Erfahrungsbericht
von Katharina
Gerne möchte ich von der Geburt unserer Tochter berichten, die, sicher auch Dank der friedlichen Geburt, sehr schön und selbstbestimmt verlaufen ist.
Bevor es um die Geburt an sich geht, möchte ich noch meine Vorbereitungen in den Wochen und Monate davor zusammenfassen.
Ich habe mich am Anfang der Schwangerschaft für eine Hebamme entschieden, die uns vor, während und nach der Geburt begleiten würde. Das war eine tolle Entscheidung, unter anderem da sie mir auch bereits im ersten Trimester die friedliche Geburt empfohlen hat. Ich habe dann recht bald angefangen, den Podcast zu hören und mich schließlich in der 31. SSW auch für den Kurs entschieden. Ab da habe ich 4-5 Mal pro Woche die Hypnosen und immer wieder auch die Atemtechnik geübt.
Außerdem habe ich mich, auch auf Empfehlung unserer Hebamme, ab der 34. SSW überwiegend nach Louwen ernährt (bis auf ein paar Ausnahmen kein weißes Mehl, kein weißer Reis und kein zugesetzter Zucker) und ab der 35. SSW jeden Tag 2-3 Tassen Himbeerblättertee getrunken und 4-5 Mal pro Woche mit dem EPI-NO trainiert und eine Dammmassage gemacht. Zusätzlich habe ich noch jeden Tag ein paar Datteln gegessen, was gerade während der Ernährung nach Louwen immer eine nette Nachspeise war.
Wie man an den ganzen Vorbereitungen vielleicht schon merkt, hatte ich zuerst recht großen Respekt vor der Geburt und war deshalb sehr motiviert, mich möglichst gut vorzubereiten. Die ganze Vorbereitung und vor allem auch die friedliche Geburt haben mir dann schon in der Schwangerschaft sehr geholfen, der Geburt positiv entgegenzusehen. Nun aber zur Geburt selbst.
An Tag 39+5, also zwei Tage vor ET, merke ich um 10:00 plötzlich ein paar Tropfen in der Unterhose. In den Tagen und Wochen davor hatte ich zwar immer wieder leichte Übungswellen, aber keine wirklich konkreten Anzeichen, dass es bald losgeht. Obwohl ich bisher keine Probleme mit Inkontinenz habe, nehme ich also zu dem Zeitpunkt noch an, dass es wohl Urin ist. Ich lege mich noch einmal kurz hin und als ich danach aus dem Bett aufstehe, merke ich, dass mir Flüssigkeit an den Beinen hinunterrinnt. Es ist zwar nicht sehr viel, aber mehr als vorhin und ich habe jetzt nicht mehr den Eindruck, dass es Urin ist, also muss es eigentlich ein Blasensprung sein. Ich bin recht überrascht und etwas aufgeregt, also dusche ich erst mal in Ruhe und gebe dann gegen 12:00 meiner Hebamme und meinem Mann Bescheid, dass ich anscheinend einen Blasensprung hatte, sie sich aber nicht beeilen müssen, da ich noch nicht wirklich Wellen spüre und mich gut fühle.
Es beginnen dann doch sehr leichte Wellen, die ungefähr alle 10 Minuten kommen, und ich mache mir eine Kleinigkeit zu essen. Das Fruchtwasser kommt dabei weiterhin tröpfchenweise.
Um 14:00 ist unsere Hebamme bei mir und bestätigt, dass ich wohl einen hohen Blasensprung hatte. Da das Fruchtwasser leicht grünlich ist, kündigt sie mir an, dass sie mir später gerne zur Sicherheit ein Antibiotikum geben würde, sie ist deswegen aber nicht besorgt. Sie tastet dann meinen Muttermund und stellt fest, dass der Gebärmutterhals schon ganz weg und der Muttermund 1cm geöffnet ist. Wegen des Blasensprungs und der bisher nur sehr schwachen Wellen empfiehlt sie, die Wellentätigkeit mit einer leichten Massage des Muttermunds und mit einem Einlauf etwas anzuregen. Das passt für mich und ist beides nur leicht unangenehm und gut auszuhalten. Wir machen uns dann aus, dass wir uns um 17:00 im Krankenhaus treffen, um zu schauen, wie sich Wellen und Muttermund bis dahin entwickelt haben. Wenn die Wellen früher sehr stark werden, soll ich mich bei ihr melden.
Als die Hebamme geht, rufe ich noch einmal kurz meinen Mann an und gebe ihm Bescheid, dass wir um 17:00 im Krankenhaus sein sollen. Dann ziehe ich mich ins abgedunkelte Schlafzimmer zurück, setze mich auf meinen Gymnastikball und lehne mich mit dem Oberkörper über einen Sessel. Außerdem beginne ich jetzt über ein Stirnband mit integrierten Kopfhörern, das ich auch über den Augen trage, die Hypnose für die Eröffnungsphase zu hören. Die Wellen werden nun relativ schnell stärker und kommen auch in kürzeren Abständen. Ich wende die Atmung an (...). Die Hypnose und Atmung helfen mir sehr gut, fokussiert und relativ entspannt zu bleiben und die Wellen ruhig zu veratmen.
Als mein Mann um 15:30 nachhause kommt, schaut er kurz nach mir und füllt meine Wasserflasche auf. Ich tauche für unser Gespräch nur kurz aus der Hypnose auf, finde dann aber gleich wieder zurück.
Kurz nach 16:30 brechen wir dann mit dem Auto ins Krankenhaus auf. Während der Fahrt habe ich weiterhin das Stirnband über den Augen und höre die Hypnose für die Eröffnungsphase. Außerdem halte ich mir ein Handtuch vor das Gesicht, an dem ich mich während der Wellen auch festhalte. Obwohl mein Mann vorsichtig und langsam fährt, kommt mir die Fahrt sehr ruckelig vor und so bin ich froh, dass wir es nicht weit ins Krankenhaus haben.
Dort angekommen, parken wir direkt vor dem Eingang, wo unsere Hebamme uns bereits erwartet. In einer Wellenpause steige ich aus und wir gehen gemeinsam hinauf in einen der Kreißsäle, vorerst einen ohne Badewanne. Da wir vorher besprochen haben, dass ich eventuell gerne in die Wanne gehen würde, bemüht sich unsere Hebamme aber, später noch einen mit Badewanne zu bekommen.
Im ersten Kreißsaal angekommen, knie ich mich auf eine weiche Unterlage vor das Bett und lege den Oberkörper auf den Fuß des Bettes. Die Wellen kommen inzwischen ungefähr alle 3 Minuten. Um 17:30 gehe ich auf die Toilette und dann wird ein CTG angeschlossen.
Um 18:00 legt mir die Hebamme in einer Wellenpause einen Zugang am Unterarm und verabreicht wie besprochen das Antibiotikum.
Um 18:30 wird das CTG abgeschlossen und ich lege mich auf Empfehlung der Hebamme kurz auf die rechte Seite. Sie tastet den Muttermund, der jetzt bereits bei 7cm ist.
Um 19:20 wechseln wir in einen Kreißsaal mit Badewanne, auch wenn ich diese dann schließlich nicht mehr nütze. Die Hebamme startet wieder ein CTG und tastet den Muttermund, der jetzt bei 10cm ist. Ich gehe noch einmal auf die Toilette und knie mich dann wieder vor das Bett und lege den Oberkörper am Fuß des Bettes ab. Nun spüre ich während der Wellen plötzlich einen starken Druck, was für mich der schmerzhafteste Moment der Geburt ist. Die Hebamme empfiehlt mir jetzt mitzupressen, wodurch sich die Wellen gleich wieder etwas weniger schmerzhaft anfühlen. Außerdem hilft sie mir, während der Wellen jeweils ein Bein aufzustellen und gibt mir von der Decke hängende Tücher in die Hände, an denen ich ziehe. Die Wellen und das Pressen sind zwar sehr anstrengend, in der Position und mit der Hypnose aber absolut aushaltbar.
Um 20:00 lege ich mich dann noch einmal kurz auf die Seite. Die Wellen fühlen sich in Seitenlage aber wieder schmerzhafter an und so wechsle ich in eine tiefe Hocke. Mein Mann sitzt dabei am Fuß des Bettes und stützt mich von hinten. Außerdem halte ich mich wieder an von der Decke hängenden Tüchern fest. Ich kann jetzt bereits den Kopf unserer Tochter tasten, die Hebamme stellt aber fest, dass dieser sich in den Wellenpausen immer wieder ein Stück ins Becken zurückzieht. Sie ermutigt mich deshalb, während der Wellen fest mitzupressen. Dann kommt mit einer Welle der erste Teil des Kopfes und die Hebamme sagt mir, dass dieser sich jetzt nicht wieder zurückziehen wird. Mit der nächsten Welle kommt der ganze Kopf und schließlich mit einer weiteren Welle der restliche Körper.
Um 20:24 ist unsere Tochter da und wird mir gleich auf die Brust gelegt. In dem Moment tauche ich schließlich aus der Hypnose auf und lege das Stirnband ab, mit dem ich bis jetzt durchgehend die Hypnose für die Eröffnungsphase gehört habe. Es zeigt sich, dass die Nabelschnur zwei Mal um die Schultern gewickelt war, was erklärt, warum sich der Kopf in den Wellenpausen immer wieder zurückgezogen hat.
Um 20:30 wird mir dann mit unserer Tochter ins Bett geholfen und um 20:45 kommt die Plazenta. Dann werde ich von unserer Hebamme untersucht und sie stellt fest, dass ich keine Geburtsverletzungen habe, was ich wahrscheinlich unter anderem dem Training mit dem EPI-NO verdanke.
Ich bin überglücklich, dass unsere Tochter da ist und alles so gut verlaufen ist. Unsere Tochter wird dann noch von einer Kinderärztin untersucht und die Hebamme hilft mir, sie das erste Mal zu stillen. Kurz nach Mitternacht werden wir dann von unserer Hebamme zum Auto begleitet und fahren zu dritt nachhause.
Ich bin überzeugt, dass die friedliche Geburt entscheidend dafür war, dass ich die Geburt unserer Tochter so positiv und bestärkend erleben durfte. Dafür bin ich sehr dankbar. Außerdem hoffe ich, dass ich mit meinem Bericht anderen Mut machen kann und wünsche allen Schwangeren eine Traumgeburt nach den eigenen Vorstellungen!

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