Erfahrungsbericht
von Christina

Der ET war am Sonntag. Am Donnerstag hatten wir bereits die Überweisung vom Frauenarzt bekommen, da Freitag ein Feiertag war. Wegen Schwangerschaftsdiabetes sollte eingeleitet werden.

Nach einem ausführlichen Frühstück in einem Café nahe der Frauenarztpraxis ging es nun ins Klinikum. Dort wurde ein CTG geschrieben und ein Ultraschall gemacht. Wir durften wieder heim. Alles war paletti und eingeleitet wird erst am ET.

Also ging es am Sonntag wieder ins Klinikum. Die paar Tage noch zu Hause haben wir sehr genossen. Im Klinikum angekommen, wollten sie dann mit Tabletten einleiten. Ich fragte nach, ob es auch mechanisch ginge – mit einem Ballon oder so, da ich im Geburtsvorbereitungskurs auch von anderen Methoden erfahren hatte. Das wurde so angenommen und ich sollte abends wieder kommen, da der Ballonkatheter über Nacht gelegt wird.

Ich blieb im Klinikum, da ich bereits eingecheckt war. Mein Mann fuhr noch einmal nach Hause, um die Zeit noch für Sport zu nutzen und nach den Katzen zu sehen. Zunächst war ich verärgert, da ich nun den halben Sonntag schon im Krankenhaus verbringen musste und nicht mehr hinausdurfte.

Im Nachhinein sollte es vielleicht genau so sein, denn wir hatten ein Familienzimmer bekommen. Wer weiß, ob wir das sonst auch bekommen hätten, wenn wir erst später am Sonntag eingetroffen wären. Abends sollte dann der Ballonkatheter gelegt werden. Dabei wurde festgestellt, dass mein Muttermund noch zu unreif war. Fest verschlossen und weggedreht. Der Ballonkatheter konnte also nicht eingesetzt werden. Da war ich erstmal frustriert und dachte, ob es die falsche Entscheidung gewesen ist (war es nicht :) ).

Die Ärztin machte den Vorschlag, es mit einem Propes zu versuchen. Also wurde mir ein Hormontampon eingeführt, der den Muttermund vorbereiten soll. Dieser würde 24 Stunden liegen bleiben. Es folgte eine etwas unruhige Nacht. Ich spürte ab dem frühen Morgen, dass sich untenrum leicht etwas tut. Beim CTG am Vormittag zeigte sich alles recht ruhig.

Den Tag verbrachte ich im Bett und mit etwas spazieren. Dabei kamen leichte „Wehen“ gegen Nachmittag, aber nichts Wildes. Bereits die letzten Tage hörte ich immer mal wieder die Hypnosen „Geburtsbeginn mental fördern“ und „Während einer Einleitung“.

Am Abend wurde der Hormontampon gezogen. Da war ich sehr froh, denn mittlerweile war es doch recht unangenehm geworden. Beim anschließenden CTG waren kaum mehr Wehen Bewegungen oder etwas Leichtes zu sehen. Das Baby war allerdings sehr unruhig, weshalb wir nochmal spazieren gehen sollten, um danach erneut ein CTG zu schreiben.

Da hatte sich das Baby dann beruhigt. Das CTG sah gut aus. Mein Mann, der die meiste Zeit des Tages bereits mit mir im Krankenhaus verbracht hatte, war zu diesen Untersuchungen auch immer mit dabei. Wir durften nun schlafen gehen. Erst am nächsten Morgen würde mit Medikamenten weitergemacht werden. Die Hebamme wünschte uns eine gute Nacht und falls wir uns die Nacht noch sehen sollten, dann nur mit starken Wehen, wünschte sie uns. Wir gingen auf Station, tranken noch einen Shake und gingen Duschen. Da war es bereits nach 23 Uhr.

Wir legten uns ins Bett und hofften gut zu schlafen, da uns ja ein anstrengender Tag bevorstehen würde. Mein Mann machte das Licht aus und keine Minute später plopp, plopp, lief mir warmes Wasser zwischen den Beinen. Die Fruchtblase war geplatzt. Beide waren wir nervös, oh es geht jetzt los. Wir packten unsere Kreißsaaltasche und gingen wieder zur Hebammenambulanz.

Die nette Hebamme von vorhin sah uns an und wir erklärten es ihr. Wieder einmal ging es ans CTG, um zu überprüfen, ob das Baby mit dem Druckverlust klarkam. Sie meinte schon, wahrscheinlich schickt sie uns erst nochmal zurück ins Zimmer. Sie untersuchte mich und der Muttermund war bereits weich und einen Zentimeter offen. Standardmäßig wurde das CTG geschrieben.

Die Hebamme schickte uns jedoch nicht mehr zurück aufs Zimmer. Die Wehen hatten eingesetzt und die Herztöne meines Babys mussten beobachtet werden. Es wirkte gestresst. Die Wehen – ja, jetzt wusste ich, wie sich richtige Wehen anfühlten – kamen noch in weiteren Abständen: Alle 5-10 Minuten, glaube ich. Ich bat meinen Mann, mir Traubenzucker zu geben und mittlerweile hatte ich auch einen Kopfhörer drinnen und hörte die Hypnose der Eröffnungsphase.

Die Wellen waren intensiv. Ich konzentrierte mich ganz auf mich und meinen Körper. Ich hatte die Augen meist geschlossen. Wenn die Hebamme kam, war ich ansprechbar, konnte danach aber immer wieder gut zu mir zurückfinden. Liegen fiel mir teilweise unmöglich, also durfte ich im Sessel sitzen. Später sollte ich aber wieder liegen wegen des CTG. Ich hing die gesamte Zeit daran.

Irgendwann musste ich auf die Toilette. Das ging noch einigermaßen gut, glaube ich. Als ich wieder auf dem Flur war, fingen mich mein Mann und die Hebamme ab. Wir wechselten nun vom Wehen-Zimmer in den Kreißsaal. Dort ging es weiter. Eine Welle nach der anderen. Ich habe keine Ahnung mehr in welchen Abständen. Auch hier hatte ich das Gefühl, ich kann nicht liegen und im Liegen fühlen sich die Wellen stärker an bzw. ich konnte sie schlechter veratmen.

Ich war im Flow, einfach am Atmen, Hören und in meinen Körper hineinspüren. Mit jeder Welle versuchte ich, zu entspannen, weich und weit zu werden. Die Zeit verging. Ich ging einmal auf die Toilette. Veratmete dort zwei oder drei Wellen. Ich weiß noch, wie ich mich krümmte. Die Türe hatte ich nur angelehnt. Nach einigen Minuten kam ich wieder zurück.

Irgendwann fragte ich nach Schmerzmittel. Ich bekam Paracetamol über den Tropf. Mein Mann gab mir zwischendrin immer mal einen Schluck zu Trinken. Irgendwann bot er mir auch nochmal Traubenzucker an. Ich weiß noch, dass ich es da nicht mehr wollte. Sitzen oder liegend, auch hier weiß ich nicht mehr, ob ich mich in den Positionen noch abgewechselt habe. Immer am CTG auf jeden Fall.

Nun hatte ich erneut das Gefühl, auf die Toilette zu müssen. Ich betonte, dass es sehr dringend sei. Die Hebamme fragte: „Zuerst auf die Toilette oder zuerst untersuchen?“ – Ich wollte auf die Toilette, glaube ich. Aber in dem Moment stand ich auf und eine Welle – sehr kräftig – ruckelte durch meinen Körper. Zu diesem Zeitpunkt fühlten sich die Wellen auch ganz anders an. Intensiver mit Druck nach unten.

Die Hebamme sah mich an und meinte: Zuerst untersuchen, ich habe da so eine Vermutung“. Der Muttermund war 9 Zentimeter offen. Die Austrittsphase hatte begonnen. Ich fragte, ob ich nun auch drücken dürfte – Ja!

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich keine Hypnose mehr auf den Ohren – blieb aber ganz bei mir und völlig im Flow. Kein Zeitgefühl. Die Wellen kamen – aber auch eher im 5 Minuten Abstand. Die Hebamme lobte mich so viel. Sie bekräftigte mich immer wieder: „Du machst das so gut, da passiert so viel.“

So verflossen die Minuten und Stunden. In verschiedenen Positionen am Geburtsbett veratmete ich die Wellen und presste nach unten. Vierfüßler Stand, haltend am Bettende, in der Hocke. Zusammen mit der Hebamme – ich auf dem Rücken liegend, die Beine angewinkelt. Die Hebamme zu meinen Füßen und die Hände greifend. Das war ein Kraftakt. Ich nahm bei jeder Welle alle Kraft zusammen und presste zwei, drei Mal. Intensiv. Irgendwie kaum zu beschreiben.

Irgendwann schien es nicht vorwärtszugehen. Ich konnte irgendwann auch bereits das Köpfchen fühlen. Es kam eine Ärztin und sie schlugen mir vor, einen Dammschnitt zu machen. Die Herztöne meines Babys waren nach wie vor auffällig, es war gestresst. Außerdem kann ich mich erinnern, dass ich das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr. Das war im Vierfüßler-Stand. Ich dachte, wenn sie jetzt vorschlagen einen Kaiserschnitt, eine Bauchgeburt, zu machen, dann bin ich damit völlig fein. Das ist okay.

Ich kann mich erinnern, wie verschwitzt ich war. Mein Nachthemd klebte nass geschwitzt an meinem Körper und ich strengte mich bei jeder Welle an und war so konzentriert. Die Ärztin und Hebamme hängten mich an einen Wehen Tropf, um die Häufigkeit der Wehen zu erhöhen. Diese waren nämlich immer noch in etwas weiteren Abständen.

Kurz darauf, weiter mitten in diesem heftigen, intensiven Pressen, machte sie bei einer Wehe den Schnitt und das Köpfchen rutschte raus. Ich schrie kurz: „Aua“, merkte aber sofort, wie der Druck nachließ und dass das Köpfchen draußen war. Mit der nächsten Welle folgte der restliche Körper meines Babys.

Geschafft! Erleichterung! Erschöpfung! Das größte Gefühl war erstmal Erleichterung. Es war kurz vor halb sechs. In weniger als 6 Stunden kam also mein kleiner Sohn nach einer Einleitung auf die Welt. Mein Baby, wir - hatten es geschafft. Er wurde kurz untersucht und dann durfte ich ihn auch schon zu mir nehmen. Ich und wir wurden bestens versorgt.

Einige Zeit nach der Geburt ist auch alles gut verheilt. Und während ich diese Zeilen niederschreibe, bin ich einfach so unglaublich dankbar über diese Geburt. Ich bin so froh, mich mit der friedlichen Geburt vorbereitet zu haben. Diese mentale Stärke, das Selbstvertrauen, und die Möglichkeit, so im Flow die Geburt zu erleben.

Ja, es ist nicht leicht und bei mir auch nicht schmerzfrei gewesen. Aber es ist so aushaltbar, es ist intensiv, aber so schön intensiv. Ich erinnere mich sehr gerne an dieses Geburtserlebnis und bin zutiefst dankbar über die Möglichkeit diesen Kurs gemacht zu haben.

Vielen lieben dank dir Kristin!

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