Erfahrungsbericht
von Lena
Entgegen meines anfänglichen Gefühls, dass unser C. früher kommt als errechnet, ging es selbst in der 40. Woche noch nicht wirklich los. Übungswehen hatte ich schon länger und mein Gebärmutterhals war schon seit 2 Wochen weich und auf 2cm verkürzt. Mitte der 40. Woche wurde ich ungeduldig und wollte einfach nur noch, dass es losging. Dazu kam der innere Wunsch nach Rückzug und Ruhe.
Als dann am Freitag mein Schleimpfropf abging (dachte ich zumindest), war die Freude und Aufregung groß. Es kamen immer wieder unregelmäßig ein paar stärkere Übungswehen, aber nichts intensives. Auch die Nacht blieb ruhig. Am Samstagmorgen bemerkte ich dann, dass jetzt erst mein Schleimpropf vollständig abging. Ich wollte zwar von 8-9 Uhr nochmal schlafen, aber konnte nicht, wegen Wehen, die ca. alle 10 Minuten kamen.
Im Laufe des Tages kamen sie aber nicht mehr so regelmäßig. Trotzdem hatte ich so ein Gefühl und war voller Vorfreude, dass wir der Geburt immer näher kommen. Mein Mann und ich putzten nochmal die ganze Wohnung und verstellten nochmal die Höhe des Beistellbettchens, bis wir ganz zufrieden waren.
Gegen 17:15 Uhr kamen regelmäßig Wehen, die aber nicht über periodenartige Schmerzen hinausgingen. Mein Mann und ich machten dann einen langsamen, aber gut gelaunten Spaziergang, den wir mit einem Einkauf abschlossen. Es war ja Samstag und weil wir unser Brot immer selbst backen, war mir sehr wichtig, nochmal Hefe zu kaufen - falls das Wochenbett beginnen sollte. Dass wir in dem Fall eventuell auch einfach Brot kaufen würden, war in meinem Kopf komischerweise keine Option. Auch Zartbitterschokolade durfte nicht fehlen, ich wollte ja nochmal die gesunde Snickersvariante mit Datteln zubereiten. Mein Mann ahnte schon, dass es dazu nicht mehr kommen würde.
An der Kasse spürte ich eine stärkere Welle, ließ mir in dem Moment aber nichts anmerken. Zuhause wollte ich mich gerade hinlegen, als meine Eltern mich per Facetime anriefen. Letztendlich wurde es ein einstündiges Telefonat, während dem mir auffiel, dass die Wehen regelmäßig alle 10 Minuten kamen. Mein Mann hatte ein leckeres Bärlauchrisotto gekocht - doch Appetit verspürte ich keinen. Ich wusste, das war auch ein Zeichen dafür, dass es losgehen würde. Trotzdem aß ich noch ein bisschen, wir wussten ja nicht, wie lange es gehen würde.
Danach legte ich mich ins Bett und startete die Hypnose für die Eröffnungsphase. Da die Wellen aber noch so gut auszuhalten waren, war ich mir unsicher, ob es zu früh war. Immer wieder hielt ich mit meinem Mann Rücksprache und versuchte verschiedene Positionen aus. Es war mir vom Gefühl her aber eher nach Liegen. Zum Glück ging ich diesem Gefühl nach und zog mich ins Bett zurück. Zu dem Zeitpunkt fiel es mir noch schwer, die gelernte Atmung anzuwenden. Von Freundinnen bekam ich den Rat, zu tönen und so machte ich irgendeine Mischung aus beidem, die aber nicht optimal war.
Irgendwann kamen die Wellen immer häufiger und nahmen auch in der Intensität zu. Also ging ich unter die heiße Dusche und veratmete sie im Stehen oder Sitzen auf einem Pezziball. Mein Mann sollte sie tracken, erkannte aber nicht immer, wann eine Welle kam… was einiges über die noch eher schwache Intensität aussagt. Weil wir vom Geburtshaus aber gesagt bekamen, dass wir dort anrufen können, wenn über min. eine Stunde alle 5 Minuten eine Welle kommt, rief mein Mann gegen 23:30 Uhr dort an.
Die Hebamme fragte ihn nach seinem Eindruck und machte uns das Angebot, bei uns Zuhause vorbeizukommen und sich die Lage anzuschauen. Also war sie um 0:10 Uhr bei uns und sah mich fast nicht vor lauter heißem Dampf im Bad. Ich stand mindestens eine halbe Stunde am Stück unter der heißen Dusche. Das Wasser tat einfach so gut, wenn eine Welle kam!
Da wir vor der Geburt besprochen hatten, dass ich nach einer vaginalen Untersuchung den Befund nicht wissen wollte, sagte die Hebamme nicht genau, was sie ertastete. Sie ermutigte mich, dass ich auf einem guten Weg sei, doch dass es noch nicht geburtswirksame Wellen seien und es noch zu früh für das Geburtshaus sei. Die Herztönen von unserem Kleinen waren entspannt und sie bestärkte uns, noch Zuhause zu bleiben. Meinem Mann sagte sie, dass der Gebärmutterhals noch ganz verstreichen müsse und dass ich erst bei 1-2cm war. Das wollte ich dann doch von ihm wissen - ich war richtig enttäuscht.
Aber mir blieb nichts anderes übrig, als weiterzumachen wo ich aufgehört hatte und so ging ich wieder in Hypnose. Ab dem Zeitpunkt ließ ich das Tönen sein und atmete nur so wie ich mit dem Kurs geübt hatte. Das war eine gute Entscheidung! Die Stunden verflogen nur so und ich war in tiefer Hypnose. Die Erinnerung an die Nacht ist nur sehr schwammig. Mein Mann kam irgendwann ins Bett und legte sich zum Schlafen hin. Hin und wieder bat ich ihn um eine neue Wärmflasche für meinen Rücken oder um die anderen Kopfhörer, wenn der Akku leer war. Er füllte auch meine Trinkflasche immer wieder auf. Ich musste oft aufs Klo, aber mein Körper erinnerte mich von selbst daran.
Wenn dann eine Welle kam, war es für mich herausfordernd, in der Hypnose zu bleiben. Die Schmerzen wurden intensiver. Aber sobald ich wieder im Bett lag, waren die Schmerzen auszuhalten. In Gedanken war ich an meinem sicheren Ort mit meinem kleinen Baby. Ich visualisierte immer wieder die Öffnung eines Tores und entspannte meinen Unterkörper dabei. Bei einem Klogang entdeckte ich Blut im Höschen und sagte meinem Mann bescheid. Das war mir neu - obwohl ich so viele Geburtsberichte gelesen hatte ;-)
Er rief die Hebamme an und sie freute sich, da es ein gutes Zeichen war - der Muttermund schien sich zu öffnen. „Das hoffe ich doch…“ dachte ich mir. Während der Nacht suchte ich mir zwischendurch unter Wellen die restlichen drei Buscopan-Plus aus unserem Medikamentenschrank. Ich hatte gelesen, dass diese auch manchmal zur Schmerzlinderung eingesetzt werden und in dem Moment war mir egal, ob ich das absprechen sollte oder nicht. Ich nahm über 2-3h Stunden hinweg drei Stück - ob sie wirklich einen Unterschied gemacht haben, weiß ich aber nicht.
Irgendwann gab mein Mann mir auf mein Verlangen hin meine zwei Anker: ein Duftöl und einen Rosenquarz-Stein. Ich weiß noch, dass ich so tief in Hypnose war, dass ich ewig gebraucht habe, die Frage zu stellen und danach zu bitten. Es war so schön entspannt an meinem sicheren Ort. Aber als ich sie hatte, lag ich dauerschnüffelnd am Ölfläschchen im Bett. Eigentlich sollte der Anker ja nur benutzt werden, wenn man aus der Hypnose kommt, aber irgendwie half es mir.
Während der ganzen Nacht hatte ich außerdem einen Kamm in der Hand, den ich immer wieder bei einer Welle drückte, um den Schmerz umzuleiten. Auch ein zuvor geschriebenes Blatt mit meinen Lieblingsaffirmationen lag neben mir und ich laß sie immer wieder durch. In einer Hand das Öl, in der anderen den Kamm, wurde es irgendwann hell und die Wellen nahmen immer mehr an Fahrt auf. Ich erinnere mich an die Frage in meinem Kopf, wann wohl der beste Zeitpunkt zum Aufbruch ins Geburtshaus wäre. Ich war einerseits bereit für die Wanne im Geburtshaus und habe sie mir herbeigesehnt, andererseits war ich aber so tiefenentspannt und wollte einfach nur liegen bleiben. Die Stunden verflogen nur so.
Als mein Mann aufwachte und wach neben mir lag, fühlte ich mich manchmal kurz beobachtet und kam aus der Hypnose. Ich machte den Fehler, mich kurz mit ihm unterhalten zu wollen und ihm signalisieren zu wollen, dass alles gut sei. Das merkte ich sofort an den intensiveren Schmerzen. Er war mit der mittlerweile nach Schichtwechsel anderen Hebamme vom Geburtshaus in Kontakt und beschrieb ihr, wie die Lage sei. Sie bestärkte uns, genau so weiterzumachen und sagte, wir würden alles richtig machen.
Gegen 9 Uhr ca. konnte ich nicht mehr liegen, weil die Wellen immer intensiver wurden. Ich ging nochmal unter die heiße Dusche und danach lehnte ich mich immer wieder intuitiv gegen die Wand, dabei massierte mein Mann mein Kreuzbein. Zu diesem Zeitpunkt klappte das Tönen automatisch und war irgendwie gar nicht mehr zu verhindern. Auch meine Nachbarn waren mir egal (die konnte ich am Abend zuvor noch nicht ausblenden).
Ich sagte meinem Mann, dass ich es bald nicht mehr aushalten würde und wir ins Geburtshaus aufbrechen sollten. Ich spürte, dass es der richtige Zeitpunkt war. Deshalb war ich auch zuerst nicht allzu begeistert, als die Hebamme uns bremste und vorschlug, bevor wir zu früh kamen, bei uns Zuhause vorbeizukommen. Sie war schnell da, sah mir beim Veratmen der Wellen zu und lobte mich. Auch ihr sagte ich, dass ich es bald nicht mehr aushielt. Als sie sagte, sie denke, dass es der Übergang zwischen Latenz- und Eröffnungsphase sei, war ich so geschockt und enttäuscht! „Die ganze Arbeit und jetzt erst so weit?!“
Zum Glück untersuchte sie mich vaginal. Obwohl wir ausgemacht hatten, dass ich den Befund nicht wissen wollen würde, sagte sie: „Glaub mir, du willst es wissen. Du bist bei 7/8cm und ihr könnt los ins Geburtshaus. Du hast richtig richtig toll gearbeitet heute Nacht! Sei stolz auf dich!“ Dieser Moment beschert mir noch heute Gänsehaut. Mir kamen die Tränen, weil ich so dankbar war. Die Arbeit hatte sich gelohnt und ich wusste - zurück kann sich nun nichts mehr entwickeln. Mir gab das so einen Push und es war mir vollkommen egal, ob es nun noch 2, 3 oder 4h ging.
Voller Euphorie versuchte ich, in Hypnose zu bleiben und mich anzuziehen. Mein Mann holte das Auto näher zum Haus und ich schaffte es fast, durch das ganze Treppenhaus zu gehen ohne eine Welle veratmen zu müssen. Erst unten vor der Haustür überkam es mich dann. Ich wollte von keinem Nachbar gesehen werden und als ich Schritte hörte, ging ich schnell ins Auto. Dort saß ich auf der Rückbank mit Schlafmaske, den Kamm drückend und am Öl schnüffelnd - ein Bild für Götter.
Es war 10:45 Uhr an einem Sonntag und leider war in der Stadt mehr Verkehr als erwartet. Die sonst in 7min fahrbare Strecke dauerte 15min und ich sagte irgendwann „Fahr doch einfach links und überhol!“ zu meinem Mann, es kam mir ewig vor. Hinter uns war aber die Polizei und so hielt er sich an alle Regeln, was wahrscheinlich zeitsparender war. Am Geburtshaus angekommen, holte mich die Hebamme ab. Ich fand es etwas schwierig, mit ihr zu kommunizieren und gleichzeitig zu versuchen, in Hypnose zu bleiben.
Im Geburtsraum legte ich mich aufs Bett, während sie die Wanne bereit machte. Ich hatte plötzlich das Gefühl, mich übergeben zu müssen, doch es kam nichts. Sie sagte, das sei ein gutes Zeichen und dass die Austreibungsphase bald beginnen würde. Wie schnell das ging, war niemandem bewusst. Ich ging in die Wanne und freute mich so sehr über das angenehme warme Wasser, es tat mir so gut. Dort kam noch eine „normale“ Welle und dann ging es los - mein Körper übernahm komplett das Kommando. Sofort war mir die Hypnose über Kopfhörer zu viel und mein Mann machte die Austreibungsphase-Hypnose über die Badewanne mit Bluetooth an.
Mit der ersten Presswelle platzte die Fruchtblase und ich war zuerst kurz erschrocken, was geschah. Die Hebamme beruhigte mich und sagte, dass alles gut sei und ich so weitermachen solle. Die Wellen übermannten mich regelrecht, aber es war kein schlechtes Gefühl, sondern einfach nur sehr stark und intensiv. Mein Mann hielt meine Hand und sprach mir ermutigend zu und auch die Hypnose gab mir viel Kraft und Mut. Die Hebamme sagte „lass es zu“, was mir auch half, da ich den Druck und das starke Pressen wirklich erst zulassen musste.
Ich spürte, dass es nicht aufzuhalten war, aber auch schmerzhaft werden konnte, sobald das Köpfchen wirklich rauskommt. Es brauchte nicht viele Wellen, da ließ mich die Hebamme selbst das Köpfchen ertasten. Was für ein Gefühl! Seine Haare und seinen kleinen, süßen Kopf zu spüren. Irgendwann ging mir die Kraft aus, in der tiefen Hocke zu bleiben und so wechselte ich in den Vierfüßlerstand. Und zwei Wellen später hob ich meinen Sohn aus dem Wasser auf meine Brust.
Um 11:45 Uhr kam er kerngesund zur Welt. Er brauchte zwar einen Moment, bis er wirklich ankam, aber es ging nun mal auch sehr schnell. Wir waren um 11 Uhr im Geburtshaus angekommen und um 11:45 Uhr war er schon da - das brauchte kurz, um bei uns allen anzukommen. Selbst die zweite Hebamme schaffte es nicht ganz pünktlich und traf 5 Minuten danach ein. Während der Geburt waren die Herztöne von dem Kleinen immer super und sehr entspannt... woran das wohl lag? :-)
Das Ankommen als Familie in dem kuscheligen Bett und wunderschönen Geburtsraum war so schön und einfach unbeschreiblich. Nachdem er einmal richtig geschrien hat und rosigere Haut bekam, bekamen wir als Familie Zeit, um uns kennenzulernen. Bis auf eine kleine Geburtsverletzung (Labienriss, der zum Glück im Geburtshaus genäht werden konnte), lief alles genau so, wie wir es uns gewünscht hatten. Wir hatten unsere Traumgeburt erlebt und ich bin überzeugt davon, dass Kristins Kurs einer der ausschlaggebendsten Gründe dafür war.
Dank des Kurses hatte ich ein positives Mindset der Geburt gegenüber, hatte viele wunderschöne, entspannende Hypnosen während der Schwangerschaft, Selbstvertrauen in meinen Körper, eine enge Verbindung zu meinem Baby und eine schmerzreduzierte Geburt, die mit Kristins Stimme wunderbar begleitet wurde. Vielen Dank für die wertvolle Arbeit!

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