Erfahrungsbericht
von Daniela S.

Liebe Kristin,

ich bin dir so dankbar für deinen tollen Kurs! Ich bin vor 14 Tagen Mama von unserem kleinen Sohn F. geworden und hatte das unglaubliche Privileg als Erstgebärende eine so rasche, komplikationslose und wunderschöne/selbstbestimmte Geburt voller Hingabe zu erleben.

Ich habe mich viele Wochen mit dem Kurs und vielen Geburtsberichten aus der Community auf Tag X vorbereitet und kann’s noch gar nicht glauben, wie unfassbar wertvoll das ganze Wissen und die Vorbereitung im Endeffekt war. Ich hatte schon lange ein sehr positives Mindset und habe mich wirklich auf das Erlebnis „Geburt“ gefreut.

Als dann ein Tag vor Geburt sein Name für uns fix war und feststand, dachte auch wohl der kleine Mann: „Jetzt ist alles für mich vorbereitet, jetzt kann ich kommen“ (39. SSW) und die Nacht darauf ging’s bei mir los mit einer Art Regelschmerz, der mich immer wieder aufgeweckt hat, aber ich dachte noch, es seien eher Senkwehen als Eröffnungswehen (kannte keinen Unterschied, da es meine erste Schwangerschaft war) und konnte immer wieder dazwischen einschlafen.

Um kurz vor 11h vormittags bin ich dann wieder aufgewacht und dachte mich noch so - ah jetzt in 10 Minuten ist wieder eine Live-Fragestunde bei der friedlichen Geburt, vielleicht schau ich rein - aber dann war ich doch zu müde und bin nochmal eingeschlafen und erst gegen halb 2 h am Nachmittag aufgewacht.

Da hab ich so einen kleinen Knacks im Bauch gespürt und dachte mir kurz „aha was war das denn? Ich geh mal lieber aufs Klo und schau nach“ - gedacht, getan, aber es war nichts außergewöhnliches festzustellen, also bin ich ins Bad zum Zähneputzen gegangen.

Dort hab ich meinem Mann noch kurz erzählt, dass die Nacht eher unruhig war und plötzlich merke ich, wie ein Schwall Fruchtwasser austritt - nicht extrem, aber definitiv auch nicht wenig. Da bin ich schnell aufs Klo gegangen und dort hab ich dann auch etwas vom berühmten Schleimpfropf bemerkt und somit gewusst: „ok, es geht los“.

Hab dann meinen Mann gerufen, der hat in der Klinik angerufen und die meinten dann, ich soll mich mal in Ruhe fertig machen und dann gleich mit Kliniktasche hinfahren. Ich musste dann erst mal noch was frühstücken und hab das auf meinem Gymnastikball genossen und dann schon bald mal die ersten bisschen höheren Wellen bemerkt und gut mitgeatmet, bin dann noch schnell duschen und Haare waschen gegangen (war mir ein Bedürfnis) und da hat mein Mann dann meine Wellen getracked die bereits bei 8 Minuten waren.

Nach der Dusche meinte ich noch so: „Ach, wir können ruhig mit dem Taxi fahren, das schaff ich, ich komm gut klar mit den Wellen“ aber beim Haareföhnen war dann recht schnell klar für mich - ich möchte doch mit der Rettung fahren. Also hat mein Mann da angerufen und die haben uns dann gegen 16h abgeholt.

Ich hatte dann bereits meine in-ear Kopfhörer drinnen mit der Geburtshypnose für die Eröffnungsphase, war fertig angezogen, Schlafmaske am Start und es konnte losgehen. Im Rettungswagen hatte ich dann schon alle 5 Minuten eine Welle, die ich mit der geübten Atemtechnik begleitet habe.

Gegen 16:30h waren wir dann in der Klinik/im Kreißsaal, mein Mann hat die Kommunikation übernommen und ich wurde ans CTG angeschlossen und bin seitlich auf dem Bett gelegen. Da waren die Wellen dann schon relativ hoch (7-8 von 10) und irgendwann wollte ich nochmal aufs Klo, um Wasser zu lassen.

Dort hat mich dann eine Welle etwas in die Knie gezwungen und ich musste mich hockend an meinem Mann festhalten, da haben wir dann auch frisches Blut festgestellt in der Toilette und ich wurde kurz von einer anderen Gebärenden aus einem anderen Kreißsaal aus meiner Konzentration geworfen und mein Mann hat mir schnell meine Noise-canceling Kopfhörer gebracht, damit hab ich wieder gut reingefunden.

Zurück in meinem Kreißsaal wurde ich dann endlich Mal untersucht - zum ersten und einzigen Mal, sehr behutsam und auf mich achtend - und im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich da bereits bei 9cm war (hab meinem Mann noch einen Tag vorher gesagt, dass ich auf keinen Fall wissen will „wie weit ich bin“ und das war absolut richtig).

Die Hebamme hat dann gefragt, ob ich mich so seitlich am Bett liegend wohl fühle und ich dachte mir gleich so: „Nein, ich möchte auf den Gymnastikball“ - da bin ich aber nur 10 Sekunden drauf gesessen, weil ich dann schnell gemerkt hab, dass es mir nicht gut tut, wenn ich mich unten versperre, bin wieder aufgestanden und dann haben mich die Wellen wieder in die Knie gezwungen, bin dann so auf meinen Fersen gehockt und hab jede Welle gut vertont und mich an meinem Mann festgehalten.

Ich hatte dann schon so ein starkes Druckgefühl und die Wellen wurden immer intensiver und kamen immer schneller und ich hab’s einfach zugelassen und meinen Körper machen lassen. Hab dann nur mitbekommen, dass sie hinter mir eine Matte auf den Boden gelegt haben und mich gefragt haben, ob ich’s da rauf schaffe, weil's angenehmer ist (bin hinter dem Bett gekniet, also am weitesten weg von der Kreißsaaltür, ganz geschützt und intim) und da bin ich da in einer kurzen Wellenpause draufgekrabbelt.

Dann hat mein Mann mich irgendwann noch gefragt, ob ich's in den Vierfüßler schaffe, also einfach mim Bobsch rauf, hab ich geschafft und dann hab ich nach ein paar mal Pressen gespürt, wie sie meine Netzhose seitlich aufgeschnitten haben, schnell Handtücher unter mich gelegt haben und ich konnte schon das kindliche Köpfchen zwischen meinen Beinen spüren und nach ein bis zwei weiteren Malen pressen, war er da und es war geschafft <3

Es war ganz magisch und unglaublich intensiv und ich bin so ultra dankbar, dass mein Körper und mein Baby das so toll gemeinsam geschafft haben und für die friedliche Geburt - DANKE!

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina