Erfahrungsbericht
von Janis
Liebe Kristin, unsere kleine oder vielleicht eher große
Die Geburt wurde anhand von Tabletten eingeleitet, was mir demzufolge zunächst schwer fiel, aber im Nachhinein dann auch keine Rolle mehr für mich spielte. Die Ärzte der Klinik befürworteten eine Einleitung 7 Tage nach ET (für gewöhnlich wartet diese Klinik die üblichen 10 Tage ab), aber da unsere Tochter laut Berechnung recht groß und mit geschätzten knappen vier Kilo auch recht schwer für mich mit 1,62m und als Erstgebärende sein sollte, befürworteten sie die frühere Einleitung. Etwas verunsicherte mich das schon, aber dank lieber Hebammen, die meinten, dass man an der Größe jetzt ohnehin nicht mehr viel ändern könnte, und durch deinen Podcast und Kurs prinzipiell absolut positiv eingestimmt, wartete ich bis Tag 10 mit dem Einleiten ab.
Aber erst an Tag 12 so gegen 23 Uhr ging es dann los. Ich möchte an dieser Stelle gleich erwähnen, dass es sich aus meiner Sicht absolut bestätigt hat, wie sinnvoll es ist, Kliniken vorab anzuschauen und sich gezielt zu entscheiden. Wir mussten zwar etwas länger fahren, aber das würde ich jeder Zeit genauso wieder machen - es hat sich einfach so sehr gelohnt!
Durch die Einleitung war ich bereits in der Klinik - es wäre die erste Nacht stationär gewesen. Da die Geburt so auf sich warten hat lassen, dachte ich bei den ersten Wellen auch noch, dass das wieder vorbeigeht … doch sie kamen dann doch recht zügig und intensiv. Ich habe mein Zimmer, auf dem ich glücklicherweise alleine war, erstmal nicht verlassen, bis mein Mann wieder da war, der so gegen zwei Uhr in der Nacht wieder bei uns ankam. Auf dem Weg zu ihm bzw. Richtung Kreißsaal musste ich mich bereits ständig hinknien und habe wie auch bereits im Zimmer schon deine Atemtechnik angewandt und so waren die Kontraktionen absolut erträglich. So wie wir im Kreißsaal ankamen, kann ich mich bis zur finalen Phase an keine wirklichen Kontraktionspausen erinnern (bestätigte mir auch mein Mann) und dennoch war es zu jeder Zeit schon extrem intensiv aber auch erträglich. Ich möchte ehrlich sein -ich konnte schon bald nicht mehr sagen, wie ich atmete und ich konnte mir trotz Üben meinen inneren Ort unter Geburt nicht vorstellen oder auch richtig an meine Tochter denken/ mit ihr in einen inneren Dialog gehen (zweiteres tat mir im Nachhinein etwas leid), aber in Erinnerung daran , dass du sagtest, dass schon allein der Gedanke an das Wort Schmerz im Körper quasi das Falsche in Gang setzt, dachte ich die ganze Zeit über nur an zwei Worte - Hingeben und Entspannen! Das schaffte ich und bin überzeugt davon, dass es mir sehr geholfen hat.
In jedem Fall kann ich sagen , dass die ganze Geburt zu jeder Zeit erträglich war, mir das Gefühl für Zeit völlig abhanden kam und ich scheinbar sogar ziemlich leise war… (das hätte ich ganz anders eingeschätzt) mir persönlich tat der Aufenthalt in der Badewanne sehr gut (die Entspannungswanne dort in der Klinik war eine Eckbadewanne und war mit ein Grund für die Entscheidung, dort in die Klinik zu gehen und das hat sich für mich absolut gelohnt - dort konnte ich meine Kreise ziehen) von dort ging ich in die Gebärwanne, aber zur Wassergeburt kam es dann nicht, da der Muttermund wohl bei einem halben Zentimeter relativ lang stagnierte und ich zu diesem Zeitpunkt keinen Venen-Zugang hatte … ehrlich gesagt, sagte die Hebamme einfach irgendwann, sie würde mich gern aus der Wanne raus holen und mir Buscopan geben, damit der Muttermund voll aufgeht und zu diesem Zeitpunkt hinterfragte ich das nicht. Ich stellte nur für mich fest, dass es bereits hell wurde.
Mein Mann - gut informiert mich keines falls zu bemitleiden :) - sagte mir dann noch aufrichtig gerührt, dass er so stolz auf mich sei und ich das schaffen werde ohne Eingriffe und groß Medikamente genauso wie ich mir das wünschte… ich antwortete nur „aber ich glaube, sie kommt niemals raus“ und genau im Anschluss dachte ich daran, dass du sagtest, dass kurz bevor es geschafft ist, viele Frauen ein emotionales Loch bekommen und dachte mir dann „super dann kann’s ja nicht mehr lange dauern“ auch das hat mir in diesem Moment sehr geholfen!
Dass mir dann der Zugang gelegt wurde, nahm ich gar nicht richtig wahr und brachte mich persönlich gar nicht aus der Fassung. Daraufhin fand ein Schichtwechsel statt - für mich überhaupt kein Problem obwohl ich meine begleitende Hebamme super fand, das war die nächste aber auch, nur auf eine ganz andere Art.
Ab dann begann der schönste Teil meiner Geburt: ich hatte endlich Kontraktionspausen (sehr erholsam) und wenn Wellen kamen, merkte ich richtig schön, wie es vorwärts ging… das war wirklich toll! Etwas irritierend für mich war es dann, dass als unsere kleine Maus auf der Zielgeraden war, ich gefühlt keine Wellen mehr hatte … nach einer ganzen Nacht ohne nennenswerte Pausen zwischen den Wellen, die ich überhaupt nicht „wegatmen“ oder irgendwie zurückhalten hätte können, war plötzlich nichts mehr zu spüren und ich musste / sollte sie quasi selbst heraus schieben ohne das Gefühl, mein Körper würde etwas nennenswertes dazu beitragen. Aber wer weiß, vielleicht war es gerade deshalb auch absolut machbar…. Unsere Tochter kam jedenfalls nach ca 8 Stunden auf natürlichem Weg gesund und munter zur Welt! Übrigens trotz ihrer Größe und ihres Gewichts - sie hatte mit 3900 Gramm tatsächlich knapp vier Kilo und war 54 cm groß und es hat auch als Erstgebärende und als kleinere Frau super gut geklappt!
Ich finde, wir hatten eine wunderschöne Geburt! Danke dafür! Vielleicht noch als kleiner Anhang, um allen, die es ebenfalls betrifft, zusätzlich Mut zu machen: auch das Stillen hat gleich super ganz ohne Hilfsmittel funktioniert und in dieser Hinsicht hatte ich auf Grund meiner Hohlwarzen immer wieder Bedenken! Auch wenn ich natürlich dem Prinzip des Kurses folgend mir immer wieder vorgestellt habe, wie ich meine Tochter stille - gern auch während der Übungen des hypnotischen Zustandes und mir immer wieder ein Szene aus einem Video angeschaut habe - eine Frau mit Hohlwarzen hatte ich nämlich in einem Video zum Thema Stillen entdeckt, um positiv zu bleiben.

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