Erfahrungsbericht
von Florence

Positiver Geburtsbericht meines 2. Kindes (Spontangeburt)

Ich habe mich bereits in meiner ersten Schwangerschaft vor 4 Jahren mit dem Kurs auf die Geburt vorbereitet und konnte schon damals relativ entspannt und positiv in die Geburt starten. In meiner zweiten Schwangerschaft, in der ich leider zeitweise eine  Schwangerschaftsdepression entwickelte, hatte ich zu Beginn weniger Motivation, mich mit den Hypnosen vorzubereiten. Aber je näher der ET rückte und ich mich mental positiv auf das Ereignis vorbereiten wollte, schaltete ich den Zugang wieder frei und konnte gut mit den Hypnosen arbeiten.

Am ET + 5 startete dann die Geburt. Ich merkte am Nachmittag gegen 16:00 Uhr den Abgang des Schleimpfropfs. Als mein Mann unsere große Tochter gegen 20:00 Uhr ins Bett brachte, legte ich mich ebenfalls hin und merkte sanfte Wellen. Mein Mann kam um 20:30 Uhr zu mir und ich sagte ihm, die Wellenabstände zu tracken. Ich kam hier sehr gut mit der Bauchatmung zurecht. Kurze Zeit später hatte ich den Impuls, die Geburtshypnose anzumachen, die Wellen waren noch gut zu veratmen, kamen aber schon im 5 Minutentakt.

Mein Mann kontaktierte unsere Nachbarin für die Betreuung der Großen und bereitet alles vor. Ich konnte mich allerdings nur so halb auf die Hypnose konzentrieren und war in den Wellenpausen schon mehr im außen. Gegen 22:00 Uhr fuhren wir los ins 20 Minuten entfernte Krankenhaus, die Wellen kamen mittlerweile etwas regelmäßiger. Die Autofahrt war durch das Geruckel während der Wellen sehr unangenehm, aber ich konnte weiter gut atmen und in einer Wellenpause sogar noch einen Witz machen.

Im KH angekommen (in welchem ich auch mein erstes Kind gebar), kam ich erstmal ins Wehenzimmer ans CTG und uns wurde direkt gesagt, es sei heute Abend sehr viel los, wir müssten uns melden, wenn was ist. In 30 Minuten würde wieder jemand kommen, das CTG zu beenden und zu schauen. Ich ließ mich davon nicht verunsichern, das aktuell viele Geburten losgingen und behielt das Vertrauen, in Sicherheit zu sein.

Ich lag auf dem Bett und versuchte weiterhin, die Wellen zu veratmen, was mir von mal zu Mal etwas schwerer fiel, da sie anfingen, recht intensiv zu werden. Irgendwann wollte ich nicht mehr liegen und setzte mich an den Rand des Bettes und hielt bei jeder Welle die Hände meines Mannes fest und musste mittlerweile auch schon mittönen. Eine andere Hebamme kam herein und ich erkannte sie sofort: Sie hatte mich vor 4 Jahren bei der ersten Geburt ebenfalls betreut!

Ich schaute meinen Mann lächelnd an, der sie aber erst nicht erkannte und fragte sie dann, ob sie A. sei und dass ich sie von der ersten Geburt kannte. Wir freuten uns und ich dachte, dass es irgendwie Schicksal sei :) sie untersuchte meinen Muttermund, Ergebniss: 2-3 cm, was mich sehr enttäuschte, da die Wellen schon so intensiv waren. Sie fragte, ob ich in die Badewanne wollte und ich bejahte. Sie ging, um alles vorzubereiten.

In diesen 20 Minuten, die ich noch warten musste, konnte ich die Hypnose nicht weiter hören, ich wollte mich nur auf das "Überstehen" der Welle konzentrieren. Mittlerweile musste ich sehr laut tönen und sagte zu meinem Mann, dass ich das nicht so lange aushalten werde, wenn mein Muttermund erst 2-3 cm geöffnet ist. Hier bemerkte ich schon den Übergang. Ich durfte dann ins Zimmer mit der Wanne, entschied mich aber, nochmal auf Toilette zu gehen, da ich einen Pressdrang verspürte und nicht mehr genau einschätzen konnte, ob ich mich entleeren musste oder das Kind auch gleich mitkommt.

Als ich dann wieder über den Flur zurück zur Wanne lief, wurden die Wellen so heftig, dass ich laut schreien musste und ich sagte zur Hebamme, dass ich schon einen Pressdrang verspürte. Sie fragte, ob ich in die Badewanne will oder in den Kreißsaal, ich entschied mich für die Wanne. Kaum in der Wanne angekommen, platzte meine Fruchtblase. Ich konnte mich in den kurzen Wellenpausen nicht so gut entspannen und verkrampfte viel, was die Geburtsposition erschwerte. Ich erinnerte mich aber ans loslassen und Vertrauen und an meine erste Geburt, dass ich mich nun hingeben und meine Energie gleich ins pressen schicken darf.

Ich fragte, ob ich pressen darf und schrie sehr laut mit, das half mir. Eine 2. Hebamme kam rein und setzte sich vor mich an die Wanne, schaute mich direkt an und motivierte mich, was mir auch half, den Fokus zu behalten und nicht in diesem Druck bzw. Schmerz unterzugehen. Meine Hebamme sagte nur ca. 3 Presswehen und das Kind ist da, dies motivierte mich ebenfalls. Ich schickte meine ganze Energie ins Pressen und der Kopf wurde geboren, meine Hebamme fragte, ob ich fühlen möchte, doch ich ignorierte sie und klammerte mich an der Wanne fest.

Mit der nächsten Welle kam der Körper, vielleicht lag es an der Wassergeburt, doch ich merkte das rauskommen gar nicht und fragte, ob sie denn da sei, die Hebammen lachten und bejahten, ich konnte mich hinsetzen und meine Tochter um 00:25 in die Arme nehmen, während die Plazenta kurz danach kam. Die Hebamme duschte mich noch kurz ab und begleitete mich zurück ins Wehenzimmer (alle Kreißsäle waren belegt), wo ich mich hinlegte und sehr glücklich war, dass es geschafft war.

Ich hatte keine Verletzungen, keine Schmerzmittel und die ganze Geburt dauerte von der ersten Welle an ca. 4,5 Stunden (wie meine erste auch) und davon hörte ich 2 Stunden lang die Hypnose von Kristin, deren Stimme mich so sehr beruhigte und ich mich fragte, wie man es eigentlich ohne diese Vorbereitung und ohne ihre Stimme auf den Ohren während der Geburt, zumindest zu Beginn, schafft :)

Mir hat es so geholfen, bei mir zu bleiben und Vertrauen zu haben, auch wenn ich ab einem bestimmten Zeitpunkt mich nicht mehr auf die Hypnose konzentrieren konnte und mehr im außen war. Ich bin sehr dankbar für 2 selbstbestimmte und unkomplizierte Geburten und bin mir sehr sicher, dass Kristins Kurs einen Großteil dazu beigetragen hat. Auch jetzt im Wochenbett höre ich gerne noch ihre Meditationen und Hypnosen für die Zeit nach der Geburt! Vielen Dank dafür !:)

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina