Erfahrungsbericht
von Julia K.

Alles startete ca. 2 Tage vor der Geburt. Die Geburt meines Sohnes 2022 war eine eingeleitete crazy Geschichte und eins war mir klar: Das möchte ich so nicht nochmal erleben, deshalb habe ich mich intensiv mit einer Hypnosetechnik auf diese Geburt vorberietet und mich sehr mit dem Thema Geburt befasst und unzählige positive Geburtsberichte gelesen und gehört.

Ab Woche 34 startete ich mit der Louwen Ernährung und ich machte Sport bis fast letzten Tag der Geburt. Die Geburt startete ca. 2 Tage vor dem Gebären meines Babys. Ich merkte, dass ich sehr müde war. Ich wachte auf, aß mit meinem Mann und meinem Sohn Frühstück und legte mich wieder zum Schlafen hin.

Dasselbe am Tag darauf. Mittags spürte ich wieder Kraft und fühlte unglaublich viel Liebe. Wir gingen alle zusammen ins Wärmebad und ich fühlte irgendwie, dass das der letzte Ausflug mit meinem Mann und Sohn und mir wird. So entspannt, so viel Energie tanken. Es war die pure Harmonie.

Gegen 20 Uhr ging mein Schleimpfropf ab. Ich texte meiner Hebamme und sie kündigte an, das es die Nacht los geht. Mein Mann und ich bereiteten alles vor, informierten Omi zum Abholen meines Sohnes am nächsten Morgen. Müll raus, Geburtstasche checken und packen. Trotzdem konnte ich noch nicht glauben, dass es wirklich losgehen sollte.

Um 22 Uhr fingen leichte Wellen an. Das Ganze war gut zu ertragen bis 5:00 Uhr, ab da merkte ich, dass ich den vollen Fokus auf die Geburt legen will. Mein Körper entschied, die Wellen bis zum Abholen meines Sohnes auszusetzen (ich war einfach brutal nervös).

Omi kam, mein Sohn hat die letzte große Umarmung und Knutschen bekommen. Ich legte mich wieder zurück ins Bett (Meditation auf die Ohren) und es ging wieder los. Die Entspannung, die eintrat und das ständige „Loslassen“ in meinem Kopf, das „so tief in Hypnose wie möglich gehen“ stand im Fokus und ich atmete in mich rein.

Gegen 9 Uhr rief ich im Geburtshaus an, um Bescheid zu geben, dass ich regelmäßige Wellen hab und bat um Rat. Ich fühlte mich, als wollte ich tanzen, feiern!!! Ich weinte, weil ich so glücklich war, dass es „einfach“ los ging. Das war mein größter Traum, denn dann wusste ich, es kommt alles gut, so wie es kommen soll.

Das Geburtshaus riet mir, auf mein Gefühl zu hören (das hörte ich öfter während der Geburt). Also tanzte ich zu Jack Johnson, fühlte so viel Liebe und ging danach wieder ins Bett. Mein Mann ließ die Badewanne ein, ich hatte die Hypnose, Augenmaske auf und atmete, visualisierte und entspannte.

Die Wellen waren nicht weit auseinander (mein Mann trackte meine Wehen, ich habe das nicht gemerkt). Über uns wurde das Bad saniert, es wurde immer wieder gebohrt, ich kam aus der Hypnose und musste lachen. „Das ist wirklich ein Scherz, oder?,“ fragte ich lachend meinen Mann. Augenmaske auf, Kopfhörer auf und weiter ins Atmen.

Gegen 13:00 Uhr gab es eine Veränderung der Wellen. Ich wollte nicht mehr „allein“ sein und ins Geburtshaus wechseln. Als ich aus der Badewanne stieg, gab es einen brutalen Druck nach unten und ich fühlte mich nicht in der Lage, zu laufen… Ich hatte keine Ahnung wie. Mein Mann übernahm die Kommunikation, das Geburtshaus (200m Laufweg entfernt) sagte, sie sind ready für uns und wir können uns auf den Weg machen.

Ich kam bis zum Treppenhaus (wir lebten im dritten Stock ohne Lift), danach ging es für mich nicht weiter… Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich laufen sollte, der Druck war zu groß. Mein Mann lief schnell ins Geburtshaus, um einen Rollstuhl zu holen und kam mit Rollstuhl und Hebamme zurück.

Ich lag in der Zeit im Bett, mit Hypnose und ging zurück an meinen sicheren Ort. Ich fragte sie, ob sie meinen Muttermund checken will, ob er überhaupt geöffnet ist. Sie meinte, das muss man nicht checken, ich bin unter Geburt. Mit der Hebamme an meiner Seite fühlte ich mich sicher genug, unter Wellen die Treppen zu laufen und wir spurteten durch unser zuhause Richtung Geburtshaus. Es war unglaublich, ich liebe es immer noch zurückzusehen.

13:30 Uhr angekommen im Geburtshaus musste ich erstmal weinen, es war alles wirklich ein Traum, sollte ich wirklich „heute“ mein Kind hier auf die Welt bringen? Im wunderschönen Geburtshaus durften wir uns einrichten, ich legte mich ins Bett und sah die Badewanne und dachte mir Oh Gott, die braucht ewig, bis die vollgelaufen ist.

Die Hebamme brachte mir Tee, bot an meinen „Duft“ in den Duftzerstreuer zu machen und fragte, was ich machen wolle. Ich erwartete mehr Anweisungen von ihr, doch sie entschied sich dafür, dass ich Geburt machen werde. Sie checkte meinen Muttermund, ich wollte nicht wissen, wie weit er geöffnet war (zu dem Zeitpunkt 13:55 Uhr, 2cm) und meinte, wir sind jetzt hier und haben Zeit. Ich soll doch, wenn ich will zurück in die Hypnose.

Wir hatten Zeit allein. Mein Mann und ich machten weiter wie zu Hause, ich schaffte es aber nicht mehr tief in die Hypnose, ich war zu nervös. Was für mich aber voll okay war. Ich machte mir immer noch sorgen ums Befüllen der Badewanne. Ich fragte meinen Mann, wie lang das gehen wird bis die voll ist. Er sagte: „Die ist schon gefüllt, seit wir angekommen sind.“ Das war eine große Erleichterung.

15:30 Uhr musste ich aufs WC und die Hebamme half mir, der Druck war im Stehen wieder brutal und ich merkte, wie ich etwas ändern musste, damit es vorwärts mit der Geburt ging. Nach dem WC entschied ich mich, ein wenig auf den Boden zu gehen, halb mit Hypnose in den Ohren, halb im Gespräch mit Hebamme und meinem Mann.

Ich erinnere mich daran, wie die Hebamme sich bei meinem Mann über unsere erste Geburt erkundigte und ich innerlich merkte, dass es für mich nicht hilfreich war, an die Geburt zu denken, und doch fühlte ich mich sooo dankbar und sicher, das ich mein Kind hier auf die Welt bringen werde. Die Wellen waren viel intensiver auf dem Boden und ich nahm einen Ball, um mich drauf zu lehnen, die Hebamme fragte, ob ich ins Wasser wolle, was bei der ersten Geburt garnicht geklappt hat.

Ich liebe Wasser und dachte, ja let's do it. Die Kopfhörer hatten keinen Akku mehr, mein Mann holte den Ersatz. Ich entschied, ohne Hypnose weiter zu machen und die echte Wucht der Geburt zu spüren. Sie checkte meinen Muttermund (15:50 Uhr 8cm), ich wusste immer noch nicht, wie weit mein Muttermund geöffnet war, aber meine Hebamme sagte, ich bin schon weit. Das waren unglaubliche News.

Ich spürte das Gefühl, mal mitzuschieben. Meine Hebamme sagte: deinem Baby geht es gut, es ist alles fine. „Probier einfach mal aus, wie sich das anfühlt“. Es fühlte sich gut an und sie fragte, ob ich einen Einlauf möchte. Ich hab mich dagegen entschieden und ging ins Wasser.

16:15 Uhr im Wasser und ohne Hypnose war die Geburt anders. Ich sag ROH, PASSION und ECHT. Eine absolut bewusste „spontane“ Entscheidung. Es war die perfekte Temperatur des Wassers, wir wurden wieder ein wenig allein gelassen. Ich war lauter und musste anfangen, zu tönen. Es gab wieder eine Veränderung der Wellen und in der Wellenpause bat ich meinen Mann, mich leidenschaftlich zu küssen. Es war soooooo ein unglaublich schönes Gefühl und das Oxytozin kickte richtig rein, das waren die letzten ruhigen Minuten.

16:45 Uhr ging die Austrittsphase los. Es war ein unbeschreiblicher Druck, Brennen, „Schmerz“.

16:50 Uhr: Ein Platzen passierte, das war die Fruchtblase. Während der gesamten Geburt hielt ich einen Kamm in meinen Händen. Meine Hebamme wollte Support holen, da meine Presswellen begonnen haben. Ich wollte nicht, das sie geht. Ich meinte dann in der Wellenpause, sie soll sie jetzt holen.

16:55 Uhr: Herztöne von Baby waren gut, alles was ich brauchte, war Mut. Ich machte Geburt und dachte erst nicht, dass ich es schaffen werde, bis ich all meinen Mut sammelte und drückte ein wenig gegen die Welle, dann kam die Welle und ich schob mit. Ich schrie mir die Seele aus dem Leib. Das war aber kein Schmerz, es war eine großartige Erfahrung und genauso tönt diese Erfahrung, bei mir.

17:05 Uhr: Das Köpfchen war geboren. Ich fühlte es, es war unglaublich weich und wunderschön.

17:09 Uhr: Ich spürte, wie sich mein Baby drehte und mit der nächsten Welle habe ich mein Baby geboren. In Meiner Erinnerung habe ich mein Baby auf mich gelegt (so behalte ich es;)) Ich lag überglücklich mit meinem Baby im Arm im Wasser. Das Baby suchte bereits und ich konnte es stillen. Die Plazenta kam auch und schwamm mit mir und meinem Baby im Wasser.

Irgendwann sahen wir nach, was es war, ein Mädchen, die größte Überraschung und kaum zu glauben. Während der ganzen Geburt auch daheim, hielt ich einen Kamm in meiner Hand und ich versuchte, mich auch ohne Hypnose zu entspannen. Ich wusste, Entspannung hilft beim öffnen, auch wenn ich Geräusche (super laut) von mir gab, war jede Welle einzigartig und irgendwie (jetzt betrachtet) ein Genuss.

Es war das schönste Erlebnis meines Lebens. Eine Wiedergeburt, eine Heilung und eine Erfahrung, an die ich mich fast täglich zurückerinnere. Wir Frauen sind der absolute Oberhammer… Alles ist möglich, meine Limits sind verschoben. Welche Limits?

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
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Nina