällig. Die zusätzlichen Meditationen kamen mir sehr zugute, sodass ich positiv auf die Geburt blickte.
Die Untersuchungen im Nachhinein sind auch alle unauffällig. Sie ist kerngesund und wir sind überglücklich.
Zur Geburt:
Ich habe mir wochenlang eine Wassergeburt vorgestellt und manifestiert. Ich durfte trotz CMV in den Hebammen geleiteten Kreißsaal und war mental sehr sehr gut vorbereitet und hatte eine sehr große Vorfreude auf die Geburt!!
Am 06.01. um kurz vor 12 Mitternacht hatte ich auf einmal etwas stärkere Wehen als sonst (ET 08.01.). Ich wartete kurz ab, bevor ich meinem Mann dann sagte "Ich glaube es geht los". Er hat sich um unseren ersten Sohn gekümmert und die Taschen gepackt. Ich konnte halbwegs in Ruhe meditieren. Ich hab mit meinem Sohn nochmals gekuschelt und er hat im Hintergrund die Tonies angemacht und getanzt. Es war sehr sehr witzig und aufregend. Wir waren alle sehr aufgeregt und voller Vorfreude.
Als mein Sohn um halb zwei abgeholt war, sind wir in die Klinik und ich konnte auch im Auto gut meditieren. Auf dem Weg machte mein Mann eine Vollbremsung, da sich 20 Wildschweine auf der Fahrbahn befanden. Ich machte nur die Augen auf und musste wirklich laut lachen. Mein Mann konnte sie schnell weg hupen und weiter ging's. Ich war gut in der Meditation drinnen. Allerdings waren die Wehen sehr präsent und stark. Sie kamen von Anfang an alle 1-2 Minuten.
Um 02.00 waren wir im KH. Ich habe das CTG abgelehnt und gesagt, dass ich das aufgrund der Wehen jetzt nicht schaffe. Außerdem sei ich ja im Hebammengeleiteten Kreißsaal, wo man das nicht muss und auch kein Zugang gelegt wird. Sie wolle aber wenigstens vaginal untersuchen, was total in Ordnung war. Ich wollte auch unbedingt wissen, wie weit ich war, weil man erst ab 2cm in den Hebammengeleiteten KS darf. Wahnsinn, ich war bei 5cm.
Der Raum mit der Gebärwanne war leider besetzt, aber die Gebärwanne frei. Meine Hebamme hat dann die Schwangere den Raum wechseln lassen, damit wir in die Gebärwanne können. Das war sehr sehr nett und hätte aber auch nicht sein müssen. Ich war zu positiv eingestellt und voller Hingabe, sodass ich auch ohne Gebärwanne geboren hätte. Aber es kam so, wie es sollte.
Ich habe dann auf die Wanne wartend an der Sprossenwand und auf dem Pezzi Ball die Wehen veratmet und mich viel bewegt.
Um 02.40 war die Wanne dann bereit und ich bin rein gesprintet, weil ich mich so nach Erholung und Wärme gesehnt habe. Und es kam direkt der Drang zu pressen. Ich fragte, ob es in Ordnung sei und die Hebamme meinte, na klar. Mein Mann filmte die Austrittsphase mit dem Stativ, sodass er selbst auch alles miterleben konnte. Er stand hinter der Wanne und hielt meine Hände, als ich auf dem Rücken liegend unser Baby nach draußen atmete. Um 03.03 Uhr platzte die Fruchtblase und um 03.10 Uhr lag die kleine M. auf meiner Brust.
Die Hebamme war sehr zurückhaltend und hat kaum interveniert und uns machen lassen. Sie meinte, das sei ihre Art und Weise. Es war perfekt. Sie selbst war auch sehr angetan von der Meditation, die ich in der Austrittsphase auf laut hatte. Sie meinte "sie sei gerade selber sehr entspannt" und "sie müsse ja gar keine Anleitungen geben, weil Kristin das wunderbar macht". Sie bat mich aber dann doch, die Position zu wechseln und das tat ich. Wir konnten super zusammenarbeiten und sie war sehr erfreut über diese friedliche Geburt kurz vor Feierabend.
Bei der Amniozentese habe ich auch meditiert und die Ärztin fragte nur "wow, sie sind ja entspannt, das haben Sie gut gemacht. was hören Sie?".
Mit freundlichen Grüßen, Chantal

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