Erfahrungsbericht
von Jasmin
Ich habe nach meiner ersten Geburt zu "die friedliche Geburt" gefunden. Denn obwohl die Geburt objektiv gut verlief, hatte ich einige Probleme damit, sie zu verarbeiten. Damals habe ich viel den Podcast gehört, was mir zum Teil dabei geholfen hat, zu verstehen, warum bestimmte Dinge passiert sind. Andererseits wurde mir dadurch auch bewusst, welche Entscheidungen ich in Unwissenheit und durch starke Beeinflussung von außen getroffen habe und habe diese im Nachhinein bereut.
Für eine weitere Geburt wollte ich auf jeden Fall besser vorbereitet sein und mir vorher bewusst werden, welche Maßnahmen für mich in welchen Situationen in Frage kommen. Die Schwangerschaft meiner ersten Tochter endete mit einem frühzeitigen Blasensprung ohne Wehentätigkeit aufgrund einer Cervixinsuffizienz und mit einer Einleitung.
Ich war ab der 34 SSW in Bettruhe, weil schon fast kein Gebärmutterhals mehr vorhanden war. Meine Tochter kam noch ganz knapp als Frühchen zur Welt (36+5) und obwohl sie gesund und fit war, hat es mich lange beschäftigt, dass mein Körper nicht in der Lage war, dieses Kind vollständig auszutragen.
Als wir versuchten, ein zweites Mal schwanger zu werden, hatte ich zuerst eine Fehlgeburt in der 6. SSW und danach eine Eileiterschwangerschaft. Damit hatte ich das Vertrauen in meinen Körper fast verloren und dachte, er wäre vielleicht nicht geeignet, Kinder auszutragen. Wir haben schon über Adoption nachgedacht, wollten es aber noch einmal versuchen. Dann bin ich schneller schwanger geworden als gedacht. Bereits im nächsten Zyklus nach der Eileiterschwangerschaft hat es geklappt, obwohl wir es da seit Monaten das erste Mal nicht aktiv drauf angelegt haben.
Die ersten Wochen war ich ziemlich nervös, dass wieder etwas schief geht. Meine Ärztin hat mich dann recht schnell ins Beschäftigungsverbot geschickt, um den Stress zu reduzieren. Während meiner ersten Schwangerschaft hatte ich auch sehr viel mentalen Stress, was möglicherweise zur Cervixinsuffizienz beigetragen hat. Ab da konnte ich mich viel auf mich selbst konzentrieren und konnte die Zeit wirklich genießen.
Dass ich den Kurs kaufe, stand ja bereits vor der Schwangerschaft fest. Trotzdem habe ich noch eine Weile gewartet, weil ich nicht zu früh starten wollte. Ich habe mit den Video-Lektionen in der 20. SSW gestartet und später mit den Hypnosen geübt. Ich empfand die Zeit des Übens als angenehm, auch wenn ich oft einschlief oder auch häufig das Gefühl hatte, gar nicht in Hypnose zu sein. Es war aber schön, Zeit mit meinem Baby zu verbringen und die Schwangerschaft bewusst zu erleben, etwas was ich bei meiner ersten Schwangerschaft nicht getan habe und später bereut habe.
Meine Angst, dass etwas schief geht, hatte sich nach dem ersten Trimester gelegt, kam aber wieder auf, als es auf die 30. SSW zuging. Ich hatte Angst, wieder Bettruhe halten zu müssen, dass die Geburt wieder zu früh beginnt und wieder eingeleitet werden muss. Meine Ärztin kontrollierte regelmäßig den Gebärmutterhals und machte mir Mut, dass ich es diesmal bis zur 37. SSW schaffen werde.
Gleichzeitig hörte ich oft die Hypnose "Traumgeburt visualisieren" und stellte mir ein sehr spätes Datum vor und wie alles von alleine losgeht. Den Muttermund habe ich immer als fest verschlossen visualisiert und meine Kleine hat tatsächlich sogar bis nach ET (19.06) gewartet. Da ihre große Schwester am 20.06 Geburtstag hat, wollte ich gern über diesen Termin gehen und habe erst danach Hypnosen genutzt, die den Wellen-Ablauf üben.
Am Abend vor der Geburt hatte ich leichte Wellen, die ich als Übungswellen verbucht habe. Sie gingen mit Durchfall einher und ich erinnerte mich, dass Darmentleerung ein erstes Anzeichen für den Geburtsbeginn sein kann. Ich ging trotzdem normal ins Bett und habe nochmal sehr gut geschlafen, bis mich um 4 Uhr eine Welle wieder weckte. Ich dachte immer noch, dass es Übungswellen sind, da es sich beim letzten Mal anders angefühlt hatte. Ich habe versucht, wieder zu schlafen, konnte aber nicht mehr.
Irgendwann jagte mich wieder die Darmentleerung aus dem Bett und danach bin ich nicht zurück ins Bett, um meine Tochter nicht zu wecken. Ich bin stattdessen in die Badewanne gegangen und dachte immer noch, die "Übungswellen" würden dann sicher weniger werden.
Ich bin um 6 Uhr in die Wanne gestiegen und habe eine Hypnose gehört, Abschied von der Schwangerschaft, weil ich mich immer noch nicht gefühlt habe wie "unter Geburt". Dabei wurden die Wellen dann aber so häufig und auch intensiver, dass diese Hypnose nicht mehr das Richtige war und ich habe zur Geburtshypnose gewechselt. Bis dahin habe ich mich noch dagegen gesperrt, dass die Geburt jetzt wirklich losgeht.
Ich hatte auch das Gefühl, während der Wellen pullern zu müssen und habe versucht, es anzuhalten, wodurch die Wellen schwer zu ertragen waren, obwohl sie noch nicht sehr intensiv waren. Nachdem ich akzeptiert hatte, dass es wirklich Geburt ist, habe ich versucht, alles locker zu lassen und dachte: "Dann puller ich eben, bin ja eh im Wasser."
Schmerzhaft war es zwar immer noch, aber es war ein deutlicher Unterschied, ob ich mich gegen das Gefühl der Dehnung und Öffnung gesperrt habe und versucht habe, meinen Körper zu zuhalten, oder versucht habe mit dem Gefühl mitzugehen und es zu fördern.
Die Atmung habe ich leider nicht so gut hinbekommen, obwohl sie mir gut getan hat, wenn ich es mal geschafft habe. Insgesamt war es für mich schwierig, den sicheren Ort zu visualisieren, richtig zu atmen und die Öffnung des Muttermundes zu visualisieren. Die Pausen zwischen den Wellen wurden, sobald ich in der Wanne war, auch schnell so kurz, dass wenig Zeit blieb, mich zu sammeln nach einer Welle.
Um 6:30 Uhr rief ich meinen Mann an, um ihn zu wecken, da ich das Bedürfnis hatte, nicht mehr allein zu sein. Ich hätte ihn lieber ein bisschen eher wecken sollen, als die Wellen noch weniger intensiv waren, denn er war noch ein bisschen neben der Spur und stellte einen Haufen Fragen, obwohl er wusste, dass er das nicht soll.
Als er sich gesammelt hatte, hat er aber alles organisiert, wie besprochen. Meine Mama für die Betreuung unserer Tochter angerufen, die letzten Sachen gepackt und die Hebamme angerufen. Ich wollte eigentlich noch etwas abwarten, alle zu verständigen, da die regelmäßigen Wellen ja gerade erst angefangen hatten und ich dachte, es würde noch dauern, aber er hatte Recht mit seiner Einschätzung.
Auch unsere Hebamme meinte am Telefon, sie würde nicht erst noch zu uns fahren, wie eigentlich geplant, sondern wir sollten uns gleich ins Geburtshaus aufmachen. Mein Mann weckte unsere Tochter und ein paar Minuten später war auch meine Mama da. Die kam dummerweise ins Badezimmer, sah mich während einer Welle, was nicht geräuschlos ablief, und meinte: "Oh, du Arme." Ich dachte nur: "Nicht hilfreich" und habe sie angenölt, sie soll weggehen.
Sie hat sich ab da auch zurückgehalten, hat die Große angezogen und ist mit ihr schon runter ins Auto, um auf uns zu warten. Ich stieg aus der Wanne und musste wieder aufs Klo. Ich habe ein paar Wellen da verbracht, weil ich bei jeder Welle wieder Stuhlgang hatte und ich dachte schon, ich komme nie dort weg. In der Situation fiel es mir sehr schwer, bei mir zu bleiben. Irgendwann war es doch vorbei und ich konnte mich anziehen.
Auf dem Weg nach unten hatte ich auch zwei Wellen, aber da war es kein Problem, eine Pause zu machen, zu atmen und dann weiter zu gehen. Unsere Tochter saß schon bereit im Auto. Ich habe sie noch begrüßt und mich dann nach vorne gesetzt. Sie war ganz ruhig, was sonst gar nicht ihre Art ist und ich war dankbar dafür. Meine Mama fuhr uns ins Geburtshaus. Während der Fahrt hatte ich drei Wellen, die zwar nicht intensiver oder schmerzhafter waren als die davor, ich empfand es aber als unangenehm, dass ich mich nicht bewegen konnte.
Wir gingen ins Geburtshaus (ca. 7 Uhr), wo schon die ersten Mitarbeiter für den normalen Betrieb anfingen. Das hat mich etwas irritiert, da ich nur meine Hebamme erwartet hatte. Die kam aber auch zu uns und nahm unsere Tasche mit hoch ins obere Stockwerk. Oben breitete sie Matten aus und dabei fiel mir ein, dass ich eigentlich in die Wanne wollte. Ich sagte nur "Wanne" zu meinem Mann, der das dann an die Hebamme weitergab.
Während die Wanne einlief, saß ich auf einem Pezzi-Ball und meine Hebamme tastete meinen Bauch und hörte die Herztöne. Sie sagte, es ist gut, dass ich mich zwischen den Wellen entspannen kann und mein Mann sagte ihr, dass ich die Methode der friedlichen Geburt versuche, um mich zu entspannen. Ich weiß nicht, ob sie das kannte, aber sie nahm es einfach hin und fragte nicht weiter. Die Wellen wurden dann nochmal intensiver und die Bauchatmung allein reichte nicht mehr.
In der Wanne habe ich zum ersten Mal gedacht, dass es schön ist, dass die Wellen so schnell kommen, weil das heißt, dass mein Baby gleich da ist. Es kam dann auch schon die zweite Hebamme dazu, was mir nochmal bestätigt hat, dass es nicht mehr lange dauert. Irgendwann ist meine Fruchtblase geplatzt, was mich richtig überrascht hat, weil damit die Welle so abrupt beendet war.
Danach haben sich die Wellen nochmal verändert und ich spürte deutlich den Drang, mit zu schieben. Bis hierhin lief die ganze Zeit die Hypnose für die Eröffnungsphase, obwohl ich ehrlich gesagt nicht wirklich hingehört hatte. Trotzdem mussten ab diesem Moment die Kopfhörer raus und ich wollte gar nichts mehr auf den Ohren haben.
Mein Mann und eine der Hebammen saßen am Wannenrand und haben mir in jeder Welle vorgeatmet ("Po po po"). Ich habe mitgemacht bis zum Höhepunkt der Welle, dann ging es nicht mehr und ich habe einfach geschoben. Die andere Hebamme war hinter mir und hat mir nach der ersten Welle der Austrittsphase gesagt, dass das Köpfchen jetzt schön vorrutscht und wieder ein Stück zurück und dass es jetzt noch 7 oder 5 oder 3 oder 1 Welle dauert, bis mein Baby da ist.
Dass sie runter gezählt hat statt hoch, ist mir sogar in dem Moment aufgefallen, weil ich dachte "ok 7 schaffe ich noch. Ach oder 5. Oder noch weniger!" Das hat mich sehr motiviert. Während einer Pause habe ich sogar das Köpfchen getastet. Ich weiß nicht, wie viele Wellen es am Ende waren. Bei der Vorletzten rutschte der Kopf so weit vor, dass ich dachte, jetzt wird er geboren, aber dann war die Welle vorbei und sie rutschte auch nicht wieder zurück. Das war sehr unangenehm, weil sie in der maximalen Dehnung stecken geblieben ist.
Ich war versucht, einfach ohne Welle weiterzuschieben, aber meine Hebamme sagte, gleich sei mein Baby da, aber die nächste Welle warten wir noch ab. Das war das erste Mal, dass ich die nächste Welle herbeigesehnt habe und als sie kam, habe ich noch einmal kräftig mitgeschoben und habe meine Tochter in meine Arme geboren. (7:53 Uhr)
Wir sind dann zu dritt ins Bett umgezogen und haben lange gekuschelt. Die Nabelschnur durfte auspulsieren und auch mit der Plazentageburt wurde lange gewartet, sodass wir richtig viel Zeit hatten, einfach dazuliegen. Die U1 wurde gemacht und 4h nach der Geburt durften wir nach Hause.
Es war insgesamt eine wirklich schöne Geburt, die ich vorher auch fast so visualisiert hatte. Leider war sie auch wieder so schnell wie die Erste. Ich hatte auf eine längere Latenzphase gehofft, um den Wellenablauf besser "üben" zu können und sich langsam zu steigern. Bei der ersten Geburt hatte mich genau das überfordert, dass es so plötzlich so intensiv war. Damals war es sicher der Einleitung geschuldet, dass ich eigentlich gar keine Latenzphase hatte.
Diesmal war sie zumindest vorhanden, obwohl ich trotzdem das Gefühl hatte, dass es von "kann ich noch ignorieren" sofort zu "brauche meine volle Konzentration und habe keine Pause mehr" überging. Ich erinnere mich auch, dass ich zwischendurch gedacht habe "gut, dass wir nur zwei Kinder wollen" und "was soll das mit der Hypnose, das bringt ja gar nichts".
Im Nachhinein denke ich schon, dass die Hypnose was gebracht hat, obwohl ich die Wellen definitiv als schmerzhaft empfunden habe. Aber dadurch, dass ich mich trotzdem entspannen konnte, ganz bei mir war und das Gefühl der Dehnung zulassen konnte, habe ich wirklich gespürt, was der Schmerz bewirkt und dass er überhaupt etwas bewirkt, dass er mich weiterbringt. Das konnte ich bei der ersten Geburt nicht. Da habe ich mich gegen den Schmerz gesperrt und mich verkrampft und hatte Angst vor jeder neuen Welle.
Die Methode hat mir auch auf jeden Fall geholfen, schon vor der Geburt das Vertrauen, das ich in mich und meinen Körper verloren hatte, wieder aufzubauen und mit Neugier und Vorfreude in die Geburt zu gehen. Auch während der Geburt hatte ich in keiner Sekunde das Gefühl, es nicht zu schaffen.
Also, vielen Dank für die umfassende Arbeit der "friedlichen Geburt", nicht nur für das Hypnosetraining selbst, sondern auch für die vielen Informationen rund um Geburt. Was passieren kann und welche Möglichkeiten es gibt, mit verschiedenen Situationen umzugehen. Es hat mir geholfen, vorbereitet zu sein und zu wissen, was ich wann möchte und was nicht.

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