Erfahrungsbericht
von Henrike
Montagnacht bekam ich leichte Wellen, die sich nun definitiv anders anfühlten als die Übungswellen die Tage zuvor. Ich beobachtete es eine Weile und stoppte die Zeit. Die Abstände waren zwischen fünf und 10 Minuten. Die ganze Nacht über ging es so weiter und da ich es bald merkte, schaltete ich mir schon mal die friedliche Geburt aufs Ohr. Schon in der Schwangerschaft hörte ich im letzten Drittel fast täglich die Hypnosen und dachte mich an meinen sicheren Ort.
Sowohl in der Schwangerschaft als auch in der nun beginnenden Geburt tat mir die Hypnose auf den Ohren wahnsinnig gut und beruhigte mich. So bekam ich die erste Nacht der Latenzphase gut rum. Über den Tag hinweg flachten die Wellen etwas ab, was mich etwas deprimierte. Die Wellen waren jedoch immer noch alle fünfzehn Minuten da, sodass ich nicht mehr wirklich viel machen konnte den Tag über.
Gegen zehn Uhr abends kamen die Wellen wieder in näheren Abständen. Um zwei Uhr nachts ging schließlich merklich der Schleimpfropf ab. Auch diese Nacht hatte ich die ganze Zeit über die friedliche Geburt auf den Ohren, wodurch ich, auch wenn ich nicht zum Schlafen kam, gut ruhen konnte. Am morgen kontaktierte ich meine Hebamme und gab ihr Bescheid woraufhin sie vorbeikam, um nach uns zu gucken.
Mein Mann hatte bereits den Geburtspool aufgebaut und so ging ich am Vormittag schon einmal in das warme Wasser. Meine Hebamme riet mir, den Tag in Ruhe zu verbringen und meinte, dass es bestimmt am Abend weitergehen würde. Also gingen mein Mann und ich noch einmal über den Hof spazieren bei unseren Kühen vorbei, mit vielen Wellen dazwischen.
Gegen Nachmittag waren die Wellen so, dass ich sie schon gut veratmen musste. Konnte dies aber gut machen, indem ich mich einfach auf mich und mein Baby konzentrierte und ganz bei mir war. Mein Mann war mir dabei eine große Stütze an meiner Seite, der mich in den Wellen hielt.
Am späten Nachmittag meldete sich noch einmal die Hebamme, wie die Lage sei und ich berichtete ihr, dass die Wellen an Intensität zunahmen. Eine Stunde später war sie bei uns und ich ging noch mal in den Pool.
Um sechs Uhr kontrollierte sie einmal meinen Muttermund, der da bei drei bis vier Zentimeter war. Immer wieder schaltete ich mir die friedliche Geburt auf die Ohren. Es half mir sehr gut, dabei durch die Wellen zu kommen.
Etwa gegen 21.30 Uhr tastete meine Hebamme nochmal den Muttermund. Da er nach hinten gerutscht war, musste sie ihn bei der nächsten Welle an der richtigen Stelle halten. Diese Welle war sehr intensiv und bewirkte, dass sich der Muttermund von 4 auf 9 cm öffnete. Ich kam an meine Grenzen und schaffte es Dank meiner Hebamme, die mich beruhigte und den Atem weiter anleitete, nicht den Mut zu verlieren.
Die Presswehen begannen und nach etwa 10 weiteren Wellen gebar ich um 22.35 Uhr meine Tochter in der tiefen Hocke im Wasser. Ein unglaublicher Moment! Auch sie dann hoch zu nehmen und halten zu dürfen, war einfach unbeschreiblich schön!

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