Erfahrungsbericht
von Christina
Geburtsbericht: Meine erste Geburt in der Klinik
Schon in den ersten Schwangerschaftswochen habe ich begonnen, die Videos im Online-Kurs der Friedlichen Geburt anzuschauen und die Hypnosen zu üben. Aufgrund einer Angststörung hat es mich Mut gekostet, mich auf eine Schwangerschaft einzulassen, da ich Sorge hatte, dass meine Nervosität und Ängste sich negativ auf mein Baby auswirken könnten. Ich war froh, eine Methode für mich gefunden zu haben, die mich gleichzeitig entspannen ließ und mich in meiner Kraft und meinem Mut stärkte.
Sehr schnell wurden die Hypnosen ein tägliches Ritual, auf das ich mich immer freute. Es war gerade Corona-Lock-Down, ich war im Home Office und meistens hörte ich nach einem Spaziergang auf dem Sofa die Hypnose. Da ich auch früher schon meditiert hatte, ist es mir ziemlich leicht gefallen, mich in Hypnose zu begeben und mich mit meinem Baby zu verbinden: Hände auf den Bauch, atmen und meistens ein kurzes Nickerchen. So genossen wir beide eine sehr gelassene Schwangerschaft.
In den letzten Schwangerschaftswochen übten wir ein paar Hypnosen gemeinsam mit meinem Mann: Wir setzten die Anker und ich übte, auch bei Störungen in der Hypnose zu bleiben. Es war immer ein bisschen lustig, wenn mein Mann dann besonders laut die Spülmaschine einräumte, sich mit Absicht ärgerte oder laut das Fenster aufriss.
Ich übte auch immer öfter die tiefe Bauchatmung, die sich noch als so hilfreich herausstellen sollte. Am Vortag der Geburt haben wir noch den Geburtstag meines Mannes gefeiert und waren zusammen spazieren. Ich kann mich noch erinnern, dass mein Blutdruck immer mal wieder beim Messen etwas erhöht war, auch nach den Spaziergängen, was ihn sonst immer eher normalisiert hatte. Das hat mich latent irgendwie besorgt, meine Frauenärztin meinte aber, dass das schon in Ordnung sei.
Ich dachte dann aber auch: Jetzt darf „Knopatschka“, wie wir unser Baby im Bauch noch nannten, aber auch bald kommen... Wir wussten noch nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird und ein bisschen neugierig war ich dann schon langsam. Am Abend war ich dann wieder recht entspannt und habe noch Yoga-Übungen gemacht. Mein Mann war auf dem Sofa und hat gelesen.
Ich machte die „Halbe Taube“ und merkte schon, dass alles irgendwie recht steif war und plötzlich hörte ich ein leichtes Knacken oder Platzen oder so und merkte, dass mir Wasser ausläuft – Blasensprung. Ich bin schnell auf die Toilette gesprungen und sagte zu meinem Mann: „Es geht los!“ Ich weiß noch, dass ich ganz positiv war und mich irgendwie total gefreut habe.
Ich war aber auch sehr nervös, meine Beine haben gezittert. Durch Konzentration auf die tiefe Atmung hat sich das sehr gut und sehr schnell beruhigen lassen. Und es hat mir auch nicht so viel ausgemacht, weil ich so voller Vorfreude war. Und wenn ich jetzt zurückdenke, dann lag ab diesem Zeitpunkt bis zur Geburt schon so ein schöner Zauber über dem Ganzen.
Ich war froh, zu wissen, was ich zu tun hatte: Ich habe direkt Kopfhörer ins Ohr gesteckt und bin in die Hypnose. Mein Mann hat vorbildlich, wie wir alles besprochen haben, die Taschen zusammengepackt und noch im Krankenhaus angerufen, um uns anzumelden, und dann sind wir losgefahren. Als wir gerade losfuhren, kam uns noch unser Untermieter entgegen und winkte. Später sagte er, dass es ihn ganz gerührt habe, dass er bei so einem besonderen Familienereignis noch kurz mit dabei sein durfte.
Wir fuhren los, es war dunkel – ich bin direkt in die Hypnose – und es hat super geklappt. Ich war auch neugierig, weil es ja zum ersten Mal war, dass ich die tatsächliche Geburtshypnose gehört habe, und hab mich dann auch gefreut, dass diese ein bisschen anders ist, als die Übungshypnose. Ich kann mich noch erinnern, wie schön ich das Bild des Schmelzens fand, das hat auch beim Üben immer schon gut funktioniert. Die Vorstellung, dass die Grenzen verschwimmen...
Die Fahrt war einfach nur gemütlich, ich hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Wellen und war recht entspannt. Wir kamen dann gegen 21:30 in der Klinik an; die Hebamme, die uns begrüßte, war sehr freundlich. Ich wurde dann vom Arzt untersucht. Er schätzte das Gewicht auf 2’900g, erklärte meinem Mann noch einiges, weil es der erste Ultraschall für ihn war. Das war schon ziemlich nett, denn aufgrund von Corona durfte mein Mann nie bei den Vorsorgeuntersuchungen dabei sein.
Währenddessen lief das Fruchtwasser weiter aus. Der Arzt war, vor allem im Rückblick, doch ziemlich grob bei seinen Berührungen, wie ich es so von meinen Frauenärztinnen eigentlich nicht kannte. In dem Moment hat es mir nicht so viel ausgemacht; ich hatte mir nur überlegt, ob er aus irgendeinem Grund wirklich so fest drücken muss, habe mir dann aber keine weiteren Gedanken gemacht. Meine Frauenärztinnen bisher und auch die Hebamme später waren viel sanfter. Aber in dem Moment ist es mir nur aufgefallen, es hat mir nichts ausgemacht.
Ich war danach etwa 30 min am CTG, an welchem auch der Blutdruck gemessen wurde – wegen des Blutdrucks machte ich mir etwas Sorgen, weil ich eigentlich keinen regelmäßig hohen Blutdruck habe, aber immer, wenn er gemessen wird, werde ich nervös und ich hatte Sorge, dass sie dann irgendwelche Interventionen machen wollen würden oder so...
Am Ende war es dann aber auch egal und ich habe mich einfach auf die Hypnose konzentriert und siehe da 120/80 – perfekt. Am CTG spürte ich dann auch die ersten Wellen kommen, noch recht zaghaft. Danach begleitete uns die Hebamme ins Wehenzimmer und sagte, dass wir uns jetzt einmal ausruhen sollten und gerne auch noch ein bisschen schlafen können. An Schlafen war für mich da schon nicht mehr zu denken. Ich glaube, mein Mann ist ein wenig eingenickt. Ich habe weiter die Hypnose gehört, mich ganz auf mich und uns konzentriert.
Mit der Zeit wurden die Schmerzen schon stärker und ich muss sagen, es waren schon Schmerzen, aber ich finde auch, dass es gut passt, sie als Wellen zu bezeichnen, als starkes Dehnungsgefühl, etwas, das langsam kommt und sich stark ausbreitet, sich aber die ganze Zeit richtig anfühlt. Ich spürte das Dehnungsgefühl vor allem im unteren Rücken – so ein bisschen auch wie am ersten Tag der Periode, nur sehr, sehr viel intensiver. Ich weiß noch, dass es für mich angenehm war, mich mit den Armen am Bettkopfteil festzuhalten und auf die Knie zu gehen.
Ich habe weiterhin tief geatmet und es war super angenehm, bei jeder kommenden Welle ganz tief einzuatmen und dem Bauch praktisch ganz viel Raum zu geben und dabei zu visualisieren, wie die Gebärmutter sich ganz weit ausdehnt, auf den Muttermund drückt und diesen bei jeder Welle weiter öffnet. Ich habe meinen Körper machen lassen und ihn begleitet mit meiner tiefen Bauchatmung und dem Bild im Kopf von meinem Muttermund, der sich immer weiter öffnet, um dem Baby Platz zu machen.
Mir kam es so vor, dass ich total bald schon diesen Pressdrang hatte und ich bat meinen Mann, doch bitte nach der Hebamme zu schauen. Diese kam dann auch und sagte, dass wir dann zusammen in den Kreißsaal gehen und sie mich untersuchen würde.
Als wir im Kreißsaal ankamen, warf ich einen Blick auf die Wanduhr mit Ziffernblatt; sie zeigte 4:30 Uhr an und ich dachte mir: Das ist jetzt schon extrem ungünstig, dass die Uhr im Kreißsaal falsch geht und dass sich niemand darum kümmert – so sehr war ich davon überzeugt, dass es noch nicht 4:30 Uhr sein konnte, sind wir ja schon gegen 21:30 Uhr in der Klinik angekommen. Mir kam es so vor, als ob vielleicht eine, vielleicht zwei Stunden vergangen waren.
Ich war mir wirklich, wirklich sicher, dass die Uhr falsch lief. Im Rückblick glaube ich, dass das ein Effekt der Hypnose war, dass ich das Gefühl für Zeit total verloren habe und das war natürlich super angenehm.
Die Hebamme untersuchte mich, das war sehr sanft und sagte: „Baby kommt gleich.“ Und ich dachte: Cool, das ist ja alles wirklich gut machbar. Und ich war fasziniert und überrascht zugleich, dass Knopatschka so schnell seinen Weg durch den Geburtskanal gemacht hat. Meine Hebamme hatte uns im Geburtsvorbereitungskurs gezeigt, was ein Baby alles machen muss auf dem Weg nach draußen und diese Windungen und Drehungen habe ich so direkt nicht „mitgefühlt“. Das fand ich wirklich beeindruckend.
Ich atmete und visualisierte weiter. Die Wellen waren jetzt schon stark, die Pausen dazwischen waren gefühlt ziemlich kurz, aber es war auch wirklich so, dass wenn die Welle gerade weg war, alles ganz normal war und ich Kraft tanken konnte.
Als die Welle dann wieder kam, habe ich mich immer an meinen Mann gestützt, so war es einfach besser zu halten. Auch hier kann ich zum Vergehen der Zeit nicht wirklich etwas sagen, mir kam es in keinem Moment so vor, dass es sich irgendwie in die Länge zog, ich habe einfach nur geatmet und visualisiert.
Zu diesem Zeitpunkt hörte ich ziemlich lautes Vogelgezwitscher und ich weiß noch, wie ich es ein bisschen ulkig fand, dass sie bei einer Geburt Musik mit Vogelgezwitscher auflegten. Und es war wirklich laut. Nach der Geburt ist mir dann klar geworden, dass das echtes Vogelgezwitscher am Morgen war. Da es für mich aber immer noch 1-2 Stunden nach 21:30 Uhr war, konnte es ja nur eine CD gewesen sein ;-)
Ich glaube, dass die Hebamme mir dann empfohlen hatte, auf den Geburtsstuhl zu gehen und die Beine nach oben zu legen und dann durfte ich pressen. Und da muss ich sagen: Die Wellen in Kombination mit dem Pressen sind eigentlich recht angenehm; was mir das starke Dehnungsgefühl bereitet hat, war vielmehr, die Wellen zurückzuhalten. Sobald ich dem Druck nachgeben durfte, war alles recht gut. Ein bisschen wie beim Klogang ;-)
Dann habe ich gepresst; ich weiß aber nicht, wie viele Wellen lang und es war auch alles ok, bis die Hebamme plötzlich sagte, dass sie dann bald den Arzt holen müsse, da es jetzt schon lange dauerte. Und ich hatte verschiedene Gedanken: Was ist geworden aus „Baby kommt gleich“? Ich merkte natürlich schon auch bei den Wellen, dass es irgendwie nicht vorwärts ging, also ein bisschen, wie wenn die Wellen nicht stark genug sind, also dass noch ein kleines bisschen mehr an Energie oder Kraft fehlt, oder dass ich nicht genug dazugebe beim Pressen.
Die Hebamme fragte mich dann, ob ich das Gefühl habe, dass die Wehen weniger stark werden. Das war aber nicht so. Vom Gefühl her war es mir auch hier angenehm, mich auf dem Kopfpolster des „Geburtsstuhls“ abzustützen und in die Knie zu gehen. Die Hebamme empfahl mir, eher zu stehen und zu gehen.
Grundsätzlich habe ich erwartet, dass ich mich sehr viel bewegen würde unter der Geburt und dass ich intuitiv wissen würde, wonach mir sei und was auch das richtige sei in der jeweiligen Situation. Dem war aber nicht unbedingt so. Im Rückblick denke ich z.B. dass ich den Kniestand vielleicht auch deshalb angenehmer fand, weil die Wellen weniger spürbar waren, aber ich weiß es nicht. Ich war froh, dass die Hebamme mir ein paar Tipps gegeben hat.
Im Stehen die Wellen kommen zu lassen und nicht dem Pressdrang nachzugeben, war schon herausfordernd. Die Hebamme sagte aber, ich brauche die Kraft für später zum Pressen. Mein Mann ist dann einmal auf Toilette und dann habe ich die Hebamme gefragt, ob ich mich an ihr abstützen darf. Es war mir also schon ein großes Bedürfnis, sonst hätte ich das bei nur einer Welle wahrscheinlich auch nicht gemacht. Aber ich hatte durchweg das Gefühl: „You got this!“ Ich war einfach konzentriert zu atmen, in der Hypnose zu sein und schon in einer gewissen Passivität, die sich gut und richtig angefühlt hat.
Dann holte die Hebamme irgendwann den Arzt und ab da war so richtig der Wurm drin. Er hatte mich dann nochmals untersucht mit relativ groben Berührungen, wo ich mich schon wieder fragte, ob das so nötig ist, aber das Gewebe war ja total weich und das hat auch keine Schmerzen verursacht, aber es war einfach nicht sanft.
Ich glaube, die Hebamme hatte mir schon, bevor sie den Arzt holte, gesagt, dass wir ggf. die Saugglocke bräuchten und es möglich wäre, dass ein Dammschnitt gemacht werden müsste. War ich natürlich nicht erfreut darüber, aber mir war auch bewusst, dass ich dem geburtshelfenden Personal jetzt auch vertrauen müsse, das Richtige zu tun und das war auch ok.
Gemeinsam mit dem Arzt hatten wir es dann nochmals in der gleichen Position versucht, also sitzend auf dem Geburtsstuhl mit den Beinen nach oben, und wieder hatte ich irgendwie das Gefühl, ich würde nicht alles geben. Und gleichzeitig tat ich es ja doch. Der Arzt und die Hebamme sagten bei den Wellen immer wieder: „Ich sehe schon die Haare, ich sehe schon die Haare.“ Und ich dachte nur: Oh man, das kann doch nicht sein. Was braucht es denn noch?
Mir wurde dann Oxytocin verabreicht, um die Wellen zu verstärken. Das hat, meine ich, nicht wirklich etwas gebracht und dann sagte der Arzt, er würde jetzt die Saugglocke verwenden, weil das Baby immer wieder hochrutschte. Es kam zwar runter mit jeder Welle und daher waren auch die Haare sichtbar, aber es rutschte immer wieder hoch. Das sei manchmal eben so, sagte der Arzt.
Nun gut, er „verbaute“ die Saugglocke, sagte, dass wahrscheinlich ein Dammschnitt nötig wäre, woraufhin ich noch mit ihm über Dammriss oder Dammschnitt diskutierte, weil so wie ich informiert war, ein Dammriss besser verheilen würde. Aber letztlich vertraute ich auch hier darauf, dass der Arzt das richtige machen würde und er sprach sich für einen Dammschnitt aus. Er sprach mir noch gut zu, dass ich praktisch alles alleine machen würde, sie mit der Glocke nur ein bisschen nachhelfen würden und dann war alles vorbereitet und an diesen Moment kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Das war ein Moment der Stille: Ich lag da auf diesem Stuhl, mein Mann neben mir, unten der Arzt, an seiner Seite die Hebamme und wir warteten auf die nächste Welle. Und sie hat auf sich warten lassen. Ich merkte auch, dass ich jetzt aus der Hypnose und gar nicht mehr in meiner Mitte war. Diese ganzen Interventionen haben mich so rausgebracht und ich weiß auch noch, dass ich kurz dachte: Oje, was, wenn die nächste Welle einfach nicht kommt? Aber vielleicht täuschte mich das Zeitgefühl auch hier wieder; dieses Mal andersrum, dass etwas mir länger vorkam als es tatsächlich war. Wobei auch mein Mann später sagte, dass er diesen Moment auch so wahrgenommen hat.
Die Welle kam. Die Hebamme sagte, was sie davor schon öfters sagte: „Die Welle kommen lassen.“ Ich ließ die Welle kommen, ich presste und es wurde ziemlich an mir herumgedrückt. Für meinen Mann muss das auch gar nicht schön gewesen sein. Es war wohl auch der Kristeller Handgriff, der gar nicht mehr angewandt werden sollte. Dann hörte ich: „Schneiden Sie, schneiden Sie.“ Hört man nicht so gern, aber ich biss die Zähne zusammen und dann war das kleine Knopatschka auch schon da.
Den Schnitt selbst habe ich gar nicht gespürt. Die Welle spürte ich deutlich, aber den Weg des Babys “zum Ausgang” spürte ich nicht; vielleicht wurde eine Betäubung wegen der Saugglocke gemacht, ich weiß es nicht. Es gab dann einen Hebammenwechsel: Die neue Hebamme war etwas älter und mütterlicher und mir doch viel angenehmer, ich habe mich direkt sehr wohlgefühlt bei ihr.
Die Hebamme sagte: „Ach, Sie wissen das Geschlecht ja noch gar nicht und drehte den kleinen Fratz um, sodass wir sehen konnten, dass es ein Junge war, und damit unser Sohn A., der gleich auf meine Brust durfte. Genau dann ist mir eingefallen, dass ich meine Neugierde auf das Geschlecht ganz vergessen hatte – ein Argument dafür, sich beim Geschlecht überraschen zu lassen, war bei mir nämlich, dass die Neugierde sicherlich Kraft entfalten würde. Und das hat sie vielleicht auch unterbewusst. Ich würde mich beim zweiten Kind dennoch wieder überraschen lassen, es war einfach so schön.
Ich kann mich noch genau erinnern, dass er nicht direkt zu meiner Brust gerobbt ist, was viele Mütter nach der Geburt berichteten, sondern erst einmal neugierig durch die Gegend schaute. Ich war erleichtert, stolz und glücklich, dass der Kleine jetzt da war. Auch minimal verunsichert, dass er nicht gleich an die Brust ist. Die Hebamme massierte mich noch, weil die Plazenta noch nicht geboren war.
Mein Mann sagte im Nachhinein, dass der Arzt viel mehr auf diese zweite Hebamme hörte als auf die Jüngere. Er war wohl nicht so happy darüber, dass sie ihn so spät dazugeholt hatte, aber ich denke mir, was hätte es verändert. Ich hatte ja schon noch Kraft und was spricht dann dagegen, es noch etwas länger zu probieren ohne Glocke. Da die Plazenta nicht zeitig kam, musste ich da auch nochmal richtig pressen, sie ließen mich im Geburtsstuhl sitzen.
Der Arzt sagte mir, dass die Plazenta ganz weich sei, ich mir keine Sorgen machen solle. Nach jedem Pressen ist es mir immer schummrig geworden, also so ein bisschen schwarz vor Augen, aber das hat sich nach dem Pressen immer schnell wieder gelegt. Ich habe noch mitbekommen, wie der Arzt schon irgendetwas machen wollte, die Hebamme ihn aber nicht ließ, sondern erst noch meinen Bauch massierte, wahrscheinlich um die Plazenta zu lösen. Die Plazenta kam dann aber erst, nachdem nochmals ordentlich an meinem Bauch herumgedrückt wurde.
Schließlich kam sie und vollständig, ich war sehr erleichtert. Die Hebamme zeigte sie uns und erklärte, welche Seite dem Baby zugewandt war und ich fand es schon ziemlich beeindruckend, dass mein Körper praktisch ein neues Organ gebildet hat, um Knopatschka zu ernähren.
A.s Geburtsgewicht war 2‘820 g, er war 49 cm groß mit einem Kopfumfang von 36 cm und wurde um 6:11 Uhr geboren. Die Hebamme sagte, dass seine Herztöne durchweg gut waren und auch der Arzt bestätigte, dass er nicht gestresst sei. Während ich genäht wurde, entschied ich mich, dass er beim Papa im Arm sein durfte, da ich nicht wollte, dass er das so schnell nach der Geburt spüren sollte, wie ich am Zucken bin und dadurch vielleicht etwas gestresst.
Im Rückblick weiß ich nicht, ob ihm das tatsächlich etwas ausgemacht hätte, aber hier vertraue ich auf meine Intuition in jenem Moment. Und so konnte ich während des Nähens auf meine beiden Männer schauen und unser Glück genießen. Nachdem ich verarztet war, sind wir in ein Nebenzimmer und konnten die Dreisamkeit genießen. Die Hebamme zeigte mir dann, wie ich den Kleinen im Liegen anlegen kann und er trank dann auch fleißig. „Ein Naturtalent“, sagte die Hebamme.
In den ersten Wochen nach der Geburt hat es mich noch ein bisschen begleitet, ob ich vielleicht nicht alles gegeben habe bei der Geburt, also z.B. nicht fest genug gepresst hätte, was mir möglicherweise die Saugglocke erspart hätte, und ich wäre total gerne nochmal in diese Geburt gegangen. Auch geträumt habe ich noch öfters davon. Natürlich weiß ich, dass ich alles so gemacht habe, wie ich es konnte, und es lässt sich ja auch schön ins Positive drehen: Dass ich nach der Geburt sofort wieder bereit gewesen wäre, in die Geburt zu gehen, heißt ja auch, dass es schön war. Kann ich mir für eine mögliche, zweite Geburt merken.
Rückblickend ist für mich alles fein. Zwar hätte ich mir im Krankenhaus manches anders gewünscht, aber letztlich hat diese Geburt – so wie sie war – meinen Großen zu mir gebracht und das ist mein größtes Glück.
An die Eröffnungsphase in der Klinik, in der ich so tiefenentspannt mit meinem Körper und meinem Baby tief atmen durfte, denke ich gerne und mit tief zufriedenem Gefühl zurück – danke für eure wertvolle Arbeit, liebes Team der Friedlichen Geburt.

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