Erfahrungsbericht
von Elisa
Es ist Dienstag der 27.01.2026, ich bin in der SSW 39+4 und ich wache mit starken Kopfschmerzen auf. Bisher habe ich eine wunderbare Schwangerschaft und durch den Kurs von euch bin ich sehr positiv gestimmt. Doch die Kopfschmerzen bereiten mir Sorgen und ich gehe sicherheitshalber in die Frauenarztpraxis. Dort wird ein CTG geschrieben, ich muss Urin abgeben und mir wird Blut abgenommen. Erstmal alles ok, sie sagen, sie melden sich, wenn bei den Blutwerten irgendetwas auffällig ist. Seit dem dritten Trimester habe ich recht hohen Blutdruck, was aber erstmal nicht beachtet wurde, da es mir bisher so gut in der Schwangerschaft geht.
Am Abend klingelt das Telefon und ich sehe die Nummer der Praxis. Direkt bekomme ich ein ungutes Gefühl, da ich weiß, dass irgendwas ist. Die Ärztin persönlich versucht, mir mit Fachbegriffen zu erklären, dass ein Wert kritisch erhöht ist und man innerhalb von 48 Stunden das Kind holen muss. Ich verstehe nur Bahnhof, bin verunsichert und spüre direkt einen Stich im Magen. Ich frage nochmal nach und sie sagt im Klartext angehende Präeklampsie, also Schwangerschaftsvergiftung. Sie schreibt mir eine Überweisung ins Krankenhaus und ich soll mich morgen dort vorstellen. Natürlich ist der Abend gelaufen und in der Nacht bekomme ich auch nicht viel Schlaf.
Am nächsten Morgen, also am Mittwoch, den 28.01.2026 gehe ich mit meiner Mama in die Klinik und stelle mich dort vor. Immer wieder bekomme ich leichte Wellen (ich bin mir sicher, es sind Übungswellen), ich atme lange durch die Nase in den Bauch ein und habe einen Kopfhörer im Ohr und lasse die Hypnose „Vorbereitung auf eine Klinikgeburt“ laufen. Ich visualisiere immer wieder, wie sich mein Muttermund wie eine Blume öffnet und kommuniziere mit meinem Baby, dass wir das auch ohne Einleitung schaffen können.
Nach langer Wartezeit, weil dort ziemlich viel los ist, werde ich aufgeklärt über Methoden der Einleitung und wie das alles vonstatten gehen kann. Ich werde also über Nacht im Krankenhaus bleiben müssen und am nächsten Tag werden sie einleiten. Welche Methode der Einleitung in Frage kommt, ist davon abhängig, wie weit der Muttermund geöffnet ist.
Am Abend, als ich mich von meiner Mama und von meinem Partner, der nachmittags auch gekommen ist, verabschiede, wird von einer Ärztin mein Muttermund untersucht und dieser ist tatsächlich schon 1 cm geöffnet. Das heißt, es muss am nächsten Morgen nicht medikamentös eingeleitet werden, sondern wir können mechanisch einleiten, was für mich eine Erleichterung ist.
Ich komme auf Station und die Schwester macht mir noch ein Senfmehlfußbad und reibt meine Beine und Füße als wehenfördernde Maßnahme ein. Den ganzen Tag habe ich schon ein leichtes Ziehen im Bauch und immer wieder leichte Wellen. Ich schaue mir noch etwas auf dem Tablet an und als ich schlafen will, muss ich plötzlich regelmäßiger Wellen mit der Atemtechnik „veratmen“. Daheim habe ich mir noch eine Wehentracker-App runtergeladen, welche ich nun öffne und die Wellen eintrage. Im Halbschlaf trage ich sie ein und auf einmal kommt die Meldung, dass ich mich nun langsam auf den Weg ins Krankenhaus machen soll. Wie gut, dass ich schon im Krankenhaus bin, denke ich. Ich rufe die Nachschwester und sie bringt mich in den Kreißsaal. Damit habe ich nicht gerechnet. Mittlerweile ist es 1:30 Uhr. Ich schreibe meinem Partner per WhatsApp, dass ich nun im Vorbereitungszimmer im Kreißsaal bin, er sich aber ruhig noch ausruhen soll und erst dann kommen soll, wenn er sich fit fühlt.
Im Vorbereitungszimmer habe ich nun die Hypnose „Eröffnungsphase“ im Ohr, kommuniziere aber trotzdem mit der Hebamme, die mich untersuchen möchte. Der Muttermund ist bei 3 cm und ich bin sehr glücklich darüber. Immer wieder visualisiere ich, wie sich mein Muttermund weiter öffnet und motiviere mein Baby mitzumachen. Ich bin davon überzeugt, dass wir es auch ohne Einleitung schaffen können. Die Hebamme lässt mich weitestgehend allein, da in dieser Nacht sehr viel los ist. Für mich ist es ok, da ich so gut in Hypnose bleiben kann.
Irgendwann kommt mein Partner an und die Wellen werden stärker. In den Wellenpausen spreche ich mit ihm, sage ihm, dass er gegen mein Kreuzbein drücken soll. Sobald die nächste Welle kommt, bin ich wieder in Hypnose und nutze vor allem die Atemtechnik. Und genau mit dieser Atemtechnik sprenge ich bei der nächsten Welle meine Fruchtblase.
Ab dem Moment entwickelt mein Körper von ganz alleine einen Pressdrang und ich bekomme Panik. Auf einmal sind da Schmerzen, die ich zuvor nicht hatte und ich klingele nach der Hebamme. Minuten vergehen und ich versuche weiterhin, die Atemtechnik zu verwenden. Als immer noch keine Hebamme in Sicht ist, bitte ich meinen Partner, so schnell wie möglich jemanden zu holen. Als er mit der Hebamme wieder kommt, möchte sie meinen Muttermund untersuchen und bittet mich nicht zu pressen, was gar nicht so einfach ist, weil mein Körper es von alleine macht.
In einer Wellenpause untersucht sie mich und ich sehe, wie ihr Gesicht entgleitet. Sie sagt, sie muss kurz telefonieren, aber es geht niemand ran. Sie schaut uns an und meint, dass der Muttermund 10 cm geöffnet ist und wir jetzt sofort in der Kreißsaal umziehen.
Um die Zeit ist es ca. 4:00 Uhr. Als wir im Kreißsaal ankommen, darf ich endlich meinem Körper helfen zu pressen. Seit dem Platzen der Fruchtblase bin ich nicht mehr in Hypnose, was ok für mich ist. Somit höre ich genau auf die Anweisungen der Hebamme. Ein Arzt, der scheinbar bei jeder Geburt anwesend ist, kann nicht kommen, da es um diese Zeit einen Notfall im Nebenzimmer gibt. Also sind wir zu dritt. Die Hebamme, mein Partner und ich, und wir schaffen es in knapp anderthalb Stunden, unser Baby gesund auf die Welt zu bringen.
Während der Austrittsphase schreie ich viel und laut, nicht vor Schmerz, sondern wegen dem sehr sehr starken Körpergefühl und ich merke, wie gut mir das tut. Unser Sohn kommt am Donnerstag, den 29.01. um 5:33 Uhr zur Welt. SSW 39+6, also einen Tag vor seinem errechneten ET. Er ist ziemlich zart, wiegt knapp 2800 Gramm. Meine Frauenärztin und die Ärztin gestern hatten ihn auf ca. 3500 Gramm geschätzt. Er kommt direkt auf meine Brust und grüßt uns lautstark. Wir lassen die Nabelschnur auspulsieren, ehe sie mein Partner durchtrennt.
Die Plazenta kommt fast wie von allein 15 Minuten nach der Geburt. Ich bin total perplex und kann gar nicht glauben, wie schnell und unkompliziert unsere Geburt verlaufen ist. Erst zum Nähen meines Dammrisses kommt eine Ärztin ins Zimmer. Bis dahin haben wir alles zu dritt bzw. zu viert gemeistert und das alles ohne Einleitung.
Ich bin mir ziemlich sicher, das die Visualisierung zur Öffnung des Muttermundes und die Kommunikation und Motivation mit meinem Baby dazu beitragen haben, dass wir es ohne Einleitung geschafft haben. Die Hypnosen und die Atemtechnik haben mir sehr geholfen, alles gut durchzustehen und ohne den Kurs wäre das alles ganz sicher anders gelaufen.
Beim Üben war ich mir oft unsicher, ob ich wirklich in Hypnose bin, bin verzweifelt an der Atemtechnik, da ich maximal sechs Sekunden durch die Nase einatmen konnte und war mir nicht sicher, ob das alles so klappt, wie ich es mir wünsche.
Ich kann mich nur herzlich bei dir, liebe Kristin, und bei deinem ganzen Team bedanken. Ihr leistet großartige Arbeit. Von Anfang meiner Schwangerschaft an hat mich dein Podcast begleitet, ich habe lange mit mir gerungen (bis zum Ende des zweiten Trimester), ob ich das Geld für den Kurs ausgeben kann und ich habe es keine Sekunde bereut.
Sollten wir uns für ein zweites Kind entscheiden, dann nur noch mit deiner Methode.
Danke, danke, danke, dass ich diese Erfahrung machen durfte und so eine positive Geburt erlebt habe.
Elisa und M. und unser Sohn L.

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