Erfahrungsbericht
von Kerstin

Dankbar für drei wundervolle Geburten - So ähnlich und doch so unterschiedlich

Endlich! Endlich nehme ich mir die Zeit, meinen Geburtsbericht zu schreiben. Bzw. Berichte.

Die erste Geburt 2017 versuche ich größtenteils auszulassen, da die Vorbereitung ohne der Friedlichen Geburt stattfand. Ich möchte nur anmerken, dass ich im Nachhinein betrachtet, sehr wenig über Geburt wusste, glücklicherweise instinktiv dennoch viel richtig gemacht habe. Zum Beispiel hatte ich absolutes Urvertrauen in meinen Körper und die Geburt! Wodurch ich bereits die erste Geburt einfach als wundervoll erlebt habe!

In der zweiten Schwangerschaft 2020 hatte ich zufällig von Hypnobirthing gelesen. Interessiert daran, habe ich online recherchiert und bin auf Die friedliche Geburt gestoßen und hängen geblieben. Zunächst habe ich alle Podcast-Folgen aufgesogen und hier schon so so viel dazu gelernt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel habe ich dann in den Onlinekurs investiert.

Unser erster Sohn R. war noch keine drei Jahre alt und es blieb verglichen zur ersten Schwangerschaft wenig Zeit für das zweite ungeborene Kind. Also wenig Zeit, sich in der Schwangerschaft in Ruhe mit dem Baby zu verbinden, wie ich dies beim Erstgeborenen intuitiv getan hatte. So waren die regelmäßigen Übungshypnosen für mich eine wunderbare Möglichkeit, mir aktiv Zeit für unser zweites Wunder zu nehmen. Unter keinen Umständen möchte ich dies missen! Dafür hat sich der Kurs sowas von gelohnt!

Für die erste Geburt hatte ich mich in einer Level 3 Klinik angemeldet. Level 3 damit ich beim Kind bleiben kann, sollte unerwarteterweise etwas mit dem Kind sein. Ernsthafte Sorgen oder Anzeichen gab es nicht. Meine erste Geburtserfahrung war durchweg positiv, so wollte ich mich dort wieder anmelden.

Nun hieß es aber zu dieser Zeit „der Vater darf erst bei Geburtsbeginn dabei sein“. Ich wusste zwar, dass ich meinen Mann nicht „brauche“ für die Geburt und das alleine schaffen würde, aber gleichzeitig war es mir wichtig, ihn ohne Wenn und Aber dabei zu wissen. Es ist ja schließlich auch sein Kind und er sollte wie beim ersten Mal auch vollständig bei der Geburt dabei sein können.

Um nicht zu weit auszuschweifen: Wie der Zufall so will, ergab sich ungefähr drei Wochen vor ET die Situation, dass mir eine Hebamme aus der Umgebung anbot, sie könne mich als Hausgeburt übernehmen. Ich hatte bis dato nie eine Hausgeburt im Sinn gehabt, war aber durch die Infos aus dem Podcast und dem Onlinekurs bestens informiert. Sofort breitete sich bei mir ein riesengroßes Lächeln im Gesicht und ein wohliges Gefühl aus, welches von da an nicht mehr wegging.

Die Absprache mit meinem Mann war nur noch reine Formsache. Viel Zeit blieb nicht für die Vorbereitungen, unser zweiter Sohn meldete sich eine Woche vor ET zur Geburt bereit. Es war Dienstag früh, mein Mann arbeitete bereits (im Homeoffice) und ich machte unseren Sohn R. morgens fertig. Opa wollte ihn zu einem Spaziergang abholen.

Während des Frühstücks merkte ich „da zwickt doch was“ oder bilde ich mir das nur ein? Tags zuvor hatte ich übrigens übelstes Sodbrennen! Das erste Mal überhaupt! Als R. abgeholt war, informierte ich meinen Mann, es könne evtl. soweit sein. Ich würde nun duschen gehen und in Ruhe in mich rein hören. Er solle vorsorglich Opa bitten, noch länger bei unserem Sohn R. zu bleiben.

Unter der Dusche überlegte ich, ob es nun los gehe oder nicht? Dann erinnerte ich mich an Kristins Rat, man solle sich von Anfang an auf die Geburt ein und nicht ablenken lassen. Also entschied ich sodann, die Geburt geht los! Und sogleich war ich voller neugieriger Vorfreude auf unser zweites Kind, welches ich bald in den Armen halten sollte. Mein Mann rief die Hebamme an. Er sollte die Kommunikation übernehmen.

Ich machte die Geburtshypnose an und legte mich ins Bettum mich dem Geburtsprozess hinzugeben. Aus dem ? wurde schnell ein !. Die Wellen nahmen an Fahrt auf und forderten mich durchaus heraus. Von hypnotischem Zustand konnte ich nichts erkennen. Aber gut. Wir hatten selbst verursachte technische Probleme mit der Geburtshypnose und Angst, dass der Akku nicht reichen würde. Mein Mann versuchte dies voller Tatendrang - er ist IT-Spezialist -, zu beheben. Dabei knallten nur so die Türen in der Wohnung und seine Aufmerksamkeit galt der IT, anstatt mir. Von akkustischer Ruhe keine Spur. schmunzel

Ich bat ihn nochmal, die Hebamme zu kontaktieren und über den aktuellen Geburtsverlauf zu informieren. Dazu stellte er sich zu mir und telefoniert mit ihr laut. Wieder keine Ruhe! schmunzel

Spoiler: Ich glaube eine Doula hätte uns gutgetan! Bei der ersten Geburt in der Klinik war er total entspannt, aber zuhause war er wohl doch wesentlich nervöser als gedacht. Nun gut, die Hebamme schickte mich übers Telefon in die Badewanne zur Entspannung. Als ich in der Badewanne lag, spürte ich, hier finde ich keine Entspannung und hier gehe ich auch nicht mehr raus. Hier bekomme ich mein Kind. So schnell kommt man zu einer Wassergeburt - bis dato auch nie im Sinn gehabt!

Bei der Badewanne handelte es sich übrigens um eine völlig normale Badewanne, keine besonders große und auch kein Geburtspool. Im Rückblick stellte ich mit meinem Mann fest, dass ich hier definitiv in der Übergangsphase war, was man an meinem besonders lauten Tönen erkennen konnte. Da bat ich ihn das dritte Mal, die Hebamme anzurufen und sie zu bitten, nun zu uns zu kommen! Im Übrigen wohnen wir in einem Mehrgenerationenhaus. Mir war es jedoch völlig egal, ob mich andere tönen hören.

Bevor ich in die Badewanne stieg, war auch nochmal unser Sohn R. bei mir. Ich hatte ihn vorher informiert, dass wir das Baby zuhause bekommen würden und auch wenn ich laut werden würde, er sich keine Sorgen zu machen brauche. Es sei eben anstrengend, ein Baby auf die Welt zu bringen. Er war ebenfalls voller Vorfreude!

Die Hebamme war 15 Minuten nach dem letzten Anruf da und untersuchte mich. Ihre Hand auf meinem Steiß war mehr als wohltuend. Mein Mann hetzte immer noch hin und her, obwohl die Geburtshypnose für mich gut hörbar lief. Irgendwann forderte ich ihn auf, er solle nun endlich wieder ins Bad kommen und auch hier bleiben. Ich hatte Angst, er würde die Geburt verpassen. schmunzel

Mir war klar, es dauert nicht mehr lange, auch wenn die Fruchtblase noch nicht geplatzt war. Die Hebamme forderte mich auf, zu fühlen. So fühlte ich den Kopf unseres Babys wie durch einen mit Wasser gefüllten Ballon. Einfach unglaublich! Bei der nächsten Welle platzte sie dann und zwei Wellen später war unser zweiter Sohn E. geboren. Keine 30 Minuten nach Eintreffen unserer Hebamme. Unter Freudentränen hob ich ihn aus dem Wasser auf meine Brust und lehnte mich erschöpft und unendlich glücklich, dankbar und stolz zurück!

Die letzten drei Wellen hatten mich wie bereits bei der ersten Geburt besonders herausgefordert. Hier musste ich an Kristins Vergleich mit der Gipfelbesteigung denken. Wenngleich ich schon eine wundervolle Geburt erleben durfte, war die Geburt unseres Sohnes E. so besonders wie beim ersten Kind. Die erste Hausgeburt eben! Im Wasser! Schmerzfrei war sie nicht, aber von Anfang bis Ende positiv. Sie dauerte nur 3,5 Stunden. U.a. da ich mich gleich am Anfang auf die Geburt eingelassen habe. Dank der Vorbereitung mit Kristin.

Und Kristins Hypnosen haben mich auch nach der Geburt noch oft zur Entspannung oder in den Schlaf begleitet. Und tun es heute noch.2024 freuten wir uns über die Geburt unseres dritten Babys. Ich schaute mir während der Schwangerschaft alle neuen Videos des Onlinekurses an. Und hörte auch weiter Kristins Podcast. Ich finde Kristins Input einfach soso spannend und wichtig.

Ich übte mit den verschiedenen Hypnosen so oft es eben ging. Was bei zwei Geschwisterkindern mit 3 und 6 Jahren im Haus für mich nicht so oft möglich war wie ich es mir gewünscht hätte. Gleichzeitig feierte ich jedes Mal, wenn ich es schaffte und Gelegenheit hatte, mich mit meinem Baby zu verbinden. Es stellte sich mir die Frage des Geburtsortes. Sowohl in der Klinik als auch zuhause hatte ich positive Erfahrungen gemacht.

Ich entschied mich für zuhause und eine neue Hebamme. Sie wurde mir empfohlen u.a., weil sie quasi nie Geburtsverletzungen bei ihren Müttern hat. Ich hatte bei beiden Geburten Geburtsverletzungen erlitten, welche problemlos verheilt sind. Dennoch machte mich dies neugierig!

Am Rosenmontag wachte ich um 7 Uhr auf. Mit einem Blasensprung. Analog zu Geburt Nummer 1. Ich musste schmunzeln. Die neue Hebamme hatte mich instruiert, bei einem Blasensprung liegen zu bleiben, bis sie da sei, um mich zu untersuchen. Mein Mann informierte sie also und ich hörte die Geburtshypnose über ein Stirnband mit integrierten Lautsprechern und setzte eine Schlafmaske auf. Mein Mann war diesmal ruhiger und ich konnte mich auch besser entspannen.

Bei Geburt drei war ich schon eher in Hypnose. Als die Hebamme da war, übernahm ich selbst die Kommunikation. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, dies nicht zu tun. Aber gut. Die Untersuchung ergab, dass das Baby fest im Geburtskanal lag und ich aufstehen durfte. Herausfordernde Wellen hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine. Der Bauch wurde nur gelegentlich hart. Die Hebamme meinte, sie könne bleiben oder sie würde in ein Nahegelegenes Café fahren. Ich bat sie, zu gehen. So konnte ich wieder in Ruhe die Geburtshypnose hören. Ich kuschelte mich an meinem Mann und döste vor mich hin.

Zwei Stunden später wachte ich vom Klingeln der Hebamme auf. Sie untersuchte mich wieder. Wie weit der Muttermund geöffnet war, wollte ich nicht wissen. Ich wusste es auch bei den beiden Geburten davor nicht und bin sehr gut damit gefahren. Sie meinte, sie würde nun doch nochmal nach Hause fahren (ca. 40 Minuten Entfernung). Mir war das recht. Wieder kuschelte ich mich an meinen Mann, hörte die Hypnose und schlief ein.

Als ich aufwachte, spürte ich Wellen. Die Wellen nahmen schnell an Fahrt auf, analog zu Geburt zwei. Also bat ich meinen Mann nach einer Weile, die Hebamme zu bitten, zu kommen. Instinktiv nahm ich als Position einen Vierfüßler-Stand vor dem Bett ein und stütze mich darauf ab. Die Geburtshypnose lief weiter. Meine Augen hatte ich geschlossen. Ich war komplett bei mir und meinem Baby. Die Wellen waren herausfordernd, doch ich nahm sie an.

Bei Geburt eins schickte mich die Hebamme auf den Gebärhocker, bei Geburt zwei in die Hocke in der Badewanne. Beides Mal war das für mich ok. Gleichzeitig nahm ich das erste Mal eine von mir frei gewählte Position ein. Wenngleich ich im Vorfeld mit meiner neuen Hebamme darüber gesprochen hatte. Vermutlich hatten die Positionen in der Hocke meine vorausgegangen Geburtsverletzungen begünstigt.

Mit der Hebamme hatte ich auch besprochen, durch nichts in den natürlichen Geburtsverlauf einzugreifen. Also keine Sitzbäder, Akupunktur oder Sonstiges. Und sie hatte mir erklärt, ich solle, um eine Geburtsverletzung zu vermeiden, NICHT pressen! Völlig anders als die ersten beiden Male.

Die Hebamme war zwischenzeitlich wieder da und die Geburt schritt schnell voran. Ich hatte das Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Sie meinte „Atme und Töne mit Liebe! Wie auch immer sich das bei dir anhören mag!“ Gesagt, Getan! Vorsorglich entledigte ich mich sämtlicher Kleidung, damit ich unser Neugeborenes direkt auf meine Haut legen konnte.

Die Hebamme wies mich noch an, selbst zu fühlen. Das Baby sei nicht mehr weit. Tatsächlich! Ich fühlte den Kopf, die Haare meines Babys! Unglaublich! Ich nahm meine Hand nicht mehr weg und atmete und tönte weiter. Es dauerte nicht lange und unser Baby gleitete um 16:12 Uhr in meine Hände! Ohne auch nur ein einziges Mal gepresst zu haben! Wieder ein völlig neues Erlebnis bei der dritten Geburt. Überwältigend! Unser Sohn L. schoss förmlich heraus in einem Atemzug. Im Gegensatz zu den ersten beiden Geburten, wo es dreimal pressen brauchte und der Kopf kurzzeitig feststeckte.

Ich bin so dankbar, dies bei der dritten Geburt erlebt haben zu dürfen! Ohne Geburtsverletzung! Danke an alle meine Hebammen, die mich immer gut, wenn auch kurz schmunzel, begleitet haben.

Danke Kristin für ALLES! Ich werde weiterhin jedem von deiner Arbeit erzählen und dich weiterempfehlen! Mindestens zweimal ist mir dies schon erfolgreich gelungen. Eine Bekannte durfte dadurch bei ihrem dritten Kind eine schmerzfreie Hausgeburt erleben! Und an alle Schwangeren da draußen: Geburtsverletzungen müssen nicht sein und lohnt es, sich zu vermeiden! Informiere dich und sprich deine Hebamme darauf an!

Fun Fact: Im Rückblick stellte ich fest, dass ich einen Tag vor jeder der drei Geburten (alle kamen vor ET) noch etwas erledigt hatte, was wohl dazu führte, dass ich „bereit“ war für die Geburt. Beim ersten Mal war es der fertig eingeräumte Baby-Kleiderschrank, beim zweiten Mal war es der Geburtstag eines Familienmitgliedes (wir hofften, dass sie sich ihren Geburtstag nicht teilen müssen) und beim dritten Mal war es der Onlinekurs zum Thema Windelfrei. schmunzel

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina