Erfahrungsbericht
von Evi

Liebe Kristin,

meine Tochter ist nun fast 6 Monate alt und ich nehme mir endlich mal Zeit, den Geburtsbericht zu verfassen. Aber beginnen wir von vorne: meine Schwangerschaft war eigentlich total entspannt. Ich war richtig gerne schwanger und hatte kaum Beschwerden.

Wenn ich einmal ein Kind bekomme, dann möchte ich das gerne im Geburtshaus zur Welt bringen - das wusste ich schon seit ein paar Jahren. Mir war es wichtig, mich in diesem besonderen und intimen Moment der Geburt so wohl wie möglich zu fühlen, die Hebammen vorher schon zu kennen und eine natürliche, selbstbestimmte Geburt erleben zu können.

Von deiner Methode hatte ich auch schon vor der Schwangerschaft gehört und begann im letzten Drittel der Schwangerschaft mit deinem Kurs, auch auf Empfehlung meiner zwei tollen Hebammen hin. Ich hatte sie vorher nach ihren Erfahrungen mit deiner Methode gefragt und sie sagten, die Frauen gebären damit oft sehr gut. Ich dachte mir: wenn es mir nur ein bisschen bei der Geburt hilft, dann hat es sich doch schon gelohnt.

Mit dem Theorieteil und den Hypnosen zum Üben fühlte ich mich schließlich gut vorbereitet und für viele Eventualitäten gerüstet. So langsam bereiteten wir zu Hause alles vor und Anfang März startete ich in den Mutterschutz. Auch meine Tochter schien bei den Untersuchungen schon in den Startlöchern zu stehen, denn schon mehrere Wochen vor der Geburt war ihr Köpfchen fest im Becken und ich hatte häufig Vorwehen, aber keine regelmäßigen oder intensiveren Wehen.

Der ET am 12.04.2025 verstrich und das Warten fiel uns wirklich nicht leicht. Wir probierten alles mögliche, um unser Baby endlich bei uns zu haben: scharfes Essen, Bauchmassagen mit einem wehenfördernden Öl, warme Bäder, Sport, Spaziergänge, Treppen steigen, Akupunktur. Ich habe mich schon im Not-Kaiserschnitt gesehen, wo ich die Geburt doch so gerne im Geburtshaus erleben wollte, doch zum Glück hatte das Warten am Abend des 22.04.2025 endlich ein Ende (10 Tage bzw. bei Geburt 11 Tage nach ET).

Mein Mann kochte gerade etwas zum Abendessen und ich war mit in der Küche, als mir plötzlich etwas kalt und unwohl wurde, also legte ich mich doch auf die Couch. Dann platzte gegen 18 Uhr meine Fruchtblase. Ich informierte meinen Mann und rief danach meine Hebamme an. Sie sagte mir, ich solle nochmal ein bisschen schlafen, wenn es geht und mich wieder melden, wenn ich Hilfe brauchte. Ich konnte aber sowieso nicht schlafen, wollte lieber noch etwas essen und dann nochmal in die Badewanne gehen.

Die Wehen waren da schon eine andere Hausnummer als die Vorwehen, die ich schon kannte. Ich merkte, wie ich ohne mentale Begleitung verkrampfte und machte mir nach dem Baden die Hypnose zur Eröffnungsphase an. Die Wehen konnte ich im Liegen gar nicht gut verarbeiten, also setzte ich mich im Schneidersitz auf das Bett und lehnte mich an der Wand an. Manchmal dämmerte ich zwischen den Wehen etwas weg und auch mein Mann schlief nochmal eine Weile.

Gegen halb 2 Uhr hatte ich das Gefühl, dass wir die Hebamme langsam informieren sollten und weckte meinen Mann, der daraufhin alles in die Wege leitete. In den Wehenpausen zog ich mich an und wir stiegen ins Auto, das war so gegen um 2 Uhr. Auch im Auto hörte ich weiter die Hypnose, die mir half, meinen Körper in Ruhe arbeiten zu lassen.

Als wir gegen halb 3 Uhr im Geburtshaus ankamen, nahmen uns die Hebamme und ihre Praktikantin in Empfang. Wir gingen in den Geburtsraum, die Wanne war schon eingelassen (denn ich hatte mir eine Wassergeburt gewünscht) und ich ging ins Wasser. Zuerst saß ich in der Wanne und hatte noch ein paar Wehen, dann musste ich mich übergeben und hatte nachher das Gefühl, die Position in den Vierfüßlerstand wechseln zu wollen.

Nicht viel später begannen die Presswehen und ich bat meinen Mann, zur Hynpose für die Austrittsphase zu wechseln. Ich hätte nie gedacht, dass mein Körper zu so etwas Kraftvollem fähig. Es war, als würde ich von außen staunend und voller Bewunderung zusehen, wie mein Körper arbeitet. Dann wurde die zweite Hebamme gerufen. Bei ihrer Ankunft sagte sie: "Hier ist es aber ruhig!". Mit der nächsten Wehe war das Köpfchen geboren und mit der darauffolgenden war auch der Körper geboren.

Von meinem schützenden Bauch habe ich meine Tochter ins Wasser geboren und dann auf den Arm genommen, genau so wie ich es mir gewünscht hatte, sodass sie einen ganz sanften Start ins Leben hatte. Endlich konnten wir sie sehen, berühren und bestaunen - 04:03 Uhr! Zwischen der Ankunft im Geburtshaus und der Geburt lagen gerade einmal anderthalb Stunden. Ich durfte also eine sanfte und schnelle Geburt meines ersten Kindes erleben.

Ich würde nicht sagen, dass die Geburt schmerzfrei war, aber ich persönlich konnte gut damit umgehen und war einfach so fasziniert von dieser Kraft, dass ich mich auch heute noch (und sicherlich auch mein restliches Leben) so gerne an dieses selbstermächtigende und wunderschöne Erlebnis zurück erinnere.

Ich bin dankbar für die Unterstützung meines Mannes, der sich auch auf die friedliche Geburt eingelassen hat und dankbar für deine Arbeit, die einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass ich so eine tolle Geburt erleben durfte!

Liebe Grüße, Evi

VideoberichteMehr Videoberichte
Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina